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Was mir gerade richtig gut gefällt.............

Ich bin in einem Kaff auf der Schwäbischen Alb aufgewachsen. In der Grundschule waren wir in der Klasse 3 Migranten. Ähnlich wenige in den Parallelklassen. Ich war die einzige, die nach der Grundschule auf die Realschule durfte. Migrantenkinder wurden damals fast immer auf die Hauptschule (oder gar Sonderschule) geschickt.
Realschule war natürlich ein paar Ortschaften weiter, also täglich mit dem Zug hin. In meiner Klasse waren wir nur 2 Migranten, Parallelklassen weniger. Die Schulleitung bestand aus Sympathisanten der Republikaner. Als Migrantenkind wurde man von einem Teil der Lehrer konsequent gemobbt, der andere Teil sah hilflos zu. Ziel war es wohl uns noch in der Mittelstufe auf die Hauptschule, wo wir hingehören, zu schicken. Ich habe mich als einzige gewehrt. In der 9. versicherte mir das Rektorat, dass ich unter ihrer Leitung an ihrer Schule keinen Abschluss bekommen würde. Sah nicht gut aus in den Noten. Durch Wohnortswechsel ins Badische auch die Schule gewechselt. Über Nacht wurde aus der versetzungsgefährdeten eine Einser Schülerin, die sich später auch noch erdreistet ein Einser Abitur zu machen... und das als Prinzessin aus dem Morgenland 🤪

Rückblickend kann ich sagen, dass die Lehrer dieser Realschule am kaputtesten waren, obwohl sehr geringer Migrantenanteil. Und damit meine ich gar nicht mal die miesen Lehrer, denen ging es wunderbar.
In der anderen Schule gab es zwar auch den eine oder anderen Lehrer mit Problemen, die wurden dann aber trotzdem von den Schülern respektiert, da sie einfach auch Rückhalt hatten.
Ich glaube daher, dass da viel am Kollegium liegt. Ist wie mit jedem Arbeitsplatz und -kollegen, man kann Glück haben aber auch richtig Pech. Als Beamter und ans Bundesland gefesselt ist es dann auch gar nicht so einfach sich was anderes zu suchen.
Das kann ich bestätigen. In der Klasse meiner Tochter sollten alle Kinder bei denen wenigstens ein Elternteil einen Migrationshintergrund besaßen nicht auf das Gymnasium (für den entsprechenden Notenendurchschnitt sorgte die verhärmte Lehrerin) sondern auf die Hauptschule wechseln. Nur unter Protest ging meine Tochter und wenige andere dann auf die Realschule,
God giv'em all a Bitch!
Ganz ehrlich, damals war ich beruflich ziemlich übel eingespannt, heute würde ich einen Aufstand machen. Dem Kind hat es zum Glück nicht geschadet, im Gymnasium wurden auch viele Biodeutsche nicht glücklich.
Aber so etwas merkt man sich schon von wegen dem ganzen Blablabla ...

ps. Grüße aus dem Land des Bratwurstfressers
 

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Re: Was mir gerade richtig gut gefällt.............
n der Klasse meiner Tochter sollten alle Kinder bei denen wenigstens ein Elternteil einen Migrationshintergrund besaßen nicht auf Gymnasium (für den entsprechenden Notenendurchschnitt sorgte die verhärmte Lehrerin) sondern auf die Hauptschule wechseln
Und dann macht eines dieser Kinder das beste Abi der Stufe.
Junge, Junge, ....
 
...im Gymnasium wurden auch viele Biodeutsche nicht glücklich.
Ich weiß. Einer (und noch einige andere) aus meiner Grundschulklasse kam aufs Gymnasium. Seine und meine Schule waren auf dem selben Schulgelände, wir haben also immer den selben Zug genommen. Er wurde leider auf seiner Schule so sehr gemobbt, dass er sich im Jahr meines Umzugs vor einen Zug warf.
 
Was dem "normalen" Deutschen idR nicht bewußt wird, ist die kleine Diskriminierung von Menschen die mehr oder weniger offensichtlich nicht in D geboren wurde, oder doch, aber Kinder von solchen Menschen sind. Ob das nur das blöde Grinsen ist wenn das Band im Supermarkt von vorne bis hinten voll ist, und der "andere" nur 2 Sachen in der Hand hat und nicht vorgebeten wird und es zieht sich bis in die Familien. Meine Frau ist arabisch-stämmig und wir hatten wegen der "Gaza-Scheiße" jede Menge Stress zuhause, Das kann sich keiner vorstellen. Und ich erlebe es tagtäglich bei der Arbeit mit überwiegend Kollegen mit Migrationshintergrund. Wenn es Streß gibt wegen tariflich bindenden Anfahrtspauschalen außerhalb des Pflichtfahrgebietes dann betrifft das zu 99% Fahrer mit Migrationshintergrund. Das kotzt mich sowas von an "aber einen deutschen Fahrer bitte". Wenn die wüßten wieviele deutsche Pfeifen es gibt ...
Ehrlich manchmal schäme ich mich (wieder) in diesem Land geboren zu sein!
 
Geht auch anders die beiden Inder sind Kult in HH
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Was dem "normalen" Deutschen idR nicht bewußt wird, ist die kleine Diskriminierung von Menschen die mehr oder weniger offensichtlich nicht in D geboren wurde, oder doch, aber Kinder von solchen Menschen sind. Ob das nur das blöde Grinsen ist wenn das Band im Supermarkt von vorne bis hinten voll ist, und der "andere" nur 2 Sachen in der Hand hat und nicht vorgebeten wird und es zieht sich bis in die Familien. Meine Frau ist arabisch-stämmig und wir hatten wegen der "Gaza-Scheiße" jede Menge Stress zuhause, Das kann sich keiner vorstellen. Und ich erlebe es tagtäglich bei der Arbeit mit überwiegend Kollegen mit Migrationshintergrund. Wenn es Streß gibt wegen tariflich bindenden Anfahrtspauschalen außerhalb des Pflichtfahrgebietes dann betrifft das zu 99% Fahrer mit Migrationshintergrund. Das kotzt mich sowas von an "aber einen deutschen Fahrer bitte". Wenn die wüßten wieviele deutsche Pfeifen es gibt ...
Ehrlich manchmal schäme ich mich (wieder) in diesem Land geboren zu sein!
Ja Klaus, so wie du in deinem letzten Absatz geschrieben hast, fühle in mich immer öfter, leider.
 
Geht auch anders die beiden Inder sind Kult in HH
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Das schöne ist, viele von diesen Jungs sprechen ein besseres Deutsch als manche Inländer, sind service orientierter, höflicher, reinlicher.
Ausnahmen gibt es auf allen Seiten, die Arschlochquote ist global stabil.
Aber das Schlechte merkt man sich immer besser, es ist leider menschlich.
 
Was dem "normalen" Deutschen idR nicht bewußt wird, ist die kleine Diskriminierung von Menschen die mehr oder weniger offensichtlich nicht in D geboren wurde, oder doch, aber Kinder von solchen Menschen sind. Ob das nur das blöde Grinsen ist wenn das Band im Supermarkt von vorne bis hinten voll ist, und der "andere" nur 2 Sachen in der Hand hat und nicht vorgebeten wird und es zieht sich bis in die Familien. Meine Frau ist arabisch-stämmig und wir hatten wegen der "Gaza-Scheiße" jede Menge Stress zuhause, Das kann sich keiner vorstellen. Und ich erlebe es tagtäglich bei der Arbeit mit überwiegend Kollegen mit Migrationshintergrund. Wenn es Streß gibt wegen tariflich bindenden Anfahrtspauschalen außerhalb des Pflichtfahrgebietes dann betrifft das zu 99% Fahrer mit Migrationshintergrund. Das kotzt mich sowas von an "aber einen deutschen Fahrer bitte". Wenn die wüßten wieviele deutsche Pfeifen es gibt ...
Ehrlich manchmal schäme ich mich (wieder) in diesem Land geboren zu sein!
Kommt mir alles sehr bekannt vor.
Jedoch auch hier muss man natürlich relativieren, die andere diskriminieren leider auch. Als Migrantenkind auf der "besseren" Schule war man damals nicht nur bei den Deutschen ein Außenseiter sondern auch im Kreis der Migranten. So wurde man stets beäugt und einem ein (zu) eingedeutscht sein vorgeworfen, gar Verrat an der einen Kultur und Herkunft. Die Eltern wurden gerne mal dazu aufgefordert das doch zu unterbinden. Das konnte dann auch sehr unschöne Züge annehmen, aber das ist eine andere Geschichte. So viel sei verraten, ich entschied mich eigenmächtig für den weiter oben erwähnten Ortswechsel. Was natürlich zuhause nicht gut ankam und die nächsten Jahre nicht einfach machte.
Aber da wir hier im "gefällt mir Thread" sind: nach über 30 Jahren bedauere ich nach wie vor nichts. Beste Entscheidung meines Lebens. Bin jeden Morgen dankbar dafür und den Menschen, Deutschen und Migranten, die mich dabei unterstützt haben. 😍
... so aus dem Leben einer unbezähmbaren Prinzessin aus dem Morgenland

(und so mal am Rande am meisten angeätzt fühle ich mich meist von Leuten (Männern und Frauen), die sich für weltoffen und feministisch halten und in ihrem Eifer selber schon rassistisch und unterdrücken sind, wenn sie mir unterdrückte Prinzessin aus dem Morgenland die Emanzipation und Leben in dieser so offenen Gesellschaft erläutern wollen. Mich drüber aufklären wie ich mich zu kleiden hätte, meine Haare tragen sollte, welche Hobbys ja nun gar nicht gehen bis hin zu welches Rad einer emanzipierten Frau geziemt. Aber ich denke, ihr habt schon mitbekommen, dass mir dann und wann mal der Kragen dann platzt:D )
 
@samsara , das sagst du sehr schön. Rassismus gibt es überall und ich finde, soweit ich das beurteilen kann, daß die Deutschen da nicht besonders negativ aufgefallen sind, das hat sich leider in den letzten Jahren etwas verschlechtert. Ich war schon öfters erstaunt welche Abscheu manche Migranten für andere Migranten empfinden und ausdrücken.

Einen der Momente in meinem Leben den ich nie vergesse war, als ich in Amsterdam in den 1970rn im Wondelpark um eine Ecke kam und die erste Reggea Band dort spielen hörte und sah. Überall bunte Menschen aus aller Welt. Ich hätte sie am liebsten alle umarmt.
Ja, ich weiß ich bin ein Trottel ;-))
 
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Meine Erfahrungen mit Amsterdam sind dann genau wieder andersrum, als Limburger wurde ich da kaum akzeptiert. Ich binn nach dem Studium zu schnell wie möglich zurückgegangen.
Da ist man in Deutschland weiter. Die Schwaben fühlen sich in Berlin pudelwohl. 🤣
 
Meine Erfahrungen mit Amsterdam sind dann genau wieder andersrum, als Limburger wurde ich da kaum akzeptiert. Ich binn nach dem Studium zu schnell wie möglich zurückgegangen.
Die Perspektiven sind unterschiedlich. Das war damals noch die Hippiezeit und wir waren alle zum Feiern dort.
Heute schaue ich mit anderen Augen auf Holland. Daß dort so etwas wie Wilders passieren kann hätte ich nie geglaubt :-(
 
Jeder Mensch sollte mal ein gutes Jahr Ausländer sein, in einem Land, wo man ein Visum benötigt, dessen Sprache nur rudimentär spricht. Eine Wohnung suchen muss, ein Konto eröffnen muss, eine Arbeit, zum Arzt muss. Das prägt einen sehr.


(4Jahre Italien, ohne Italienisch zu sprechen)
 
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Da ist man in Deutschland weiter. Die Schwaben fühlen sich in Berlin pudelwohl. 🤣
Hehe, meine Tochter lebt seit ein paar Jahren in Neukölln und meint "die einzigen die da nerven sind die Deutschen" ;-)) Außer ihrem Freund natürlich ;-) Aber was weiß ich schon ...
 
Jeder Mensch sollte mal ein gutes Jahr Ausländer sein, in einem Land, wo man ein Visum benötigt, dessen Sprache nur rudimentär spricht. Eine Wohnung suchen muss, ein Konto eröffnen muss, eine Arbeit, zum Arzt muss. Das prägt einen sehr.


(4Jahre Italien, ohne die Italienisch zu sprechen)
Alle Menschen sind Ausländer, fast überall.
 
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