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Ortsschildersprints?

  • Ersteller Ersteller kamikaze_dasOriginal
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AW: Ortsschildersprints?

Hallo Ingo,
das ist sicherlich auch eine Frage der Wettbewerbe, die man bestreitet - wenn man überhaupt welche bestreitet.

Ich beobachte schon auch bei denen, die bspw. Jedermann-Rennen fahren oder C-Klasse-Rennen eine Tendenz zum "Kraftsprint". Ich seh's ja daran, wie die Leute über die Ziellinie fahren. Vor 10 Jahren fuhren die meisten noch im Sitzen und mit Übersetzungen von 53/15 bis 53/13. Heute fährt mind. die Hälfte 53/12 oder 53/11 und sprintet im Stehen über die Linie.

Für den Fall, daß du Rennen fährst, kannst du ja mal darüber nachdenken, Sprint-Trainingseinheiten einzubauen, die auf die Fähigkeit abzielen, auf flacher oder leicht ansteigender Strecke Höchstgeschwindigkeiten zu erzielen. Da wird es dir zu Anfang sicher schwer fallen, 50 km/h zu erreichen. Spannend wird es aber erst so richtig, wenn man auch oberhalb der 53km/h noch was zuzusetzen hat.

Wenn man solche Geschwindigkeiten erreichen will und auch noch durch eine - wenn auch geringfügige, aber entscheidende - Beschleunigung einen Spielraum haben will, muß man erfahrungsgemäß in der Lage sein, hochfrequent zu sprinten. Wenn man bedenkt, daß solche "Kraftbolzer" wie Tom Boonen auch ihre Höchstleistung bei ca. 130 U/min erreichen, dann sollte dies für muskulär entsprechend "schwächer" ausgestattete erst recht gelten. Würde heißen, wer mit 56 km/h sprintet, müsste eigentlich eine Übersetzung von 53/16 fahren.

Sowas lernt man nicht durch Bergaufsprints, auch wenn die zur Entwicklung der Kraft und zur Einübung des Bewegungsablaufs beim Antritt unverzichtbar sind.

k.

wieso soll man sowas nicht durch bergaufsprints lernen?

Bergauf laufen sprints genausowenig bei 60 U/min ab wie im Flachen. Da tritt man am Schnellsten Punkt genauso um die 130 U/min und mehr. Die Belastung dabei ist genau die gleiche. Bergauf ist es die Hangabtriebskraft, die einen bremst und im Flachen der Luftwiderstand. Ob man dabei nun 30-40 oder 50-60 km/h fährt ist doch egal. Im Flachen ist nur die Körperhaltung entscheidender bei solchen Geschwindigkeiten, da man den Luftwiderstand noch ein wneig beeinflussen kann.
 
AW: Ortsschildersprints?

Habe den Thread mit großen Interesse gelesen.
hmmm
Jetzt finde ich es fast schade, dass wir in meiner Gruppe eher die Bergankünfte untereinander ausmachen.
Werde die Sprints mal wieder anklingen lassen.
 
AW: Ortsschildersprints?

wieso soll man sowas nicht durch bergaufsprints lernen?
Hat ja niemand gesagt, daß die überflüssig sind, im Gegenteil, wenn ich mich recht entsinne, hatte ich sie sogar für "unverzichtbar" erklärt.
... Da tritt man am Schnellsten Punkt genauso um die 130 U/min und mehr.
Und verschwendet genau den entscheidenden Trainingseffekt. Wenn man mit um die 35 km/h mit mehr als 130 U/min unterwegs ist, hat man dünner als 39/18 gekettet. Ich glaube auch, daß sich bei näherem Hingucken und exakter Messung auch bei dir herausstellen würde, daß es deutlich weniger als 130 U/min sind. Sowas täuscht sehr stark, weil wir unser Auge mittlerweile alle an das schnell/langsam-Schema bezüglich Berg/Flach gewöhnt haben.
Die Belastung dabei ist genau die gleiche.
Das ist der alte "Watt ist Watt"-Irrtum.
Bergauf ist es die Hangabtriebskraft, die einen bremst und im Flachen der Luftwiderstand. Ob man dabei nun 30-40 oder 50-60 km/h fährt ist doch egal.
Eben nicht. Beim Radsprint wird bis zuletzt zumindest versucht, die Geschwindigkeit zu erhöhen. Der Beschleunigung kommt also in jeder Phase eine entscheidende Bedeutung zu. Also ist die Frage, wie das Muskelsystem auf die Widerstände reagiert und wie die Physik auf den Versuch, zu beschleunigen reagiert, d.h. was sie an Trägheits- und Widerstandskräften in einem dynamischen (d.h. nicht gleichbleibende Geschw.) Geschehen entgegensetzt.

Und da unterscheidet sich die Reaktion des Systems im Flachen ganz deutlich vom Berg. Während am Berg die Summe der Kräfte auch bei deutlich erhöhter Geschwindigkeit annähernd gleich bleibt und die Beschleunigungskräfte (abgesehen von der Erdbeschleunigung, die ist hier nicht gemeint und außerdem konstant) geringer sind und daher eine Beschleunigung von z.B. 97% Höchstgeschwindigkeit auf 100% relativ leicht fällt, stellt dies im Flachen die entscheidende Schwierigkeit dar.

Da das ein nicht einfach verbal zu beschreibender Sachverhalt ist, hierzu die Zahlen:

Beschleunigst du als 178 großer und 70 kg schwerer Fahrer an einer 5%-Steigung um 3% von 38,8 auf 40 (in 3 s), so steigt die dabei eingesetze Pedalkraft mal gerade um 2%. Beschleunigst du in der Ebene auch um diese 3% von 55,4 auf 57 km/h (ebenfalls 3 s), ist die erforderliche Pedalkraft bei Erreichen der Endgeschwindigkeit um gute 5% höher, weil die Leistungsdifferenz zwischen den 55,4 und den 57 km/h deutlich höher ist als beim Bergaufsprint. Hinzukommt, daß die für die Beschleunigung erforderliche Leistung mit 880:800 Watt deutlich höher ist und deshalb garnicht aufgebracht werden kann.

Und genau da liegt das Problem: Die Beschleunigungsphase ist länger, wegen der höheren auftretenden Kräfte, vor allem Kraft-Differenzen, muß eine höhere Trittfrequenz gefahren werden, der Bewegungsablauf wird komplizierter und muß "feiner" abgestimmt sein. Während beim Bergaufsprint zur Not das Prinzip "wo rohe Kräfte sinnlos walten" zum Erfolg führt.
Im Flachen ist nur die Körperhaltung entscheidender bei solchen Geschwindigkeiten, da man den Luftwiderstand noch ein wenig beeinflussen kann.
Das erschwert die Sache noch: Im Wiegetritt bzw. im Stehen kann nämlich grundsätzlich eine höhere Leistung aufgebracht werden.

Was also erlernt werden muß, ist: Bei hoher Umdrehungszahl über einen relativ lang dauernden Zeitraum (5 - 8) sek fortwährend beschleunigen ohne zu verkrampfen oder anderweitig in einen ungünstigen Bewegungsablauf zu verfallen.

Das lernt man nur, wenn man es macht, und das wiederum erfordert, daß man tatsächlich Sprints mit diesen hohen Geschwindigkeiten fährt.

Es empfiehlt sich sogar, ab und zu mal einen bergab-Sprint oder einen Sprint mit deutlich verringerter Übersetzung einzubauen.

k.
 
AW: Ortsschildersprints?

Ich habe hier auf einer schön geraden übersichtlichen Tempo-50 Straße so ein "50 km/h Danke!" Schild, welches bei unter 50 die Geschwindigkeit in Grün und über 50 in Rot anzeigt. Meine bevorzugte Stelle für einen "Ortsschildsprint". Und irgendwann werden die 65 dort geknackt! :D
 
AW: Ortsschildersprints?

Ich habe hier auf einer schön geraden übersichtlichen Tempo-50 Straße so ein "50 km/h Danke!" Schild, welches bei unter 50 die Geschwindigkeit in Grün und über 50 in Rot anzeigt. Meine bevorzugte Stelle für einen "Ortsschildsprint". Und irgendwann werden die 65 dort geknackt! :D
Du meinst glaube ich im Jahre '65 (=2065) wird dort dein Rekord geknackt...? :cool:

k.
 
AW: Ortsschildersprints?

Ne, so schnell bin ich nun auch nicht, dass das ein Rekord für die Ewigkeit wird. Gibt bestimmt andere, die dort schneller fahren als ich. :P
Uups, da hab ich schlecht formuliert. Ich wollte eigentlich darauf anspielen, daß du ewig brauchen wirst, um diesen Rekord aufzustellen...

Wo bist du denn bisher? Komm laß dir mal ein Geheimnis entlocken!

k.
 
AW: Ortsschildersprints?

Uups, da hab ich schlecht formuliert. Ich wollte eigentlich darauf anspielen, daß du ewig brauchen wirst, um diesen Rekord aufzustellen...

Wo bist du denn bisher? Komm laß dir mal ein Geheimnis entlocken!

k.

Bei knapp über 60km/h an der Stelle. Bei etwas über 100 Kilo nicht ganz verkehrt :D
 
AW: Ortsschildersprints?

Hat ja niemand gesagt, daß die überflüssig sind, im Gegenteil, wenn ich mich recht entsinne, hatte ich sie sogar für "unverzichtbar" erklärt.Und verschwendet genau den entscheidenden Trainingseffekt. Wenn man mit um die 35 km/h mit mehr als 130 U/min unterwegs ist, hat man dünner als 39/18 gekettet. Ich glaube auch, daß sich bei näherem Hingucken und exakter Messung auch bei dir herausstellen würde, daß es deutlich weniger als 130 U/min sind. Sowas täuscht sehr stark, weil wir unser Auge mittlerweile alle an das schnell/langsam-Schema bezüglich Berg/Flach gewöhnt haben.Das ist der alte "Watt ist Watt"-Irrtum.Eben nicht. Beim Radsprint wird bis zuletzt zumindest versucht, die Geschwindigkeit zu erhöhen. Der Beschleunigung kommt also in jeder Phase eine entscheidende Bedeutung zu. Also ist die Frage, wie das Muskelsystem auf die Widerstände reagiert und wie die Physik auf den Versuch, zu beschleunigen reagiert, d.h. was sie an Trägheits- und Widerstandskräften in einem dynamischen (d.h. nicht gleichbleibende Geschw.) Geschehen entgegensetzt.

Und da unterscheidet sich die Reaktion des Systems im Flachen ganz deutlich vom Berg. Während am Berg die Summe der Kräfte auch bei deutlich erhöhter Geschwindigkeit annähernd gleich bleibt und die Beschleunigungskräfte (abgesehen von der Erdbeschleunigung, die ist hier nicht gemeint und außerdem konstant) geringer sind und daher eine Beschleunigung von z.B. 97% Höchstgeschwindigkeit auf 100% relativ leicht fällt, stellt dies im Flachen die entscheidende Schwierigkeit dar.

Da das ein nicht einfach verbal zu beschreibender Sachverhalt ist, hierzu die Zahlen:

Beschleunigst du als 178 großer und 70 kg schwerer Fahrer an einer 5%-Steigung um 3% von 38,8 auf 40 (in 3 s), so steigt die dabei eingesetze Pedalkraft mal gerade um 2%. Beschleunigst du in der Ebene auch um diese 3% von 55,4 auf 57 km/h (ebenfalls 3 s), ist die erforderliche Pedalkraft bei Erreichen der Endgeschwindigkeit um gute 5% höher, weil die Leistungsdifferenz zwischen den 55,4 und den 57 km/h deutlich höher ist als beim Bergaufsprint. Hinzukommt, daß die für die Beschleunigung erforderliche Leistung mit 880:800 Watt deutlich höher ist und deshalb garnicht aufgebracht werden kann.

Und genau da liegt das Problem: Die Beschleunigungsphase ist länger, wegen der höheren auftretenden Kräfte, vor allem Kraft-Differenzen, muß eine höhere Trittfrequenz gefahren werden, der Bewegungsablauf wird komplizierter und muß "feiner" abgestimmt sein. Während beim Bergaufsprint zur Not das Prinzip "wo rohe Kräfte sinnlos walten" zum Erfolg führt.Das erschwert die Sache noch: Im Wiegetritt bzw. im Stehen kann nämlich grundsätzlich eine höhere Leistung aufgebracht werden.

Was also erlernt werden muß, ist: Bei hoher Umdrehungszahl über einen relativ lang dauernden Zeitraum (5 - 8) sek fortwährend beschleunigen ohne zu verkrampfen oder anderweitig in einen ungünstigen Bewegungsablauf zu verfallen.

Das lernt man nur, wenn man es macht, und das wiederum erfordert, daß man tatsächlich Sprints mit diesen hohen Geschwindigkeiten fährt.

Es empfiehlt sich sogar, ab und zu mal einen bergab-Sprint oder einen Sprint mit deutlich verringerter Übersetzung einzubauen.

k.

Wirklich erklärend find ich dein Rechenbeispiel nicht. Es sagt nur, dass im Flachen fast ausschließlich der Luftwiderstand entscheidend ist und dieser auch stärker zunimmt (quadratisch) und nicht linear wie der Anteil der Hangabtriebskraft am Berg.
Da man also bei gleicher Wattzahl am Berg langsamer fährt, gehen erhöhen 3% Geschwindigkeit im Flachen den Widerstand deutlich stärker als am Berg.

Letztendlich heißt das doch nur, dass man im Flachen wärend dem Sprint bei gleichbleibender Übersetzung nur ein größeren U/min Bereich bewältigen muss. Also bergab evtl schon mit 60 U/min anfangen muss, damit man bei 130 U/min seine Höchstgeschwindigkeit hat, während man am Berg schon bei vielleicht 80 U/min anfangen kann zu sprinten.

Einfach umgehen lässt sich das Problem aber auch durchs Schalten beim Sprinten, was aber sicherlich zu geringfügigen Geschwindigkeitseinbußen führt und Erfahrung bedarf.

Aber Welche Übersetzung man nun beim Sprint fährt ist ja komplett fahrerspezifisch. Hohe Endgeschwindigkeit für zu hoher Übersetzung und wer hohe Drehzahlen nicht effektiv treten kann, braucht eben eine nochmal höhere Übersetzung.
 
AW: Ortsschildersprints?

Und trotz all dem theoretischen Blabla steht immer nur derjendige auf dem Siegertreppchen, der's als Erster über die Ziellinie geschafft hat.....
 
AW: Ortsschildersprints?

Der mutige Ausreißer, mit purer Muskelkraft und niedrigen Drehzahlen der nicht einmal sprinten musste!
 
AW: Ortsschildersprints?

Wer fährt eigentlich noch Ortsschilder-Sprints im Training mit der Gruppe? Gestern, als wir von der Ladenburger Truppe eingeholt wurden, ist mir aufgefallen, daß es wohl etwas seltsam angekommen wäre, wenn man da auf einmal an den Ortsschildern gesprintet hätte. Nun gut, wir haben ja Januar.

Werde mal sehen, ob ich nicht wenigstens den einen U19-Fahrer, mit dem ich mich unterhalten habe, zum sprinten animieren kann.

Wie haltet Ihr das?

Das schreit nach einer Umfrage! :)
 
AW: Ortsschildersprints?

Wenn es zum Sprint kommt weiss ich genau dass ich als alter Sack von 46 mit den Jungspunds nicht mehr mithalten kann. Ich bin einfach nicht mehr spritzig genug. Wenn ich aber rechtzeitig, also 3-4km vorher, weis, dass wieder gesprintet wird, dann hab auch ich eine Chance. Ich muss nur früh genug mehrmals das Tempo extrem verschärfen und auch oben halten, dann komme auch ich mal vorne ins Ziel.
Sprint war noch nie etwas was ich gerne gemacht habe, rechtzeitig vor dem Feld fliehen liegt mir besser. :)
 
AW: Ortsschildersprints?

Wenn es zum Sprint kommt weiss ich genau dass ich als alter Sack von 46 mit den Jungspunds nicht mehr mithalten kann. ...
46? In Worten: sechsundvierzig... mmh... Also du meinst du Junger Mann gegen die Kids, oder was? Alter Sack ist bei mir 55 aufwärts. Versuch dich ja nicht auf der Leiter der Alt-Ehrwürdigkeit nach oben zu schummeln, Bursche - dann setzt es aber was! ;) :D
 
AW: Ortsschildersprints?

Sprintfähigkeit hat auch etwas mit der ( nicht vorhandenen ) Ausdauerleistung zu tun, Stichwort hohe Laktatbildungsrate. Wer eine hohe Bildungsrate hat kann gut sprinten, wird aber keine guten Ausdauerwerte haben und umgekehrt.
 
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