Hach! das Schärfethema!
... "triggert" mich jedesmal. Im Holzhandwerk führt das direkt zum ultimativen "Schwanzvergleich", ich meine, mein genialer Berufsschullehrer hätte mir mal erzählt, dass man in fremden Werkstätten gerne mal heimlich zum Werkzeugschrank geschlichen sei und sich den Handrücken mit den Stechbeiteln rasiert hätte ... oder halt nicht. Ich bin selbst seltenst in fremden Gefilden gewesen, habe da keine Erfahrung. Die Sägen, die alten europäischen wären zum Vergleichen geeigneter gewesen, da hat man aber höxtens mal über die Zahnfront spinxen können.
Dass die ostasiatischen Herrenmenschen daraus wie aus allem einen Fetisch gemacht haben, ist iwie zwangsläufig. Ikebana, rituelles Blumengießen (Spaß! alter titanic-Scherz) usw., immer wird verfeinert bis zum Erbrechen. Gut, die Fahrradkomponentenoptimierung schätze ich schon sehr, sonst ist mirs ein bisschen bisschen viel drüber (man sagt uns Deutschen ja nach, wir hätten einen Stock im A.... , was haben denn dann die Japaner ?). Das Gewese, was um diese Messer gemacht wird ... acht Jahre Ausbildungszeit, bis man den Endschliff ieines Gebrauchsgegenstandes angehen darf ... ist aber bei der Entwicklung solch herausragender Kulturtechniken wie Seppuku auch verständlich, wär ja mit schlechtem
Werkzeug ne echte Sauerei. Mein erwähnter Berufsschullehrer meinte auch immer, dass scharfes
Werkzeug besser zu versorgende Wunden generiert.
(btw: bei Sägen haben die Japaner inzwischen ja komplett übernommen, da lässt sich mWn allerdings nix schärfen. Und die Beitel ... huijuijui, die sollen auch brutal sein. Ich muss immer an die erste Stummverfilmung der Nibelungensaga denken, in der eine Vogelfeder herniederschwebt und ... auf der Klinge des wie hieß es noch? Schwertes geteilt wird)
Ach ja, macht mich nicht glücklich das Thema. Ich habs immer eher stiefmütterlich behandelt. Zum Ende meiner "Karriere" ist mir dieses Gerät untergekommen, und damit war ich sehr zufrieden. Eine ganz eigene Denke steckt dahinter - und wo liegt eigentlich Eulenbis ? Nachher mal googeln.
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Eine weitere Relevanz hat das Thema seit neustem, ich überlege mir, ob ich diese Geräte doch noch mal reaktiviere:
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Denn jetzt im "hohen Alter" ist mir ein ewiger Fehler beim Rasieren bewusst geworden. Ich habe leider NIE mit einem erfahrenen Nassrasierer reden können bzw es nie angestrebt, aber die Vorbereitung mit richtig heißen Tüchern/Lappen auf der Haut VOR dem Schaum, der auch gern heiß sein darf, war mir nie wichtig genug. Jetzt gewinne ich (mit billigen langzeitbenutzten Einmalrasierern) den Eindruck, dass das die halbe Miete ist. Das Rasiermesser ist ja eigentlich
die Schärfereferenz schlechthin, vllt waren die ja gar nicht schuld an den etwas kläglichen (blutigen) Ergebnissen.
Mit abgebildet unsere lächerlichen Windmühlenmesser, die nie geschärft werden und fast alles in der Küche regeln. Das untere haben wir schon zur Hälfte aufgefuttert, mal sehn, ob es uns überlebt.