Teil 1
was mir gerade richtig gut gefällt - aber Achtung:
langatmig!
Nach einem von der Radsportseite betrachteten bescheidenen Jahr, hat sich die vergangene Woche unerwartet zu einem Hochlicht entwickelt und das entwickelte sich so:
Erst habe ich diese unscheinbaren Schilder am dörflichen Straßenrand entdeckt
und so nahm das Unglück seinen Lauf. Nach der Internetrecherche war ich schlauer und um 90€ ärmer.
Jedermann rund um Nürnberg war angesagt und passendes Rad aussuchen sowie in "Form" kommen.
Permantes Regenwetter und Arbeit ließen jedoch kein Fenster offen für "in Form kommen" und die Stimmung sank, denn der Termin drängelte.
Am Dienstag wendete sich das Blatt - Freund und Radsportkollege
@Arend kam mit Koga und sonderbarer Ware im Gepäck:
ein besonderes sechsarmiges Geschenk
danke, danke nochmal an dieser Stelle.
wer erkennts?
Den Nachmittag habe ich mir zur persönlichen Gestaltung frei gehalten und trotz unbeständigen Wetter die letzte Gelegenheit für ein Straftraining mit dem Alubomber genutzt.
Es ging mal wieder auf Teuchatz hinauf, nur diesmal mit 50-24 im Wiegetritt, um schon mal den Vorgeschmack auf den Stahlklassiker mit seiner dicken Übersetzung zu bekommen.
So hatte ich nach 80Kilometer durch die fränkischen Hügel einen Schnitt von 29,0km/h erradelt, bis mich bei der Einfahrt in den heimatlichen Garagenhof um ein Haar der Blitz traf.
Seht selbst

Einer meiner Junioren reicht mir eine Flasche Rotkäppchen, meine Ex-Verlobte hat während meiner Runde ein Hercules Zielbanner übers Tor gehängt. Ich war komplett ahnungslos - worher wußten die meine Ankunftszeit, woher kommen diese Hercules Banner?
Hat die beste Frau von allen doch tatsächlich START- und ZIEL-Banner gekauft.
In der Lieferung waren noch alte
Shimano VHS Kassetten, Rechnungsblöcke usw.

Das nenn ich mal eine gelungene Geburtstagsüberraschung.
Die nächste Überraschung habe ich mir selber gemacht:
dicke Beine durch übermotiviertes Training. Naja, bis Sonntag ist ja noch hin.
Aber erst kam der
Samstag und die 3. Etappe der Deutschland Tour. Diese führte nach Erlangen. Die zwei Schlußrunden gingen über Marloffstein samt "Bergwertung". Das war ein lohnendes Ziel vor der Haustür.

Wenn man da im Gras liegt und wartet, hat man viel Zeit zum nachdenken, sehen und hören. Von hier oben sieht man Kalchreuth (ein weiterer Anstieg für den nächsten Tag), die Nürnberger Burg und nat. den Fernsehturm sowie einen langsamen, kreisenden Hubschrauber. Man hört Stimmen auf französisch, italienisch und englisch aber auch kleine Kinder, die vor Langeweile schreien. Ameisen krabeln auf meinen Waden. Es ist wie in einem der alten Filme aus den 70er Jahren über eine der großen Rundfahrten. Das Interessante ist das Warten und die Anspannung davor, nicht das Rennen. Ein Wetter zieht sich zusammen und ein warmer Regen geht nieder, Schirme spannen sich, Gruppen fliehen in den Wald.
Ein Italiener schreit die bemundschutzten Polizisten auf englisch an - er will mit seinem PKW auf die Strecke. Der FW-Mann aus Marloffstein sagt ruhig: "I call my chief (er macht eine Handbewegung für groß über seinen Kopf) - no way!"
Motorradeskorten rasen vorbei, es wird hektisch. Drei Ausreißer, dann das Feld.
Wildes klopfen auf die Bande, fast Stimmung für fränkische Verhältnisse, nur die Botschaft auf den Werbebanner irritert:
"das ist Thüringen"