Video: Cervélo S5 im Test
Video: Cervélo R5 vs S5 2025 – Leicht oder Aero?
Cervélo S5 2025 Infos und Preise
Das Cervélo S5 ist ein waschechtes Aero-Rennrad und gilt unter Experten als eines der schnellsten Rennräder in der WorldTour. Cervélo bekennt sich auch weiterhin klar zum Aero-Konzept und hat das S5 in der neuesten Version nicht verwässert. Das Gewicht des kompletten Rahmensets mit Cockpit und Sattelstütze wurde zwar um 125 Gramm reduziert, aber ganz oben auf der Anforderungsliste der Ingenieure stand auch dieses Mal Aero-Effizienz.
- Überarbeitetes Aero-Rennrad von Cervélo
- Verbesserte Aerodynamik mit 6,3 Watt Einsparung
- Neues einteiliges Cockpit
- Komplett überarbeiteter Rahmen mit um 29 g reduziertem Gewicht
- UDH Schaltwerksaufnahme
- Reifenfreiheit 34 mm in 700c
- Gewicht Rahmen 1006 g
- Gewicht Gabel 465 g
- Gewicht Komplettbike ab 7,57 kg (Größe 56 / SRAM Red AXS)
- Ausstattung 5 Modelle, auch mit 1-fach Schaltung
- Verfügbar ab sofort
- Preis 9.999 Euro bis 13.999 Euro
- Hersteller-Info www.cervelo.com
Was ist neu?
| Einsatzbereich | Rennen, Aero |
|---|---|
| Rahmenmaterial | Carbon |
| Gabel | Carbon |
| Stack | 542 mm |
| Rahmengrößen | 48, 51, 54, 56, 58, 61 (im Test: 54) |
| Website | www.cervelo.com |
| Preisspanne | 9.999 Euro - 13.999 Euro |
Auf den ersten Blick, mag das neue Cervélo S5, dem bisherigen Modell sehr ähnlich sein und die Vermutung nahelegen, dass nur das Cockpit neu gezeichnet wurde. Dem ist jedoch keineswegs so, denn der komplette Rahmen und natürlich die Gabel sind neu und weisen bei genauerem Hinsehen an sehr vielen Stellen Änderungen auf. Sie alle dienen dazu, das erklärte Entwicklungsziel von einer deutlich verbesserten Aerodynamik, gleicher Steifigkeit wie beim Vorgänger und einem deutlich reduzierten Gewicht (Vorgabe mindestens 80 Gramm leichter) zu erreichen.
- Innenlager-Bauart BBright
- Steuerlager FSA SL IS2 1-1/8, 36° x 45° / 1-3/8, 36° x 45°
- Bremsaufnahme Flat-Mount 160 mm / 140 mm
- Antrieb- /Schaltungs-Kompatibilität 1-fach und 2-fach, nur elektronische Schaltungen
- Garantie 2 Jahre, Rahmen lebenslang
Weiter verbesserte Aerodynamik: 6,3 Watt Ersparnis
Obwohl das Cervélo S5 schon in der Vorgängerversion als eines der schnellsten Bikes in der WorldTour galt und dies auch bei zahlreichen Messungen im Windkanal belegen konnte, war das Entwicklungsziel der neuen Generation klar definiert. Das neue S5 sollte bei gleicher Rahmensteifigkeit, nicht nur deutlich leichter, sondern auch wesentlich schneller werden. Um, das zu erreichen, wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. Laut den Angaben von Cervélo wurde der Windwiderstand des S5 (bei 45 km/h) damit um 6,3 Watt reduziert und die Position als schnellstes Bike der WorldTour gefestigt.
Einteiliges Cockpit
Eine der auffälligsten Änderungen ist auch gleichzeitig eine der effektivsten Maßnahmen für die Aerodnamik, nämlich das neue Cockpit mit der neuen markanten Form. Es bricht mit hergebrachten Designs und geht einen eigenständigen Weg, der wie viele neue Dinge, zunächt einmal ungewohnt aussieht. Da hier jedoch der Wind frontal auftrifft, wirkt sich die Form ganz besonders stark aus. Im vorliegenden Fall soll das neue Cockpit den Windwiderstand um rund 1 Watt im Vergleich zum Vorgänger reduzieren.
Angeboten wird es in insgesamt neun Größen, die passend zu den jeweiligen Rahmengrößen zugeordnet werden. Einige Größen sind nur als Nachrüst-Teile erhältlich. Interesannterweise passt das neue Cockpit auch auf den bisherigen S5 Rahmen. Wer also schon ein S5 zu Hause stehen hat und vom neuen Cockpiot profitieren möchte, kann dieses problemlos nachrüsten.
Komplett überarbeiteter Rahmen und Gabel
Auf den ersten Blick mag es nicht unbedingt so erscheinen, aber der Rahmen des Cervélo S5 wurde ebenfalls komplett neu entworfen. Freilich nicht in dem Sinne, dass alles Vorherige verworfen wurde, aber schon so, dass keine der bisherigen Rahmenbauformen mehr weiterverwendet werden kann. Eine auffällige Änderung ist die neue Gabel, deren Scheiden um rund 11 mm tiefer als beim Vorgänger wurden. Damit wird die Aerodynamik so stark verbessert, dass die Ingenieure dafür auch ein Mehrgewicht von gut 50 Gramm in Kauf nahmen. Um ein wenig Gewicht zu sparen, wurde die Aufnahme des Bremssattels überarbeitet und auf eine 160 mm Bremsscheibe optimiert. An der Front des neuen S5 kann keine 140 mm Bremsscheibe mehr gefahren werden.
Zudem wurden überall am Rahmen die Rohrformen überarbeitet und meist mit schärferen Abrisskannten versehen. Ziemlich kurios ist zudem das nicht symmetrische Sitzrohr. Um die Aerodynamik des Gesamtpakets positiv zu beeinflussen, wurde das Sitzrohr deutlich asymmetrisch geformt. Um dies zu komplettieren, ist auch das Felgenprofil des Hinterrades asymmetrisch und das Hinterrad ist entsprechend eingespeicht, um ebenfalls eine optimale Aerowirkung zu erzielen. Dieser Aufwand kommt vorwiegend dann zum Tragen, wenn der Wind von vorne links kommt und das Bike entsprechend angeströmt wird.
Neue Laufräder
Die neuen Laufräder weisen nicht nur die oben angesprochene asymmetrische Hinterrad-Felge auf, sondern die Felgenhöhen wuchsen auf 57 mm an der Front und 64 am Heck. Damit sind die Felgenhöhen deutlich höher als beim Vorgänger und zeichnen auch für einen Großteil der Aero-Gewinne des Gesamtsystems verantwortlich. Dass die Laufräder speziell für das S5 und dessen neuen Rahmen entwickelt wurden, zeigt wie weit fortgeschritten die Aero-Entwicklung mittlerweile ist und welchen Aufwand die Hersteller betreiben müssen, um noch weitere Verbesserungen des Windwiderstandes erzielen zu können. Ziel bei der Entwicklung der neuen Laufräder war nicht nur die Verbesserung des Windwiderstandes, sondern auch eine Beibehaltung des Gewichtes, denn das neue S5 sollte ja laut Vorgabe rund 80 Gramm leichter als der Vorgänger werden.
Gewicht reduziert: um 125 Gramm leichter
80 Gramm sollte das neue Cervélo S5 Rahmen-Set leichter werden, so die Vorgabe der Produkt-Manager. „Diese Vorgabe konnten wir zum Glück deutlich überbieten“, freute sich der zuständige Produkt-Manager bei der Vorstellung des neuen Cervélo S5 bei der Präsentation des neuen Renners im Performance-Zentrum vom Team Visma | Lease a Bike. „Denn letzten Endes wurde das Gewicht des kompletten Rahmen-Kits inklusive Cockpit, Sattelstütze und Sattelklemmung um 125 Gramm bei Rahmengröße 56 reduziert.“
Dabei entfallen lediglich 29 Gramm auf den Rahmen. Sage und schreibe 100 Gramm spart hingegen das neue einteilige Cockpit ein, das bei genauerem Hinsehen durch eine extrem saubere Fertigung mit wirklich filigranen Formen auffällt. Somit hat natürlich auch Cervélo von den Fortschritten im Carbonbau profitiert. Diese kommen auch bei der Sattelstütze deutlich zum Vorschein. Die neue Konstruktion ist 27 Gramm leichter als der Vorgänger. Weitere 6 Gramm entfallen auf die filigraner konstruierte Sattelklemmung.
Hier eine Übersicht der Gewichte von aktueller Version und dem Vorgänger:
Ausstattung: 5 Modelle – auch mit 1×13 Schaltung
Wenig überraschend gibt es das neue Cervélo S5 ausschließlich mit Top-Schaltgruppen. Im Angebot zum Marktstart sind die üblichen Verdächtigen, also SRAM Red und Force AXS, sowie Shimano Dura-Ace und Ultegra Di2 zu finden. Die beiden Top-Modelle kosten je 13.999 Euro und haben die neuen Reserve Laufräder mit DT Swiss 180 Dicut Naben an Bord. Das einteilige Aero-Cockpit und die Sattelstütze inklusive Klemmung ist an allen Komplettbikes gleich. Insgesamt gibt es mit Rot, Schwarz und Weiß drei Rahmenfarben, in denen die Komplettbikes in unterschiedlichen Konstellationen erhältlich sind. Ein beidseitig messender Powermeter ist immer mit an Bord, dieser stammt entweder von SRAM oder bei den Shimano-Gruppen von 4iiii.
Die beiden Versionen mit SRAM Force AXS oder Shimano Ultegra Di2 kosten mit 9.999 Euro deutlich weniger als die Spitzenmodelle. Hier kommen die Laufräder zwar mit DT Swiss 240 Dicut Naben, dennoch ist der Preisunterschied von 4.000 Euro recht erstaunlich und auch nicht mit einem etwas günstigeren Sattel zu erklären. Ein weiterer Preisfaktor sind natürlich die Ceramicspeed Tretlager, die ebenfalls nur bei den Spitzenmodellen zum Einsatz kommen. Zudem kommt das Spitzenmodell mit der Red AXS Gruppe inklusive Hammerhead Karoo Radcomputer und bietet damit noch einen weiteren Zusatzwert.
Ein weiteres Komplettbike hört auf den Namen S5 Red 1 und kommt mit der SRAM Red Gravel-Schaltgruppe XPLR. Mit an Bord sind die Top-Laufräder inklusive DT Swiss 180 Naben sowie ein Keramik-Tretlager und der Hammerhead Karoo Radcomputer im Zubehör-Bundle. Um die Optik der Gruppe an den Straßeneinsatz anzupassen und für weitere marginal Aero-Gains, wird ein Aero-Kettenblatt von SRAM mit 50 Zähnen verbaut. Cervélo möchte mit dieser Version die Aerodynamik maximieren und das Gewicht minimieren. Ausserdem soll der 1×13 Antrieb laut Produkt Manager für weniger Schaltvorgänge sorgen. Der Preis für das S5 mit 1×13 Schaltung liegt bei 13.999 Euro.
An dieser Stelle kann ich mir eine Bemerkung mit meiner persönlichen Meinung nicht ganz verkneifen: Was eine reinrassige Gravel-Schaltung an einem reinrassigen Aero-Rennrad zu suchen hat, erschließt sich mir nicht ganz. Freilich fahren die WorldTour Teams, die von SRAM ausgestattet werden, immer mal wieder mit 1-fach Setups, kombinieren diese aber immer mit eng gestuften Road-Kassetten. Selbst als das Team Lidl-Trek bei Paris-Roubaix das XPLR-Schaltwerk wegen des straffen Kettenmanagements und der hohen Robustheit eingesetzt hat, wurde dort mit einer Red-Road-Kassette und nicht mit der weit gespreizten Red XPLR Kassette mit 10-46 Zähnen gefahren. Aber die Geschmäcker sind nun mal verschieden und ein breites Angebot kann ja nicht schaden. Der Markt wird zeigen, ob sich die XPLR Gravel-Schaltung an Aero-Rennrädern etablieren kann.
Abschließend sei zum Thema Ausstattung erwähnt, dass es natürlich auch ein Rahmenset des S5 zu kaufen gibt. Dieses kommt in vier Farben und mit Cockpit und Sattelstütze. Der Preis liegt bei 5.999 Euro. In der Tabelle alle Modelle in der Übersicht:
| Cervélo S5 Red AXS | Cervélo S5 Red 1 | Cervélo S5 Dura-Ace Di2 | Cervélo S5 Force AXS | Cervélo S5 Ultegra Di2 | Cervélo S5 Frameset | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Preis | 13.999 € | 13.999 € | 13.999 € | 9.999 € | 9.999 € | 5.999 € |
| Gewicht | 7,57 kg (Größe 56) | k.A. | 7,73 kg (Größe 56) | k.A. | 7,70 (gewogen, Größe 54) | 2.032 Gramm inklusive Cockpit und Sattelstütze |
| Gruppe | SRAM Red AXS | SRAM Red XPLR mit Aero-Kettenblatt | Shimano Dura-Ace Di2 | SRAM Force AXS | Shimano Ultegra Di2 | - |
| Übersetzung | 50/37 - 10-33 | 50 - 10-46 | 54/40 - 11-34 | 50/37 - 10-33 | 52/36 - 11-34 | - |
| Laufradsatz | Reserve 57TA / 64TA, DT Swiss 180 DICUT, 24 Speichen | Reserve 57TA / 64TA, DT Swiss 180 DICUT, 24 Speichen | Reserve 57TA / 64TA, DT Swiss 180 DICUT, 24 Speichen | Reserve 57TA / 64TA, DT Swiss 240 DICUT, 24 Speichen | Reserve 57TA / 64TA, DT Swiss 240 DICUT, 24 Speichen | - |
| Reifen | Vittoria Corsa Pro TLR G2.0 700x29c | Vittoria Corsa Pro TLR G2.0 700x29c | Vittoria Corsa Pro TLR G2.0 700x29c | Vittoria Corsa Pro TLR G2.0 700x29c | Vittoria Corsa Pro TLR G2.0 700x29c | - |
| Cockpit | Cervélo HB19 Carbon | Cervélo HB19 Carbon | Cervélo HB19 Carbon | Cervélo HB19 Carbon | Cervélo HB19 Carbon | Cervélo HB19 Carbon |
| Besonderheiten | SRAM Powermeter (beidseitig), Hammerhead Karoo | SRAM Powermeter (beidseitig), Hammerhead Karoo | 4iiii Precision Pro GEN3+ Powermeter (beidseitig) | SRAM Powermeter (beidseitig) | 4iiii Precision Pro GEN3+ Powermeter (beidseitig) | inklusive Sattelstütze Cervélo SP34 Carbon |
Geometrie: optimiert für 29 mm breite Reifen
Die Geometrie des S5 blieb im weitesten Sinne unangetastet, denn sowohl die Teamfahrer, als auch die „Normalsterblichen“ waren laut Cervélo sehr zufrieden, sowohl mit der Sitzposition, als auch mit dem Handling des schnellen Aero-Renners. Also konzentrierten sich die Ingenieure darauf, dieses Fahrverhalten beizubehalten und es wieder ein wenig mehr an die Ursprungsversion anzupassen, denn durch die Verwendung breiterer Reifen über die Jahre hinweg, hatten sich auch die Fahreigenschaften minimal verändert.
Jetzt wurden die Geometrie-Werte auf die Verwendung von breiteren Reifen angepasst und für 29 mm breite Pneus perfektioniert. Dazu hat man sowohl das Tretlager um 2 mm abgesenkt, als auch das Steuerrohr über alle Rahmengrößen hinweg jeweils um 2 mm verkürzt. Die nackten Zahlen lassen auf eine sehr sportliche Sitzposition schließen, das Cockpit weist jedoch keineswegs extreme Werte auf, der Lenkerreach ist sogar verhältnismäßig kurz für ein Bike dieser Kategorie.
Wie beim Vorgänger, gibt es auch das neue Cervélo S5 in sechs Rahmengrößen, wobei in der Größe 61 keine Komplettbikes, sondern nur ein Rahmenset angeboten werden. Eine individuelle Anpassung der Sitzposition ist gar nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Die Höhenverstellung des Cockpits ist auf jeden Fall recht einfach und schnell zu erledigen. Soll das Cockpit getauscht werden, ist natürlich das Trennen der Bremsleitungen erforderlich. Cervélo bietet die neue Vorbau-Lenker-Einheit in 9 Größen an. Erfreulich ist zudem, dass die Sattelstütze mit 0 oder 15 mm Offset erhältlich ist und somit eine weitere Anpassungsmöglichkeit offeriert.
Nachfolgend alle Geometriewerte in der Übersicht. Mit unserem Geometrics-Tool lassen sich sehr einfach Größenvergleiche zu anderen ähnlichen Bikes erstellen, einfach die Links unter der Tabelle nutzen.
| Rahmengröße | 48 | 51 | 54 | 56 | 58 | 61 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Laufradgröße | 28″ / 700C | 28″ / 700C | 28″ / 700C | 28″ / 700C | 28″ / 700C | 28″ / 700C |
| Reach | 367 mm | 376 mm | 384 mm | 392 mm | 401 mm | 409 mm |
| Stack | 496 mm | 519 mm | 542 mm | 565 mm | 588 mm | 608 mm |
| STR | 1,35 | 1,38 | 1,41 | 1,44 | 1,47 | 1,49 |
| Lenkwinkel | 71° | 72° | 73° | 73,5° | 73,5° | 73,5° |
| Sitzwinkel, real | 73° | 73° | 73° | 73° | 73° | 73° |
| Oberrohr (horiz.) | 520 mm | 535 mm | 550 mm | 565 mm | 581 mm | 595 mm |
| Steuerrohr | 64 mm | 82 mm | 104 mm | 125 mm | 152 mm | 173 mm |
| Überstandshöhe | 712 mm | 734 mm | 758 mm | 781 mm | 804 mm | 822 mm |
| Kettenstreben | 405 mm | 405 mm | 405 mm | 405 mm | 405 mm | 405 mm |
| Radstand | 973 mm | 974 mm | 975 mm | 982 mm | 999 mm | 1.013 mm |
| Tretlagerabsenkung | 74,5 mm | 74,5 mm | 72 mm | 72 mm | 69,5 mm | 69,5 mm |
| Gabel-Offset | 57,5 mm | 51,5 mm | 45,5 mm | 45,5 mm | 45,5 mm | 45,5 mm |
Cervélo S5 2025 auf dem Kurs
Ich konnte zwar vor der offiziellen Vorstellung des Cervélo S5 schon eine Runde mit dem neuen Bike drehen, diese war jedoch mit lediglich 40 km nur knapp bemessen. Trotzdem möchte ich euch meine ersten Eindrücke mit dem neuen S5 nachfolgend schildern. Aufgrund der Kürze der Ausfahrt sollte man die nachfolgenden Schilderungen allerdings noch nicht als final betrachten. Ein passendes Testbike soll in einigen Tagen hier eintreffen, dann werde ich so schnell wie möglich weitere Eindrücke und meine finale Einschätzung des neuen Cervélo S5 hier ergänzen.
Die erste Überraschung gibt es schon auf den ersten Metern, denn ich sitze auf dem neuen Cervélo S5 direkt in einer sehr angenehmen Position. Eigentlich hatte ich befürchtet, dass der Reach mit dem neuen Cockpit recht lang sein würde, aber eher das Gegenteil ist der Fall. Während ich aufgrund meiner individuellen Konstitution mit eher langen Beinen und recht kurzem Oberkörper bei den meisten Bikes den Sattel sehr weit nach vorn schiebe, fühle ich mich auf dem S5 auch mit mittig montiertem Sitz direkt wohl.
Der 40 cm breite „Lenker“ am Testrad liegt auf Anhieb gut in der Hand und ich vermisse das „fehlende Stück“ zwischen der „Lenker-Ecke“ und den Hoods keineswegs. Vielmehr kommt mir der kürzere Lenker-Reach hinsichtlich meiner Sitzposition im wahrsten Sinne des Wortes sehr entgegen. Dass die Drops aus aerodynamischen Gründen im Rohrdurchmesser recht klein gehalten und nicht ganz rund sind, fühlt sich für mich mit recht kleinen Händen (Handschuhgröße 8) gut und stimmig an. Wer große Hände hat, könnte den Bügel im Dropbereich jedoch etwas dünn finden.
Hinsichtlich der Breite bleibt Cervélo noch recht konservativ und verbaut an unserem Testrad mit Rahmenhöhe 54 ein 40 cm breites Cockpit. Mein persönlicher Sweetspot wäre vermutlich die 38 cm Version, doch für eine abschließende Aussage müsste ich erst noch länger mit dem neuen S5 unterwegs sein. Letztlich bleibt das natürlich eine Frage der persönlichen Präferenz, aber schmäler ist hier in der Regel auch aerodynamischer und damit schneller. Deshalb ist es schon erstaunlich, dass Cervélo die Serienbikes nicht mit tendenziell schmäleren Cockpits ausstattet.
Am Oberlenker kann ich zwar ordentlich greifen, aber bequem ist das aufgrund der Tragflächen-Form nicht gerade. Dafür eröffnet die spezielle Form des Cockpits mit dem großen Loch in der Mitte ganz neue Griff-Positionen, die mit einem Standard-Cockpit gar nicht möglich sind. Der Aerodynamik sind solche Halteposition vermutlich jedoch nicht dienlich.
Dass man auf einem reinrassigen Race-Bike sitzt, wird sofort auf den ersten Metern klar. Die Sitzposition ist sehr sportlich, aufgrund des nicht zu langen Reaches für mich aber im ersten Eindruck angenehm. Ich fühle mich sofort wohl auf dem neuen S5 und freue mich über die Vehemenz, mit der es die ersten Tritte in ungestümen Vorwärtsdrang verwandelt. Das geringe Gewicht, der steife Rahmen und nicht zuletzt die 29 mm breiten Vittoria Corsa Pro Reifen sorgen für den Eindruck, dass beim Beschleunigen keine Kraft sinnlos verpufft, sondern direkt in Geschwindigkeit umgesetzt wird.
Die erste Testrunde mit dem neuen Cervélo S5 startete bei der Vorstellung des neuen Aero-Renners am Team-Hauptquartier von Visma Lease a Bike in Den Bosch in den Niederlanden. Nieselregen und Wind mit Böen bis zu 40 km/h waren zwar nicht wirklich einladend, aber auch eine spannende Herausforderung für die neuen Laufräder von Reserve, die in einer gemeinschaftlichen Entwicklung mit Cervélo für das neue S5 maßgeschneidert wurden.
Glücklicherweise machte sich die größere Felgenhöhe beim Fahren in widrigen Bedingungen zumindest auf der ersten, kurzen Testrunde nicht wirklich negativ bemerkbar. Freilich zogen die starken Windböen ordentlich am Vorderrad, dies geschah jedoch in einer so unaufgeregten Art und Weise, dass es für halbwegs erfahrene Piloten stets sehr gut beherrschbar war. Offensichtlich haben die Entwickler ihre Hausaufgaben erledigt und die neuen Felgen so gestaltet, dass plötzliche Strömungsabrisse und damit einhergehende hohe Lenkmomente am Vorderrad weitestgehend ausbleiben. Das Hinterrad spielt in Sachen Windanfälligkeit ohnehin nur eine minimale Rolle und fiel bei der kurzen Testfahrt mit starkem Wind nicht negativ auf.
In Sachen Komfort kann wohl auch das neue Cervélo S5 keine Wunder vollbringen. Dass die tiefe Aerosattelstütze kein Federungswunder ist, dürfte auf den ersten Blick klar sein und dieser Eindruck bestätigt sich auch bei der ersten Ausfahrt. Der Popometer hat eine sehr gute und direkte Verbindung zur Straße. Dass dennoch ein gewisser Restkomfort geboten wird, dafür sorgen schon die auffällig geschmeidig laufenden Vittoria Corsa Pro in 29 mm Breite, die uns bereits öfter positiv aufgefallen sind. Mit auf das Komfort-Konto zahlen auch die Laufräder ein, die dank ihrer breiten Maulweite mit passenden Reifen niedrige Luftdrücke erlauben und zudem nicht steifer als die Vorgänger mit flacheren Felgen sein sollen.
An der Front scheint das in Fahrtrichtung durchaus filigran gezeichnete Cockpit für eine gut wahrnehmbare Vibrations- und Stoßdämpfung zu sorgen, die in dieser Bike-Kategorie als sehr ordentlich zu bezeichnen wäre. Ob dies jedoch tatsächlich so ist, muss im weiteren Testverlauf noch bestätigt werden. Alles in allem schien das Cervélo S5 damit auf ähnlichem Komfort-Niveau wie ähnlich aufgebaute und konsequente Aero-Rennräder, etwa das Canyon Aeroad CFR. Ohnehin akzeptiert man in dieser Bike-Kategorie Komfort-Maßnahmen nur solange sie nicht den Eindruck erwecken, langsamer zu machen.
Mein erster Eindruck nach der ersten Mini-Runde mit neuen Cervélo S5 war also durchaus sehr positiv, aber es ist eben auch nur ein erster Eindruck, eine Momentaufnahme. Alles Weitere wird sich bei einem umfassenden Test über einen längeren Zeitraum zeigen.
Ausführlicher Test folgt
Wie gesagt basiert der erste Eindruck mit dem S5 von bisher einer einzigen Testfahrt mit 40 km Länge. Für weitere ausführliche Testsessions, auch auf meinen Heimstrecken in gewohntem Umfeld, ist ein Testbike angefragt, das für einen längeren Zeitraum zur Verfügung stehen soll. Ein ausführlicher Test mit entsprechendem Fazit wird hier mit einem Update ergänzt.
UPDATE 3. November: 1.000 km mit dem Cervélo S5 Ultegra Di2
Kurz nach der ersten Ausfahrt mit dem Cervélo S5 in Top-Ausstattung mit Dura-Ace Di2 Schaltung und der Top-Version der Reserve Laufräder mit DT Swiss 180 Naben, bekam ich ein Testbike mit Shimano Ultegra Di2 Gruppe und den etwas schwereren Reserve Laufrädern mit DT Swiss 240 Naben. In dieser Konfiguration kostet das Cervélo S5 9.999 Euro und brachte genau 7,70 kg auf unsere Redaktionswaage. Wie immer gemessen ohne Pedale und ohne Flaschenhalter. Aufgebaut im Tubeless Setup mit Dichtmilch.
Im Testzeitraum konnte ich über 1.000 km mit dem Aero-Renner zurücklegen und das Bike dabei auch 1:1 mit dem neuen Cervélo R5 vergleichen. Den Link zu diesem Video findet ihr weiter oben in diesem Artikel.
Musste ich die Ausfahrt bei der Präsentation noch mit einigen Spacern unter dem neuen Cockpit vornehmen, konnte ich das zweite Testbike nach meinen individuellen Vorlieben einstellen. Also alle Spacer raus und damit eine Überhöhung von gut 130 mm realisiert. Dabei sei erwähnt, wie genial einfach das Spacersystem von Cervélo ist. Ohne eine erneute Klemmung des Gabelschaftes vornehmen zu müssen, lassen sich nach dem Lösen von nur zwei Schrauben beliebig viele Spacer entnehmen oder einsetzen. Das dauert weniger als 5 Minuten und ist wirklich sehr einfach zu bewerkstelligen. Bravo!
Damit wird die Sitzposition und das Fahrverhalten für mich noch etwas sportlicher und trifft den Nagel auf den Kopf. Cervélo ist mit dem S5 ein hervorragender Kompromiss zwischen sportivem Einlenken und Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten gelungen. Bei moderater Geschwindigkeit ist der Aero-Renner sehr handlich und agil, lässt bei schnellen Abfahrten aber keineswegs an Stabilität vermissen.
Das ist auch ein Verdienst der wirklich ausgezeichneten Reserve-Laufräder in Kombination mit der Vittoria-Corsa-Pro-Wide-Bereifung in 29 mm Breite. Hinsichtlich der Seitenwindempfindlichkeit der Hochprofil-Felgen hat sich der erste Eindruck von der kurzen Ausfahrt bei sehr windigen Verhältnissen in den Niederlanden absolut bestätigt. Die Abstimmung der Laufräder ist so gut gelungen, dass die Einflüsse von Wind oder Böen so gut wie nie negativ auffallen.
Freilich können die Gesetze der Physik auch hier nicht ausgehebelt werden, aber die Reserve-Kombo ist deutlich spürbar unempfindlicher als die meisten Laufräder ähnlicher Bauhöhe oder sogar mit nur 50 mm Felgenhöhe. Ähnlich unkritisch habe ich sonst nur die super aufwendig gefertigten Syncros Capital SL Aero im Test erlebt.
An dieser Stelle auch noch ein Wort zur Ausstattung des Testbikes. Wie zu erwarten, hat die Shimano Ultegra Di2 Schaltung im Test absolut zuverlässig und unproblematisch gearbeitet. Die Performance von Schaltung und Bremsen, steht der Dura-Ace Di2 nicht wirklich spürbar nach, daher kommt der Nachteil hauptsächlich vom Gewicht. Das gilt in gleichem Umfang auch für die verbauten Laufräder, mit der DT Swiss 240 anstatt 180 Nabe.
Die weiteren Unterschiede liegen im Material des Sattelgestells und beim Verzicht auf ein CeramicSpeed Tretlager. Der beidseitig messende Powermeter von 4iiii ist immer mit an Bord und lieferte im Test plausible Werte. Ob man also 4.000 Euro Aufpreis für die Top-Version zahlen möchte, ist jedem freigestellt. Jedenfalls dürfte die getestete Variante nicht spürbar langsamer als die Top-Version sein, sondern nur etwas schwerer.
Fazit – Test Cervélo S5
Cervélo ist mit dem Update des S5 ein großer Wurf gelungen. Die Aero-Performance gilt unbestritten als absolute Top-Klasse, zudem wurde die neue Version etwas leichter als der Vorgänger. Das Gewicht ist erfreulicherweise der einzige wirkliche Nachteil, den man als engagierter Rennrad-Fahrer gegenüber einem nicht reinrassigen Aero-Rennrad in Kauf nehmen muss. Denn die Seitenwindempfindlichkeit ist überraschend niedrig und gemessen an der Laufradhöhe herausragend. Wirklich gut gelungen sind auch die sportliche Sitzposition und das sehr agile, aber dennoch unaufgeregte Handling. Dank der breiten Felgen in Verbindung mit den hochwertigen 29er Reifen erleben zumindest leichte Fahrer, dank niedriger Luftdrücke, auch halbwegs ordentlichen Komfort. Somit bleibt abgesehen vom relativ hohen Gewicht und den strammen Preisen wenig zu kritisieren. Für mich aktuell eines der attraktivsten Aero-Rennräder auf dem Markt.
Pro / Contra
Stärken
Schwächen
So haben wir das Cervélo getestet
Cerélo hat das neue S5 in den Niederlanden vorgestellt. Dort konnte ich eine kurze Runde bei sehr windigen Bedingungen mit dem Top-Modell mit Shimano Dura-Ace Di2 Gruppe fahren. Danach wurde uns von Cervélo noch ein Testbike mit Shimano Ultegra Di2 Gruppe für mehrere Wochen zur Verfügug gestellt. Damit bin ich rund 1.000 km auf heimischen Strecken gefahren. Auch im direkten Vergleich mit dem neuen Cervélo R5.
- Ich fahre hauptsächlich
- Rennradtouren, Triathlon-Rennen, Trainings-Einheiten auf dem Rollentrainer
- Vorlieben bei der Geometrie
- Sportlich, nicht zu lang
Was sagt ihr zum perfektionierten Aero-Renner Cervélo S5?
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46 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumWie gut, dass ich für solch teure Bikes kein Geld habe, das rote mit der 1x13 wäre so richtig meins.🫣😍
Der Comfort sieht dem vom S5 am ähnlichsten. Der Marathon geht nur leicht in die Höhe und sieht auch besser aus, als der vom S5. Der ist auch ohne Spacer fahrbar finde ich. Hab mir das mal ausgerechnet.
Ohne die Spacer aus dem Originalartikel sieht es jetzt auf dem Update-Foto nochmal besser aus!
Der größte Nachteil beim S5 ist seit Ewigkeiten (auch schon seit der Rim-Version mit ähnlicher Sattelstütze) der 73° Sitzwinkel durchweg.
Witzigerweise sind nun alle Produktbilder mit der 0 Setback-Stütze abgebildet. Früher wurde ja immer mit Setback ausgeliefert. Allerdings hat der Stützenkopf einen extrem breiten Klemmbereich. Der Sattel lässt sich dadurch kaum bis wenig verschieben, vor allem wenig nach vorn trotz 0 Setback-Stütze.
Ich fahre mein S5 Rim schon eine ganze Weile (2018). Aber immer ohne Setback und im Grunde die meisten Sättel voll nach vorn geknallt. Gerade bei kleineren Rahmengrößen wäre ein steilerer Winkel echt nicht verkehrt. Bei größeren Größen mag das weniger ins Gewicht fallen, weil die Stütze ja eher nach oben rauszieht. Aber möglicherweise auch da.
Ansonsten bliebe da noch der BBright-Innenlagerstandard, der eben auch zusätzlich nervt. Besonders bei den üblichen Toleranzen da, kann man eigentlich direkt zum Wheels MFG-Innenlager greifen und hoffen, dass die Passform nicht viel, viel zu eng ist.
Trotz dessen ist das schon ein geiles Rad - aber ohne 40-50% Rahmenpreis damals im Abverkauf und Selbstaufbau mit vorhandenen Teilen hätte ich mir sowas nie geholt.
Geile Kiste, kommt auf meine Wunschliste😍
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