Auch mal ein Auge drauf gehabt, welchen wirtschaftlichen und persönlichen Schaden Armstrong LeMond zugefügt hat?
Gruß, svenski.
Naja, die zerstörerische Art beruht nunmal auf Gegenseitigkeit.
Mir ging's eher darum, dass Hamilton, Landis und Co. sehr von Armstrongs Verurteilung profitiert haben. Einerseits ist das mediale Interesse an ihnen enorm gestiegen, anderseits gerät ihre eigene Dopingvergangenheit massiv in den Hintergrund. Die Anerkennung, die ihnen aktuell gebührt wird, haben sie in meinen Augen nicht verdient, denn Hamilton und Landis wäre sicherlich nicht so gesprächig gewesen, wenn sie nicht von den Scherben ihrer Karriere gestanden hätten. Opportunismus erscheint mir da wahrscheinlich als moralische Buße.
LeMond hüllt sich seit Jahren in Schweigen über seine Vergangenheit, aber wirft Armstrong Feigheit vor, weil er nicht geständig ist? Oder glaubt hier wirklich jemand an die weiße Weste von LeMond?
... genauso interessant wäre es auch, wenn z.B. Jan Ullrich eine Schadensersatzforderung von 1,5 - 2,0 Milliarden US-Dollar gegen Armstrong formuliert. Entgangene Prämien, entgangene Werbegeldern, und ..., und ..., und ...?
Da würde im Laufe von Jahren sicher einiges zusammenkommen!
Das wäre dann wohl der sogenannte Treppenwitz?! Ein geständiger Dopingsünder profitiert vom Fall eines überführten Dopingsünders.
Nun wenn man sich mal die Mühe machen würde wenigstens auszugsweise, so findet sich auf den gut 1000 Seiten USADA Report genug "evidence" dass es für die Verurteilung des kompletten Pelotons ausreichen würde. Positive Dopingtests gab es ebenfalls, die nur im Nachhinein entweder unter Mithilfe der UCI vertuscht wurden oder juristisch nicht mehr verwertbar waren. Eine Untersuchung seitens der UCI gegen Armstrong hat es trotz begründeten Verdachtes nie gegeben, was sagt uns das?
Ein Richer des CAS äusserte sich eindeutig dahin, das es nicht unbedingt positive Dopingtests brauche um bei hinlänglichen Verdachtsmomenten einen Doper zu sperren und zu verurteilen.
Geständige Doper wie Bernhard Kohl z.B hatten hunderte von negativen Dopingtest, die eigentlich hätten positiv sein müssen.
Indizienprozesse bei nicht geständigen Tätern und daraufhin ergangene Urteile sind gängige Rechtspraxis.
Was brauchts denn noch?
In deinen Augen sehe ich ziemlich viel Blau.
In der Tat findet man viele "evidences", aber diese resultieren nunmal überwiegend von "
eyewitnesses" und nicht aus "drug tests", bei denen A und B Probe positiv sind.
Nun gut, ich kann mich nur wiederholen, dass ich nicht an der Schuld von Armstrong zweifel, aber würde dennoch gerne den Diskussionsanreiz in den Raum werfen, inwiefern Verjährungsfrist und die fehlende positive Dopingkontrolle Einfluss auf das Urteil haben könnte. Das wäre ja auch hinsichtlich des Meineids bzw. zurückzuzahlende Preisgelder interessant.
Noch einmal: Ich will hier keine Lanze für Lance brechen.