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Das Specialized Roubaix S-Works mit SRAM Red eTap AXS im Wald von Arenberg
Das Specialized Roubaix S-Works mit SRAM Red eTap AXS im Wald von Arenberg
Specialized Roubaix Expert mit Ultegra Di2 – 5.999 €
Specialized Roubaix Expert mit Ultegra Di2 – 5.999 €
Specialized S-Works  Roubaix mit Dura Ace Di2 – 10.999 €
Specialized S-Works Roubaix mit Dura Ace Di2 – 10.999 €
Specialized S-Works  Roubaix in der Team-Version mit SRAM Red eTap AXS
Specialized S-Works Roubaix in der Team-Version mit SRAM Red eTap AXS - Das kürzere Steuerrohr ist deutlich zu erkennen
Das Roubaix ist jetzt auch in ganz kleinen Größen zu haben
Das Roubaix ist jetzt auch in ganz kleinen Größen zu haben
Weniger Widerstand als das Tarmac
Weniger Widerstand als das Tarmac - Specialized Roubaix im Windtunnnel
Besonders bei Wind von vorne spart das Roubaix Energie
Besonders bei Wind von vorne spart das Roubaix Energie
Der Sattelkomfort im Vergleich mit dem Trek Domane
Der Sattelkomfort im Vergleich mit dem Trek Domane - Das Roubaix federt weniger nach unten, sondern mehr in einem 45-Grad-Winkel
Per Drehknopf lässt sich die Dämpfung von stark bis minimal trimmen
Per Drehknopf lässt sich die Dämpfung von stark bis minimal trimmen
Future Shock 2.0 ist eleganter integriert
Future Shock 2.0 ist eleganter integriert
Der Vorbau ist an das System angepasst und besitzt eine passende Halterung für Garmin und Wahoo
Der Vorbau ist an das System angepasst und besitzt eine passende Halterung für Garmin und Wahoo - Auch andere Vorbauten lassen sich anbringen
In der "Heckflosse" versteckt sich die neue Konusklemmung
In der "Heckflosse" versteckt sich die neue Konusklemmung
Die Stütze hat Raum zu federn
Die Stütze hat Raum zu federn - Die Schraube ist gut zugänglich
Die Abdeckung schließt sauber ab
Die Abdeckung schließt sauber ab
Viel Platz für breite Reifen am Rahmen...
Viel Platz für breite Reifen am Rahmen...
...und der neuen Gabel
...und der neuen Gabel
Die breiten S-Works Turbo Pro Gripton Black Belt Reifen fuhren wir tubeless mit 4,5 bar über das Pavé
Die breiten S-Works Turbo Pro Gripton Black Belt Reifen fuhren wir tubeless mit 4,5 bar über das Pavé
Unser Testrad mit SRAM Force eTap AXS
Unser Testrad mit SRAM Force eTap AXS
Das Force AXS Schaltwerk verhinderte Kettenschlagen wirkungsvoll
Das Force AXS Schaltwerk verhinderte Kettenschlagen wirkungsvoll
Die SRAM AXS Hebel sind ein Vorteil, wenn es am Lenker rüttelt
Die SRAM AXS Hebel sind ein Vorteil, wenn es am Lenker rüttelt
Die 28 mm Reifen bauen auf den 21c Felgen 31 mm breit
Die 28 mm Reifen bauen auf den 21c Felgen 31 mm breit
Trotz geringer Speichenzahl wirkten  die Roval Carbonlaufräder seitensteif
Trotz geringer Speichenzahl wirkten die Roval Carbonlaufräder seitensteif
Die Pavé Stütze soll im oberen Bereich stärker flexen
Die Pavé Stütze soll im oberen Bereich stärker flexen
Mit dem Power Pro Sattel wirkt der Komfort hinten hoch
Mit dem Power Pro Sattel wirkt der Komfort hinten hoch
Schöne Übergänge am Testrad
Schöne Übergänge am Testrad
Hier verschwinden bei Di2 die Kabel und bei mechanischen Gruppe alle Züge und Leitungen
Hier verschwinden bei Di2 die Kabel und bei mechanischen Gruppe alle Züge und Leitungen
Hartes Testpflaster
Hartes Testpflaster - Das Pavé im Wald von Arenberg
Anlauf nehmen...
Anlauf nehmen...
...und durch
...und durch
Die gewählte Übersetzung der neuen AXS passt für Roubaix hervorragend und für Flandern gut
Die gewählte Übersetzung der neuen AXS passt für Roubaix hervorragend und für Flandern gut
Die neue SRAM Force AXS Kassette mit maximal 33 Zähnen
Die neue SRAM Force AXS Kassette mit maximal 33 Zähnen
Specialized Roubaix 2019 I-9
Specialized Roubaix 2019 I-9
An den Hellingen der "Ronde"  ließ sich Wiegetritt-Festigkeit des Systems gut testen
An den Hellingen der "Ronde" ließ sich Wiegetritt-Festigkeit des Systems gut testen
Specialized Roubaix 2019 I-2
Specialized Roubaix 2019 I-2
Specialized Roubaix 2019 I-16
Specialized Roubaix 2019 I-16
Specialized Roubaix 2019 I-11
Specialized Roubaix 2019 I-11
Am Ziel
Am Ziel
Hände und Rücken schmerzen weniger
Hände und Rücken schmerzen weniger - Trotzdem ist es schön, anzukommen
"Wir wünschen uns ein Paris-Roubaix für Frauen von der ASO"
"Wir wünschen uns ein Paris-Roubaix für Frauen von der ASO" - Specialized Gründer und Chef Mike Sinyard fuhr das neue Roubaix selbst durch Arenberg und Carrefour de l'Arbre

Das neue Specialized Roubaix 2019 hat eine schwere Aufgabe – kaum auf dem Markt, muss es bei Paris-Roubaix beweisen, dass es seinen Namen verdient. Alle von Specialized gesponserten Teams sollen am Sonntag in der Hölle des Nordens auf der nächsten Generation des Endurance-Roadbikes antreten. Für die harte Prüfung wartet das Roubaix mit einstellbarem Future Shock System, besserer Aerodynamik und mehr Dämpfung am Sattel auf. Wir konnten das Roubaix bereits auf dem Pflaster von Paris-Roubaix und an Hellingen der „Ronde“ testen.

Specialized Roubaix 2019 Infos

  • Aerodynamischer als das Specialized Tarmac
  • Neues einstellbares Future Shock 2.0: Hydraulik-Dämpfung im Steuerrohr mit 20 mm Federweg
  • Mehr Komfort am Sattel durch neue Pavé Sattelstütze und mehr Auszug
  • Fact11R Carbonrahmen mit Gewicht unter 900 g (Größe 56)
  • Fact11R Rahmen 170 g leichter als am Vorgänger-Roubaix
  • „Beyond Gender“ – das Roubaix ist für Männer und Frauen
  • 11 Rahmengrößen, davon 3 Team-Varianten mit aggressiverer Geometrie
  • Reifenfreiheit bis 700x33c
  • Serienmäßig Tubeless-Ready ausgelegt

Das Specialized Roubaix S-Works mit SRAM Red eTap AXS im Wald von Arenberg
# Das Specialized Roubaix S-Works mit SRAM Red eTap AXS im Wald von Arenberg

Diashow: Specialized Roubaix 2019 im Test - King of Kopfstein?
Specialized Roubaix 2019 I-9
"Wir wünschen uns ein Paris-Roubaix für Frauen von der ASO"
Specialized Roubaix 2019 I-2
Der Vorbau ist an das System angepasst und besitzt eine passende Halterung für Garmin und Wahoo
Specialized S-Works  Roubaix mit Dura Ace Di2 – 10.999 €
Diashow starten »

Modelle und Preise

  • S-Works Roubaix SRAM Red eTap AXS 2×12: 11.199 €
  • S-Works Roubaix Dura Ace Di2 2×11: 10.999 €
  • Roubaix Pro Sram Force eTap AXS 2×12: 6.999 €
  • Roubaix Comp Shimano Ultegra Di2 2×11: 4.799 €
  • Roubaix Comp Shimano Ultegra 2×11: 3.799 €
  • Roubaix Sport Shimano 105 2×11: 2.799 €
  • Roubaix Tiagra 2×10: 2.799 €
  • Roubaix S-Works Rahmenset: 3.999 €
  • Verfügbar ab sofort
  • Infos www.specialized.com
Specialized Roubaix Expert mit Ultegra Di2 – 5.999 €
# Specialized Roubaix Expert mit Ultegra Di2 – 5.999 €
Specialized S-Works  Roubaix mit Dura Ace Di2 – 10.999 €
# Specialized S-Works Roubaix mit Dura Ace Di2 – 10.999 €
Specialized S-Works  Roubaix in der Team-Version mit SRAM Red eTap AXS
# Specialized S-Works Roubaix in der Team-Version mit SRAM Red eTap AXS - Das kürzere Steuerrohr ist deutlich zu erkennen
Das Roubaix ist jetzt auch in ganz kleinen Größen zu haben
# Das Roubaix ist jetzt auch in ganz kleinen Größen zu haben

Im Detail

Specialized gab unlängst bekannt, dass das Unternehmen Sponsor von Paris-Roubaix wird. 6 Siege wurden auf Specialized-Rädern bereits im Stadion von Roubaix erzielt – so viele wie mit keiner anderen Radmarke. Klar, dass das neue Roubaix das Rennrad sein soll, dass die Siegesreihe fortsetzt. Dazu drehte Specialized mit viel Aufwand (3 Jahre Entwicklungszeit nennt die Marke) an zwei Stellschrauben: der Aerodynamik und dem Komfort – letzterer war bereits eine Stärke des „alten“ Roubaix. „Können wir mit dem neuen Roubaix so gut oder besser sein wie mit dem aktuellen Tarmac“, nennt Aero-Forschungs- und Entwicklungschef Chris Yu die Zielvorgabe bei der Entwicklung des Roubaix.

EinsatzbereichTour, Rennen
RahmenmaterialCarbon
GabelCarbon
Stack605 mm
Websitewww.specialized.com
Preis: 6.999 €

Aerodynamik: besser als das Tarmac

Man konnte. Das neue Roubaix ist nach Specialized-Messungen im eigenen Windtunnel in einigen Windsituationen schneller als das Tarmac SL6, vor allem, wenn der Wind direkt von vorne kommt – man denke an lange Solofluchten Richtung Velodrom. Dabei maßen die Kalifornier den Widerstand mit dem Hover Bar Serienlenker mit Aufwärtsbiegung am Oberlenker und Serienlaufrädern. Wohlgemerkt: in der identischen Fahrerposition, obwohl die Position auf dem Endurance-Roadbike im Normalfall aufrechter ausfällt. Anders wäre ein Vergleich der Technik kaum möglich.

Weniger Widerstand als das Tarmac
# Weniger Widerstand als das Tarmac - Specialized Roubaix im Windtunnnel
Besonders bei Wind von vorne spart das Roubaix Energie
# Besonders bei Wind von vorne spart das Roubaix Energie
Der Sattelkomfort im Vergleich mit dem Trek Domane
# Der Sattelkomfort im Vergleich mit dem Trek Domane - Das Roubaix federt weniger nach unten, sondern mehr in einem 45-Grad-Winkel

Bei der Entwicklung griffen die Ingenieure auf ein Konzept zurück, das bereits beim aktuellen Venge zum Einsatz kam.

=> Hier findet ihr alle Infos zum aktuellen Specialized Venge

Futureshock: mit Öl-Dämpfung und einstellbar

Wie Peter Sagan bei Paris-Roubaix 2018 an seinem Vorbau schraubte, ist vielen noch in Erinnerung. Laut Specialized fuhr Sagan bei seiner Siegfahrt bereits einen Vorläufer des neuen Future Shock Systems. [UPDATE 11.04.2019] Den Inbus in der Hand benötigte er nur, um den Vorbau zu fixieren. Er nutzte zum An- und Abstellen der Federung bereits einen Drehschalter über dem Steuerrohr.

Per Drehknopf lässt sich die Dämpfung von stark bis minimal trimmen
# Per Drehknopf lässt sich die Dämpfung von stark bis minimal trimmen

Damit ist eine wichtige Neuerung des Future Shock Systems bereits genannt. Die Dämpfung ist einstellbar (nicht abstellbar, wie bei Sagans Prototyp), sehr verkürzt gesagt: Es ist wählbar, wie schnell der Vorbau ein- und ausfedern kann. Wer es nicht kennt: Das Future Shock System ist eine Art umgedrehte Mini-Federgabel-Einheit im Gabelschaft mit 20 mm Federweg und unserer Meinung nach das derzeit effektivste Stoßdämpfungs-System am Straßenrennrad.

Yves Lampaert testet Future Shock für Quick-Step
# Yves Lampaert testet Future Shock für Quick-Step - Am Sonntag stehen alle Fahrer mit dem Roubaix am Start
Future Shock 2.0 ist eleganter integriert
# Future Shock 2.0 ist eleganter integriert
Der Vorbau ist an das System angepasst und besitzt eine passende Halterung für Garmin und Wahoo
# Der Vorbau ist an das System angepasst und besitzt eine passende Halterung für Garmin und Wahoo - Auch andere Vorbauten lassen sich anbringen

Der Vorbau federt dabei ein und aus, die Geometrie und damit das Lenkverhalten ändern sich aber im Unterschied zur Federgabel nicht. So profitiert man von weniger Stößen an den Händen, hat aber trotzdem immer das Rennrad typische Lenkverhalten. Am neuen Roubaix dient ein griffiger Knopf über dem Vorbau zur Einstellung; wir zählten 8 Raststufen. Radprofis benötigen offenbar keine derart feine Abstufung. Am Rad des belgischen Meisters Yves Lampaert war der Drehknopf gegen ein eher schalterähnliches Custom-Modell ausgetauscht. Tatsächlich sagte Lampaert, dass er entweder „An“ oder „Aus“ fahre. Wobei „An“ der Standard sei und „Aus“ nur an Bergen oder für Sprints zum Einsatz käme. Womit schon viel darüber gesagt ist, wie nützlich sich das System macht.

In der "Heckflosse" versteckt sich die neue Konusklemmung
# In der "Heckflosse" versteckt sich die neue Konusklemmung

Komfort am Hinterbau: Pavé-Stütze und neue Klemmung

Das Gefälle vom außerordentlichen Komfort an den Händen zum – daran gemessen – nur guten Komfort am Sattel war einer der Hauptkritikpunkte am „alten“ Roubaix, auch bei unserem Test. Specialized entschied sich für den Hinterbau gegen eine aktive Federung nach dem Vorbild des Future-Shock, nachdem man damit experimentierte. Ausprobiert wurde auch, welche Federbahnen sich im Verhältnis zum Future Shock ausbalanciert anfühlen. Man strebte schließlich eine Bewegung im 45-Grad-Winkel zur Rad-Längsachse an, die den Tretzyklus am wenigsten stört. Zuständig dafür ist eine neue Pavé Carbonsattelstütze im Zusammenspiel mit der tief angesetzten Stützen-Klemmung. Die Pavè Stütze hat eine D-Form wie beim Tarmac (und bei anderen Carbon-Dämpfungskonzepten). Ihr Rohr soll im oberen Bereich stark flexen können. Mit dem neuen Roubaix geht auch die charakteristische „Z-förmige“ CG-R Carbon-Sattelstütze.

Die Stütze hat Raum zu federn
# Die Stütze hat Raum zu federn - Die Schraube ist gut zugänglich
Die Abdeckung schließt sauber ab
# Die Abdeckung schließt sauber ab

Ausstattung: Neuer Rahmen auch für Einsteiger

Da im Carbon-Rahmen des Specialized Roubaix 2019 ein Haufen Neuerungen stecken, war die Frage spannend, wie die Ausstattungs-Niveaus liegen werden. Vorweg: Während auf der Specialized Webseite zuletzt das günstigste 2018er Modell das „Sport“ für 2.699 € mit Shimano 105 war, gibt es das 2019er Roubaix wieder mit Tiagra 10-fach für 2.299 Euro, wobei Specialized noch keine Angaben zur Bremssausstattung des Rades machte. Erfreulich: Dank „Beyond Gender“ ist das Roubaix in einer Vielzahl von Farbavarianten zu haben, die über das gängige Schwarz-Weiß-Plus X Schema hinaus gehen.

Viel Platz für breite Reifen am Rahmen...
# Viel Platz für breite Reifen am Rahmen...
...und der neuen Gabel
# ...und der neuen Gabel

Den neuen Carbonrahmen erkennt man auch im Vorbeifahren – so deutlich unterscheidet er sich optisch vom Vorgänger. Mit den neuen Aero-Rohrformen verschwanden auch die schwellenderen Linien des Vorgängers. Nicht nur aerodynamisch, sondern auch optisch ist das neue Roubaix näher am Tarmac, was ihm sehr gut tut. Charakteristisch ist die kleine „Heckflosse“ unterhalb des Oberrohrs. Sie sieht schnell aus, aber sie verkleidet auch eine willkommene Neuerung. Die Stütze wird jetzt innen geklemmt, statt per Doppelschrauben-Klemmung, die sich in unserem letzten Test als anspruchsvoll in der Handhabung erwies. Geblieben ist die tiefer gesetzte Klemmung, so dass der Hebel der Sattelstütze zum Federn um den Drehpunkt der Klemmung groß ausfällt, was sie schon bei geringeren Kräften nachgeben lässt.

Die breiten S-Works Turbo Pro Gripton Black Belt Reifen fuhren wir tubeless mit 4,5 bar über das Pavé
# Die breiten S-Works Turbo Pro Gripton Black Belt Reifen fuhren wir tubeless mit 4,5 bar über das Pavé

Auch das Future Shock System wurde aufgeräumter gestaltet, unter anderem mit einem Vorbau, dessen Design speziell auf die Federung abgestimmt ist. Kurz: Alles wirkt auf uns glatter, gefälliger und schneller – weniger Endurance, mehr Race…

Fact11R Carbonrahmen spart 170 g Gewicht

Dazu passt, dass auch unsichtbares Know-how im neuen Carbonrahmen steckt. Specialized sparte einiges Gewicht ein. Unter 900 g in Größe 56 und damit 170 g weniger als der Vorgänger soll der neue Fact11R Carbonrahmen der S-Works Modelle wiegen. Wie gehabt, bleibt den S-Works-Modellen der leichtere Fact11R Rahmen vorbehalten, der aus hochwertigeren Fasern gefertigt wird. Ab Pro-Niveau kommt die Fact10R Variante zum Einsatz, die aber ebenfalls etwas erleichtert wurde. Einen ersten Eindruck an der Waage konnten wir mit Kompletträdern inklusive Flaschenhaltern und Pedale gewinnen. Dort wog das 54er Roubaix Pro mit Fact10R Rahmen und SRAM Force etap AXS 8,32 kg mit 350 g schweren Vector Pedalen.

Unser Testrad mit SRAM Force eTap AXS
# Unser Testrad mit SRAM Force eTap AXS
Das Force AXS Schaltwerk verhinderte Kettenschlagen wirkungsvoll
# Das Force AXS Schaltwerk verhinderte Kettenschlagen wirkungsvoll
Die SRAM AXS Hebel sind ein Vorteil, wenn es am Lenker rüttelt
# Die SRAM AXS Hebel sind ein Vorteil, wenn es am Lenker rüttelt

Das Specialized Roubaix 2019 ist insgesamt in 8 Ausstattungs-Niveaus zu haben, darunter auch die Pro Version mit neuer SRAM Force eTap AXS, die wir gefahren sind. Allen gemeinsam ist der Einsatz von Tubeless-fähigen Laufrädern und Reifen, letztere in der Breite bis 28 mm. Nominell bis zu 33 mm breite Reifen sollen im Roubaix ausreichend Platz finden. Sprich: Da der 28 mm Specialized Gripton-Reifen am Testrad auf den Felgen mit 21 mm Maulweite schon 31 mm breit lief, bleibt viel Platz! Ebenfalls allen gemeinsam ist die Aussattung mit der Specialized Hover Bar.

Die 28 mm Reifen bauen auf den 21c Felgen 31 mm breit
# Die 28 mm Reifen bauen auf den 21c Felgen 31 mm breit
Trotz geringer Speichenzahl wirkten  die Roval Carbonlaufräder seitensteif
# Trotz geringer Speichenzahl wirkten die Roval Carbonlaufräder seitensteif

Geometrie: 11 Größen für Alle

Mit dem Roubaix macht es sich Specialized nicht einfach. Die Marke, die das Endurance-Roadbike populär machte, schickt ihr neues Roubaix auch als Speerspitze einer neuen Modellpolitik ins Rennen, die mit Venge bereits eingeläutet wurde: Keine getrennten Modelle mehr für Männer und Frauen. Damit nicht genug: Mit der Premiere des Roubaix bringt die Marke aus Morgan Hill, Kalifornien, auch ein Video, das in der Forderung nach einem Paris-Roubaix-Rennen für Frauen gipfelt und damit direkt auf die Rennprogramm-Gestaltung des Veranstalter-Giganten A.S.O. abzielt.

Die Pavé Stütze soll im oberen Bereich stärker flexen
# Die Pavé Stütze soll im oberen Bereich stärker flexen
Mit dem Power Pro Sattel wirkt der Komfort hinten hoch
# Mit dem Power Pro Sattel wirkt der Komfort hinten hoch

Während Anpassungen der A.S.O. Zukunftsmusik bleiben, hatte die neue Philosophie für die Geometrie des Roubaix Konsequenzen. Die greifbarste: Das Frauenmodell Ruby ist passé. Der stark vereinfachte Hintergrund dazu ist, dass Specialized die Daten aus dem eigenen Retül Bikefitting-System bei der Neu-Entwicklung analysiert. Dabei fand man heraus, was R&D Chef Chris Yu so zusammenfasst: „Wir haben gelernt, dass es wahrscheinlich zwischen 2 Männern größere Unterschiede gibt, als zwischen einem Mann und einer Frau.“.

Mit dem Wegfall des Ruby kommt das neue Roubaix gleich in 8 Rahmengrößen. Neben den 8 Standardgrößen bietet Specialized außerdem 3 Rahmengrößen einer „Team“-Version an. Sie entspricht dem Profi-Rad mit „aggressiverer“ Sitzposition. Hier sind laut Specialized Stack und Reach wie beim aktuellen Tarmac. Dafür fällt zum Beispiel das Steuerrohr bei allen Team-Rahmen circa 25 mm kürzer aus.

Rahmengröße cm4449525456586164 (nur Expert)
Sitzrohrlänge mm410410446465485505547568
Oberrohrlänge mm512525533545563579595609
Steuerrohrlänge mm90100112125143170205215
Sitzwinkel Grad7474747473,573,573,573
Lenkwinkel Grad7071,57272,573,573,57474
Nachlauf7162596155555252
Kettenstrebenlänge413413413415415418418418
Radstand 981982986988996101410241033
Tretlager-Absenkung77,577,577,5767674,574,574,5
Stack mm540555570585605630665675
Reach mm353363368376384392398404
Stack to Reach (StR-Wert)1,521,521,551,561,581,611,671,67
🔽 Inhalte ausklappen 🔽🔼 Inhalte einklappen 🔼

Obwohl das Roubaix 2019 auch für Bestzeiten gemacht ist, bleibt Specialized der ziemlich aufrechten Auslegung der Sitzposition treu. Die Stack-to-Reach Werte beginnen schon in den kleinen Rahmenhöhen bei komfortablen Werten um 1,5 und überschreiten bei den 60er Rahmenhöhen deutlich die 1,6. Noch aufgerichteter macht das Sitzen der Hover Bar, wie der am Oberlenker um 1,5 cm zum Fahrer empor gebogene Lenker bei Specialized heißt. Er ist an allen Modellen bis hin zum S-Works die Standardausstattung.

Schöne Übergänge am Testrad
# Schöne Übergänge am Testrad
Hier verschwinden bei Di2 die Kabel und bei mechanischen Gruppe alle Züge und Leitungen
# Hier verschwinden bei Di2 die Kabel und bei mechanischen Gruppe alle Züge und Leitungen

Vergleicht man die Geometrie des neuen Roubaix mit dem alten Roubaix, das wir 2018 getestet haben, fallen die Unterschiede in der verglichenen Größe 56 sehr gering aus. Am markantesten sind das um mehr als 1 cm kürzere Sitzrohr und das ebenfalls kürzere Steuerrohr (7 mm). Bedeutet: Mehr Auszug für die Sattelstütze und dadurch mehr Möglichkeiten zum Flexen einerseits. Andererseits kann der Lenker doch fühlbar tiefer positioniert werden als beim Vorgänger. Unser Testrad war außerdem mit einem „S-Works Short and Shallow“ Lenker noch mehr Richtung geneigte Sitzposition getuned, so dass zu einer rennmäßigen Auslegung nicht mehr viel fehlte.

Hartes Testpflaster
# Hartes Testpflaster - Das Pavé im Wald von Arenberg

Specialized Roubaix 2019 erster Eindruck

Es gibt sicher wenig schlechteres Kopfsteinpflaster als das auf den Pavés bei Paris-Roubaix. Gegen die in die Felder gestreuten Brocken in der Hölle des Nordens wirken die Steine auf den Hellingen der Flandernrundfahrt wie eine deutsche Straße nach dem Winter gegen eine Radrennbahn. Dort, wo das Roubaix im Wettkampf seinen Platz hat, strecken sich manche „Kindsköpfe“ höher aus dem Boden, als das Roubaix Federweg hat. Hinzu kommt die Geschwindigkeit. Bei den Profis, die mit 60 km/h und mehr in den Wald von Arenberg knallen (und am Anfang ist das Kopfsteinpflaster mit am lückenhaftesten), befindet sich das Future Shock System deshalb dauerhaft in einer Art Vibrationszustand kurz über dem „Anschlag“. Bei der Entwicklung ging es für die Pros darum, dass es nicht zu sehr ausfedert, damit das Gefühl für die Lenkung konstant bleibt, und darum, dass der Anschlag nicht zu hart ist.

Anlauf nehmen...
# Anlauf nehmen...
...und durch
# ...und durch

Der Fortschritt des Future-Shock 2.0 gegenüber dem alten System, das wir am Specialized Roubaix noch 2018 getestet haben, macht sich auf dem Kopfsteinpflaster für Profis bemerkbar. Yves Lampaert, der bei Deceuninck-Quick-Step einer der Testfahrer für alle Neue ist, bezeichnete es als spürbaren Fortschritt und setzt es aktiv ein. Er hatte seinen Stellknopf mit Grip-Tape getuned, um trotz vom Kopfsteinpflaster gefühlloser Händen mit der Handinnenfläche umzuschalten.

Am deutlichsten wird der Sprung von 1.0 zu 2.0 für Nicht-Pros aber in anderen Fahrsituationen. Auf dem Kurs von Paris-Roubaix sind das die Enden der Pavés, wenn das Pflaster aufhört und es oft in die 90-Grad-Kurve geht. Die Lenkung bleibt dort voll berechenbar, es gibt keine Ausschläge der Federung, die am Steuer einen Hauch von Irritierung bringen können. Alles fühlt sich wie bei einem sehr guten Rennrad an, nur sehr viel komfortabler.

Die gewählte Übersetzung der neuen AXS passt für Roubaix hervorragend und für Flandern gut
# Die gewählte Übersetzung der neuen AXS passt für Roubaix hervorragend und für Flandern gut
Die neue SRAM Force AXS Kassette mit maximal 33 Zähnen
# Die neue SRAM Force AXS Kassette mit maximal 33 Zähnen

Auf dem Roubaix „frisst man das Pflaster“ – wie man in Flandern sagt – leichter. Es rüttelt zwar auch hier gewaltig, aber es ist einfacher, die Linie im Blick zu behalten und anzusteuern (und die Linie spielt hier eine Rolle). Es reizt, immer noch ein paar mehr Watt aus den Waden zu kitzeln, sich noch etwas tiefer über den Lenker zu beugen und gegen den Wind auf den Feldern anzugehen, einfach, weil es besser läuft. Und das obwohl es mit einem recht kurzen Radstand und nur mäßig „beruhigten“ Lenkwinkel ansonsten ein agiles Rennrad ist.

Specialized Roubaix 2019 I-9
# Specialized Roubaix 2019 I-9

Und das Roubaix ist leiser. Man braucht schon ordentliche Steine, um das zu merken, aber es fällt auf. Welchen Anteil daran, die leichte Entkopplung des Fahrers hat – schwer zu sagen. Leicht auszumachen ist dagegen der Anteil der neuen SRAM Force eTap AXS. Ihr neuer Fluid-Schaltwerksdämpfer verhinderte das Schlagen der Kette gegen die Carbonstreben auch unter den grausamen Bedingungen im Arenberger Wald. Überhaupt nahmen wir die eTap AXS beim Geratter über die Steine als Vorteil wahr. Es besteht wegen der klaren Aufgabenteilung zwischen den Hebeln gar keine Gefahr, dass die zitternden Hände den falschen Hebel erwischen.

An den Hellingen der "Ronde"  ließ sich Wiegetritt-Festigkeit des Systems gut testen
# An den Hellingen der "Ronde" ließ sich Wiegetritt-Festigkeit des Systems gut testen

Auch die feine Abstufung der Kassette passt gut zum Anforderungsprofil der „Königin der Klassiker“. Serienmmäßig ist am Roubaix Pro die 46-33 Kurbel mit der 10-33 Kassette gepaart. Mit der 1:1 Übersetzung kamen wir an den Anstiegen der Flandernrundfahrt nicht in Kraftnöte. Eine noch leichtere und gleichzeitig fein abgestufte Alternative für Rennradfahrer bietet das SRAM eTap AXS-System derzeit noch nicht – falls die „Hellingen“ mit längerem „Anlauf“ angefahren werden, könnte das aber durchaus hilfreich sein. Auch bei den mit Shimano ausgestatteten Modellen, die alle mit Kompaktkurbel kommen, ist 1:1 die leichteste Übersetzung.

=> Hier findet ihr einen ausführlichen Test der SRAM Force eTap AXS

Specialized Roubaix 2019 I-2
# Specialized Roubaix 2019 I-2

Sehr gut gewachsen waren unserer Kopfsteinpflaster-Probe auch die 32 mm hohen Roval CL32 Disc Carbonlaufräder mit den 28 mm breiten Turbo Pro Gripton Reifen im Tubeless Set-up. Gefahren sind wir auf der „Ronde“-Runde mit 5 bar und auf dem Pflaster um Roubaix mit 4,5 bar. So befüllt tanzten die Reifen nicht so sehr auf dem Pflaster, erhöhten aber die Griffigkeit auf den nassen Steinen. Die auch bei Profis gefürchteten Durchschläge blieben aus.

Specialized Roubaix 2019 I-16
# Specialized Roubaix 2019 I-16
Specialized Roubaix 2019 I-11
# Specialized Roubaix 2019 I-11

Am Berg zahlt sich Future Shock 2.0 aus. Bergab neigte etwa das alte System bei starken Bremsungen ein „Klonk“ Geräusch als Folge des Eintauchens, das jetzt abgestellt ist. Überhaupt taucht der Vorbau nicht mehr so schnell weg. Im Wiegetritt an den hochprozentigen Steigungen der Hellingen heißt es, Drehknopf auf maximale Dämpfung – und die Federbewegungen reduzieren sich auf ein so geringes Maß, dass man vergisst, dass sie da sind. In der Summe: Man merkt während der Fahrt nicht, dass man gefedert unterwegs ist, wenn man nicht für den Test darauf achtet. Aber man merkt es, wenn man nach der Fahrt entspannter wieder absteigt.

Überhaupt muss man eigentlich gar nicht über das Pflaster nach Roubaix fahren, um die große Stärke des Systems zu erkennen: Die fortwährende Entlastung von kleinen und kleinsten Stößen führt auch auf normalen (will sagen: normal schlechten) Straßen zu weniger Belastung der Hände.

Am Ziel
# Am Ziel
Hände und Rücken schmerzen weniger
# Hände und Rücken schmerzen weniger - Trotzdem ist es schön, anzukommen

Wurde die Federung des Roubaix 2019 in der Praxis ausbalancierter durch den neuen Hinterbau? Für uns ja, schon allein, weil das Future Shock System weniger „sprunghaft“ wirkt und damit dem Gefühl am Sattel näher kommt. Auch überzeugte die neue Pavé Stütze mit dem Federkonzept besonders dann, wenn viele eher starke Schläge vom Untergrund kommen, sprich: Kopfsteinpflaster, wo wir einen Komfortvorteil zum Vorgänger spüren konnten. Unklar ist jedoch zum Beispiel, welchen Anteil der Power-Sattel daran hatte, der am Vorgänger-Modell nicht gefahren wurde.

"Wir wünschen uns ein Paris-Roubaix für Frauen von der ASO"
# "Wir wünschen uns ein Paris-Roubaix für Frauen von der ASO" - Specialized Gründer und Chef Mike Sinyard fuhr das neue Roubaix selbst durch Arenberg und Carrefour de l'Arbre

Fazit Specialized Roubaix 2019

Specialized hat es mit dem neuen Roubaix tatsächlich geschafft, den Klassiker für die Klassiker noch besser zu machen. Die versprochenen Aero-Vorteile, aber vor allem das neue Future Shock-System lassen wenig Argumente, zur Race-Maschine statt zum Endurance-Rennrad zu greifen. Das spürbare Plus an Komfort gibt man nicht gerne auf, wenn man es einmal kennt. Was für Manchen auch entscheidend ist: Das Roubaix 2019 sieht nicht mehr langsam aus. Und wer tatsächlich Spaß darin finden kann, so schnell wie es geht, über Kopfsteinpflaster zu bügeln, findet derzeit kaum eine Maschine, die mit dem Roubaix Schritt halten kann. Die SRAM Force eTap AXS am Roubaix Pro erschien im Test als ein Perfect-Fit für das Einsatzgebiet, macht das Rad aber ziemlich teuer. Schön, dass es auch eine Einstiegsversion gibt, die die teure Roubaix-Technik, zumindest einigermaßen erschwinglich macht.

Pro
  • Überlegene Future Shock Federung vorne
  • Sehr guter Komfort am Sattel
  • Keine Aero-Nachteile gegenüber Race orientiertem Rad
  • Große Auswahl an Rahmengrößen
  • Sitzposition für viele Fahrertypen geeignet
  • Team Geometrie für sportliche Fahrer
  • Vielseitig dank viel Reifenfreiheit
  • Sehr hohe Verarbeitungsqualität
Contra
  • Federungstechnik hat ihren Preis

Was denkt ihr über das neue Specialized Roubaix 2019?


Noch mehr Rennrad-Neuheiten 2019 auf Rennrad-News:

Infos: Specialized / Fotos: Specialized, Jan Gathmann
  1. benutzerbild

    Altmetal

    dabei seit 01/2018

    antagonist schrieb:
    Mich würden mal (und das ist nun nicht wertend gemeint sondern ist reines objektives Interesse!) die ehrlichen Verkaufszahlen der Räder im sehr hohen vier- bzw. fünfstelligen Segment interessieren.

    Ich würde mal annehmen, dass nur sehr wenige solcher Räder verkauft werden. Aber es gibt ja die mittelpreisigen Ableger. Und deren Verkaufszahlen könnten durch die superteuren Topmodelle eine Steigerung erfahren.
    Sieht ja genau so aus und ist nur unwesentlich schlechter.

    So was gibt es auch in anderen Branchen. Das optisch auf "Sport" getrimmte Sondermodell mit dem Vernunftmotor zum Beispiel.
  2. benutzerbild

    frankblack

    dabei seit 10/2007

    Pedalierer schrieb:
    Letztlich hats halt heute der erfahrenere/cleverere Fahrer gerissen und keine Front-Federung

    lakecyclist schrieb:
    Vielleicht hat er aber auch durch die Federung so viel Kraft sparen können, dass er im Sprint das entscheidende Quentchen schneller war.

    ..weder der Vorbau noch der erfahrenere Fahrer waren entscheidend, die bessere Team-Strategie hat gewonnen... (Hr. Eisel sollte dem Herrn Haller einmal eine Nachhilfestunde in 'Strategie' erteilen :))
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  4. benutzerbild

    Nohandsmom

    dabei seit 01/2016

    gewonnen hat: die schweinebremse
    verloren hat: die versendermöhre
  5. benutzerbild

    Pedalierer

    dabei seit 02/2006

    frankblack schrieb:
    ..weder der Vorbau noch der erfahrenere Fahrer waren entscheidend, die bessere Team-Strategie hat gewonnen... (Hr. Eisel sollte dem Herrn Haller einmal eine Nachhilfestunde in 'Strategie' erteilen :))


    Nunja, wenn man 2 Top-Leute in der Führungsgruppe hat, dann hat man einfach mehr Optionen.
  6. benutzerbild

    frankblack

    dabei seit 10/2007

    Pedalierer schrieb:
    Nunja, wenn man 2 Top-Leute in der Führungsgruppe hat, dann hat man einfach mehr Optionen.

    das meinte ich mit besserer Team-Strategie....

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