Popeye hatte recht: Spinat macht stark, zumindest im Extrakt. Das zeigen Ergebnisse einer neuen WADA-Studie unter Beteiligung der Freien Universität Berlin. Die Forscher empfehlen die Aufnahme des Spinat-Bestandteils Ecdysteron in die Liste der verbotenen Substanzen.

Ein Extrakt aus Spinat kann einer internationalen Studie unter Beteiligung der Freien Universität Berlin zufolge zu Leistungssteigerungen im Spitzensport führen. Wie die von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) in Auftrag gegebene Krafttrainingsuntersuchung ergab, hat die Substanz Ecdysteron, ein pflanzliches Steroid, nach Einschätzung der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler starke Effekte auf Muskelzellen.

250 Gramm bis vier Kilogramm Blattspinat pro Tag – zehn Wochen lang!

Ecdysteron ist Hauptinhaltsstoff in Spinatextrakt. Es gibt zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel, die diesen Spinatextrakt enthalten. „Schon vor einigen Jahren wurde Ecdysteron als ‚the Russian Secret‘ für Leistungssteigerung im Sport bezeichnet“, erläutert Forscherin Maria Parr, Professorin für Pharmazeutische Chemie mit Schwerpunkt Analytik – Metabolismus von der Freien Universität. Es habe in vitro und in Tierversuchen stärkere Effekte auf Muskelzellen als anabol androgene Steroide, etwa die im Sport verbotene Substanz Metandienon. Die Wissenschaftlerin betont: „Die geringere Dosis in unserem Versuch, also zwei Kapseln pro Tag, entsprechen je nach Sorte etwa 250 Gramm bis vier Kilogramm Blattspinat pro Tag. Diese Menge müsste man zehn Wochen lang jeden Tag essen, um dieselbe Menge aufzunehmen wie einige Probanden in unserer Studie. Um die Wirkung der höheren verabreichten Dosis zu erreichen, müssten sogar ein bis 16 Kilo Spinat verzehrt werden.“

Die Forscherinnen und Forscher, darunter Maria Parr, schlugen der WADA vor, die Aufnahme der Substanz in die Liste der verbotenen Substanzen zu prüfen.

Das Forschungsteam führte eine Studie an 46 Probanden durch (Auszüge sind hier zu lesen). In der sogenannten doppelblinden Studie erhielten die Probandinnen und Probanden vom Forscherteam zehn Wochen lang kontrolliert Spinatextrakt oder eine Placebo-Substanz, ohne zu wissen, welcher Gruppe sie angehörten. Es wurde auch überprüft, dass das verabreichte Nahrungsergänzungs-Mittel keine Verunreinigungen durch andere Anbolika enthielt. Nach Abschluss der Studie hatten die Probanden, die Ecdysteron (verum) erhalten haben, laut Mitteilung der FU Berlin einen signifikant stärkeren Zuwachs an Maximalkraft erreicht. Auch im Labor konnte eine wachstumsteigernde Wirkung des Spinatextraktes auf isolierte Muskelzellen nachgewiesen werden.

Was sagt ihr zu den Ergebnissen der Studie?


Hier lest ihr mehr zum Thema Doping auf Rennrad-News

Infos: Pressemitteilung Freie Universität Berlin / Illustration: Tania Compes
  1. benutzerbild

    KFC732

    dabei seit 06/2019

    So Studien sind immer eine recht "herausfordernde" Angelegenheit... 🤓

    Hier einmal ein zweiter Blick auf das Thema, wurde dort auch schon öfters diskutiert: [URL]https://www.team-andro.com/doping-spinat-ecdysteron-testosteron.html[/URL]
  2. benutzerbild

    solution85

    dabei seit 09/2017

    Und so füllt sich das Sommerloch.
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  4. benutzerbild

    pjotr

    dabei seit 03/2004

    Das nennt man das "Warten auf die Tour"-Syndrom 🤪
  5. benutzerbild

    solution85

    dabei seit 09/2017

    pjotr schrieb:

    Das nennt man das "Warten auf die Tour"-Syndrom 🤪

    Stimmt da gibt es noch viel geileres Zeug.
  6. benutzerbild

    pjotr

    dabei seit 03/2004

    Wir warten ja auch noch auf die unvermeidliche Doping-Enthüllung und das ebenso unvermeidliche Interview mit einem Ex-Doper.

    [img]https://media1.tenor.com/images/99ae42efae7963340c8a4a63012c857c/tenor.gif?itemid=11570520[/img]

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