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Die Carbonfelgen für die DT Swiss ARC 1100 Dicut DB wurden komplett neu designt.
Die Carbonfelgen für die DT Swiss ARC 1100 Dicut DB wurden komplett neu designt. - Das Augenmerk lag dabei nicht nur auf der Aerodynamik, sondern auch auf hoher Alltagstauglichkeit.
Das Vorderrad mit 50 mm Felgenhöhe bringt lediglich 674 Gramm auf die Waage.
Das Vorderrad mit 50 mm Felgenhöhe bringt lediglich 674 Gramm auf die Waage.
Für die 62er Version mit 12 mm höherer Felge stehen 780 Gramm auf der Waage.
Für die 62er Version mit 12 mm höherer Felge stehen 780 Gramm auf der Waage.
Das 62er Hinterrad wiegt inklusive Freilauf 902 Gramm.
Das 62er Hinterrad wiegt inklusive Freilauf 902 Gramm.
Mit einer Maulweite von 20 mm bleibt DT Swiss eher im konservativen Bereich.
Mit einer Maulweite von 20 mm bleibt DT Swiss eher im konservativen Bereich.
Das Felgenbett hat klassische Haken und kann mit fast allen handelsüblichen Reifen bestückt werden.
Das Felgenbett hat klassische Haken und kann mit fast allen handelsüblichen Reifen bestückt werden.
Auch die 180er Naben wurden komplett neu entwickelt.
Auch die 180er Naben wurden komplett neu entwickelt.
Keramiklager von Sinc sollen die Reibung verringern.
Keramiklager von Sinc sollen die Reibung verringern.
Der Freilaufkörper kann ohne Werkzeug gewechselt werden.
Der Freilaufkörper kann ohne Werkzeug gewechselt werden.
Die Speichen sind im aufwändig gefrästen Nabenflansch gerade eingehängt.
Die Speichen sind im aufwändig gefrästen Nabenflansch gerade eingehängt.
Der Ratchet EXP Freilauf mit 36 Zähnen garantiert einen schnellen Eingriff nach Tretpausen.
Der Ratchet EXP Freilauf mit 36 Zähnen garantiert einen schnellen Eingriff nach Tretpausen.
Ein 25er Schwalbe Pro One Tube Type baut auf der Felge 25,5 mm breit.
Ein 25er Schwalbe Pro One Tube Type baut auf der Felge 25,5 mm breit.
Der 28er Hinterreifen bleibt mit 27,2 mm Baubreite relativ schmal.
Der 28er Hinterreifen bleibt mit 27,2 mm Baubreite relativ schmal.
Die Kombination aus 50er Vorderrad zusammen mit 62er Hinterrad funktioniert bei nahezu allen Bedingungen.
Die Kombination aus 50er Vorderrad zusammen mit 62er Hinterrad funktioniert bei nahezu allen Bedingungen.
Das 60er Vorderrad reagiert deutlich empfindlicher auf Seitenwind, meistert jedoch auch grobes Geläuf ohne Probleme.
Das 60er Vorderrad reagiert deutlich empfindlicher auf Seitenwind, meistert jedoch auch grobes Geläuf ohne Probleme.
Kleiner Unterschied - große Wirkung
Kleiner Unterschied - große Wirkung - Für den Alltags-Einsatz empfehlen wir das flachere Vorderrad mit 50 mm Felgenhöhe, Rennfahrer und erfahrene Schnellfahrer können gerne auch zur 12 mm höheren Version greifen.

Der DT Swiss ARC 1100 Dicut DB in unserem Test ist der schnellste Aero-Laufradsatz für Disc-Bremse  der Schweizer. Wir konnten das Spitzenmodell in den Felgenhöhen 62 und 50 mm mehrere Monate lang fahren. Dabei sind wir auch der Frage nachgegangen, ob die hohen Aero Disc-Laufräder auch problemlos im Alltag eingesetzt werden können.

DT Swiss ARC 1100 DB Infos

  • Aero-Laufräder mit Carbonfelgen
  • Für Scheibenbremsen (Centerlock)
  • Felgenbett mit Haken für universelle Reifeneignung
  • DT Swiss 180 Dicut Aero Ratchet EXP-Nabe
  • Felgenprofilhöhe im Test 50 mm (Vorderrad), 62 mm (Vorder- und Hinterrad)
  • Maulweite 20 mm
  • Maximales Systemgewicht 110 kg
  • Gewicht Vorderrad 50 mm 674 g (gewogen inkl. Felgenband, ohne Ventil)
  • Gewicht Vorderrad 62 mm 780 g (gewogen inkl. Felgenband, ohne Ventil)
  • Gewicht Hinterrad 62 mm 902 g (gewogen inkl. Felgenband, ohne Ventil)
  • Verfügbar sofort
  • Infos https://www.dtswiss.com/de/rebornfaster

Preis
DT Swiss ARC 1100 Dicut DB 2.388 € (UVP) | Bikemarkt: DT Swiss ARC kaufen

Diashow: DT Swiss ARC 1100 DB im Test: Aero-Laufräder für den Universal-Einsatz?
Mit einer Maulweite von 20 mm bleibt DT Swiss eher im konservativen Bereich.
Die Speichen sind im aufwändig gefrästen Nabenflansch gerade eingehängt.
Der Freilaufkörper kann ohne Werkzeug gewechselt werden.
Auch die 180er Naben wurden komplett neu entwickelt.
Die Kombination aus 50er Vorderrad zusammen mit 62er Hinterrad funktioniert bei nahezu allen Bedingungen.
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Die Carbonfelgen für die DT Swiss ARC 1100 Dicut DB wurden komplett neu designt.
# Die Carbonfelgen für die DT Swiss ARC 1100 Dicut DB wurden komplett neu designt. - Das Augenmerk lag dabei nicht nur auf der Aerodynamik, sondern auch auf hoher Alltagstauglichkeit.

DT Swiss ARC 1100 DB Details

Die neuen Rennrad-Laufräder DT Swiss ARC 1100 Dicut DB wurden im August 2020 vorgestellt und sind komplette Neuentwicklungen von DT Swiss in Zusammenarbeit mit den Aerospezialisten von Swiss Side. Während die DT Swiss ARC 1100 Dicut Aero-Laufräder mit Felgenbremsen unverändert blieben, haben die Schweizer die Disc-Versionen komplett erneuert. Dazu wurden nicht nur von Grund auf neue Felgen berechnet und im Windkanal getestet, sondern auch neue Naben und Speichen entwickelt.

Hier findet ihr alle technischen Informationen zum DT Swiss ARC 1100

All das geschah mit dem Ziel die neuen Laufräder nicht nur aerodynamisch schneller zu machen, sondern dabei vor allem die Empfindlichkeit für Seitenwind zu verringern und somit das Handling bei wechselhaften Windverhältnissen zu verbessern. Zudem wurde dem Trend zu breiteren Reifen Rechnung getragen und die Breite der Felgen im Vergleich zum Vorgänger deutlich erhöht.

Das Vorderrad mit 50 mm Felgenhöhe bringt lediglich 674 Gramm auf die Waage.
# Das Vorderrad mit 50 mm Felgenhöhe bringt lediglich 674 Gramm auf die Waage.
Für die 62er Version mit 12 mm höherer Felge stehen 780 Gramm auf der Waage.
# Für die 62er Version mit 12 mm höherer Felge stehen 780 Gramm auf der Waage.
Das 62er Hinterrad wiegt inklusive Freilauf 902 Gramm.
# Das 62er Hinterrad wiegt inklusive Freilauf 902 Gramm.

Mit 20 mm Maulweite bleibt DT Swiss dennoch eher konservativ und geht nicht ganz so weit wie zum Beispiel Bontrager oder Zipp, die ihre neuesten Modelle Aeolus RSL und 353 NSW mit 23 oder gar 25 mm Maulweite versehen. Zudem möchte DT Swiss seinen Kundinnen und Kunden maximale Wahlfreiheit bei der Reifenbauart belassen und verwendet deshalb eine klassische Felgenform mit Haken.

Trotzdem ist der Schweizer Aero-Laufradsatz selbstverständlich ab Werk tubeless-tauglich und wird mit entsprechenden Ventilen ausgeliefert. Um die Aerodynamik maximal auszureizen, empfiehlt DT Swiss einen 25er Reifen an der Front und einen 28 mm breiten Pneu am Hinterrad. Mit diesem Set-up sind wir die Felgen auch die meiste Zeit während des Tests gefahren.

Wer braucht Aero-Laufräder?

Kurze Antwort: Jeder, der schnell sein will. Die aerodynamische Wirkung von guten Hochprofil-Laufrädern ist mittlerweile durch zahlreiche Windkanalmessungen und aufwendige Computersimulationen klar belegt. Die Aero-Vorteile überwiegen in fast allen erdenklichen Szenarien mögliche Einbußen durch ein eventuell höheres Gewicht.

Freilich bleibt der ausschlaggebende Faktor immer der Mensch im Sattel, wer jedoch Vorteile beim Material sucht, wird kaum an einem schnellen Laufradsatz vorbeikommen. Zumal sich in den letzten Jahren nicht nur die Aero-Effizienz verbessert hat, sondern auch Gewicht und Anfälligkeit für Seitenwind deutlich gesenkt werden konnten.

Mit einer Maulweite von 20 mm bleibt DT Swiss eher im konservativen Bereich.
# Mit einer Maulweite von 20 mm bleibt DT Swiss eher im konservativen Bereich.
Das Felgenbett hat klassische Haken und kann mit fast allen handelsüblichen Reifen bestückt werden.
# Das Felgenbett hat klassische Haken und kann mit fast allen handelsüblichen Reifen bestückt werden.
Auch die 180er Naben wurden komplett neu entwickelt.
# Auch die 180er Naben wurden komplett neu entwickelt.
Keramiklager von Sinc sollen die Reibung verringern.
# Keramiklager von Sinc sollen die Reibung verringern.

Die Frage ist, ob die Aero-Spezialisten auch uneingeschränkt für den Alltag taugen? DT Swiss hat hart daran gearbeitet diese Frage mit Ja beantworten zu können. Welchen Aufwand die Schweizer bei der Entwicklung ihrer neuen Laufradgeneration zusammen mit Aerodynamik-Partner Swiss Side betrieben haben, zeigt sich anschaulich in diesem Video.

Feinste Schweizer Technik

Der ARC 1100 Dicut DB Laufradsatz ist das Top-Modell von DT Swiss im Aero-Bereich und hat einen entsprechend hohen Preis. Dafür bekommt man allerdings auch feinste und bewährte Technik mit einer tadellosen Verarbeitung. Über die Qualität der Naben und Speichen von DT Swiss müssen wir hier nicht viele Worte verlieren, die Carbonfelgen sind ebenfalls exzellent verarbeitet und auch optisch eine Augenweide.

Das Hinterrad kommt serienmäßig mit zwei Freilaufkörpern, die ohne Werkzeug gewechselt werden können. Somit sind die Laufräder ab Werk einsatzbereit sowohl für Shimano/SRAM 11-fach Freilauf, als auch für die SRAM XDR-Version. In den neuen 180er Naben sind Keramiklager von Sinc verbaut, die nicht nur die Reibung verringern, sondern auch die Lebensdauer verlängern sollen.

Der Ratchet EXP Freilauf mit 36 Zähnen garantiert einen schnellen Eingriff nach Tretpausen und genießt den Ruf der Unverwüstlichkeit. Er rattert im Einsatz so laut, dass man ihn in fast allen Lebenslagen als Klingel verwenden kann. Was jedoch wiederum nicht jedem Nutzer als Vorteil erscheinen mag.

Während unseres mehrmonatigen Tests haben die Laufräder störungsfrei und ohne Probleme funktioniert.

Der Freilaufkörper kann ohne Werkzeug gewechselt werden.
# Der Freilaufkörper kann ohne Werkzeug gewechselt werden.
Die Speichen sind im aufwändig gefrästen Nabenflansch gerade eingehängt.
# Die Speichen sind im aufwändig gefrästen Nabenflansch gerade eingehängt.
Der Ratchet EXP Freilauf mit 36 Zähnen garantiert einen schnellen Eingriff nach Tretpausen.
# Der Ratchet EXP Freilauf mit 36 Zähnen garantiert einen schnellen Eingriff nach Tretpausen.

Einfache Montage

Die Montage verschiedener Reifen mit konventionellen Schläuchen, als auch mit Tubolito Thermoplast-Schläuchen verlief völlig unauffällig und problemlos (hier findet ihr einen Tubolito Test). Unsere Testreifen Schwalbe Pro One Tube Type ließen sich ohne Reifenheber mit der Hand aufziehen. Der 25er Schwalbe baut auf den DT Swiss ARC 1100 25,5 mm breit, der Pro One in 28er Version exakt 27,2 mm.

Mit dem Cadex Classic 28 und einem Schwalbe Pro One TLE 25 haben wir zudem zwei Schlauchlos-Reifen auf der DT Swiss Felge ausprobiert. Beide Probanden ließen sich völlig problemlos und sehr schnell montieren: der Cadex Classic ohne jede Hilfsmittel, der Schwalbe Pro One TLE mit kurzem Einsatz des Reifenhebers. Die Tubeless-Reifen konnten problemlos mit einer normalen Standpumpe aufgepumpt werden und waren auch ohne den Einsatz von Dichtmilch sofort dicht.

Die Center Lock-Scheibenbremsaufnahmen an unseren beiden Vorderrädern waren axial minimal unterschiedlich positioniert, sodass nach jedem Radwechsel eine Justage des Bremssattels notwendig war.

Ein 25er Schwalbe Pro One Tube Type baut auf der Felge 25,5 mm breit.
# Ein 25er Schwalbe Pro One Tube Type baut auf der Felge 25,5 mm breit.
Der 28er Hinterreifen bleibt mit 27,2 mm Baubreite relativ schmal.
# Der 28er Hinterreifen bleibt mit 27,2 mm Baubreite relativ schmal.

Welches Aero-Laufrad für’s Vorderrad?

Eines vorweg: Wir sprechen hier nur über das Vorderrad. Da sich die Felgenhöhe am Hinterrad kaum auf das Handling im Wind auswirkt, haben wir darauf verzichtet, hinten unterschiedliche Höhen zu fahren. Die Musik in Sachen Windanfälligkeit und Dynamik im Handling spielt klar vorne. Am Hinterrad hat sich eine mittlere Höhe um die 60 mm in vielen aerodynamischen Simulationen als beste Lösung erwiesen, weshalb wir hier auch ausschließlich mit dem ARC 1100 Dicut DB 62 gefahren sind.

Aber machen lediglich 12 mm unterschiedliche Felgenbauhöhe in der Praxis einen Unterschied? Oh ja, das tun sie – und zwar einen deutlich spürbaren Unterschied. Wir haben zum Test ganz bewusst ein 50er und ein 62er Vorderrad geordert und diese beiden mit identischer Bereifung intensiv verglichen. Nicht im Labor oder im Windkanal, sondern ganz konkret in der Praxis auf dem Rennrad. Und zwar über rund 1.000 Kilometer bei ganz unterschiedlichen Bedingungen.

62 oder 50 mm am Vorderrad? IMG 3268

Unser Ergebnis ist eindeutig: Das ARC 1100 Dicut DB Aero-Laufrad mit 50 mm Felgenhöhe ist sehr deutlich weniger empfindlich für Seitenwind und Böen als das nur 12 mm höhere Pendant mit 62 mm Felge. DT Swiss hat bei der Entwicklung der neuen Felgenformen nach eigenen Angaben sehr darauf geachtet, dass die Laufräder gutmütig auf starke Windböen oder wechselnde Verhältnisse reagieren. Das können wir nach dem Test für beide Versionen bestätigen.

50 mm an der Front

Das ARC 1100 Dicut DB 50 ist mit lediglich 674 Gramm so leicht, dass sich fast zwangsläufig die Frage stellt, ob man es nicht als Universallaufrad auch in bergigem Terrain und bei windigen Verhältnissen einsetzen kann – kurzum, aus unserer Sicht spricht nichts dagegen!

Die Kombination aus 50er Vorderrad zusammen mit 62er Hinterrad funktioniert bei nahezu allen Bedingungen.
# Die Kombination aus 50er Vorderrad zusammen mit 62er Hinterrad funktioniert bei nahezu allen Bedingungen.

Freilich handelt es sich nach wie vor um ein Hochpofil-Aero-Laufrad, aber DT Swiss hat die Seitenwindanfälligkeit so gut in den Griff bekommen, dass sich die 50er Version des ARC 1100, zumindest für geübte Fahrerinnen und Fahrer bei jedem Wetter einsetzen lässt. Bei windigen Verhältnissen spürt man selbstverständlich noch Einflüsse auf die Lenkung, aber die sind sehr überschaubar und gutmütig.

Lediglich bei sehr hohen Geschwindigkeiten ab ca. 65-70 km/h, wie zum Beispiel auf langen Abfahrten, ist bei böigen Verhältnissen ein gewisse Nervosität der Lenkung festzustellen, diese wurde bei unseren Testfahrten jedoch nie beängstigend oder gar gefährlich.

Bei normalen Geschwindigkeiten zwischen 30 km/h und 45 km/h in der Ebene wirkt das Laufrad hingegen immer recht ruhig und lässt sich extrem einfach beherrschen, selbst bei starken Windboen von der Seite sind die Reaktionen an am Lenker relativ mäßig und immer gut kontrollierbar.

62 mm an der Front

Das nur 12 mm höhere ARC 1100 Dicut DB 62 wirkt im direkten Vergleich deutlich anfälliger für windbedingte Einflüsse an der Lenkung. In Situationen, in denen man mit der 50er-Version den Wind eher diffus am Lenker spürt, zieht es bei der höheren Felgenform schon mal leicht an der Lenkstange. Aber auch hier verlaufen die Reaktionen immer sehr gut beherrschbar.

Das 60er Vorderrad reagiert deutlich empfindlicher auf Seitenwind, meistert jedoch auch grobes Geläuf ohne Probleme.
# Das 60er Vorderrad reagiert deutlich empfindlicher auf Seitenwind, meistert jedoch auch grobes Geläuf ohne Probleme.

Während es einem mit manch hohen Felgen in brenzligen Situationen wie zum Beispiel heftigen Böen oder beim Überholtwerden durch einen LKW bei starkem Seitenwind schon mal den Angstschweiß auf die Stirn treiben kann, reagiert auch das 62er ARC 1100 eher gutmütig als abrupt und überraschend.

Abgesehen von der Windanfälligkeit wirkt sich das höhere Gewicht der Felge auch spürbar auf das Lenkverhalten des Rades aus. Beim aggressiven Lenkmanövern, wie zum Beispiel beim Ausweichen vor einem Hindernis, ist das Mehrgewicht der höheren Felge im direkten Vergleich nicht wegzudiskutieren. Ein flinkes Racebike wird dadurch nicht zum geradeaus fahrenden Dragster. Aber feinfühlige Naturen sollten sich darüber bewusst sein, dass ein Hauch von Handlichkeit mit dem Maß der Felgenhöhe, und somit dem gestiegenen Gewicht und der damit gesteigerten rotierenden Masse, verloren geht.

Flacher gewinnt im Alltag

Nach vielen Kilometern mit den beiden unterschiedlich hohen Vorderrädern ist unsere Empfehlung für den Alltag und Hobbyfahrer eindeutig: Wer keine Rennen fährt oder sich beide Versionen leisten kann, greift zum DT Swiss ARC 1100 Dicut DB 50 am Vorderrad. Das fährt sich fast so schön wie ein ähnlich hochwertiges Standard-Laufrad ohne Hochprofil-Felge, bietet aber einen deutlichen aerodynamischen Vorteil.

Das DT Swiss ARC 1100 Dicut DB 62 ist im direkten Vergleich zur flacheren Version zwar deutlich anfälliger für Wind, verhält sich dabei aber, gerade im Vergleich zu manch älterem Laufradsatz mit ähnlicher Felgenhöhe, dennoch sehr gutmütig. Wer also maximal flott unterwegs sein möchte und nicht bei jedem Zucken am Lenker nervös wird kann getrost auch die 62er Version nehmen.

Der aerodynamische Unterschied zwischen den beiden Felgenhöhen liegt laut DT Swiss bei einem Anströmwinkel bis 5 Grad und einer Geschwindigkeit von 45 km/h bei rund 2 Watt. Erst bei größeren Anströmwinkeln ab ca. 10 Grad spielt die 62er Felgenhöhe mit rund 5 Watt weniger Drag bei 45 km/h einen echten Vorteil aus. Das ist für Rennfahrer ein gewichtiges Argument und auf langen Distanzen auch bei weit geringerem Durchschnittstempo als im Windkanaltest zu spüren. Denn die Windgeschwindigkeit addiert sich zur Fahrtgeschwindigkeit. Mit anderen Worten: Man muss in vielen Fahrsituationen nicht 45 km/h selber treten, um einem 45 km/h schnellen Luftstrom ausgesetzt zu sein.

Kleiner Unterschied - große Wirkung
# Kleiner Unterschied - große Wirkung - Für den Alltags-Einsatz empfehlen wir das flachere Vorderrad mit 50 mm Felgenhöhe, Rennfahrer und erfahrene Schnellfahrer können gerne auch zur 12 mm höheren Version greifen.

An dieser Stelle auch noch eine kurze Einschätzung zu den ebenfalls erhältlichen DT Swiss ARC 1100 Dicut DB mit 80 mm hohen Felgen: Diese Laufräder sind ganz klar für Zeitfahren und Triathlon entwickelt. Am Rennrad machen diese Spezialisten aufgrund des hohen Gewichtes und eines recht diffizilen und trägen Handlings nur in ganz wenigen Fällen Sinn.

Test-Fazit: DT Swiss ARC 1100 DB

Noch vor einigen Jahren war es durchaus üblich, teure Aero-Laufräder nur am Wochende im Rennen zu fahren und ansonsten in der Laufradtasche im Keller zu schonen. Das lag nicht nur am Bestreben das Wertvolle zu bewahren, sondern oft auch am relativ hohen Gewicht und dem mitunter schwierigen Handling an windigen Tagen. Mit den ARC 1100 von DT Swiss ziehen beide Argumente nicht mehr. Die High-End-Laufräder der Schweizer sind ausgesprochen leicht, robust und zuverlässig. Zudem verhalten sie sich sehr unproblematisch bei windigen Verhältnissen. Während das 62er Vorderrad durchaus auch mal am Lenker zieht, können wir die 50 mm-Version zumindest für erfahrene Frauen und Männer im Sattel nahezu uneingeschränkt empfehlen. Wer gerne flott unterwegs ist und es sich leisten kann, darf unbeschwert zugreifen. Die DT Swiss ARC 1100 laufen schnell und machen viel Freude - an Sonntagen und unter der Woche.

Pro
  • niedriges Gewicht
  • Keine Einschränkung bei der Reifenwahl
  • Sehr gut kontrollierbar bei Seitenwind
  • Shimano/SRAM 11-fach und SRAM XDR Freilaufkörper inklusive
Contra
  • Hoher Preis

Was sind eure Erfahrungen mit Aero-Laufrädern?


Text/Fotos: Harald Englert
  1. benutzerbild

    lakecyclist

    dabei seit 10/2018

    @Harald Englert Habt ihr schon gecheckt, ob die von euch getesteten Laufräder vom Rückruf betroffen sind?
    https://www.dtswiss.com/en/ratchet-exp-maintenance-notice
  2. benutzerbild

    Harald Englert

    dabei seit 11/2020

    @lakecyclist Ja, das Hinterrad, das bei uns im Test war, ist laut der Produktionsnummer betroffen. Wir konnten während der rund 1.000 gefahrenen Kilometer keine Probleme feststellen. Die Laufräder wurden zwischenzeitlich an DT Swiss zurückgegeben.
  3. benutzerbild

    Bierschinken88

    dabei seit 08/2015

    Eine Frage teibt mich um - muss man da eigentlich noch ordentlich Watt drücken können um in den Genuss der aerodynamischen Vorteile zu kommen.....??
    Ich finde, ja.

    Bei mir merke ich den Unterschied zwischen einem DT P1800 LRS und einem Carbon-LRS mit 50mm Profil und 1400g recht deutlich, aber erst, wenn ich auch wirklich Gas gebe.

    D.h. wenn ich ne Sonntagstour als Ganztagesausflug mache, also 150km und das mit bummeligen 24km/h, dann merke ich den Unterschied nicht.

    Fahre ich aber 100km in, für mich, zügigem Tempo, sodass ich in meinem gewünschten HF-Bereich bin, dann hab ich mit dem P1800 nen 32-33er Schnitt aufm Tacho und mit dem Carbon-LRS eher 35-36km/h.

    Da kann man sich die Frage stellen, ob das relevant für einen ist. Wer Hobbymäßig einfach nur Sport machen möchte, dem kann das sicher egal sein, ob er auf der 100k-Runde dann satte 2 Minuten früher zuhause ist. Wer sich mit anderen messen möchte und dabei wert aufs Material legt, wird da sicher mehr Interesse haben.
  4. benutzerbild

    eins4eins

    dabei seit 08/2016

    Fahre ich aber 100km in, für mich, zügigem Tempo, sodass ich in meinem gewünschten HF-Bereich bin, dann hab ich mit dem P1800 nen 32-33er Schnitt aufm Tacho und mit dem Carbon-LRS eher 35-36km/h.

    Das liegt aber sicher nicht an den Laufrädern. 3-4kmh Unterschied entsprechen in dem Bereich 40-50W. Die bringt kein Laufrad dieser Welt.
  5. benutzerbild

    Bierschinken88

    dabei seit 08/2015

    Da ist mit Sicherheit auch der Einfluss von Gesamtgewicht, Lagern, unterschiedliche Reifen und mentale Motivation mit drin...ich merke lediglich, dass der Unterschied da ist.

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