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Zone 2 Training Power oder Herzfrequenz?


Isso.. und wer sich "die Besten" anschaut, Politt berichtete ja schon, dass er nach den Trainingscamp-Ausfahrten Werte wie bei "Flandern" stehen hatte, und wer sich die momentanen Fahrten von Pogi anschaut.. na ja, fast jeden Berg mit 6w/400, nur gelegentlich 4,5/300, K3-Intervalle 400/300.. das sieht nur ohne öffentliche Watt und Puls alles so nach "easy Grundlage" aus. Rattfahren kommt von Rattfahren.
 
Ein Problem aller Veröffentlichungen ist doch, dass diese Aussagen alle nur für sehr sehr bestimmte Personengruppen zutreffen, oder so pauschal sind, daß sie nicht ohne weiteres auf einen selbst übertragbar sind. Man selber ist aber immer eine Untergruppe mit n=1. Das bedeutet doch, wenn ich mich trainieren will (oder mein Coach mich), muss ich doch immer verstehen, was will ich trainieren, welchen Reiz macht welches Training, und passt das auf meine Situation.
Dazu kommt noch, daß die Coggans, Seilers und SanMillans dieser Welt wissenschaftlich herausfinden wollen, was wie gut für ihre Schützlinge funktioniert; dazu brauchen sie aber eine Normierbarkeit, damit man Dinge vergleichen kann. Deswegen sind die Intervalle alle immer gleich hoch, lang, mit festem Rhythmus ("Strukturiert"!). Der Muskel ist aber nicht rechtwinklig. Was, wenn ein Muskel viel besser trainiert, wenn er viel mehr unterschiedlichen Reizen ausgesetzt wird, und es nur darauf ankommt, meinetwegen in Summe bestimmte bestimmt hohe Reize anzubieten? Das würde man aber nie herausfinden, weil man es nicht vergleichbar machen kann.
Eine Frage hätte ich da Richtung @Hubschraubär: Wenn wir über Zone2 Training reden, dann liegt ja diese Zone für jeden woanders. Bedeutet das SanMillan Zone2 Training nicht genau dasselbe wie für Hobyletten, nur daß diese Zone2 für einen Pogi ganz woanders liegt - etwa weil der halt seine persönliche Zone2 schon so weit nach oben geschoben hat? Oder ist das auch für den außerhalb der üblichen Definition? Bzw. umgekehrt gefragt: Verschiebt sich irgendwann mit steigendem Trainingserfolg auch einmal meine Zone2 im Bezug auf die Herzfrequenz (nach dem Motto, wenn ich anfange, dann Trainiere ich meine LT1 meinetwegen bei 130 Puls; irgendwann werde ich besser und besser, vschiebe meine LT1 nach oben und trainiere die dann bei 140? Oder erwartet man eigentlich, daß LT1 mehr oder minder immer da bleibt, wo sie einmal ist, nach dem Motto, der Körper gibt zwar mehr Leistung ab, aber die Belastung des Kreislaufs (=Puls) bleibt ungefähr relativ gleich? Eigentlich würde ich erwarten, daß auch der Puls zur Erbringung der LT1 mit der Zeit ansteigen sollte, denn der Kreislauf muss ja auch mehr O2 abliefern.
Ich finde es schade, daß Ihr zwei (@Hubschraubär und @Teutone) Euch so etwas aufschaukelt - ich denke, Ihr habt beide irgenwo Recht, aber Ihr redet über ganz unterschiedliche Dinge. Wenn Ihr da zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommt, was "optimal" ist, dann ist das doch kein Wunder - und bedeutet doch nicht, daß hier irgendwer "falsch" liegt. Der Ansatz von @Teutone geht halt wegen anderer Randbedingungen in eine andere Richtung. Gerade deswegen finde ich Eurer beider Inputs sehr gewinnbringend. Ich finde es sehr spannend zu sehen, wer macht was, was kommt dabei heraus. Ich will es halt auch immer ganz genau verstehen. "Teile Zonen ein, lade Trainingsplan X und exekutiere den auf die Minute genau" funktioniert für mich irgendwie nicht, ich muss verstehen, was ich warum mache. "Mach Zone2 Training, das macht die Ausdauer besser, und je mehr davon, desto besser" hat für mich trotz LD und korrekter Zoneneinteilung auch nicht das gebracht, was ich erwartet hatte. Deswegen: Fetzt Euch schön weiter, aber erklärt bitte weiter, warum. Ich freu mich dann, wenn ich wieder etwas mehr verstehe.
Das viel, ich versuchs mal ... :)

  • Vielleicht Coggan, San Milan mit Abstirchen, Seiler nein. Viele andere auch nein. Der Großteil der Wissenschaftler forscht und wird vom Staat bezahlt, die trainieren ja beileibe nicht alle irgendwelche Athleten.
  • Sportwissenschaft definiert sich nicht nur über den Profisport, sondern möchte gerade Erkenntnisse für die breite Bevölkerung gewinnen.
  • Reize, nein, so ist das nicht, es ist komplexer. Kurz gefasst: Variation dient vor alem der Psyche, weniger der körperlichen Entwicklung
  • Zone 2: Ja, mit einem gewaltigen Unterschied. Hobbylette fährt das einfach immer solange er/sie kann. Strukturiertes Training setzt das gezielt ein - das ist ein himmelweiter Unterschied
  • Die Zone verschiebt sich gewaltig in Watt (nicht so sehr in HF), aber auch gewaltig in Bezug auf "FTP", insofern wird die Hobbylette keine Ahnung haben wo ihre Zone 2 überhaupt liegt. San Milan versucht das ein wenig zu klären, ist aus meiner Sicht da aber nur bedingt erfolgreich
  • Einfach nur "Zone 2" trainieren (egal in welcher Definition) ist ja auch kein TP, sondern Quatsch ... :)
 
Ich stelle mal eine vielleicht ketzerische Frage in die Runde – oder vielleicht ist sie auch einfach nur naiv: Was passiert physiologisch eigentlich wirklich, wenn man die Zone 2 nicht messerscharf trifft?

Sofern man seine Zonen sauber definiert hat: Was sind die konkreten physiologischen Nachteile, wenn ich leicht zu tief oder leicht zu hoch fahre? Mache ich mir den Trainingseffekt damit wirklich kaputt oder ist der Unterschied marginal?
Meines Wissens nach ist die Diskussion um die strikte Zone 2 ja erst so richtig hochgekocht, als Iñigo San Millán über das Training von Pogačar und die metabolische Gesundheit berichtet hat. Danach poppten gefühlt 1000 Podcasts auf, die diese Zone als den heiligen Gral feierten. Mittlerweile habe ich aber das Gefühl, dass viele dieser Zone-2-Evangelisten ihre Meinung wieder ein Stück weit revidieren oder zumindest relativieren.
Daher meine Frage für die Praxis: Wenn wir uns darauf einigen, dass Grundlagenausdauer wichtig ist und hochvolumig gefahren werden sollte, kombiniert mit passenden Intervallen, inwiefern spielt dann für uns Hobbyletten das exakte Treffen der Zone 2 eine kriegsentscheidende Rolle?

Ist eine Einheit für die Tonne, nur weil der Puls mal 5 Schläge zu niedrig war? Oder zerstöre ich mir die Regeneration, wenn ich mal 10 Watt zu hoch war? Wo merkt man den Unterschied wirklich effektiv?
 
Ein Problem aller Veröffentlichungen ist doch, dass diese Aussagen alle nur für sehr sehr bestimmte Personengruppen zutreffen, oder so pauschal sind, daß sie nicht ohne weiteres auf einen selbst übertragbar sind. Man selber ist aber immer eine Untergruppe mit n=1. Das bedeutet doch, wenn ich mich trainieren will (oder mein Coach mich), muss ich doch immer verstehen, was will ich trainieren, welchen Reiz macht welches Training, und passt das auf meine Situation.
Dazu kommt noch, daß die Coggans, Seilers und SanMillans dieser Welt wissenschaftlich herausfinden wollen, was wie gut für ihre Schützlinge funktioniert; dazu brauchen sie aber eine Normierbarkeit, damit man Dinge vergleichen kann. Deswegen sind die Intervalle alle immer gleich hoch, lang, mit festem Rhythmus ("Strukturiert"!). Der Muskel ist aber nicht rechtwinklig. Was, wenn ein Muskel viel besser trainiert, wenn er viel mehr unterschiedlichen Reizen ausgesetzt wird, und es nur darauf ankommt, meinetwegen in Summe bestimmte bestimmt hohe Reize anzubieten? Das würde man aber nie herausfinden, weil man es nicht vergleichbar machen kann.
Eine Frage hätte ich da Richtung @Hubschraubär: Wenn wir über Zone2 Training reden, dann liegt ja diese Zone für jeden woanders. Bedeutet das SanMillan Zone2 Training nicht genau dasselbe wie für Hobyletten, nur daß diese Zone2 für einen Pogi ganz woanders liegt - etwa weil der halt seine persönliche Zone2 schon so weit nach oben geschoben hat? Oder ist das auch für den außerhalb der üblichen Definition? Bzw. umgekehrt gefragt: Verschiebt sich irgendwann mit steigendem Trainingserfolg auch einmal meine Zone2 im Bezug auf die Herzfrequenz (nach dem Motto, wenn ich anfange, dann Trainiere ich meine LT1 meinetwegen bei 130 Puls; irgendwann werde ich besser und besser, vschiebe meine LT1 nach oben und trainiere die dann bei 140? Oder erwartet man eigentlich, daß LT1 mehr oder minder immer da bleibt, wo sie einmal ist, nach dem Motto, der Körper gibt zwar mehr Leistung ab, aber die Belastung des Kreislaufs (=Puls) bleibt ungefähr relativ gleich? Eigentlich würde ich erwarten, daß auch der Puls zur Erbringung der LT1 mit der Zeit ansteigen sollte, denn der Kreislauf muss ja auch mehr O2 abliefern.
Ich finde es schade, daß Ihr zwei (@Hubschraubär und @Teutone) Euch so etwas aufschaukelt - ich denke, Ihr habt beide irgenwo Recht, aber Ihr redet über ganz unterschiedliche Dinge. Wenn Ihr da zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommt, was "optimal" ist, dann ist das doch kein Wunder - und bedeutet doch nicht, daß hier irgendwer "falsch" liegt. Der Ansatz von @Teutone geht halt wegen anderer Randbedingungen in eine andere Richtung. Gerade deswegen finde ich Eurer beider Inputs sehr gewinnbringend. Ich finde es sehr spannend zu sehen, wer macht was, was kommt dabei heraus. Ich will es halt auch immer ganz genau verstehen. "Teile Zonen ein, lade Trainingsplan X und exekutiere den auf die Minute genau" funktioniert für mich irgendwie nicht, ich muss verstehen, was ich warum mache. "Mach Zone2 Training, das macht die Ausdauer besser, und je mehr davon, desto besser" hat für mich trotz LD und korrekter Zoneneinteilung auch nicht das gebracht, was ich erwartet hatte. Deswegen: Fetzt Euch schön weiter, aber erklärt bitte weiter, warum. Ich freu mich dann, wenn ich wieder etwas mehr verstehe.
Etwas losgelöst von Pogi... Ich hab das mal ein paar Jahre am Olympia Stützpunkt gemacht vor Jahrzehnten aber unter extrem enger Kontrolle. In der Regel hat sich die Leistung nach oben verschoben wohingegen die Herzfrequenz der Zonen immer rel ähnlich blieb. 25 Jahre später was auch schon wieder was her ist war in aus Neugier noch mal über Beziehungen an einem anderen Olympia Stützpunkt und hab da nen Test gemacht, selbst da lagen die hf Zonen noch ungefähr wo sie früher waren, die Leistung war aber ganz anders. Vo2max dafür immer noch sehr hoch. Der Sport Wissenschaftler kontrollierte zwischendurch mehrfach sein System weil ihn das so irritierte 😂 🙈
 
Was passiert physiologisch eigentlich wirklich, wenn man die Zone 2 nicht messerscharf trifft?
Nichts passiert - die Erde dreht sich weiter...

Ernsthaft: Für den Organismus gibt es keine "messerscharf" abgegrenzten Trainingszonen. Besagte 5 Schläge oder 2% Leistungsunterschied ruinieren das Training nicht. Es ist aber sehr wohl ein Unterschied, wenn man LIT trainieren möchte aber für längere Zeit im MIT unterwegs ist (weil es gerade Gegenwind oder eine Steigung hat). Das triggert dann doch andere Vorgänge, und hat Auswirkungen in Bezug auf die notwendige Verpflegung und Regeneration. Bei kürzeren Einheiten mag das nicht so sehr ins Gewicht fallen, bei langen Einheiten schaut's dann mglw. anders aus.

Ich halte diesen, inzwischen deutlich abgeflachten, "Zone 2 Hype" für völlig überbewertet.
 
Ich stelle mal eine vielleicht ketzerische Frage in die Runde – oder vielleicht ist sie auch einfach nur naiv: Was passiert physiologisch eigentlich wirklich, wenn man die Zone 2 nicht messerscharf trifft?

Sofern man seine Zonen sauber definiert hat: Was sind die konkreten physiologischen Nachteile, wenn ich leicht zu tief oder leicht zu hoch fahre? Mache ich mir den Trainingseffekt damit wirklich kaputt oder ist der Unterschied marginal?
Meines Wissens nach ist die Diskussion um die strikte Zone 2 ja erst so richtig hochgekocht, als Iñigo San Millán über das Training von Pogačar und die metabolische Gesundheit berichtet hat. Danach poppten gefühlt 1000 Podcasts auf, die diese Zone als den heiligen Gral feierten. Mittlerweile habe ich aber das Gefühl, dass viele dieser Zone-2-Evangelisten ihre Meinung wieder ein Stück weit revidieren oder zumindest relativieren.
Daher meine Frage für die Praxis: Wenn wir uns darauf einigen, dass Grundlagenausdauer wichtig ist und hochvolumig gefahren werden sollte, kombiniert mit passenden Intervallen, inwiefern spielt dann für uns Hobbyletten das exakte Treffen der Zone 2 eine kriegsentscheidende Rolle?

Ist eine Einheit für die Tonne, nur weil der Puls mal 5 Schläge zu niedrig war? Oder zerstöre ich mir die Regeneration, wenn ich mal 10 Watt zu hoch war? Wo merkt man den Unterschied wirklich effektiv?
Da es sich ja um Zonen handelt und Training auf hohem Niveau ein Gesamtkonstrukt ist, kann man wie du ahnen wirst, die Frage nicht eindimensional beantworten. Wenn du in einer high Volume Woche eine 6h Einheit nach oben hin ausdehnst ist das was anderes als wenn du das bei 4 Einheiten pro Woche in einer 2h Einheit tust. Niemand betrachtet eine einzelne Einheit nur für sich.

Aus meiner persönlichen Erfahrung... In einem professionellen Training kommst du freiwillig nicht auf die Idee einfach mal Gas stehen zu lassen weil du grade Bock hast. Und wenn du ohne so eine absichtliche Aktion bei üblicher Leistung mit dem Puls zu hoch liegst kontrolliert jemand ob du krank bist.
 
Dass man beim Verlassen der Zone komplett (und für den Rest der Fahrt) die Mechanismen verschiebt, passiert eigentlich nur, wenn man sich zwischenzeitlich mal in die Schwelle, und dort am besten noch etwas leerfährt.

Also die typische Grundlagenfahrt mit den Jungs, wo dann aber jeder Anstieg aus Testosteron-Gründen voll gefahren wird. Ob selbst das aber am Ende ein schlechtes Training war, steht nochmal auf einem anderen Blatt.
 
Ich stelle mal eine vielleicht ketzerische Frage in die Runde – oder vielleicht ist sie auch einfach nur naiv: Was passiert physiologisch eigentlich wirklich, wenn man die Zone 2 nicht messerscharf trifft?

Sofern man seine Zonen sauber definiert hat: Was sind die konkreten physiologischen Nachteile, wenn ich leicht zu tief oder leicht zu hoch fahre? Mache ich mir den Trainingseffekt damit wirklich kaputt oder ist der Unterschied marginal?
Meines Wissens nach ist die Diskussion um die strikte Zone 2 ja erst so richtig hochgekocht, als Iñigo San Millán über das Training von Pogačar und die metabolische Gesundheit berichtet hat. Danach poppten gefühlt 1000 Podcasts auf, die diese Zone als den heiligen Gral feierten. Mittlerweile habe ich aber das Gefühl, dass viele dieser Zone-2-Evangelisten ihre Meinung wieder ein Stück weit revidieren oder zumindest relativieren.
Daher meine Frage für die Praxis: Wenn wir uns darauf einigen, dass Grundlagenausdauer wichtig ist und hochvolumig gefahren werden sollte, kombiniert mit passenden Intervallen, inwiefern spielt dann für uns Hobbyletten das exakte Treffen der Zone 2 eine kriegsentscheidende Rolle?

Ist eine Einheit für die Tonne, nur weil der Puls mal 5 Schläge zu niedrig war? Oder zerstöre ich mir die Regeneration, wenn ich mal 10 Watt zu hoch war? Wo merkt man den Unterschied wirklich effektiv?
Nein, mit San Milan kam das nicht auf, da wurde begonnen die Sau durchs Internet Dorf zu treiben. Was in den meisten Podcasts passiert hat ja aber nichts mit ernsthaften Diskussionen um seriöse Trainingsplanung zu tun (Marketing und so). Was mir so spontan an möglichen Nachteilen einfallen würde:
Akut:
  • Erhöhte Glykolyse und Laktatakkumulation
  • Erhöhte ATP-Produktionsrate
  • intra und extrazelluläres Ungleichgewicht durch Protonenakkumulation und Kaliumverschiebungen
  • Daraus resultierend erhöhter metabolischer Stress
Chronisch:
  • geringere Mitochondiale Enzymaktivität
  • geringere Kapillarisation und damit schlechtere Entwicklung der Diffusionskapazität für Sauerstoff
  • Aktivierung von HIF-1α und PGC-1α weniger effizient bzw. Unterdrückung
  • daraus resultierend u.a. längere Regenerationszeit = Stagnation
 
Am Tag selbst und für die Einheit selbst mag das egal sein. Aber am Tag danach kommt wieder Training und am Tag danach auch...

Je nachdem wie hart am Limit der Plan ist oder nicht, fällt die Bewertung vermutlich unterschiedlich aus.
 
Leute, macht euch weniger Gedanken um sowas und fährt einfach Fahrrad.
Das sollte doch jedem selber überlassen sein, wie intensiv er sich mit seinem Körper, der Wissenschaft und den daraus resultierenden Trainingsmethoden auseinandersetzt :) Für einige Leute mag "einfaches Dahinballern" ausreichen - andere wollens eben strukturierter angehen :)
 
Ich stelle mal eine vielleicht ketzerische Frage in die Runde – oder vielleicht ist sie auch einfach nur naiv: Was passiert physiologisch eigentlich wirklich, wenn man die Zone 2 nicht messerscharf trifft?
Nichts - und alles. Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, schlimmstenfalls trainierst Du halt was ganz anderes, als Du eigentlich wolltest. Ich wollte / will mit Zone 2 Training meinen Fettstoffwechsel verbessern. Habe LD gemacht, Bisschen was gelesen und bin da eine Menge (mehr als zuvor) gefahren. Ergebnis: Leistung und Ausdauer verbessert, Fettstoffwechsel Fehlanzeige.
2. LD gemacht, Zonen bestimmt, mehr und länger „in Zone“ gefahren, Ergebnis s.o.
Mittlerweile glaube ich, es lag an der TF, mit der ich in der Zone gefahren bin - bei 65 TF trete ich mit fast 40% mehr Kraft als mit 90. Das ist für die einzelne Muskelkontraktion so, als würde ich statt mit 200W mit 276W fahren. Vermutlich habe ich also bei niedriger Leistung trotzdem eher Typ-II Fasern trainiert. Wenn das so wäre, dann hätte ich denselben Effekt mglw. auch einfacher haben können. Also suboptimale Zeitinvestition.
Ich versuche seitdem, nicht nur die Zone 2 zu treffen, sondern dort etwas gezielter die Typ-I Fasern zu trainieren. Das mag für all die erfahreneren hier so Basis sein, dass sie nur müde lächeln, vielleicht ist es auch völlig zwecklos, weil vom Volumen her viel zu gering, aber ich probiere das dieses Jahr einfach aus und kann ja dann im Mai mal berichten. Da plane ich nochmal ne LD ein.

Kurzfassung: Wenn Du daneben liegst, geht nix kaputt, du trainierst nur vielleicht andere Effekte als gedacht.

Ah und sorry wenn ich hier von 200W und niedriger Leistung rede - da ich durch meine Grösse recht schwer bin (86kg) - also eigentlich leicht für die Grösse, aber egal - da kommt halt absolut viel raus trotz mittelmässigem Gesamtniveau. In der Ebene bin ich King.
King Louie aus dem Dschungelbuch auf dem Rad.
 
Mich wundert ja stark, dass die Laktatmessung noch nicht kam 😆

Aber mal im Ernst: ich bin zum Stufentest marschiert und hab einen HF Bereich bekommen, in dem ich meine entsprechende Zeit des Trainingsvolumens verbringen kann.

Ich wills mal etwas drastisch formulieren, um zum Nachdenken anzuregen: "Zone 2" ist m.E. Blödsinn. Also nicht, dass ein Training darin an irgendeiner Stelle vielleicht Sinn ergibt, aber:

Zone 2 nach Watt ginge bei mir von 190 bis knapp 260 Watt. Je nach Dauer der Einheit sind das Welten(!) und triggern den Körper komplett unterschiedlich und erfordern komplett unterschiedliche Mengen an KH-Zufuhr (von "nix" bis "gib mir alles was Du hast!").

Zone 2 nach HF dito, von 108 bis 142 - ebenfalls Welten.
Bei mir war es ein HF Bereich von 20 Schlägen, ca 68-78% HFmax. Dass das Training nach Zone 2 für dich nicht funktioniert, kann ich mir bei den großen Zonen gut vorstellen.
…ob das ganze System deshalb nun allgemein „Blödsinn“ und „Rattfahren kommt von Rattfahren“ dem nun überlegen sei? Ich weiß ja nicht 😁

Edit: und schon hat es der @Schnitzelzauber angesprochen 😄
Interessant, vorher habe ich „Rattfahren“ betrieben und hatte dicke Faser 2 Keulen, seit dem Training in Zonen hat bei steigender Leistung und Kraftausdauer der Durchmesser merklich abgenommen. Da scheint der Shift zu Faser 1 stattgefunden zu haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mittlerweile glaube ich, es lag an der TF, mit der ich in der Zone gefahren bin - bei 65 TF trete ich mit fast 40% mehr Kraft als mit 90. Das ist für die einzelne Muskelkontraktion so, als würde ich statt mit 200W mit 276W fahren. Vermutlich habe ich also bei niedriger Leistung trotzdem eher Typ-II Fasern trainiert.

Befindest Dich übrigens in guter Gesellschaft, macht Pogi auch grad: Intervalle mit 50er Kadenz (je 30-40 Sekunden a 6 WKg/400 Watt, am Ende jeweils runterschalten und 10 Sekunden 600 Watt, dann 5 Minuten Pause mit 4,5 Watt). ;)

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Was Pogi da macht ist gutes altes K3-Training. (Von den letzten 10" mal abgesehen - der Anwendungszweck für ihn dürfte aber klar sein).
 
Zusammengefasst: Es passiert eigentlich erst mal nichts Katastrophales. Das Problem entsteht erst, wenn ich chronisch überpace: Dann fahre ich mir eine unnötige Ermüdung und ggf. Überlastung ein und verbaue mir damit die Frische für die wirklich harten Reize. Ich verhindere also effiziente Anpassungseffekte, weil ich ständig im 'Niemandsland' unterwegs bin.

Fahre ich hingegen dauerhaft zu lasch, setze ich zwar auch Reize, verschenke aber Potenzial und Zeit, weil der Reiz eben nicht so effizient ist, wie er sein könnte.

Um diese Effizienz aber wirklich punktgenau zu steuern, komme ich um eine regelmäßige Überprüfung (z. B. Leistungsdiagnostik) kaum herum, da die Zone durch die Anpassungseffekte ja wandert und nicht statisch bleibt.
 
Um diese Effizienz aber wirklich punktgenau zu steuern, komme ich um eine regelmäßige Überprüfung (z. B. Leistungsdiagnostik) kaum herum, da die Zone durch die Anpassungseffekte ja wandert und nicht statisch bleibt.

Wobei man hier, siehe auch Kommentar vom Hook oben..

selbst da lagen die hf Zonen noch ungefähr wo sie früher waren, die Leistung war aber ganz anders.

..durchaus noch mit der guten alten HF arbeiten kann, sofern halbwegs vergleichbare Müdigkeit, und man Lebensalter-Anpassungen der HF berücksichtigt.
 
Zusammengefasst: Es passiert eigentlich erst mal nichts Katastrophales. Das Problem entsteht erst, wenn ich chronisch überpace: Dann fahre ich mir eine unnötige Ermüdung und ggf. Überlastung ein und verbaue mir damit die Frische für die wirklich harten Reize. Ich verhindere also effiziente Anpassungseffekte, weil ich ständig im 'Niemandsland' unterwegs bin.

Fahre ich hingegen dauerhaft zu lasch, setze ich zwar auch Reize, verschenke aber Potenzial und Zeit, weil der Reiz eben nicht so effizient ist, wie er sein könnte.

Um diese Effizienz aber wirklich punktgenau zu steuern, komme ich um eine regelmäßige Überprüfung (z. B. Leistungsdiagnostik) kaum herum, da die Zone durch die Anpassungseffekte ja wandert und nicht statisch bleibt.
Bei z2 würde ich mir da nicht zu viele Gedanken machen. Das kann man doch gut über den Puls kontrollieren wenn du mit Puls fährst. Wenn Du bei Einheiten wo Du den HF-Drift nach oben ausschöpfen willst/sollst und das über mehrere Einheiten bei der angedachten Leistung nicht mehr passiert, dann fahr einfach ein paar Watt mehr, damit es passiert. Das muss einem eine LD eigentlich nicht aufs theoretische Watt genau "nachweisen".

Übrigens "vorsicht"... ich hab einen Kumpel, der trainiert auch sehr gesteuert. Der versucht allerdings in wirklich jeder Einheit immer den jeweiligen Bereich absolut auszureizen. Und eigentlich erwartet er auch in jeder Einheit, dass er dann mehr Watt rausgequetscht bekommt als beim Mal davor und wenn das nicht passiert ist das mental dann schon manchmal schwierig. Das geht auch mal ne Weile gut, aber es gibt halt auch mal Tage und Phasen wo es nicht jedes Mal neue Rekorde gibt.
 
Übrigens "vorsicht"... ich hab einen Kumpel, der trainiert auch sehr gesteuert. Der versucht allerdings in wirklich jeder Einheit immer den jeweiligen Bereich absolut auszureizen. Und eigentlich erwartet er auch in jeder Einheit, dass er dann mehr Watt rausgequetscht bekommt als beim Mal davor und wenn das nicht passiert ist das mental dann schon manchmal schwierig. Das geht auch mal ne Weile gut, aber es gibt halt auch mal Tage und Phasen wo es nicht jedes Mal neue Rekorde gibt.
Gleiches "Problem" wie bei Kraftsportlern. Das geht (natürlich) nicht dauerhaft und permanent. Wenn das so wäre, gäbe es massig Leute die 500kg auf der Bank drücken und 1000W FTP fahren würden.
 
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