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Zone 2 Training Power oder Herzfrequenz?

Moin zusammen,

ich hänge mich hier einmal rein, weil sich mir beim Zwiften eine ähnliche Frage stellt.
Ich liege oftmals in einer Herzfrequenz, die noch der Zone 2 entspricht, treten jedoch Wattzahlen in der Zone 3 (FTP-Test gemacht).

Dabei sind die Abweichungen schon signifikant. Orientiere ich mich an den Wattzahlen, wäre ich wahrscheinlich nur bei 50% der maximalen Herzfrequenz, wenn überhaupt.

Ich wills mal etwas drastisch formulieren, um zum Nachdenken anzuregen: "Zone 2" ist m.E. Blödsinn. Also nicht, dass ein Training darin an irgendeiner Stelle vielleicht Sinn ergibt, aber:

Zone 2 nach Watt ginge bei mir von 190 bis knapp 260 Watt. Je nach Dauer der Einheit sind das Welten(!) und triggern den Körper komplett unterschiedlich und erfordern komplett unterschiedliche Mengen an KH-Zufuhr (von "nix" bis "gib mir alles was Du hast!").

Zone 2 nach HF dito, von 108 bis 142 - ebenfalls Welten.

Man sollte sich in diesem Sinne also am besten davon verabschieden, und etwas konkreter wissen, was man eigentlich (erreichen) will.

Nicht umsonst daher an anderer Stelle (Ernährungsthread) auch mein "Vortrag" darüber, dass Z2 für einen Pro mit hoher FTP physiologisch schon ein sportlicheres (..und "gefährlicheres") Unterfangen ist als für eine Hobbette.
 
Die Variation ist nicht unnormal, deswegen ist die Leistung auch valider. Und doch sollte man die HF nicht ganz außer Acht lassen. Wer dauerhaft über 70% HF seine Grundlageneinheiten durch die Gegend bläst, fährt halt keine Grundlageneinheiten, sondern gehört zu den Leuten, die ständig andere mit Zone 3 nerven ... :)
Das kapiere ich jetzt auch beim 3. mal lesen nicht. 70% HF, das sind bei mir ca. 136. Das ist für mich „as low as it gets“. Im Gegentum, ich fahre meine Grundlage oft sogar ein bisschen darüber, und frage mich dabei ständig, ob man noch weniger treten kann. Leistung ist dabei aber auch relativ niedriger, eher so 60- 65%. Ich bin daher eher so auf der Seite von @tommynocker.
Dabei spielen aber 2 Dinge rein - einerseits Körpergrösse (ich kann mir vorstellen, dass das die HF generell hochschiebt), und andererseits relativ wenige Lebenskilometer auf Grundlageniveau. Seitdem ich angefangen habe, überhaupt in der Richtung irgendwas zu machen, ist im Thema HF Bewegung nach unten. Da kann ich mir vorstellen, irgendwann einmal auch unter 70% zu kommen. Irgendwann mal. Aber das soll nur zeigen: HF ist sehr sehr individuell. Da sollte jede(r) erstmal für sich herausfinden, passen die Normrezepte füf mich überhaupt, oder trainiere ich im Nirvana herum und wundere mich dann, warum ich nicht vorankomme?
 
Das hätte ich nicht erwartet. Hätte gedacht dass die niedrige HF bei gutem Aerobe Fitnesslevel kommt und bei starker Ermüdung eher die höhere HF und/oder HF drift.
Es gibt beides, bei kurzfristiger Ermüdung (Tag vorher hartes Training, HIT) neigt man oft zu etwas erhöhter HF, wenn man sich einige Tage komplett in den Keller gefahren hat, "kriegt man ihn komplett nicht mehr hoch".
 
Deshalb sind das ja "Zonen" (und keine Punktwerte), die man im Rahmen einer sinnvollen Trainingsplanung klug kombinieren muss. Man hat nicht Punktwert Herzfreqenz A bei Wattleistung B. Nach welcher Zeit? Über den Pulsdrift dürfte sich das nach 10min, 60min oder 180min schon unterscheiden wenn man trainiert und nicht nur rumfährt. Normal startet man am unteren Rand einer Zone und sollte am Ende eher nicht oberhalb des oberen Randes rauskommen wenn man die Leistung ebenfalls im Zielbereich behält. Man wir also keine sehr kurze Einheit nur am unteren Rand so einer Zone annehmen (außer man hat dafür spezielle Gründe). Und man hat bei einer sehr langen Einheit nicht schon am Anfang den Puls weit oben sondern er driftet langsam durch den Zielbereich.
 
Stattdessen sagen sich die Leute aber oft, dass es reicht, wenn sie die ganze Zeit um unteren Rand einer Zone rumdümpeln, weil Zone ist ja Zone.
 
Da ist mit großer Wahrscheinlichkeit Deine HFmax nicht ordentlich ausgetestet. Bei 80% der HFmax kannst Du vermutlich auch ein paar Stunden fahren, aber nicht so ganz endlos wie bei 70%.

Das sind 83% für 5 Stunden.. ich frag mich manchmal, wie lang Ihr denn irgendwas fahren wollt, die wenigsten fahren 24h-Rennen oder PBP. Bei 70% ist die Begrenzung dann irgendwann nur noch Schlafmangel. Sinnfrei, aber kann man natürlich machen.

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Und doch sollte man die HF nicht ganz außer Acht lassen. Wer dauerhaft über 70% HF seine Grundlageneinheiten durch die Gegend bläst, fährt halt keine Grundlageneinheiten, sondern gehört zu den Leuten, die ständig andere mit Zone 3 nerven

Sorry, aber 70% sind definitiv Grundlage, auch wenn Du - aus welchen Gründen auch immer - niedrigere Grundlagenbereiche für sinnvoller erachtest.

Das kapiere ich jetzt auch beim 3. mal lesen nicht. 70% HF, das sind bei mir ca. 136. Das ist für mich „as low as it gets“. Im Gegentum, ich fahre meine Grundlage oft sogar ein bisschen darüber, und frage mich dabei ständig, ob man noch weniger treten kann.

Wie ich oben schrieb, das musst Du auch beim 4. Mal lesen nicht kapieren, 70% ist weißgott nichts, wo man in irgendwelche zu hohen Gefilde vorstößt.
 
Deshalb sind das ja "Zonen" (und keine Punktwerte), die man im Rahmen einer sinnvollen Trainingsplanung klug kombinieren muss.
+1

Denn je nachdem, wie mein Training aussieht, sollte ich meine persönlichen "Zielwerte" für die konkrete Einheit wählen, um die bestmögliche Kombination aus dem Trainingsreiz und dessen Verarbeitung (= Anpassung) zu erreichen. Die Anpassung erfordert stets ausreichende Regeneration.

Außerdem finde ich dieses "soll ich entweder auf HF oder Watt schauen" wenig sinnvoll, sondern es muss beides miteinander gesehen werden.

Wenn ich weiß, ich habe am nächsten Tag eine hochintensive Einheit vor mir, will ich mich bei der Grundlageneinheit am Vortag lieber im unteren Bereich meines Grundlagenbereichs befinden und achte für die Orientierung weniger auf Watt, sondern auf Herzfrequenz. Watt ist objektiv und immer gleich. Meine HF sagt mir aber, was in meinem Körper passiert, also was sind die aktuellen "Kosten" für meinen Körper. Vielleicht habe ich ja schlecht geschlafen, nicht genug gegessen, sodass es für meinen Körper just an dem Tag etwas anstrengender/belastender ist, die gleiche Wattleistung zu erbringen. Hier hilft die Frage nach der RPE (rate of perceieved exertion), sprich: Wie anstrengend fühlt es sich an? So wie immer? Weniger? Mehr?

Stephen Seiler formuliert es im Hinblick auf das Auffinden des richtigen Belastungsbereichs ganz gut, wenn er darauf verweist, dass man die physiologischen Prozesse am besten durch eine Triangulation zwischen "objektiv erbrachte Leistung (Watt) + Kosten für den Körper (HF) + subjektives Empfinden (RPE)" ausloten kann.

So kann man mit der Zeit ein sehr gutes Gefühl für die eigenen "Zonen" finden.
 
Du bist aber nicht überrascht, dass 332W FTP trotzdem "nur" 3,9W/kg sein können?
Division ist eine tolle Erfindung. Aber da (vor allem, wenn es bergauf geht) ist die Physik einfach gnadenlos. o_O. Diesen Newton! Wenn ich den erwische, der kann sein blaues Wunder erleben.😁
Wenn du bei gleicher Leistung 20kg abnimmst, könnte das mit der TdF vielleicht was werden. 🤓
:daumen: Mensch, Spitzen Idee. Hab ich schon ausgerechnet. Dann wäre ich bei 5W/kg.
Immer noch nix um einen Blumentopf zu gewinnen. Böh.
Und die Frage ist, wo die 20kg hernehmen. 🤔 3,5kg Fett könnten noch weg (realistisch 2kg), aber unter 7% will ich eigentlich nicht. :ka: Und sonst - Knochensäge? Lobotomie? Blutspende? Paar Zähne ziehen...
Also doch FTP rauf auf 430W, dann bin ich auch im 5W Club dabei. 🥴 Ach nee, ohne Muskelzuwachs. Au weia.
 
Das sind 83% für 5 Stunden.. ich frag mich manchmal, wie lang Ihr denn irgendwas fahren wollt, die wenigsten fahren 24h-Rennen oder PBP. Bei 70% ist die Begrenzung dann irgendwann nur noch Schlafmangel. Sinnfrei, aber kann man natürlich machen.

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Sorry, aber 70% sind definitiv Grundlage, auch wenn Du - aus welchen Gründen auch immer - niedrigere Grundlagenbereiche für sinnvoller erachtest.



Wie ich oben schrieb, das musst Du auch beim 4. Mal lesen nicht kapieren, 70% ist weißgott nichts, wo man in irgendwelche zu hohen Gefilde vorstößt.
So sehe ich das auch , wenn ich nach 3 Tagen in dem Bereich 80% 4-5 h gefahren bin und merke langsam wird es schwer das zu Halten war es für mich genau Richtig , dann macht man halt danach mal 2 Ruhige Einheiten bei 65-70% , je nachdem wie die Belastungsverträglichkeit ist .
 
Das sind 83% für 5 Stunden.. ich frag mich manchmal, wie lang Ihr denn irgendwas fahren wollt, die wenigsten fahren 24h-Rennen oder PBP. Bei 70% ist die Begrenzung dann irgendwann nur noch Schlafmangel. Sinnfrei, aber kann man natürlich machen.

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Sorry, aber 70% sind definitiv Grundlage, auch wenn Du - aus welchen Gründen auch immer - niedrigere Grundlagenbereiche für sinnvoller erachtest.



Wie ich oben schrieb, das musst Du auch beim 4. Mal lesen nicht kapieren, 70% ist weißgott nichts, wo man in irgendwelche zu hohen Gefilde vorstößt.
Ich frage mich immer wieder mal ob das bei Dir Absicht ist, oder ein Versehen.

Du schreibst 70%, ich schreibe ÜBER 70% - ich habe auch nie behautpet, dass 70% keine Grundlage mehr ist, 83% ist aber definitiv keine Grundlage (im Sinne von Ausdauergrundlage / aerobe Grundlage) mehr.
Nicht ICH erachte niedrigere GA Bereiche für sinnvoll, sondern das ist das, was der Großteil der Wissenschaft grds. vertritt. Ab 60% HFmax gilt GA Training als Trainingwirksam (bei manchen Autoren bereits ab 50%). LIT hört eher (grob) im Bereich um die 80% auf, da gibt es durchaus unterschiedliche Positionen.
Der Captain hat es ja bereits geschrieben: An den oberen Bereich kommt man halt irgendwann, man startet damit aber nicht, es ist auch nicht sinnvoll immer am ganz oberen Bereich zu trainieren.
Das ist der etwas naive Versuch Trainingszeit durch Intensität auszutauschen. Das kann man als Hobbysportler mit wenig Zeit machen, wird damit im Leistungssport aber nicht zum Erfolg kommen (vielleicht gibt es 1-2 Ausnahmen, mir würden aber keine einfallen). Das ist ja gerade das was Seiler & co. rausgefunden haben - (quasi) alle erfolgreichen Ausdauersportler haben ein ein hohes Trainingsvolumen bei geringer Intensität.
Übrigens: Wenn man sich mit solchen Athleten unterhält und die sagen "in letzter Zeit habe ich wenig trainiert" und man schaut sich dann Trainingsdaten an, dann befindet man sich da in Bereichen, da kommen Hobbysportler bestenfalls in hohen Wochen hin. Da heisst es dann, "kaum Training" und man befindet sich bei 15h+.

Fraglich bleibt ja immer, ob Personen die da bei 80-90% "Grundlage" fahren (ich übertreibe bewusst) ihre HFmax ordentlich ausgetestet haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich wills mal etwas drastisch formulieren, um zum Nachdenken anzuregen: "Zone 2" ist m.E. Blödsinn. Also nicht, dass ein Training darin an irgendeiner Stelle vielleicht Sinn ergibt, aber:

Zone 2 nach Watt ginge bei mir von 190 bis knapp 260 Watt. Je nach Dauer der Einheit sind das Welten(!) und triggern den Körper komplett unterschiedlich und erfordern komplett unterschiedliche Mengen an KH-Zufuhr (von "nix" bis "gib mir alles was Du hast!").
Nein, Du hast den Kontext des Begriffes "Zone 2" wie er hier ja in der Regel nach San Milan benutzt wird nicht verstanden.
Das ist dann der obere Bereich der "Zone 2" - daher unterscheide ich ganz gerne zwischen GA und LIT (was wissenschaftlich total unsauber ist), aber schnell klar macht was gemeint ist. Zone 2 in diesem Kontext bedeutet bei Dir dann (falls die Daten stimmen) 240-260W (oder vielleicht auch 245-255W).
 
Schwierig wird es immer dann, wenn Hobbysportler aus ihren persönlichen Erfahrungen heraus meinen sie könnten Einzelaspekte besser beurteilen als die Wissenschaftler, die Experten in ihrem Gebiet sind. Manchmal hilft es halt einfach Wissenschaft ordentlich zu studieren.

Können das gern immer komplett sachlich diskutieren, ich möchte es einfach ein wenig umformulieren:

Schwierig wird es immer dann, wenn Wissenschaftler aus ihren Studien heraus meinen, sie könnten Einzelaspekte besser beurteilen als der Sportler selbst, der seinen Körper am besten kennt. Manchmal hilft es halt einfach, seinen Körper ordentlich zu studieren.

Ich hole mir auch sehr viel Input aus der Wissenschaft, lese (neudeutsch: studiere) Studien, keine Sorge. Aber immer mit einer großen Vorsicht, und immer mit der Fragestellung, "Gibt es (frühere/spätere) Studien, die genau des Gegenteil besagen, und wenn ja, warum?". Mit wem wurde hier überhaupt getestet, was waren das für "well trained irgendwas", will man sich vielleicht nur dadurch hervortun, möglichst mal das Gegenteil einer herkömmlichen Sichtweise zu "beweisen", etc. Kurbellängen, Laktat, Intensitäten, Trittfrequenzen, was wurden nicht schon alles für Schweine durchs Dorf getrieben, und wieder zurück.

Was die Coaches mit ihren ach so wissenschaftlich studierten Hintergründen angeht, da hat sich für mich einfach immer mehr herauskristallisiert, wie sehr sie irgendwelchen Analysen "hinterhererklären", statt den Athleten vernünftig vorbereitet abzuliefern und "ihn" zu performen. Wenn es alles so wissenschaftlich eindeutig funktionieren würde, dann würde man in Artikeln und Podcasts viel öfter hören, "Wie xy die 7 Stunden beim Ötztaler knacken wird" und nicht wieder "Warum hat es nicht geklappt, hier die Analyse".

Es wird viel zu viel drauflosgewissenschaftet, Massenabfertigung, irgendwas kommt immer dabei raus, und im Nachhinein lässt sich alles gut erklären.. aber das kann jeder. "Gib mir einen Athleten, und ich mache aus ihm das und das!" - das wäre die Kunst, aber da backen sie alle nur wieder kleine Brötchen. Und, einfach gesagt, das kann ich auch, sogar noch ein bisschen besser.

Und, nochmal ergänzend, wer wirklich den Dreh raus hat, wird es nicht veröffentlichen.

Nein, Du hast den Kontext des Begriffes "Zone 2" wie er hier ja in der Regel nach San Milan benutzt wird nicht verstanden.
Ich sprach hier für den üblichen "Zonenfahrer" aus dem Forum, und wie er da rangeht; ich selbst trainiere nicht nach diesen Zonen - habe aber auch andere Ziele und Motivationen.
 
Können das gern immer komplett sachlich diskutieren, ich möchte es einfach ein wenig umformulieren:

Schwierig wird es immer dann, wenn Wissenschaftler aus ihren Studien heraus meinen, sie könnten Einzelaspekte besser beurteilen als der Sportler selbst, der seinen Körper am besten kennt. Manchmal hilft es halt einfach, seinen Körper ordentlich zu studieren.

Ich hole mir auch sehr viel Input aus der Wissenschaft, lese (neudeutsch: studiere) Studien, keine Sorge. Aber immer mit einer großen Vorsicht, und immer mit der Fragestellung, "Gibt es (frühere/spätere) Studien, die genau des Gegenteil besagen, und wenn ja, warum?". Mit wem wurde hier überhaupt getestet, was waren das für "well trained irgendwas", will man sich vielleicht nur dadurch hervortun, möglichst mal das Gegenteil einer herkömmlichen Sichtweise zu "beweisen", etc. Kurbellängen, Laktat, Intensitäten, Trittfrequenzen, was wurden nicht schon alles für Schweine durchs Dorf getrieben, und wieder zurück.

Was die Coaches mit ihren ach so wissenschaftlich studierten Hintergründen angeht, da hat sich für mich einfach immer mehr herauskristallisiert, wie sehr sie irgendwelchen Analysen "hinterhererklären", statt den Athleten vernünftig vorbereitet abzuliefern und "ihn" zu performen. Wenn es alles so wissenschaftlich eindeutig funktionieren würde, dann würde man in Artikeln und Podcasts viel öfter hören, "Wie xy die 7 Stunden beim Ötztaler knacken wird" und nicht wieder "Warum hat es nicht geklappt, hier die Analyse".

Es wird viel zu viel drauflosgewissenschaftet, Massenabfertigung, irgendwas kommt immer dabei raus, und im Nachhinein lässt sich alles gut erklären.. aber das kann jeder. "Gib mir einen Athleten, und ich mache aus ihm das und das!" - das wäre die Kunst, aber da backen sie alle nur wieder kleine Brötchen. Und, einfach gesagt, das kann ich auch, sogar noch ein bisschen besser.

Und, nochmal ergänzend, wer wirklich den Dreh raus hat, wird es nicht veröffentlichen.


Ich sprach hier für den üblichen "Zonenfahrer" aus dem Forum, und wie er da rangeht; ich selbst trainiere nicht nach diesen Zonen - habe aber auch andere Ziele und Motivationen.
Zwischen lesen und studieren besteht ein Unterschied, das hat nix mit neudeutsch zu tun.

Dein Blick auf Deinen Körper ist subjektiv, Wissenschaft objektiviert Ergebnisse. Möglicherweise fehlt Dir da ein wenig der Blick für? (Ich meine das nicht böse und wirklich als Frage)

Im weiteren Verlauf vermischst Du da Coaches und Wissenschaft. Das fällt manchmal zusammen, oft aber auch nicht. Mir persönlich bleibst Du da zu allgemein. Immerhin lässt sich aber festhalten, das die meisten der Sub 7/8 Fahrer Coaches haben und dass die besten ungecoachte Athleten früher deutlich langsamer waren. Ich möchte das aber gar nicht auf der Ebene Coach oder nicht diskutieren, sondern sehe da eben den Einfluss von Wissenschaft - das ist ja auch ein Aspekt, den man immer wieder von Ex-Profis im Vergleich zur heutigen Zeit hört.

Auch im weiteren Verlauf liegst Du falsch. Gerade die Wissenschaftler, die zu den angesehensten der Welt gehören gehen sehr offen mit ihren Ergebnissen um. Aus eigener Erfahrung kann ich auch sagen, dass diese sehr offen auf jede Art der Frage reagieren und auch Profis (auch außerhalb des Radsports) sehr offen mit ihrem Training umgehen, sodass es, wenn man aus wissenschaftlichem oder/und proffessionellem Interesse zu ihnen kommt auch gar kein Problem ist genaue Einblicke in deren Training zu erhalten (wir sprechen hier über Profisport auf allerhöchstem Level).
Du wirst das aber natürlich nicht in irgendwelchen Podcasts hören. Da sprechen wir von ganz verschiedenen Ebenen der Wissensverbreitung. Die meisten Betreiber von Podcast oder Youtube Kanälen wollen Dir ja durch die Hintertür etwas verkaufen.
 
...um jetzt wieder so komplett die Bodenhaftung zu gewinnen: meine Coaches haben bis dato immer sowas wie LIT und GA, oder GA locker und GA bergig in den Plan geschrieben - damit war mir immer komplett ohne HR und Watt klar was gemeint ist 😅

Ich spreche da gerne von der "Intention" einer Fahrt 🫠

Ist vielleicht eher so ein Indoor/Erg Problem....?
 
Gerade die Wissenschaftler, die zu den angesehensten der Welt gehören gehen sehr offen mit ihren Ergebnissen um. Aus eigener Erfahrung kann ich auch sagen, dass diese sehr offen auf jede Art der Frage reagieren und auch Profis (auch außerhalb des Radsports) sehr offen mit ihrem Training umgehen, sodass es, wenn man aus wissenschaftlichem oder/und proffessionellem Interesse zu ihnen kommt auch gar kein Problem ist genaue Einblicke in deren Training zu erhalten (wir sprechen hier über Profisport auf allerhöchstem Level).

Ich mag mich täuschen, aber wie viele Trainingspläne von wirklichen Topprofis, bei den das Training dann wirklich relevant/interessant ist, wurden denn schon veröffentlicht? Damit meine ich jetzt nicht nur einzelne Auszüge, oder allgemeine Aussagen zum Training oder ein paar Strava-Momentaufnahmen, am besten noch ohne Watt? (Ich kenne das Spielchen, ich habe auch schonmal für einen Roadbike-Artikel zum Ötztaler ein paar Auszüge von Workouts "gestiftet", wie man eine timegecrunchte ü40-Mutti, seit 4 Jahren auf dem Rad, mit 7 Stunden die Woche in 9h finishen lässt. Das spiegelt aber nicht wirklich etwas wieder.)

Aber vielleicht sollte man das Ganze entweder in einen passenden Thread verlagern.. oder irgendwann dabei belassen.
 
Ich mag mich täuschen, aber wie viele Trainingspläne von wirklichen Topprofis, bei den das Training dann wirklich relevant/interessant ist, wurden denn schon veröffentlicht? Damit meine ich jetzt nicht nur einzelne Auszüge, oder allgemeine Aussagen zum Training oder ein paar Strava-Momentaufnahmen, am besten noch ohne Watt? (Ich kenne das Spielchen, ich habe auch schonmal für einen Roadbike-Artikel zum Ötztaler ein paar Auszüge von Workouts "gestiftet", wie man eine timegecrunchte ü40-Mutti, seit 4 Jahren auf dem Rad, mit 7 Stunden die Woche in 9h finishen lässt. Das spiegelt aber nicht wirklich etwas wieder.)

Aber vielleicht sollte man das Ganze entweder in einen passenden Thread verlagern.. oder irgendwann dabei belassen.
Lassen wir es gut sein, wir sprechen über verschiedene Ebenen. Es geht nicht um pauschale Veröffentlichungen (aber auch das gibt es: z. B. van der Poel = Olympiasieger = ultra hohes Volumen, ein paar Norweger, ..., aber eben auch Weitergabe der Daten an Wissenschaft, z. B. Gallo Studie, z. B. Seiler, z. B. Ronnestad, zB 4000er Olympiasieger BRD und Australien, z. B. Podlogar, z. B. Leo, ...). Beenden wir es lieber ...
 
Ein Problem aller Veröffentlichungen ist doch, dass diese Aussagen alle nur für sehr sehr bestimmte Personengruppen zutreffen, oder so pauschal sind, daß sie nicht ohne weiteres auf einen selbst übertragbar sind. Man selber ist aber immer eine Untergruppe mit n=1. Das bedeutet doch, wenn ich mich trainieren will (oder mein Coach mich), muss ich doch immer verstehen, was will ich trainieren, welchen Reiz macht welches Training, und passt das auf meine Situation.
Dazu kommt noch, daß die Coggans, Seilers und SanMillans dieser Welt wissenschaftlich herausfinden wollen, was wie gut für ihre Schützlinge funktioniert; dazu brauchen sie aber eine Normierbarkeit, damit man Dinge vergleichen kann. Deswegen sind die Intervalle alle immer gleich hoch, lang, mit festem Rhythmus ("Strukturiert"!). Der Muskel ist aber nicht rechtwinklig. Was, wenn ein Muskel viel besser trainiert, wenn er viel mehr unterschiedlichen Reizen ausgesetzt wird, und es nur darauf ankommt, meinetwegen in Summe bestimmte bestimmt hohe Reize anzubieten? Das würde man aber nie herausfinden, weil man es nicht vergleichbar machen kann.
Eine Frage hätte ich da Richtung @Hubschraubär: Wenn wir über Zone2 Training reden, dann liegt ja diese Zone für jeden woanders. Bedeutet das SanMillan Zone2 Training nicht genau dasselbe wie für Hobyletten, nur daß diese Zone2 für einen Pogi ganz woanders liegt - etwa weil der halt seine persönliche Zone2 schon so weit nach oben geschoben hat? Oder ist das auch für den außerhalb der üblichen Definition? Bzw. umgekehrt gefragt: Verschiebt sich irgendwann mit steigendem Trainingserfolg auch einmal meine Zone2 im Bezug auf die Herzfrequenz (nach dem Motto, wenn ich anfange, dann Trainiere ich meine LT1 meinetwegen bei 130 Puls; irgendwann werde ich besser und besser, vschiebe meine LT1 nach oben und trainiere die dann bei 140? Oder erwartet man eigentlich, daß LT1 mehr oder minder immer da bleibt, wo sie einmal ist, nach dem Motto, der Körper gibt zwar mehr Leistung ab, aber die Belastung des Kreislaufs (=Puls) bleibt ungefähr relativ gleich? Eigentlich würde ich erwarten, daß auch der Puls zur Erbringung der LT1 mit der Zeit ansteigen sollte, denn der Kreislauf muss ja auch mehr O2 abliefern.
Ich finde es schade, daß Ihr zwei (@Hubschraubär und @Teutone) Euch so etwas aufschaukelt - ich denke, Ihr habt beide irgenwo Recht, aber Ihr redet über ganz unterschiedliche Dinge. Wenn Ihr da zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommt, was "optimal" ist, dann ist das doch kein Wunder - und bedeutet doch nicht, daß hier irgendwer "falsch" liegt. Der Ansatz von @Teutone geht halt wegen anderer Randbedingungen in eine andere Richtung. Gerade deswegen finde ich Eurer beider Inputs sehr gewinnbringend. Ich finde es sehr spannend zu sehen, wer macht was, was kommt dabei heraus. Ich will es halt auch immer ganz genau verstehen. "Teile Zonen ein, lade Trainingsplan X und exekutiere den auf die Minute genau" funktioniert für mich irgendwie nicht, ich muss verstehen, was ich warum mache. "Mach Zone2 Training, das macht die Ausdauer besser, und je mehr davon, desto besser" hat für mich trotz LD und korrekter Zoneneinteilung auch nicht das gebracht, was ich erwartet hatte. Deswegen: Fetzt Euch schön weiter, aber erklärt bitte weiter, warum. Ich freu mich dann, wenn ich wieder etwas mehr verstehe.
 
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