Runder Tritt mit Klickpedalen

Jens Streblih

Neuer Benutzer
Guten Morgen.

Ich fahre schon seit einiger Zeit mit Klickpedalen und möchte nun gerne mit der Fahrtechnik des 'Runden Tritts' beginnen. Meine Frage ist: Während der eine Fuß tritt, zieht der andere Fuß dann über den Fußrücken oder die Ferse? Beides fühlt sich umständlich ab, aber eine Methode muss ja richtig sein. Ich möchte mir nichts Falsches angewöhnen.

Danke für Eure Auskunft.
 

grandsport

fährt Rad
Wenn du den runden Tritt geschafft hast, melde dich. Ich kenne bis heute keinen, der das kann. Der "runde Tritt" ist niemals so rund, wie man sich das angesichts des Begriffs vielleicht denken mag. Gibt da wohl auch Untersuchungen bei Profis, wie viel Kraft sie an welcher Stelle im Pedalrund tatsächlich über die Pedale ins System bringen - die Ergebnisse sind überraschend und ernüchternd.

Links ziehen, rechts drücken und dann wechseln - das klingt nicht nur motorisch kompliziert, das ist es auch. Und es funktioniert kaum. Trotzdem ergeben Klickpedale Sinn, weil sie zwar nicht zum "runden Tritt" führen, obwohl sie das könnten. Sie halten den Fuß besser am Pedal, so dass man bei jeder Kurbelumdrehung früher als ohne Klickpedale in die Kraftübertragung gehen kann und später wieder raus.
Im Vergleich zu den guten, alten Hakenpedalen sind das Welten.

Aber auch nach vielen Versuchen wird es darauf hinauslaufen: Entweder ziehst du mit beiden Füßen oder du drückst mit beiden Füßen. Diese Variabilität zu haben, ist ungemein gewinnbringend, aber vom "runden Tritt" und dem ständigen links-recht-drücken-ziehen-Wechsel weit entfernt.
 

Heshthot

höhenmetersüchtig
Im Prinzip gibt es dem Beitrag von @grandsport wenig hinzuzufügen.

Vielleicht sollte man den Begriff von "Runder Tritt" in "Runderer Tritt" ändern. Denn das ist es was du mit Klicks hinbekommen wirst, dein Tritt wird runder als ohne. Nicht mehr und nicht weniger.
 

ronde2009

Aktives Mitglied
Zum Runden Tritt will ich nichts sagen, ich muss mich ja stets gegen Vorwürfe esoterisch verstrahlt zu sein wehren.....
Aber das Thema der Dynamik in verschiedenen Gelände etc. kann schon durch die PM Auswertungen beleuchtet werden.
Interessanterweise kommen da wieder Ergebnisse heraus, die landläufige Erwartungen (z.B. Vergleich Mountainbiker Rennrad Pro ) nicht stützen.
 

lagaffe

Aktives Mitglied
Der "runde Tritt" ist ein Mythos. Jedenfalls wenn man den so versteht, dass wirklich gleichzeitige "gezogen" und getreten wird. In der "Zugphase" des Kurbelkreises wird keine Kraft übertragen.

Wenn man "rund" eher dahingehend interpretiert, dass man eine mehr oder minder gleichmäßige, aktive Bewegung meint, kommt man dem, was, sinnvoll und möglich ist schon näher.
 

lakecyclist

Seeradfahrer
Runder Tritt heißt eigentlich nur, dass du die Kraft weniger ruckartig auf die Pedale bringst und so flüssiger trittst. Vielleicht kennst du einen guten Mountainbiker (XCO oder Marathon), da man bergauf auf Schotter etc. so deutlich effizienter fährt, beherrschen diese diesen Tritt oft besser als Rennradfahrer.
 

pjotr

Radprofi, gefangen im Körper einer Hobbylusche
Der "runde Tritt" ist ein Mythos.
Mythos trifft es ziemlich gut, leider einer der nicht Tot zu kriegen ist.


Ein idealer "runder Tritt" bedeutet die Radialkraft am Pedal zu jedem Zeitpunkt der Bewegung auf Null zu reduzieren und die Tangentialkraft konstant zu halten. Wie z.B. im Aritkel "Biomechanics" von Jos de Koning und Knoek (erschienen in https://www.amazon.com/High-Performance-Cycling-Asker-Jeukendrup/dp/0736040218) ausführlich dargelegt wird, sind die Anforderungen des "runden Tritts" nicht mit den Fähigkeiten der Bein-Muskulatur des Menschen vereinbar. Das hat zur Folge, dass man den perfekten "runden Tritt" einerseits nicht erreichen kann, andererseits aber allein schon der Versuch, "rund" zu treten, leistungsmindernd wirkt und den Wirkungsgrad verschlechtert (siehe dazu z.B. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19156562)

Verschiedene Untersuchen zeigen damit im Einklang stehend, dass hohe Leistungen auf dem Rad nicht durch "rundes" Treten, sondern ein höheres Drehmoment in der Abwärtsbewegung des Pedals erreicht werden. Z.B. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1997818


Fazit. Das Üben des "runden" Tritts kann man sich als Straßenradsportler getrost schenken, Als Crosser oder MTBler kann es Sinn machen, weil die u.U. darauf angewiesen, sind, Drehmomentspitzen am Hinterrad auf weichen/schmierigen Untergründen zu vermeiden. Physiologisch ist es allerdings nicht empfehlenswert.
 
Zuletzt bearbeitet:

Osso

Aktives Mitglied
Als Crosser oder MTBler kann es Sinn machen, weil die u.U. darauf angewiesen, sind, Drehmomentspitzen am Hinterrad auf weichen/schmierigen Untergründen zu vermeiden.
kann man vergessen, da kann man alles machen aber nicht rund treten. Da muss man vor allem mit Verlagerung des Körpergewichts arbeiten. Und dann ist die TF auch so niedrig, das von Rund keine Rede sein kann. Man muss ansonsten vor allem hohe Drehmomente generieren können.
 

Recordfahrer

...tritt jetzt kürzer und schneller
Guten Morgen.

Ich fahre schon seit einiger Zeit mit Klickpedalen und möchte nun gerne mit der Fahrtechnik des 'Runden Tritts' beginnen. Meine Frage ist: Während der eine Fuß tritt, zieht der andere Fuß dann über den Fußrücken oder die Ferse? Beides fühlt sich umständlich ab, aber eine Methode muss ja richtig sein. Ich möchte mir nichts Falsches angewöhnen.

Danke für Eure Auskunft.
Wie die Vorredner schon sagten-man kann höchstens versuchen, runder zu treten. Sofern Du einen Ergometer, eine Trainingsrolle oder etwas ähnliches hast (oder ein Freund), kannst Du da mal versuchen, wechselweise einbeinig zu fahren. Ich für mich meine, dass so etwas-beispielsweise vor einm kurzen Zeitfahren oder einer Bergpassage-hilft, flüssiger treten zu können, da reichten schon einige Minuten. Anfangs ist die Bewegung etwas eckig, aber nach ein paar Umdrehungen klappt das schon ganz passabel. Wie heißt es so schön: Versuch macht kluch.
 

pjotr

Radprofi, gefangen im Körper einer Hobbylusche
kann man vergessen, da kann man alles machen aber nicht rund treten. Da muss man vor allem mit Verlagerung des Körpergewichts arbeiten. Und dann ist die TF auch so niedrig, das von Rund keine Rede sein kann. Man muss ansonsten vor allem hohe Drehmomente generieren können.
Damit entfällt das letzte Argument, sich überhaupt mit dem "runden" Tritt zu befassen. Also einfach vergessen.
(Mal sehen, wie lang es dauert bis das Thema wieder Mal im Forum hochkommt :D )
 

fuerdieenkel

Generation Pedelec
...interessant.

Ich dachte jetzt kommen Tips in welchen Winkel in Bezug Ferse/Fußballen, der Fuß in der jeweiligen Bewegungsphase stehen sollte.
Also eine Schemata UT/OT und Druck- und Zugphase in der Seitenansicht betrachtet...
 

Jens Streblih

Neuer Benutzer
Wow, danke für die vielen Antworten. Ich trainiere zur Zeit auf einen Tacx Rollentrainer. Ich dachte die wechselseitige Druck und Zugkraft auf die Pedale, wäre der Runde Tritt. Es ist allem Anschein nach keine gängige Praxis. Wie schon erwähnt könnte ich mir auch gut vorstellen, dass die MTB -Fahrer das im Geländen nutzen. Danke vielmals für Eure Einschätzung.
 
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