Tipp: du kannst mit der Tastatur blättern
Die neue SRAM Force AXS sieht edler aus
Die neue SRAM Force AXS sieht edler aus - und wurde mit den leichten Kettenblatt-Kombis der SRAM Red aufgewertet. Der Preis liegt auf dem gleichen Niveau wie bei der Vorstellung der „alten“ Force: ab 1.980 € ist die 2x12 Road-Gruppe zu haben.
Wir konnten die 2x12 Funkschaltung für Straße und Allroad bereits an einem Trek Domane SLR 2023 testen.
Wir konnten die 2x12 Funkschaltung für Straße und Allroad bereits an einem Trek Domane SLR 2023 testen.
Die SRAM Force XPLR 1x12 für den Gravel Einsatz fuhren wir an einem Specialized Crux Pro.
Die SRAM Force XPLR 1x12 für den Gravel Einsatz fuhren wir an einem Specialized Crux Pro.
Das breite Übersetzungsspektrum der SRAM AXS-Guppen hat in Landschaften wie dem Hinterland von Tavira, Portugal ein Heimspiel
Das breite Übersetzungsspektrum der SRAM AXS-Guppen hat in Landschaften wie dem Hinterland von Tavira, Portugal ein Heimspiel - SRAM produziert in Portugal in Coimbra unter anderem Ketten.
Alle SRAM Force AXS-Gruppen sind mit den bewährten Quarq Leistungsmessern zu haben
Alle SRAM Force AXS-Gruppen sind mit den bewährten Quarq Leistungsmessern zu haben - bei der AXS 2x12 ist der Powermeter eine Einheit mit den Kettenblättern.
Bei der Force AXS 1x12  sitzt der Quarq Leistungsmesser in der Achse und ist fest mit dem linken Kurbelarm verbunden
Bei der Force AXS 1x12 sitzt der Quarq Leistungsmesser in der Achse und ist fest mit dem linken Kurbelarm verbunden - die Watt-Messung erfolgt dann einseitig.
Zusammen mit der neuen Force AXS kommt auch eine neue XG 1290-Kassette auf Red-Niveau im Rainbow-Look
Zusammen mit der neuen Force AXS kommt auch eine neue XG 1290-Kassette auf Red-Niveau im Rainbow-Look - der Preis liegt bei 401 €.
Neben der neuen Kassette sorgte bei der Präsentation ...
Neben der neuen Kassette sorgte bei der Präsentation ...
... auch das neue Schnellladegerät für „Ahs“ und „Ohs“ – es lädt 4 Akkus in 60 Minuten.
... auch das neue Schnellladegerät für „Ahs“ und „Ohs“ – es lädt 4 Akkus in 60 Minuten.
Ein Schmuckstück für den Traumaufbau
Ein Schmuckstück für den Traumaufbau - über Geschmack lässt sich streiten, aber am Trek Domane SLR gibt das neue Design einen Perfect Match.
Die dezenteren Force-Logos ...
Die dezenteren Force-Logos ...
... sind changierend silbern hinterlegt.
... sind changierend silbern hinterlegt.
Die neuen SRAM Force Schalthebel übernehmen die Griffkörperform der Rival
Die neuen SRAM Force Schalthebel übernehmen die Griffkörperform der Rival - sie sind schlanker und haben unten einen längeren Griffbrereich.
Der Force-Bremshebel ist nach wie vor aus Carbon
Der Force-Bremshebel ist nach wie vor aus Carbon - die Druckpunkteinstellung gibt es nicht mehr.
Die Gummi-Hoods besitzen eine griffige Struktur
Die Gummi-Hoods besitzen eine griffige Struktur - der Höcker ist etwas weniger ausgeprägt, gibt aber dennoch genug Halt.
Auch die neuen Taster sind griffig mit Gummi besetzt.
Auch die neuen Taster sind griffig mit Gummi besetzt.
Der Abschluss am Lenker ist breiter.
Der Abschluss am Lenker ist breiter.
So sieht die alte Force eTap AXS Form (lila) im Vergleich zur neuen Force AXS Form aus.
So sieht die alte Force eTap AXS Form (lila) im Vergleich zur neuen Force AXS Form aus.
Die neuen einteiligen SRAM Force Kettenblatt-Kombis nach Red-Vorbild
Die neuen einteiligen SRAM Force Kettenblatt-Kombis nach Red-Vorbild - neu ist auch die 50-37 Kombination zu haben, die neuen Kurbeln allein bringen eine Gewichtsersparnis von 80 g bis 90 g.
Eine Gruppe, alle Möglichkeiten
Eine Gruppe, alle Möglichkeiten - die Übersetzungsvielfalt der SRAM Force AXS ist riesig, neben 1x12 XPLR im Bild, gibt es noch die 2x12 Road-Gruppen, die Wide-Option in 1x12 und 2x12 sowie die Mullet Builds im Kombi mit den AXS MTB-Komponenten.
1-fach-Kettenblätter sind in geraden Zähnezahlen von 38 bis 46 zu haben
1-fach-Kettenblätter sind in geraden Zähnezahlen von 38 bis 46 zu haben - als Aero-Kettenblatt auch mit 48T und 50T.
Das XPLR-Schaltwerk bedient Kassetten bis max. 44 Zähne
Das XPLR-Schaltwerk bedient Kassetten bis max. 44 Zähne - wer noch leichtere Gänge will, muss zum Mullet-Antrieb greifen.
Die 2-fach und 1-fach SRAM Force Kurbeln nutzen die SRAM 8-Loch Direct-Mount-Aufnahme
Die 2-fach und 1-fach SRAM Force Kurbeln nutzen die SRAM 8-Loch Direct-Mount-Aufnahme - ein Unterschied zur SRAM Rival.
Der Wechse zur neuen Schalt- Bremshebelform kommt Rennradfahrer*innen mit kleinen Händen entgegen.
Der Wechse zur neuen Schalt- Bremshebelform kommt Rennradfahrer*innen mit kleinen Händen entgegen.
Das Betätigen der Hebel aus der Hoods-Position fiel im Test einfacher.
Das Betätigen der Hebel aus der Hoods-Position fiel im Test einfacher.
Die Bremshebel sind ausgestellt und besser greifbar aus der Unterlenkerposition.
Die Bremshebel sind ausgestellt und besser greifbar aus der Unterlenkerposition.
Über den AXS-Button innen können vorgewählte Schaltmodi gewechselt werden
Über den AXS-Button innen können vorgewählte Schaltmodi gewechselt werden - auch die Feineinstellung des Schaltwerks lässt sich hier auslösen.
Nur noch 2 Schaltwerke: Das Force AXS-Schaltwerk bedient die Kassetten bis 36 Zähne ...
Nur noch 2 Schaltwerke: Das Force AXS-Schaltwerk bedient die Kassetten bis 36 Zähne ...
... das Force AXS XPLR-Schaltwerk schafft bis 44 Zähne.
... das Force AXS XPLR-Schaltwerk schafft bis 44 Zähne.
Der SRAM Force AXS D2 Umwerfer blieb unverändert
Der SRAM Force AXS D2 Umwerfer blieb unverändert - YAW-Technik sorgt für schleiffreien Ketten-Schräglauf in allen schaltbaren Positionen.
Der Akku begrenzt die Reifenfreiheit auf 42 mm
Der Akku begrenzt die Reifenfreiheit auf 42 mm - deshalb gibt es zusätzlich den Umwerfer in Wide-Option für bis zu 45 mm.
13 Zähne Differenz vom Großen aufs Kleine
13 Zähne Differenz vom Großen aufs Kleine - alle SRAM Force 2-fach Kettenblatt-Garnituren sind so ausgelegt, für weniger Ausgleichs-Schaltvorgänge.
Alle Force AXS-Kurbeln sind in Längen von 165 mm bis 177,5 mm in 2,5 mm-Schritten zu haben.
Alle Force AXS-Kurbeln sind in Längen von 165 mm bis 177,5 mm in 2,5 mm-Schritten zu haben.
Powermeter mit beidseitiger Leistungsmessung gibt es nur für die 2-fach-Antriebe
Powermeter mit beidseitiger Leistungsmessung gibt es nur für die 2-fach-Antriebe - bei der 2-fach Wide-Gruppe ist der Powermeter ebenfalls in der Achse untergebracht.
Leiser und härter beschichtet
Leiser und härter beschichtet - die SRAM Force-Kasetten erhielten schon vor dem Start der neuen Gruppe ein Update. Ein Silomer-Ring zwischen den großen Ritzeln sorgt für ruhigeres Schalten.
Die Force AXS-Disc-Bremsen
Die Force AXS-Disc-Bremsen - sehr gute Modulation und ein fester Druckpunkt überzeugen nach wie vor.
Die SRAM Paceline-Rotoren sind etwas schwerer
Die SRAM Paceline-Rotoren sind etwas schwerer - sie gefielen, weil auch nach hartem Bremsen kein Schleifen aufgrund kurzzeitig verformter Rotoren aufkam.
Die Bremssättel sind ausschließlich Flat-Mount zu haben
Die Bremssättel sind ausschließlich Flat-Mount zu haben - als Beläge stehen wie gehabt organische ebenso wie sinter-metallische Varianten zur Verfügung.
Die Bremshebel liegen – wie gesagt – sehr gut in der (kleineren) Hand.
Die Bremshebel liegen – wie gesagt – sehr gut in der (kleineren) Hand.
Die neue Form der Schalthebel kommt dem Tester (Handschuhgröße 9,5) entgegen
Die neue Form der Schalthebel kommt dem Tester (Handschuhgröße 9,5) entgegen - weniger Fläche, aber mehr Platz zum Umgreifen.
Die Berge im Hinterland von Tavira boten reichlich Gelegenheit, das Schaltverhalten zu testen.
Die Berge im Hinterland von Tavira boten reichlich Gelegenheit, das Schaltverhalten zu testen.
Beim spontanen Antritt aus dem Unterlenker ist die intuitive und eindeutige Bedienung der großen Schaltwippen ein Plus.
Beim spontanen Antritt aus dem Unterlenker ist die intuitive und eindeutige Bedienung der großen Schaltwippen ein Plus.
Mit optionalen Blips lässt sich auch vom Oberlenker aus Schalten
Mit optionalen Blips lässt sich auch vom Oberlenker aus Schalten - bis zu 3 Paare Blips kann man einbinden.
Die Gangwechsel erfolgen schnell und präzise
Die Gangwechsel erfolgen schnell und präzise - Fehlfunktionen ließen sich auch beim Schalten unter Last nicht provozieren.
Die SRAM Force XPLR konnten wir auf einer Gravelrunde im Terrain-Mix testen
Die SRAM Force XPLR konnten wir auf einer Gravelrunde im Terrain-Mix testen - mit 40 zu 10-44 hat sie ihren Sweet-Spot genau im Gravel typischen Tempobereich.
Auf holprigen Straßen verhindert die Dämpfung wirkungsvoll das Kettenschlagen.
Auf holprigen Straßen verhindert die Dämpfung wirkungsvoll das Kettenschlagen.
Die Bremscharakteristik passt für den Gravel-Einsatz perfekt.
Die Bremscharakteristik passt für den Gravel-Einsatz perfekt.
Alle SRAM Force AXS-Gruppen besitzen eingebaute „Schalthilfen“ als Option
Alle SRAM Force AXS-Gruppen besitzen eingebaute „Schalthilfen“ als Option - bei 1-fach-Schaltung ist zum Beispiel frei wählbar, wie viele Gänge bei anhaltendem Tastendruck geschaltet werden.
Mehr Performance fürs Geld
Mehr Performance fürs Geld

Die neue SRAM Force AXS im ersten Test: Die neue SRAM Force AXS 2023 fordert die Ultegra Di2 zum Tanz: die Schaltperformance der SRAM Red, verfeinerte Ergonomie, mehr Ruhe, weniger Gewicht – und als I-Tüpfelchen glänzende Oberflächen, mit einem Mix aus Konzertsaal und John Travolta – was sich darunter verbirgt, erfahrt ihr hier in unserem ersten Test der SRAM Force AXS – ach ja, und „eTap“ ist aus dem Namen gestrichen, aber natürlich handelt es sich um eine elektronische 12-fach-Funkschaltung.

Video: SRAM Forxe AXS Test

SRAM Force AXS 2023 – Infos

Man muss nicht immer neue Melodien erfinden, um einen Megahit zu landen. Oft stürmt ein geschickter Mix bekannter Teile mit dem richtigen Timing die Charts. Genau das hat SRAM mit der neuen SRAM Force AXS Rennrad-Schaltung im Sinn, um dem Evergreen Nummer Eins namens „Ultegra“ wieder ein Stück den Rang abzulaufen, oder besser: noch öfter gespielt bzw. bestückt zu werden. Die neue Force vereint laut SRAM sozusagen die Top-Hits der AXS Funkschaltungsgruppen der letzten Jahre unter einem Dach. Der neue Erfolgsmix, den wir im portugiesischen Tavira einem ersten Test unterziehen konnten, in Kürze:

  • Neuste Generation der SRAM Rennrad- und Gravel-Schaltung in der oberen Mittelklasse
  • SRAM Red Kettenblatt-Technik und Umwerfer-Schaltverhalten zum Force-Preis
  • Rund 100 g Gewichtsersparnis gegenüber Vorläufer
  • Neue Schalthebel-Ergonomie mit schmaleren Griffkörpern nach Rival-Vorbild
  • Leistungsmess-Option in allen Varianten – Spider- oder Achs-basiert
  • Neue Red Oil-Slick-Optionen für Kassette und Kette
  • Varianten 2×12 Gänge, 1×12 XPLR für Gravel/Allroad, Wide 1×12 und 2×12
  • Kompatibilität AXS-System, XDR-Freilauf
  • Bandbreite 440 % (1x XPLR) bis 516 % (2x Wide)
  • Schaltwerke Force AXS XPLR bis max. 44 Z., Force AXS bis max 36. Z.
  • Gewicht 2.747 g 1-fach XPLR*
  • www.sram.com
  • Verfügbar ab sofort

*Herstellerangabe

Diashow: Neue SRAM Force AXS – erster Test: Schillernder Auftritt und Pro-Performance
1-fach-Kettenblätter sind in geraden Zähnezahlen von 38 bis 46 zu haben
Eine Gruppe, alle Möglichkeiten
So sieht die alte Force eTap AXS Form (lila) im Vergleich zur neuen Force AXS Form aus.
Die Bremshebel sind ausgestellt und besser greifbar aus der Unterlenkerposition.
13 Zähne Differenz vom Großen aufs Kleine
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Die neue SRAM Force AXS sieht edler aus
# Die neue SRAM Force AXS sieht edler aus - und wurde mit den leichten Kettenblatt-Kombis der SRAM Red aufgewertet. Der Preis liegt auf dem gleichen Niveau wie bei der Vorstellung der „alten“ Force: ab 1.980 € ist die 2x12 Road-Gruppe zu haben.
Wir konnten die 2x12 Funkschaltung für Straße und Allroad bereits an einem Trek Domane SLR 2023 testen.
# Wir konnten die 2x12 Funkschaltung für Straße und Allroad bereits an einem Trek Domane SLR 2023 testen.
Die SRAM Force XPLR 1x12 für den Gravel Einsatz fuhren wir an einem Specialized Crux Pro.
# Die SRAM Force XPLR 1x12 für den Gravel Einsatz fuhren wir an einem Specialized Crux Pro.
Das breite Übersetzungsspektrum der SRAM AXS-Guppen hat in Landschaften wie dem Hinterland von Tavira, Portugal ein Heimspiel
# Das breite Übersetzungsspektrum der SRAM AXS-Guppen hat in Landschaften wie dem Hinterland von Tavira, Portugal ein Heimspiel - SRAM produziert in Portugal in Coimbra unter anderem Ketten.

SRAM Force AXS 2023 – Preise und Varianten

Die neue SRAM Force AXS Gruppe wartet wie die alte eTap AXS sowohl mit einer Vielzahl von Varianten für den Einsatz am Rennrad als auch am Gravel Bike auf. Unterscheiden kann man ihre Komponenten im Handel am Zusatz „D2“ von der Force eTap AXS (D1). Wer auf Felgenbremsen schwört, wird mit der neuen Force-Gruppe nicht mehr bedient.

Tatsächlich ist SRAM Force-Fahren günstig geblieben und – das können wir an dieser Stelle vorwegnehmen – besser geworden. SRAM verspricht „Red Schalt-Performance auf Force-Preisniveau“. Die alte SRAM Force eTap AXS startete etwa auf dem gleichen Preisniveau. Dass sich die unverbindlichen Preisempfehlungen der Komplettgruppen nach unten entwickeln, ist zu erwarten. Unmittelbar vor dem Marktstart lag die Force eTap AXS 1-fach D1 Komplettgruppe bei rund 1.100 €. Im Vergleich zur SRAM Rival AXS liegt die Preisempfehlung für die neue Force AXS rund 500 € höher.

  • Force AXS 2-fach ohne Powermeter: 1.980 €
  • Force AXS 1-fach: 1.715 €
  • Force AXS 2-fach mit Powermeter: 2.515 €
  • Force AXS 1-fach mit Powermeter: 2.017 €
  • Force AXS Wide 2-fach mit Powermeter: 2.080 €
Alle SRAM Force AXS-Gruppen sind mit den bewährten Quarq Leistungsmessern zu haben
# Alle SRAM Force AXS-Gruppen sind mit den bewährten Quarq Leistungsmessern zu haben - bei der AXS 2x12 ist der Powermeter eine Einheit mit den Kettenblättern.

Spannend ist, dass es alle Kurbelversionen sowohl mit als auch ohne Leistungsmessung gibt. Die großen Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Gruppen mit Powermeter haben einen einfachen Grund: Es kommt unterschiedliche Powermeter-Technik zum Einsatz:

  • Force AXS 2-fach kommt mit dem Kettenblatt/Spider integriertem Quarq-Powermeter, der am aufwändigsten und präzisesten ist. Zweiseitige Leistungsmessung.
  • Force AXS 1-fach und Force AXS Wide besitzen den achsbasierten Powermeter, der von der Rival AXS-Gruppe bekannt ist. Linke Kurbel und Sensor bilden eine Einheit. Einseitige Leistungsmessung.

Übrigens kann der achsbasierte Powermeter, der als Einheit mit dem linken Kurbelarm kommt, auch mit den 2-fach-Kurbeln kombiniert werden, wenn die Achsmaße passen. Damit gibt es eine günstigere, einseitige Powermeter-Option in Carbon, während man bisher auf Alu festgelegt war.

Bei der Force AXS 1x12  sitzt der Quarq Leistungsmesser in der Achse und ist fest mit dem linken Kurbelarm verbunden
# Bei der Force AXS 1x12 sitzt der Quarq Leistungsmesser in der Achse und ist fest mit dem linken Kurbelarm verbunden - die Watt-Messung erfolgt dann einseitig.

Da sich die Gruppe nahtlos in die AXS-Welt einfügt, können auch Einzelteile als Ersatz für bestehende, verschlissene AXS-Komponenten interessant sein. Eine Übersicht über die Einzelteilpreise findet ihr in der Tabelle zum Ausklappen.


KomponentePreis UVP
SRAM Force AXS Brems-Schalthebel inklusive Bremsen und Leitungen, ohne Disc-Rotoren 255 € / Stück
SRAM Force AXS max. 36 Z. Schaltwerk 360 € (ohne Batterie)
SRAM Force AXS XPLR Schaltwerk (max. 44 Z.)343 € (ohne Batterie)
SRAM Force AXS Umwerfer (Wide und normal)222 € (ohne Batterie)
SRAM Force AXS 2x Kurbel mit Powermeter856 €
SRAM Force AXS 1x Wide Kurbel mit Powermeter632 €
SRAM Force AXS 2x Wide Kurbel mit Powermeter632 €
SRAM Force AXS alle Kurbeln ohne Powermeter330 €
Kettenblatt/Kurbelstern Powermeter-Kombi Direct-Mount443 €
2-fach Kettenblatt Road265 €
Kassette Red XG1290 Rainbow D1401 €
Kassette Force XG1270 200 €
Kassette Force XG1271 XPLR237 €
Kette Force 60 €
4-fach AXS Akku-Ladegerät145 €

…und etwas Red Rainbow-Glitter

Wer die Tabelle ausgeklappt hat, wird über eine 401 € teure Kassette gestolpert sein. Sie ist so beschaffen, dass sie nicht nur in Preislisten, sondern auch am Bike auffällt. Denn mit der neuen Kassette (Kürzel: XG 1290 Rainbow) hält der optionale Oilslick-Look der AXS-MTB-Gruppen auch am Rennrad Einzug – wenn man will und das nötige Kleingeld hat. Die neue Rainbow-Kassette ist dabei auf SRAM Red-Niveau angesiedelt. Eine passende Flat-Top Rennrad-Kette gibt es ebenfalls für rund 80 € dazu.

Zusammen mit der neuen Force AXS kommt auch eine neue XG 1290-Kassette auf Red-Niveau im Rainbow-Look
# Zusammen mit der neuen Force AXS kommt auch eine neue XG 1290-Kassette auf Red-Niveau im Rainbow-Look - der Preis liegt bei 401 €.
Neben der neuen Kassette sorgte bei der Präsentation ...
# Neben der neuen Kassette sorgte bei der Präsentation ...
... auch das neue Schnellladegerät für „Ahs“ und „Ohs“ – es lädt 4 Akkus in 60 Minuten.
# ... auch das neue Schnellladegerät für „Ahs“ und „Ohs“ – es lädt 4 Akkus in 60 Minuten.

Was ist neu?

Dezentes Glitter-Design

Eine nicht zu unterschätzende Neuerung der SRAM Force AXS ist das Design. Die erste SRAM Force Funkschaltung erschien 2019 (hier zu unserem SRAM Force eTap AXS Test) und, Pardon, das sieht man ihr auch an: mattes Finish, auffällige Schriftzüge, blockweise aufgeteilte Oberflächen.

Das alte Design ist volle Force voraus. Das neue Design ist „Dream-Built ready“.

Ein Schmuckstück für den Traumaufbau
# Ein Schmuckstück für den Traumaufbau - über Geschmack lässt sich streiten, aber am Trek Domane SLR gibt das neue Design einen Perfect Match.
Die dezenteren Force-Logos ...
# Die dezenteren Force-Logos ...
... sind changierend silbern hinterlegt.
# ... sind changierend silbern hinterlegt.

Kurz: Das alte Design ist volle Force voraus. Das neue Design ist „Dream-Built ready“, wie es SRAM ausdrückt. Die Oberflächen glänzen, das ganze Finish ist glatter und dezenter. Und mit einem – nennen wir es „Disco-Move“ – schafft SRAM den Spagat zwischen zurückgenommenem Markenauftritt und auffälligem Hingucker: Die schmalen silbernen Schriftzüge mit dem Force-Logo changieren im Sonnenlicht in den Regenbogenfarben; im Schatten sind sie schlicht silbern. Erstaunlich ist, wie stark der Effekt der Optik ist. So sehen etwa Schaltwerk und Kurbelarme viel eleganter und leichter aus, obwohl sie technisch unverändert sind. Unterm Strich dürfte das neue Design mit mehr Road- und Gravel Bikes harmonieren. Und für unser Testrad war es ein „Perfect Match“.

Schlankere Schalthebel

Die Cyclocross-Fahrerin Lucinda Brand fuhr die Kombi bereits an ihrem CX-Profi-Rennrad: Die neuen SRAM Force AXS-Schalthebel erben viel von der Form der Rival eTap AXS-Hebel, genauer gesagt die ganz Form der Hoods. Die schlankeren Griffkörper mit mehr Raum zum Greifen hinter dem Bremshebel sind nach SRAM Kundinnen-Feedback die bessere Form. Sie kommen auch Fahrerinnen mit kleinen Händen mehr entgegen. Anders als bei der Rival besteht der Bremshebel jedoch aus Carbon und besitzt eine leicht veränderte Gestalt.

Mein erster Eindruck entspricht der rundweg positiven Erfahrung mit der SRAM Rival. Als Fahrer mit eher kleinen Händen kommt mir die Hebelform entgegen: Umgreifen ist leichter, die Bremshebel sind aus dem Unterlenker besser zu greifen und aus der Position an den Hoods konnte ich beim Bremsen einfacher Kraft aufbringen.

Die neuen Brems-Schalthebel bieten wie bei der Rival eine Griffweiten-Verstellung, jedoch keine Druckpunkteinstellung. Bis zu 6 funkgesteuerte Zusatztaster – Blips – können mit den Hebeln in das AXS-System eingebunden werden. Eine Schnittstelle für kabelgebundene Blips gibt es nicht mehr.

Die neuen SRAM Force Schalthebel übernehmen die Griffkörperform der Rival
# Die neuen SRAM Force Schalthebel übernehmen die Griffkörperform der Rival - sie sind schlanker und haben unten einen längeren Griffbrereich.
Der Force-Bremshebel ist nach wie vor aus Carbon
# Der Force-Bremshebel ist nach wie vor aus Carbon - die Druckpunkteinstellung gibt es nicht mehr.
Die Gummi-Hoods besitzen eine griffige Struktur
# Die Gummi-Hoods besitzen eine griffige Struktur - der Höcker ist etwas weniger ausgeprägt, gibt aber dennoch genug Halt.
Auch die neuen Taster sind griffig mit Gummi besetzt.
# Auch die neuen Taster sind griffig mit Gummi besetzt.
Der Abschluss am Lenker ist breiter.
# Der Abschluss am Lenker ist breiter.
So sieht die alte Force eTap AXS Form (lila) im Vergleich zur neuen Force AXS Form aus.
# So sieht die alte Force eTap AXS Form (lila) im Vergleich zur neuen Force AXS Form aus.

Red Kettenblatt-Technik

Die zweite Neuerung verspricht Schaltverhalten und Leistungsmessung auf Pro-Niveau. Ab sofort kommt die SRAM Force AXS 2-fach mit aus einem Stück gefrästen Kettenblattkombis wie die SRAM Red. Die Oberflächen-Behandlung unterscheidet sich, aber die Fertigungstechnik und die Performance sind identisch – und auch die Gewichtsersparnis von rund 100 g hat hier ihren Kern. Bei der Kurbel mit Leistungsmessung ist der Sensor nun in die Kettenblatt-Einheit und nicht mehr in einen separaten Spider integriert ist, das geht mit der Neuerung einher. Die Bauweise ermöglicht eine hohe Genauigkeit von 1,5 %.

Gleichwohl passt auf den bekannten 8-Loch-Directmount-Standard auch noch der Force AXS D1-Spider. Gut zu wissen, sollte man im Verschleißfall zurück zu separierten Kettenblättern wollen. Den Preis für die Ersatz-Kettenblattkombi ohne Leistungsmessung gibt SRAM mit 265 € an.

Die neuen einteiligen SRAM Force Kettenblatt-Kombis nach Red-Vorbild
# Die neuen einteiligen SRAM Force Kettenblatt-Kombis nach Red-Vorbild - neu ist auch die 50-37 Kombination zu haben, die neuen Kurbeln allein bringen eine Gewichtsersparnis von 80 g bis 90 g.

Neue Powermeter-Option

Erstmals gibt es auch die günstige, aber recht genaue einseitige Leistungsmessung in der Achse von Quarq auf Force-Niveau. Es handelt sich um die Powermeter-Sensorik aus der Rival AXS-Gruppe, gepaart mit dem Carbon-Kurbelarm der Force. Man kann also allein durch Austausch des rechten Kurbelarms jeder neuen Force-Gruppe ein Powermeter-Upgrade spendieren.

4-fach Akku-Ladegerät

Als diese Neuheit verkündet wurde, ging ein Raunen durch die Runde: SRAM bringt ein Ladegerät für bis zu 4 AXS-Akkus. Damit können vier Stück der kleinen Energiepacks, die erfahrungsgemäß mindestens für rund 1.000 Rennrad-Kilometer Energie liefern, gleichzeitig in 60 Minuten geladen werden. Bei weniger Akkus reduziert sich die Ladezeit. Der Anschluss erfolgt über USB-C. Preis: 145 €.

SRAM Force AXS Gewichte

Wie schon erwähnt, hat die SRAM Force AXS 2023 gegenüber der Vorgänger-Gruppe etwas Gewicht eingespart. Rund 100 g weniger wiegt die Neue je nach Ausführung. Dabei ergibt sich der Gewichtsvorteil fast schon allein durch den Wechsel der Kettenblätter auf die Red-Technik, wie man der Tabelle mit den Gewichtsangaben von SRAM entnehmen kann:

KomponenteForce eTap AXSForce AXS 2023Gramm Ersparnis
Powermeter Force 2x 48/3583575283
Powermeter Force 1x 40t73764790
Schalthebel rechts mit Bremssattel und Leitung4043995
Schalthebel links mit Bremssattel und Leitung4194136
Schaltwerk 36t303303
Schakltwerk XPLR312312
Umwerfer159159
Kassette 10-33272272
Kassette XPLR 10-44378378
Kette 120 Glieder277277
Disc-Rotors Paceline CL Paar321321
Komplettgruppe 2x Power2990289694
Komplettgruppe 1x XPLR28482747101
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Im internen Vergleich vergrößert sich damit der Abstand zur SRAM Rival eTap AXS auf rund 290 g Gewichtsvorteil für die Force AXS, hier ebenfalls vor allem von der Kurbel rührend. Der Abstand zur Top-Gruppe SRAM Red eTap AXS bleibt aber deutlich gewahrt und kommt an vielen Komponenten zustande – siehe unsere Tabelle mit Gewichtsangaben von SRAM und aus unserer Gewichtsdatenbank.

Komponente / GruppeSRAM Rival AXS 2-fach DiscSRAM Force AXS 2-fach DiscSRAM Red AXS 2-fach Disc
Kassette 282 g (10-30) / 338 g (10-36)271 g (10-33)210 g (10-33)
Kurbel 844 g (48-35)752 g (175 mm, 48-35)572 g (175 mm, 48-35)
Schaltwerk366 g (Max36)322 g303 g
Umwerfer180 g159 g150 g
Schalt/Bremshebel (bei Disc inkl. Bremszangen und Beläge)845 g812 g763 g
Kette277 g277 g249 g
Disc-Rotoren321 g (Paceline)321 g (Paceline230 g
Gesamt3.180 g2.896 g2.495 g
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Im Gewichtsvergleich mit der preislich ähnlich liegenden Shimano Ultegra Di2 2×12 kann die SRAM Force AXS 2023 fast den Anschluss herstellen. Die Ultegra Di2 wiegt hier rund 265 g weniger. Aber davon entfallen allein 100 g auf die beiden Bremsscheiben, die sich leicht umrüsten lassen. Die verbleibenden rund 160 g spart die Di2 vor allem an den Schaltbremshebeln und Bremssätteln – unterm Strich nur noch ein Gewichtsunterschied, der für Nicht-Weight-Weenies vernachlässigbar ist.

Eine Gruppe, alle Möglichkeiten
# Eine Gruppe, alle Möglichkeiten - die Übersetzungsvielfalt der SRAM Force AXS ist riesig, neben 1x12 XPLR im Bild, gibt es noch die 2x12 Road-Gruppen, die Wide-Option in 1x12 und 2x12 sowie die Mullet Builds im Kombi mit den AXS MTB-Komponenten.
1-fach-Kettenblätter sind in geraden Zähnezahlen von 38 bis 46 zu haben
# 1-fach-Kettenblätter sind in geraden Zähnezahlen von 38 bis 46 zu haben - als Aero-Kettenblatt auch mit 48T und 50T.
Das XPLR-Schaltwerk bedient Kassetten bis max. 44 Zähne
# Das XPLR-Schaltwerk bedient Kassetten bis max. 44 Zähne - wer noch leichtere Gänge will, muss zum Mullet-Antrieb greifen.

Übersetzungsvielfalt

Force AXS 2-fach neu mit 50-37

Ein Markenzeichen der SRAM AXS 2-fach-Rennradgruppen ist ihr erweiterter Übersetzungsbereich in Kombination mit kleineren Kettenblattsprüngen. Möglich macht das erst das zusätzliche 10er-Ritzel, während bei 12-fach Rennrad-Gruppen von Shimano und Campagnolo ein 11er-Ritzel den schwersten Gang markiert. Das kleinere Ritzel ist auch der Grund, warum man für die AXS-Kassetten einen eigenen Freilaufkörper benötigt, den XDR-Freilauf. SRAM nennt die Technik „X-Range“.

Neu für die SRAM Force AXS D2 ist dabei die 2-fach Kettenblattkombination 50-37, wie sie auch von Profis bevorzugt wird (hier findet ihr Profi-Rennräder). Sie war bisher der Top-Gruppe Red vorbehalten. Alle 2-fach Kettenblätter sind dabei wie bei der SRAM Red AXS als Einheit aus einem Stück gefräst und nur zusammen tauschbar. Tatsächlich unterscheidet sie nur die Beschichtung von der Top-Gruppe. Hier ein Vergleich der neuen SRAM Force AXS-Optionen mit den Shimano Road-Übersetzungen:

SRAM Force AXS Übersetzung vs. Shimano Road

X-Range 50-37 / 10-2853-39 / 11-25X-Range 48-35 / 10-2852-36 / 11-28X-Range 46-33 / 10-3350-34 / 11-34X-Range Wide 43-30 / 10-36
Bandbreite378 %309 %384 %368 %460 %454 %516 %
Entfaltung mit 28-622 Reifen2,8 bis 10,7 m3,35 bis 10,36 m2,69 bis 10,32 m2,76 bis 10,16 m2,15 bis 9,89 m2,15 bis 9,77 m1,79 bis 9,25 m
Geschwindigkeit bei 90 U/min schwerster Gang58 km/h56 km/h56 km/h55 km/h53 km/h53 km/h50 km/h

Force AXS XPLR vs. Shimano GRX

Natürlich gibt es die neue SRAM Force AXS auch weiterhin in den 1×12 XPLR-Varianten, die für den Einsatz am Gravel Bike gemacht sind. Sie werden wie gehabt bedient durch das Force XPLR-Schaltwerk. Es ist nur mit 1-fach-Antrieben kompatibel und kann die beiden SRAM-Kassetten mit 10-36 Zähnen und 10-44 Zähnen ansteuern.

Als Kettenblätter für die Force Carbon-Kurbeln stehen Direct-Mount-Versionen in großer Bandbreite zur Verfügung: 36T, 38T, 40T, 42T, 44T, 46 T sowie 48T und 50T als Aero-Varianten. Unser Tipp für den offroad orientierten Gravel-Einsatz wäre das 38er Blatt mit der 10-44er Kassette. Häufig in der Erstausrüstung sind das 40er und das 42er Blatt zu finden.

Auch die Mullet-Option für besonders anspruchsvolles Terrain ist nach wie vor spielbar: Hier wird ein Eagle AXS-MTB-Schaltwerk und Kette mit den Rennrad AXS-Komponenten kombiniert. Beispiel-Übersetzungen im Vergleich mit Shimano GRX 1×11-fach und Campagnolo Ekar 1×13-fach findet ihr hier:

Force AXS XPLR 40 / 10-44Force AXS Mullet GX-Eagle 40 / 10-50Shimano GRX-RX810 40 / 11-42Campagnolo Ekar 38 / 9-42
Bandbreite440 %499 %382 %466 %
Entfaltung mit 42-622 Reifen2,02 m bis 8,88 m1,78 m bis 8,88 m 2,11 m bis 8,07 m2,02 m bis 9,42 m
Geschwindigkeit leichtester Gang 60 U/min / schwerster Gang 90 U/min7 km/h bis 48 km/h6 km/h bis 48 km/h8 km/h bis 44 km/h7 km/h bis 51 km/h
Sinnvoll nutzbare Gänge**12121113
Schaltung im RitzelrechnerZum RitzelrechnerZum RitzelrechnerZum RitzelrechnerZum Ritzelrechner
Die 2-fach und 1-fach SRAM Force Kurbeln nutzen die SRAM 8-Loch Direct-Mount-Aufnahme
# Die 2-fach und 1-fach SRAM Force Kurbeln nutzen die SRAM 8-Loch Direct-Mount-Aufnahme - ein Unterschied zur SRAM Rival.

Vorteile Force AXS vs. Rival AXS

Zwar bedient sich die Force AXS an manchen Stellen der Technik der kleinen Schwester Rival – bei 1-fach-Kurbeln und der Form der Hoods. Aber die Unterschiede bleiben dennoch an vielen Stellen gewahrt. Der Gewichtsvorteil ist einer, der Einsatz von Carbon statt Aluminium an einigen Stellen ein anderer. Die wichtigsten Pluspunkte der Force AXS:

  • Circa 290 g leichter
  • Kettenblätter auf Red-Niveau bei 2-fach
  • Kurbelarme aus Carbon (vs. Red mit hohlen Carbonarmen)
  • Kurbeln mit großen Blättern bis 50-37
  • 2-fach Powermeter-Option mit Red-Technik
  • 2-fach Kurbeln mit Direct-Mount-Aufnahme
  • Bremshebel aus Carbon
  • Hydraulische Schaltwerksdämpfung

Force AXS-Komponenten im Detail

Damit zu den Komponenten im Detail – wer sich nur für die Funktion beim Fahren interessiert, kann direkt unten weiter lesen.

SRAM Force AXS D2 Komponenten zum Ausklappen

SRAM Force AXS D2 Brems-Schalthebel

Auf die neuen SRAM Force AXS Rennrad-Schalthebel sind wir oben bereits etwas eingegangen. Mit einem schmaleren, ergonomisch angepassten Griffkörper wie bei der Rival reagieren die Schweinfurter auf Kund*innen-Wünsche zu den bekannten alten Force eTap AXS-Hebeln. Der Höcker ist dabei weniger ausgeprägt. Dafür musste unter anderem die Druckpunktverstellung für die Disc-Bremse wegfallen. Die freie Griff-Fläche hinter dem Bremshebel wurde länger, sodass mehr Platz zum Umgreifen ist. Außerdem kann der Hebel dank der neuen Form weiter gezogen werden, ohne in Konflikt mit dem Lenker oder den Fingern zu geraten.

Der Wechse zur neuen Schalt- Bremshebelform kommt Rennradfahrer*innen mit kleinen Händen entgegen.
# Der Wechse zur neuen Schalt- Bremshebelform kommt Rennradfahrer*innen mit kleinen Händen entgegen.

Das Betätigen der Hebel aus der Hoods-Position fiel im Test einfacher.
# Das Betätigen der Hebel aus der Hoods-Position fiel im Test einfacher.
Die Bremshebel sind ausgestellt und besser greifbar aus der Unterlenkerposition.
# Die Bremshebel sind ausgestellt und besser greifbar aus der Unterlenkerposition.

Über den AXS-Button innen können vorgewählte Schaltmodi gewechselt werden
# Über den AXS-Button innen können vorgewählte Schaltmodi gewechselt werden - auch die Feineinstellung des Schaltwerks lässt sich hier auslösen.

Anders als bei der SRAM Rival AXS sind die Bremshebel aus Carbon. Das ist bei kühlen Temperaturen angenehmer zu greifen und spart rund 30 g Gewicht. Die Griffweite ist wie gewohnt per Inbus hinter dem Hebel von unten einstellbar. Natürlich bleibt die Schaltlogik identisch. An der Innenseite der Schalt-Taster sitzen wie gehabt die AXS-Knöpfe. Mit ihnen kann man die Hebel mit AXS App oder dem GPS-Radcomputer verbinden. Dann kann das GPS-Gerät unter anderem anzeigen, welche Übersetzung gerade anliegt. Über die kleinen AXS-Knöpfe lässt sich zudem während der Fahrt auch ohne App ein vorgewählter Automatik-Modus an- oder ausschalten. Die technischen Eckdaten:

  • Material Kunststoff-Griffkörper, Gummi-Hoods, Carbon-Hebel
  • Zusatztaster-Anschluss bis zu 6 Blips über Funk
  • Bremsoption nur hydraulisch
  • Gewicht 812 g inkl. Bremszangen und Leitung
  • Bremsstandard Flat-Mount
  • Preis 255 € pro Stück (UVP)
  • Auch für englisches Set-up mit Vorderradbremse rechts erhältlich

Force AXS D2 Schaltwerke

Ein Schaltwerk für (fast) alles ist die Devise bei der neuen SRAM Force AXS – aber es gibt 2 Schaltwerke:

  • Das Force AXS-Schaltwerk für alle 2-fach und 1-fach-Antriebe mit Kassetten bis maximal 36 Zähnen.
  • Und das Force AXS XPLR-Schaltwerk ausschließlich für 1-fach-Antriebe mit Kassetten bis maximal 44 Zähnen.

Technisch hat sich an den Schaltwerken nichts geändert. Sie sind das Herzstück der Gruppe und dienen in der Funkzentrale als „Master“, um die anderen Komponenten zu koppeln. Beide besitzen die bewährte Käfigdämpfung über Flüssigkeit. Langsames Käfigschwenken zum Radausbau lässt sich einfach ausführen, Kettenschlag war auch während der Gravel-Testfahrten kein Thema. Die bekannten, großen X-SYNC Schaltwerksröllchen sollen für höhere Haltbarkeit und Effizienz sorgen. Die Details der beiden Schaltwerke:

Nur noch 2 Schaltwerke: Das Force AXS-Schaltwerk bedient die Kassetten bis 36 Zähne ...
# Nur noch 2 Schaltwerke: Das Force AXS-Schaltwerk bedient die Kassetten bis 36 Zähne ...
... das Force AXS XPLR-Schaltwerk schafft bis 44 Zähne.
# ... das Force AXS XPLR-Schaltwerk schafft bis 44 Zähne.

SRAM Force AXS

  • X-Sync Schaltwerksröllchen mit 12 Zähnen
  • Maximal 36 Zähne an Kassette schaltbar
  • Kompatibel zu 1-fach und 2-fach Antrieben
  • Kettenmanagement mit Dämpfung
  • Gewicht 303 g
  • Preis 360 € ohne Batterie

SRAM Force XPLR AXS

  • X-Sync Schaltwerksröllchen mit 12 Zähnen
  • Maximal 44 Zähne an Kassette schaltbar
  • Kompatibel zu 1-fach Antrieben
  • Kettenmanagement mit Dämpfung
  • Gewicht 312 g
  • Preis 343 € ohne Batterie

Force AXS D2 Umwerfer

Auch der Umwerfer setzt auf die Technik des Vorgängers, die immer weiter verfeinert wurde. So erleichtert eine Lehre zum Beispiel die exakte Einstellung. Der neue Force-Umwerfer kommt in einer Variante für die Kurbeln mit 50-37, 48-35 und 46-33 Zähnen sowie in einer Wide-Variante für die Kurbel mit 43-30 Zähnen. Die Wide Kurbel benötigt deshalb einen eigenen Umwerfer, weil sie eine längere Achse hat, die wiederum mehr Platz für dickere Reifen schafft – Hintergrund: Der Bauraum des Akkus ragt in die potenzielle Reifenbahn. Der Wide-Umwerfer ermöglicht es, Reifen bis 45 mm in 700c oder 2,1″ in 650b zu fahren.

Die Schwenkbahn des Käfigs sorgt erfolgreich dafür, dass die Kette in keiner schaltbaren Kettenrad-Ritzelkombi schleift. Die Kombi „kleinstes Ritzel mit dem kleinsten Kettenblatt“ ist dabei ausgespart – ein Unterschied zu Shimano, wo die beiden kleinsten Ritzel gesperrt sind.

  • Wide- und normale Variante
  • SRAM Yaw-Technik
  • Mit 31,8 und 34,9 Klemmschelle
  • Reifenfreiheit bis 42 mm in 700c / 45 mm in 700c oder mehr bei Wide
  • Gewicht 159 g
  • Preis 222 € ohne Batterie

Der SRAM Force AXS D2 Umwerfer blieb unverändert
# Der SRAM Force AXS D2 Umwerfer blieb unverändert - YAW-Technik sorgt für schleiffreien Ketten-Schräglauf in allen schaltbaren Positionen.

Der Akku begrenzt die Reifenfreiheit auf 42 mm
# Der Akku begrenzt die Reifenfreiheit auf 42 mm - deshalb gibt es zusätzlich den Umwerfer in Wide-Option für bis zu 45 mm.
13 Zähne Differenz vom Großen aufs Kleine
# 13 Zähne Differenz vom Großen aufs Kleine - alle SRAM Force 2-fach Kettenblatt-Garnituren sind so ausgelegt, für weniger Ausgleichs-Schaltvorgänge.

Force AXS D2 Kurbeln

Die Welt der SRAM Force AXS Kurbeln ist riesig. Alle Kurbeln haben Carbonarme im edlen Irididescent-Finish, alle kosten 330 € und alle erdenklichen Möglichkeiten werden abgedeckt: Bei 2-fach reicht das Spektrum vom Standard Road-Antrieb für schnelles Fahren mit 48-35 über die Profi-mäßige 50-37 Übersetzung bis hin zu 46-33 für Bergmarathons oder flexiblen Allroad-Einsatz mit 10-36 Kassette – all diese Kettenblattkombis kommen mit dem neuen, integrierten Design der SRAM Red. Zusätzlich gibt es für den Gravel und Allroad-Einsatz weiterhin die Wide-Option mit 43-30 Kettenblattkombi, die allerdings dann mit dem altbekannten 2-fach-Spider kommt und ihren eigenen Umwerfer und Achse verlangt. 2-fach im Überblick:

  • Abstufungen 50-37, 48-35, 46-33, 43-30 (Wide)
  • Längen 165 mm, 167,5 mm, 170 mm, 172,5 mm, 175, 177,5 mm
  • Q-Faktor 145,5 mm / 150,5 mm bei Wide
  • Kompatible Rahmen (im DUB-System) BSA Road 68, PF 86.5, BB30 Road68, PF30 ROAD68, BB386, PF30 79-A, PF30 73-A, T47 Internal 86,5, T47 68 mm External, T47 77-A, ITA
  • Gewicht 752 g mit 48-35
  • Preis 330 €

Bei den SRAM Force AXS 1-fach-Kurbeln dockt das einzelne Kettenblatt ebenfalls direkt über den 8-Loch-Direct-Mount Standard an. Zu haben sind die Abstufungen 38 T, 40 T, 42 T, 44 T, 46 T und Aero-Kettenblätter mit 48 T und 50 T.

Anders als bei der SRAM Rival gibt es die Force AXS 1-fach-Kurbel sowohl mit normaler Kettenlinie als auch als Wide Option. Damit die Kette beim Graveln sicher auf dem Zahnkranz bleibt, kommt immer das bekannte Narrow-Wide-Zahnprofil zum Einsatz. Interessant ist, dass auch die neue 1-fach Kurbel gegenüber dem Vorgänger abgespeckt hat, rund 90 g weniger wiegt sie. 1-fach im Überblick:

  • Abstufungen 1-fach Wide 38 T, 40 T, 42 T, 44 T, 46 T, Aero 48 T, Aero 50 T
  • Längen 165 mm, 167,5 mm, 170 mm, 172,5 mm, 175 mm, 177,5 mm
  • Kompatible Rahmen (im DUB-System) siehe 2-fach
  • Gewicht 647 g (1-fach 40 T)
  • Preis 330 €

Alle Force AXS-Kurbeln sind in Längen von 165 mm bis 177,5 mm in 2,5 mm-Schritten zu haben.
# Alle Force AXS-Kurbeln sind in Längen von 165 mm bis 177,5 mm in 2,5 mm-Schritten zu haben.

Force AXS Powermeter

Genauso groß wie bei den Kurbeln ist die Auswahl an Leistungsmess-Optionen für die SRAM Force AXS D2. Vereinfacht gesagt, gibt es jede Kurbel auch in einer Variante mit Powermeter, und das in allen Längen.

Eine neue und die günstigste Möglichkeit, die eigene Watt-Power mit der Force AXS-Gruppe zu kontrollieren, ist das achsbasierte, einseitig messende Powermeter, das die Force AXS im Prinzip von der Rival AXS übernimmt (hier findet ihr alle Infos zur achsbasierten Rival-Leistungsmesstechnik). Standardmäßig wird es bei den SRAM Force 1-fach-Gruppen eingesetzt, also im Wesentlichen im XPLR Set-up. Als Komplett-Set kostet es 632 €, ist also lange nicht so preiswert wie bei der Rival. Aber der linke Kurbelarm mit Powermeter-Achse kann auch einzeln erworben und mit den anderen Force-Kurbeln kombiniert werden.

Der Powermeter kommt als Einheit aus Kurbelarm und Achse. Dabei unterscheidet der Kurbelarm aus Carbon sich von der Alu-Version der Rival. Auch die verfügbaren Längen sind andere. Die Energieversorgung übernimmt eine Batterie des Typs AAA – Achtung, es muss unbedingt eine Lithium-Batterie sein. Sie soll für 400 Stunden Wattmessung Strom liefern.

Powermeter mit beidseitiger Leistungsmessung gibt es nur für die 2-fach-Antriebe
# Powermeter mit beidseitiger Leistungsmessung gibt es nur für die 2-fach-Antriebe - bei der 2-fach Wide-Gruppe ist der Powermeter ebenfalls in der Achse untergebracht.

Beidseitige Leistungsmessung gibt es nur für die SRAM Force AXS 2-fach – mit Ausnahme der Wide. Auch hier ist die Technik neu und stammt von der Top-Gruppe Red AXS. Die Leistungsmessung ist in die Kettenblattkombi integriert, was aufgrund der direktesten Messung die höchste Genauigkeit verspricht. SRAM gibt sie mit 1,5 % plus/minus an. Bedeutet: Bei 400 Watt Leistung kann die tatsächliche Leistung zwischen 394 Watt und 406 Watt liegen. Der Ersatz für die Powermeter Unit soll 443 € kosten. Sprich, wer die Kettenräder mit Leistungsmessung an der Force eTap AXS nachrüsten will – das ist der Preis.

Alle Leistungsmessoptionen in der Übersicht:

KurbelForce AXS 2-fach
Force AXS 2-fach WideForce AXS 1-fach (auch Wide)
Preis Kurbel-Set865 €632 €632 €
Leistungsmessung
Integriert in KettenblattkombiAchsbasiertAchsbasiert
MessartBeidseitig, Verteilung wird errechnetEinseitig, Gesamtleistung wird errechnetEinseitig, Gesamtleistung wird errechnet
Gewicht835 g (48-35 T)k.A.737 g (40 T)
Genauigkeit +/-1,5 %k.A.k.A.
Preis Powermeter only443 €k.A.367 €

Force AXS XG-1270 Kassetten

Sieht man von der neuen Rainbow-Option aus der Red-Welt ab, gibt es bei den Kassetten der Force AXS keine Neuerungen. Gut zu wissen ist, dass auch die Force-Kassetten inzwischen einen sogenannten Silomer-Ring zwischen den größten Ritzeln besitzen. Er mindert die Schalt- und Laufgeräusche merklich. Auch das 2021 eingeführte, silberne Nickel-Chrom-Finish bleibt. Der Preis liegt bei 200 €. Wer sparen will, kann natürlich auch die Kassetten der Rival-Gruppe nutzen, die aber schwerer sind.

Leiser und härter beschichtet
# Leiser und härter beschichtet - die SRAM Force-Kasetten erhielten schon vor dem Start der neuen Gruppe ein Update. Ein Silomer-Ring zwischen den großen Ritzeln sorgt für ruhigeres Schalten.

Force AXS Ketten

Wie alle Ketten der AXS Rennrad-Komponenten ist auch die Force AXS-Kette oben flach. Hintergrund: Für besseres Schaltverhalten besitzt sie dünnere Laschen. Das zusätzliche Material oben dient der Verstärkung zum Ausgleich. Laut SRAM ist die Flattop-Kette die stärkste und langlebigste der eigenen Ketten. SRAM empfiehlt, die Kette zu tauschen, wenn sie 0,8 Prozent Verschleiß erreicht hat. Zum Messen raten die Schweinfurter zu den Kettenverschleißlehren Pedro’s Chain Checker Plus, Pedro’s Chain Checker Plus II oder Park Tool CC-4.

Der Gliederstrang gehört zwingend zu den Road AXS-Komponenten. Wer beispielsweise auf einen MTB AXS-1-fach Antrieb für noch größere Kassetten bis 52 Zähne (!) umrüsten will, muss auch die Kette und das Schaltwerk ändern. Das Kettenblatt der 1-fach Rival AXS kann bleiben.

Force AXS Disc-Bremsen
„Disc only“ lautet die Maßgabe bei der neuen Force AXS. Festgelegt ist man auch hinsichtlich des Standards der Bremsaufnahmen: auf Flat-Mount. Die Kraft überträgt natürlich DOT-Bremsflüssigkeit, wie bei SRAM üblich. Die Bremssättel kommen immer im Paket mit den Shiftern.

SRAM rechnet damit, dass die meisten Hersteller die Gruppe mit den Paceline-Bremsscheiben kombinieren werden. Sie sind etwas schwerer. Dafür glänzten sie in unseren Fahrtests dadurch, dass sie auch bei harten und langen Bremsungen nicht aus der Form gerieten – ein Phänomen, das man bei anderen Disc-Rotoren beobachten kann und das zu vorübergehendem Bremsschleifen führt.

Die Force AXS-Disc-Bremsen
# Die Force AXS-Disc-Bremsen - sehr gute Modulation und ein fester Druckpunkt überzeugen nach wie vor.

Die SRAM Paceline-Rotoren sind etwas schwerer
# Die SRAM Paceline-Rotoren sind etwas schwerer - sie gefielen, weil auch nach hartem Bremsen kein Schleifen aufgrund kurzzeitig verformter Rotoren aufkam.
Die Bremssättel sind ausschließlich Flat-Mount zu haben
# Die Bremssättel sind ausschließlich Flat-Mount zu haben - als Beläge stehen wie gehabt organische ebenso wie sinter-metallische Varianten zur Verfügung.

Die Bremshebel liegen – wie gesagt – sehr gut in der (kleineren) Hand.
# Die Bremshebel liegen – wie gesagt – sehr gut in der (kleineren) Hand.

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Erster Test: SRAM Force AXS

Ich hatte an 2 Tagen an 2 Bikes Gelegenheit, die neue SRAM Force AXS-Gruppe zu testen: In der 2-fach-Variante an einem Trek Domane Endurance-Rennrad und in der 1-fach XPLR-Variante an einem Specialized Crux Expert Gravel Bike (wobei sich im Übrigen mein erster überaus angetaner Fahreindruck aus dem Specialized S-Works Crux Test erneut bestätigte).

Doch bevor es in Details geht: Man kann es gar nicht oft genug sagen: Die Schaltlogik der SRAM AXS-Rennradgruppen ist überlegen. Zwei große Tasten, an zwei verschiedenen Seiten, die man gar nicht verfehlen kann, auch mit den dicksten Handschuhen nicht. Eine legt einen schwereren Gang ein, die andere einen leichteren. Ob es Klick macht, kann man in den Fingern spüren, ebenfalls weitgehend unabhängig von der Umhüllung der Hand. Und welche Taste, was tut, kann man auch noch frei via Smartphone belegen. Genial. Kettenblattwechsel? Auch sauber getrennt: einfach beide Tasten gleichzeitig drücken. Und diese Schaltlogik hat selbstverständlich auch die neue SRAM Force AXS – alles andere wäre fahrlässig.

Die neue Form der Schalthebel kommt dem Tester (Handschuhgröße 9,5) entgegen
# Die neue Form der Schalthebel kommt dem Tester (Handschuhgröße 9,5) entgegen - weniger Fläche, aber mehr Platz zum Umgreifen.

Die Schalthebel: Und mit der neuen Force AXS sind die Schalt-Taster für Kleinhänder wie mich (Handschuhgröße 9,5) auch noch schneller bei der Hand. Dass der Griffkörper selber an manchen Lenkern nicht so bündig abschließt, fällt optisch auf, aber ergonomisch nicht ins Gewicht.

Zwischen-Durchsage: Mit der – sagen wir – etwas wulstigeren Form der eTap AXS-Hebel konnte ich mich nie zu 100 % anfreunden. Lockeres Ablegen der Hände an den Hoods ging. Aber beim kräftigen Umgreifen für den Wiegetritt am Berg drückte es nach einigen Minuten immer am Ballen. An den meisten Testrad-Lenkern musste ich die Bremshebelweiten-Verstellung nutzen, um die Hebel für den Unterlenker-Einsatz optimal zu positionieren. Das fällt mit den neuen Force AXS-Hebeln weg. Sie passen in Grundstellung.

Die dünneren Griffkörper der neuen Force AXS-Shifter sind leichter komplett zu umgreifen. Dass es mehr Platz zur dosierten Bremsung gibt, ist im direkten Vergleich mit den alten Shiftern, die ich kurz vorher getestet habe, auch zu spüren. Auch die Ablage oben auf den Hoods passte besser zu meinen Händen.

Die Berge im Hinterland von Tavira boten reichlich Gelegenheit, das Schaltverhalten zu testen.
# Die Berge im Hinterland von Tavira boten reichlich Gelegenheit, das Schaltverhalten zu testen.

Das Schalten: Wie sich die neuen Kettenblätter auf den Schaltvorgang am Umwerfer auswirken, war die andere spannende Frage des ersten Tests. In den Bergen und kurzen Kuppen der Gegend, die auch die Algarve-Rundfahrt schwer macht, gab es reichlich Gelegenheit, das zu überprüfen. Schnell gesagt: Der Kettenblattwechsel geht jetzt in beide Richtungen geschmeidiger vonstatten, leiser in jedem Fall. Und sehr zuverlässig. Trotz häufigen provokanten Herunterschaltens, auch unter großer Last (man denke: im Wiegetritt) ließen sich keine Schaltfehler erzeugen. Umgekehrt kletterte die Kette jederzeit zügig und genau vom kleinen aufs große Blatt (48-35). Ein direkter Vergleich zur Shimano Di2 fehlte. Aber gefühlt lautet das vorläufige Fazit: Die Force hat sich wieder nah herangebracht, aber fährt noch nicht Kopf-an-Kopf.

Wohlgemerkt, was den Kettenblattwechsel angeht. Das Schaltwerk pariert die Befehle so, dass man es sich nicht anders wünscht. Auch munteres Hin- und Herschalten im Compensating-Mode meisterte der Force AXS D2 Antrieb souverän. Der Modus ist über die AXS-App wählbar und einstellbar. Dabei schaltet das Schaltwerk unmittelbar nach dem Kettenblattwechsel automatisch einen oder zwei Gänge zum Ausgleich, was maximale Unruhe in den Antriebsstrang bringt. Mir kamen alle Schaltvorgänge dabei geräuschloser und kultivierter vor, obwohl sich das aus der technischen Innovation kaum ableiten lässt.

Beim spontanen Antritt aus dem Unterlenker ist die intuitive und eindeutige Bedienung der großen Schaltwippen ein Plus.
# Beim spontanen Antritt aus dem Unterlenker ist die intuitive und eindeutige Bedienung der großen Schaltwippen ein Plus.

Die 2-fach AXS-Systeme bieten übrigens noch eine Schalt-Halbautomatik: den „Sequential Mode“. Dabei legen Fahrer*innen fest, wann automatisch ein Kettenblattwechsel erfolgen soll. Und zwar fürs Herunterschalten in die leichteren Gänge, getrennt vom Heraufschalten in die schweren. So kann man den 2-fach-Antrieb in der Praxis wie den 1-fach-Antrieb fahren, also mit einer Taste hoch- und mit der anderen runterschalten. Sinnvoll ist es zum Beispiel, vor dem Wechsel auf die 3 leichtesten Berggänge hinten automatisch aufs kleine Kettenblatt wechseln zu lassen. Das klappte im ersten Test funktional vorzüglich. Es ist aber für Erfahrene die weniger sinnvolle Automatik.

Mit optionalen Blips lässt sich auch vom Oberlenker aus Schalten
# Mit optionalen Blips lässt sich auch vom Oberlenker aus Schalten - bis zu 3 Paare Blips kann man einbinden.

Das Bremsen: Beim Bremsen wirkte sich die neue Form der Shifter schon aus, bevor überhaupt verzögert wird. Denn für mich ist der Weg zum neuen Hebel direkter. Der Finger befindet sich sozusagen in Wohlfühlposition immer „am Abzug“. Der Druckpunkt war während der Testfahrten knackig und lag an einem frühen Punkt im Hebelweg an, wie man es sich wünscht – hier sind wir gespannt auf den anstehenden Dauertest der Gruppe, denn die Erfahrung mit der SRAM Rival AXS ist, dass er sich mit der Zeit etwas zu mehr Hebelweg verschieben kann.

Dass wir die Brems-Charakteristik der hydraulischen SRAM Disc-Bremsen fürs Rennrad und Gravel Bike sehr gelungen finden, wurde an dieser Stelle schon öfter betont. Der positive Eindruck bestätigte sich auch beim ersten Test der SRAM Force AXS. Die Bremskraft entfaltet sich nicht brachial ab dem Druckpunkt. Stattdessen kann die Verzögerung mit gleichmäßig zunehmendem Einsatz der Handkraft fein dosiert gesteigert werden bis zum Stand. Das Verhalten dürfte den meisten Rennrad-Fahrer*innen mehr entgegenkommen als bissigere Stopper. Das gilt noch mehr für den Gravel-Einsatz – allzu schneller Bremskraftaufbau führt auf dem losen Untergrund schnell zu Reifenblockaden.

Die Gangwechsel erfolgen schnell und präzise
# Die Gangwechsel erfolgen schnell und präzise - Fehlfunktionen ließen sich auch beim Schalten unter Last nicht provozieren.

Laut SRAM wird das Gros der Hersteller die Force AXS Disc-Bremsen mit den Paceline-Rotoren der US-Marke verwenden. Sie sind zwar etwas schwerer als die Centerline-Alternative. Aber ihre Leistung überzeugte uns wiederholt, nicht nur auf den Testfahrten in Tavira. Auf bis zu 70 km/h schnellen Abfahrten ließ sich mit den montierten 160 mm-Scheiben (vorne und hinten) keine Andeutung von Fading provozieren. Auch vorübergehende Verformungen der Rotoren blieben aus.

SRAM Force AXS XPLR: Kann die SRAM Force AXS auf der Straße überzeugen, so kann die SRAM Force AXS XPLR auf Gravel richtig glänzen. Das 1×12 Gravel Set-up der neuen Gruppe stand an einem Specialized Crux zum Testfahren bereit. Und hier spielen die spezifischen Vorzüge der AXS-Gruppen so zusammen, dass die neue Force XPLR im Disco-Look das Zeug zum Schaltungshit hat.

Die SRAM Force XPLR konnten wir auf einer Gravelrunde im Terrain-Mix testen
# Die SRAM Force XPLR konnten wir auf einer Gravelrunde im Terrain-Mix testen - mit 40 zu 10-44 hat sie ihren Sweet-Spot genau im Gravel typischen Tempobereich.
Auf holprigen Straßen verhindert die Dämpfung wirkungsvoll das Kettenschlagen.
# Auf holprigen Straßen verhindert die Dämpfung wirkungsvoll das Kettenschlagen.
Die Bremscharakteristik passt für den Gravel-Einsatz perfekt.
# Die Bremscharakteristik passt für den Gravel-Einsatz perfekt.

Da ist zum einen die noch mal einfachere Schaltlogik: links tippen, leichter Gang, rechts tippen, schwerer Gang, gedrückt halten, mehrere Gänge in die gewünschte Richtung, basta (je nach gewählter Multishift-Einstellung in der AXS-App). Dabei arbeitet das Schaltwerk mit der oben beschriebenen Genauigkeit und hält die Kette sicher fern von der Carbon-Kettenstrebe, auch wenn es richtig rumpelt auf der Schotterpiste. Zudem hat die Übersetzung mit 10-44 Kassette im Tempobereich zwischen 20 km/h und 30 km/h ihren Sweet-Spot mit Gangsprüngen zwischen 11 % und 14 %.

Dass die SRAM Force AXS-Bremscharakteristik gut zum Gravel-Einsatz passt, wurde ja bereits erwähnt. Aber auch die neue Hood-Form hat für mich auf Gravel noch einmal einen Bonus. Denn wenn es am Lenker rüttelt, umschließe ich die Hoods einerseits stärker als auf der Straße, wo die Hände oft mehr oder weniger nur „aufliegen“. Andererseits soll zwischen Hand und Griffkörper noch etwas Spielraum bleiben, damit die vielen kleinen und großen Stöße nicht so durchdringen. Und das geht mit der neuen, schlankeren und offeneren Form schlicht besser, ohne irgendwo anzuecken (hier findet ihre einen ausführlichen SRAM XPLR Test mit allen Komponenten).

Alle SRAM Force AXS-Gruppen besitzen eingebaute „Schalthilfen“ als Option
# Alle SRAM Force AXS-Gruppen besitzen eingebaute „Schalthilfen“ als Option - bei 1-fach-Schaltung ist zum Beispiel frei wählbar, wie viele Gänge bei anhaltendem Tastendruck geschaltet werden.

Die AXS-Konnektivität Wie einfach sich die AXS-Komponenten mit dem Smartphone und anderen Geräten verbinden lassen, ist ein Plus des SRAM-Systems. Einmal in der SRAM AXS App registriert, lassen sie sich einem Fahrrad zuweisen. Auch Firmware-Updates kommen über die App einfach auf die Teile. Mit der SRAM AXS Web App gibt es zusätzlich ein Analysewerkzeug, das detailliertes Auswerten der Fahrdaten erlaubt. Mehr dazu im Dauertest.

=> Hier findet ihr die ausführliche Vorstellung der AXS Web App

Fazit

Die neue SRAM Force AXS ruft keine Schaltevolution aus. Sie bringt Verbesserungen an wenigen, aber entscheidenden Stellen: der Ergonomie und dem Schaltverhalten an den Kettenblättern. Nicht zu vergessen, das Design, das einfach zu mehr Bikes passt. Damit baut die 12-Gang-Funkschaltung gezielt auf ihre Stärken auf: einfachste Schaltlogik, simple, selbsterklärende Einstellung per App, breitere Übersetzungen für jeden Einsatzbereich von Zeitfahren bis Gravel-Bikepacking und nicht zuletzt einfaches Nachrüsten in Zeiten von immer mehr Integration. In der reinen Schaltfunktion lassen sich aktuelle Gruppen im ersten Eindruck ohnehin nur in Nuancen von anderen elektronischen Gruppen unterscheiden. Und so gibt es unterm Strich bessere Performance für gleiches Geld (gemessen am alten und neuen Einführungspreis).

Artikelbild

Pro / Contra

Pro

  • Intuitivstes Schalten
  • Gelungene Ergonomie für breiteren Anwenderkreis
  • Leichter geworden
  • Einfaches Einstellen per App
  • Gute Brems-Charakteristik

Contra

  • Höhere Ersatzteilkosten durch Kettenblatt-Integration
  • Keine Brems-Druckpunkteinstellung
Mehr Performance fürs Geld
# Mehr Performance fürs Geld

Wir haben die neue SRAM Force AXS 2×12-Gruppen-Komponenten für einen Dauertest zur Verfügung gestellt bekommen und werden in Zukunft berichten!

Was denkt ihr über die neue SRAM Force AXS?


Noch mehr zum Thema Rennrad-Schaltung auf Rennrad-News:

Text: Jan Gathmann / Fotos: Jan Gathmann
  1. benutzerbild

    Orr Babba

    dabei seit 07/2021

    Schon mal zur Sicherheit an einen Kettenfänger gedacht?
    Ja, schon mehrfach. Will in der Tat mal nach ner praktikablen Lösung suchen.
    Hängt aber auch bissel vom Rahmen/ Tretlagergehäuse ab, ob es nötig ist. Bei dem sram-Rad passiert aber offenbar nix. Zumindest bis jetzt nicht.

    Hab noch ein Canyon Endurace mit Shimano, da hab ich bisher zwei od. drei Mal die Kette runtergeschmissen und jedesmal nen brutalen Kettenklemmer gehabt. 1x auch mit angesägtem Carbon. 🫣
    Daher bin ich durchaus gebranntes Kind auf dem Sektor…
  2. benutzerbild

    Daniel2

    dabei seit 02/2024

    Ja, schon mehrfach. Will in der Tat mal nach ner praktikablen Lösung suchen.
    Hängt aber auch bissel vom Rahmen/ Tretlagergehäuse ab, ob es nötig ist. Bei dem sram-Rad passiert aber offenbar nix. Zumindest bis jetzt nicht.

    Hab noch ein Canyon Endurace mit Shimano, da hab ich bisher zwei od. drei Mal die Kette runtergeschmissen und jedesmal nen brutalen Kettenklemmer gehabt. 1x auch mit angesägtem Carbon. 🫣
    Daher bin ich durchaus gebranntes Kind auf dem Sektor…
    Davor habe ich auch Bedenken. Kettensäge lässt grüßen. Der Kettenabwurf an sich wäre nur nervig. Fräst sich aber die Kette dann ins Carbon, wenn man richtig antritt während es passiert, dann kann der Schaden nicht unerheblich sein - mal abgesehen vom Nervenzusammenbruch, der dann unweigerlich sowieso eintreten würde.
    Die Einstelltoleranzen vorne scheinen sehr eng zu sein - aber wie gesagt es ist seit zigtausend Kilometern auf den verschiedenen Rädern nix mehr vorgekommen. Ob das jetzt die Kettenfänger oder die Einstellung war, kann ich aber nicht sagen. Habe meine Schaltungen alle mit Komepensationsmodus an der hinteren Kassette eingestellt. (außer der 1-fach Force am Gravel).
  3. benutzerbild

    unsolizited

    dabei seit 09/2011

    Auch das mehrfache Wiederholen einer solcher Behauptungen macht sich nicht wahr. Die Gewindeeinsätze sind auch beim 2-fach Kettenblatt aus Metall, hier im Foto gut durch Abrieb zu erkennen. Dass das Plastik-Cover außen manchmal reißt, ist sicherlich korrekt. Laut SRAM passiert das aber vor allem, wenn man die Kettenblattschrauben mit zu viel Drehmoment anzieht. Scheint mir logisch, dass dann die Metall-Gewindeeinsätze im Plastik ausreißen.

    Anhang anzeigen 1425101
    Man sieht ja auf dem Bild, das selbst die Gewinde Plastik sind. Aber wenn du recht haben willst, bitte schön.
  4. benutzerbild

    spclzd

    dabei seit 05/2014

    Man sieht ja auf dem Bild, das selbst die Gewinde Plastik sind. Aber wenn du recht haben willst, bitte schön.
    Klar, die Gewindegänge sind aus silbern glänzendem Plastik.
    Verbreite nur weiter deine Unwahrheiten, alle anderen können sehen, wie es ist.
  5. benutzerbild

    Daniel2

    dabei seit 02/2024

    Klar, die Gewindegänge sind aus silbern glänzendem Plastik.
    Verbreite nur weiter deine Unwahrheiten, alle anderen können sehen, wie es ist.
    Oh Gott, ich habe einen Plastikantrieb. :eek:🥹

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