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Das Rose Backroad rollte mit Shimano GRX Di2-Gruppe und Vorbaufederung von Redshift in den Rennrad-News-Test
Das Rose Backroad rollte mit Shimano GRX Di2-Gruppe und Vorbaufederung von Redshift in den Rennrad-News-Test
Mit einem Gelenk und dämpfenden Elementen innen filtert der Vorbau auch gröbere Stöße
Mit einem Gelenk und dämpfenden Elementen innen filtert der Vorbau auch gröbere Stöße
Am Sattel sorgt die leicht flexende Rose-Carbonstütze für etwas Komfort
Am Sattel sorgt die leicht flexende Rose-Carbonstütze für etwas Komfort
Das Backroad-Rahmenset ist sehr ansprechend verarbeitet ...
Das Backroad-Rahmenset ist sehr ansprechend verarbeitet ...
... und bietet Platz für Reifen bis 40 mm in 700c
... und bietet Platz für Reifen bis 40 mm in 700c
Details wie der gute Kettenstrebenschutz überzeugen ...
Details wie der gute Kettenstrebenschutz überzeugen ...
... da kann man schon stolz auf die Herkunft hinweisen
... da kann man schon stolz auf die Herkunft hinweisen
Wir kennen keine bessere Ergonomie fürs Geländefahren mit dem Renner als die der Shimano GRX Di2-Hebel
Wir kennen keine bessere Ergonomie fürs Geländefahren mit dem Renner als die der Shimano GRX Di2-Hebel
Der Griff ist vergleichsweise schmal und schmiegt sich fest in die Hand
Der Griff ist vergleichsweise schmal und schmiegt sich fest in die Hand
Zusätzliche Di2-Knöpfe erlauben das Schalten am Oberlenker
Zusätzliche Di2-Knöpfe erlauben das Schalten am Oberlenker
Das lange GRX Di2-Schaltwerk schafft bis zu 42 Zähne hinten ...
Das lange GRX Di2-Schaltwerk schafft bis zu 42 Zähne hinten ...
... was Rose in Kombi mit der 40-Zähne Kurbel für eine leichte Untersetzung nutzt
... was Rose in Kombi mit der 40-Zähne Kurbel für eine leichte Untersetzung nutzt
Ösen für Gepäckträger und Schutzbleche sind vorhanden ...
Ösen für Gepäckträger und Schutzbleche sind vorhanden ...
... und unauffällig integriert
... und unauffällig integriert
Die Rose R-Thirty-Laufräder sind mit 19 mm Mauleweite eher auf der schmalen Seite des Spektrums
Die Rose R-Thirty-Laufräder sind mit 19 mm Mauleweite eher auf der schmalen Seite des Spektrums
Die Rose-Naben erzeugen ein dezentes Freilaufgeräusch
Die Rose-Naben erzeugen ein dezentes Freilaufgeräusch
Der Ritchey-Lenker gefiel mit mäßiger Breite und geringem Flare für sportlichen Einsatz
Der Ritchey-Lenker gefiel mit mäßiger Breite und geringem Flare für sportlichen Einsatz
Die relativ kurze Rückbiegung passt dazu – für lange Fahrten wünscht man sich mehr
Die relativ kurze Rückbiegung passt dazu – für lange Fahrten wünscht man sich mehr
Das Rose Backroad bietet eine kompakte Sitzposition mit mäßiger Übwerhöhung
Das Rose Backroad bietet eine kompakte Sitzposition mit mäßiger Übwerhöhung
Der Schwerpunkt liegt vergleichsweise hoch im Rad
Der Schwerpunkt liegt vergleichsweise hoch im Rad
Waldautobahnen und feste Kieswege mit feinem Belag sind die Domäne des Rose Backroad
Waldautobahnen und feste Kieswege mit feinem Belag sind die Domäne des Rose Backroad
Die Shimano GRX-Bremsen verzögern kräftig ...
Die Shimano GRX-Bremsen verzögern kräftig ...
... bergauf hilft die 42er XT-Kassette
... bergauf hilft die 42er XT-Kassette
Gravel - Rose-3
Gravel - Rose-3
Gravel - Rose-4
Gravel - Rose-4
Auch in engen, schnellen Kurven macht das Backroad Spaß – der Untergrund ist aber nicht der Sweet-Spot der Reifen
Auch in engen, schnellen Kurven macht das Backroad Spaß – der Untergrund ist aber nicht der Sweet-Spot der Reifen
Tatsächlich nimmt der Vorbau auch solchen Passagen die Spitzen
Tatsächlich nimmt der Vorbau auch solchen Passagen die Spitzen
Bei Stößen von unten (oder Wippen oben) ...
Bei Stößen von unten (oder Wippen oben) ...
... taucht der Lenker um den Drehpunkt ein. Dadurch ändert sich der Abstand zur Lenkachse, was sich in Kurven gewöhnungsbedürftig anfühlt
... taucht der Lenker um den Drehpunkt ein. Dadurch ändert sich der Abstand zur Lenkachse, was sich in Kurven gewöhnungsbedürftig anfühlt
Die Schaltung beeindruckte mit ...
Die Schaltung beeindruckte mit ...
... exakter Funktion unabhängig von Umwelteinflüssen
... exakter Funktion unabhängig von Umwelteinflüssen
Sportliches Multitalent
Sportliches Multitalent

Das Rose Backroad GRX Di2 im Test: Der Gravelbike-Verkaufsschlager aus Bocholt lässt sich auch mit der Shimano GRX Di2-Gravelgruppe und Vorbaufederung ordern. Im Vergleich mit drei anderen stoßgedämpften Gravelbikes kristallisiert sich das Rose als sportives Multitalent heraus. Hier der Test.

Steckbrief: Rose Backroad

Obwohl Rose zu den Anbietern gehört, die schon lange Cyclocross- und Commuter-Rennräder bauen, stieg man mit dem Backroad 2019 relativ spät in den Gravelbike-Bereich ein. Dafür landete man nach eigenen Angaben gleich einen Publikumsliebling – derzeit sind nur noch zwei Modellvarianten auf der Webseite des Direktanbieters aus Bocholt verfügbar: mit SRAM Force 1×11 oder Shimano GRX 810-Gravelgruppe, die beide für 2.549 Euro zu kaufen sind. Unser Testrad mit Shimano GRX Di2-Gruppe müsste man sich im Rahmen des Rose Custom-Programmes mit Teilen aus dem Shop eigens zusammenstellen, wofür keine Montagekosten verlangt werden. Auf diesem Weg lässt sich auch der Redshift Shockstop-Vorbau ordern. Er ist der Grund, warum das Rose Backroad den Weg in den Test fand. Der Vorbau mit Dämpfung lässt sich aber grundsätzlich an jedem Fahrrad mit passendem Ahead-Gabelschaft montieren. Backroad Generation 2 steht offenbar schon in den Startlöchern, ein Bild gibt es bereits. Wann die kommt, ist zur Artikelerstellung noch ungewiss.

EinsatzbereichTour, Cyclocross, Gravel, Commute
RahmenmaterialCarbon
GabelCarbon
Gewicht (o. Pedale)9,0 kg
Stack577 mm
Websitewww.rosebikes.de
Preis: 3.244 €

Ausstattung: Elektronik für Mechanik-Preis

Rose verfolgt bei der Ausstattung des Backroad einen klaren Ansatz: eine einheitliche Basis in Form des 1.040 g* leichten Carbon-Rahmens, ergänzt mit einem stets gleichen Komponenten-Paket. Dafür stehen verschiedene Antriebs- und Schaltgruppen zur Auswahl: 1-fach oder 2-fach, Shimano oder SRAM. Wer anderes will, kann das im erwähnten Custom-Programm noch ändern lassen. Unser Testrad rollt mit höherwertiger Shimano GRX Di2-Gruppe vor, um den Preisbereich der anderen Gravelbikes mit Dämpfung zu erreichen – diese bieten dafür allerdings lediglich eine mechanische Shimano Ultegra-Gruppe! Die Gravelgruppe Shimano GRX Di2 entspricht in der Gruppenhierarchie der Japaner einer elektronischen Ultegra Di2. Vor allem die GRX-Kurbel ist kein Leichtgewicht, die Elektronik bringt auch etwas mehr Gewicht, ebenso der Vorbau. So landet das Testrad an unserer Waage am Ende bei 9,0 kg.

=> Hier findet ihr die Infos zu den Shimano GRX-Gravelgruppen auf Rennrad-News

Diashow: Rose Backroad im Test: Der Gravelroadie
... taucht der Lenker um den Drehpunkt ein. Dadurch ändert sich der Abstand zur Lenkachse, was sich in Kurven gewöhnungsbedürftig anfühlt
Sportliches Multitalent
Die Schaltung beeindruckte mit ...
Gravel - Rose-4
Der Schwerpunkt liegt vergleichsweise hoch im Rad
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Das Rose Backroad rollte mit Shimano GRX Di2-Gruppe und Vorbaufederung von Redshift in den Rennrad-News-Test
# Das Rose Backroad rollte mit Shimano GRX Di2-Gruppe und Vorbaufederung von Redshift in den Rennrad-News-Test

Mit einem Gelenk und dämpfenden Elementen innen filtert der Vorbau auch gröbere Stöße
# Mit einem Gelenk und dämpfenden Elementen innen filtert der Vorbau auch gröbere Stöße
Am Sattel sorgt die leicht flexende Rose-Carbonstütze für etwas Komfort
# Am Sattel sorgt die leicht flexende Rose-Carbonstütze für etwas Komfort

Das Rahmen- und Gabelset des Rose Backroad haben die Bocholter zum Modellstart 2019 neu entwickelt – und ihm für unseren Geschmack zwei dezente, aber nicht langweilige Lackierungen mit auf den Weg gegeben. Die an unserem Testrad wirkt gut gemacht und harmoniert sehr schön mit den naturfarbenen Reifenflanken. Pluspunkte in Sachen Verarbeitung sind der solide Kettenklemmschutz an der Strebe und der gute Unterrohrschutz aus Gummi; er macht Sinn, denn beim Graveln wird öfter der eine oder andere größere Kiesel nach oben geschleudert. Auch die Kabel und Leitungen sind sauber geführt. Die Reifenfreiheit ist mit 40 mm in 700c etwas weniger üppig, als der momentane Trend es vorgibt. Der geht eher Richtung 47 mm.

Ausstattungstabelle zum Ausklappen
RahmenCarbon, 12-mm-Steckachse      
GabelCarbon, tapered, A-Head, 12-mm-Steckachse
Gewicht9,0 kg (gewogen ohne Pedale), Gr. 57
Entfaltung2,1 - 8,04 m pro Kurbelumdrehung
Zulässiges Gesamtgewicht 110 kg
SchalthebelShimano GRX ST-RX815 1x11
Umwerfer / Schaltwerkohne / GRX RX817 (langer Käfig)
Kurbel / ZähneShimano GRX FC-RX810 / 40 Z.
Ritzel / ZähneShimano XT / 11-42 Z.
InnenlagerPress-Fit
KetteShimano CN-HG701
Bremsen / RotorenShimano BR-RX810 / 160/160 mm
LaufradsatzRose R-Thirty Disc, 622x19c, Tubeless ready (ca. 1650 g)*
Reifen / GrößeSchwalbe G-One Allround Performance / 38-622
LenkerRitchey WCS, Alu, 42 cm breit
VorbauRedshift Shockstop, gefedert, 100 mm
SattelSelle Italia Novus Boost Superflow
SattelstützeRose RC-170 Carbon, 27,2 mm
Besonderheiten2 Ösen auf dem Unterrohr, 2 Ösen am Sitzrohr, Unterrohrschutz, Kettenschlagschutz, Zusatzschalthebel am Oberlenker
Preis3.244,00 €

Auch gesteigerte Bikepacking-Qualitäten fürs Extreme besitzt der Rahmen nicht. Extra-Ösen am Oberrohr, unter dem Unterrohr oder für Halter an der Gabel sind nicht vorhanden. Natürlich kann man auch für mehrtägige Touren trotzdem genug Taschen ankletten, was wir auf einer Bikepacking-Tour über den Rennsteig auch getan haben.

Das Backroad-Rahmenset ist sehr ansprechend verarbeitet ...
# Das Backroad-Rahmenset ist sehr ansprechend verarbeitet ...
... und bietet Platz für Reifen bis 40 mm in 700c
# ... und bietet Platz für Reifen bis 40 mm in 700c
Details wie der gute Kettenstrebenschutz überzeugen ...
# Details wie der gute Kettenstrebenschutz überzeugen ...
... da kann man schon stolz auf die Herkunft hinweisen
# ... da kann man schon stolz auf die Herkunft hinweisen

Will man mit dem Backroad zur Arbeit fahren, macht Rose den Umbau dafür sehr leicht. Für einen Hinterrad-Gepäckträger, Schutzbleche und sogar einen Scheinwerferhalter sind alle Ösen da.

Mit das Beste, was es für Gravelbikes gibt, fährt das Backroad in Sachen Antrieb und Schaltung auf. Das GRX Di2 Ensemble liefert jederzeit exakte, weiche und schnelle Schaltvorgänge, funktioniert unter Last, vollkommen verdreckt und auf holprigem Untergrund. Kettenschlagen dämpft das lange GRX-Schaltwerk wirkungsvoll. Seine Kapazität ist mit der montierten XT-Kassette mit 42 Zähnen ausgeschöpft. Ein großes Plus für Leute, die viel im Oberlenker fahren, sind die zusätzlichen Schaltdrücker der Di2 links und rechts neben dem Vorbau. Dass sie mit Kabelbindern montiert sind, wird Ästheten stören, lässt aber funktional nichts vermissen. Beim Schieben und Tragen am Vorbau kann man aber schon mal aus Versehen einen Schaltvorgang auslösen (je nach Di2-Einstellung auch mehrere). Das nervte im Test einige Male – in diesem Punkt gefallen uns die weniger sensiblen SRAM Blips besser.

=> Ihr sucht ein günstiges Gravelbike? Hier findet ihr einen Test von 7 Gravelbikes mit Alu-Rahmen auf Rennrad-News

Ansonsten gefiel das Cockpit in Sachen Ergonomie ausgezeichnet: Die GRX Di2-Hebel liefern beim Graveleinsatz derzeit das Optimum an Halt und Bedienbarkeit ab. Vor allem der ausgeprägte Höcker verleiht bergab ungleich mehr Vertrauen. Zudem wird der schmale, extra griffige Hebel auch Fahrern mit kleineren Händen (wie dem Tester) gut gefallen. Die Schaltlogik lässt sich programmieren. Dabei erlaubt das 1x-Setup viele Spielarten, auch eine SRAM Double-Tap-Imitation mit auf die Hebel aufgeteilten Schaltrichtungen. Auch der Lenker fand viel Gefallen. Er ist nicht zu breit und bietet einen guten Übergang zu den Hebeln.

Wir kennen keine bessere Ergonomie fürs Geländefahren mit dem Renner als die der Shimano GRX Di2-Hebel
# Wir kennen keine bessere Ergonomie fürs Geländefahren mit dem Renner als die der Shimano GRX Di2-Hebel
Der Griff ist vergleichsweise schmal und schmiegt sich fest in die Hand
# Der Griff ist vergleichsweise schmal und schmiegt sich fest in die Hand
Zusätzliche Di2-Knöpfe erlauben das Schalten am Oberlenker
# Zusätzliche Di2-Knöpfe erlauben das Schalten am Oberlenker
Das lange GRX Di2-Schaltwerk schafft bis zu 42 Zähne hinten ...
# Das lange GRX Di2-Schaltwerk schafft bis zu 42 Zähne hinten ...
... was Rose in Kombi mit der 40-Zähne Kurbel für eine leichte Untersetzung nutzt
# ... was Rose in Kombi mit der 40-Zähne Kurbel für eine leichte Untersetzung nutzt

Von der Seite kommen die Laufräder des Rose Backroad fast wie Hochprofil-Laufräder daher. Der hauseigene R-Thirty Alu-Laufradsatz mit 30 mm Felgenhöhe macht das Rad optisch schnell und ist mit 1.650 g (Herstellerangabe) auch relativ leicht. Breitreifentechnisch ist er mit 19 mm Maulweite gut an die Kapazitäten des Rahmens angepasst, aber für heutige Gravelverhältnisse eher schmal. Hervorragend dazu passen die Schwalbe G-One Allround-Reifen, die ihre große Stärke beim Leichtlauf auf Asphalt haben, aber auch auf feinen Kieswegen und festen Böden hervorragend klarkommen. Das Freilaufgeräusch der Rose-eigenen Naben ist dezent.

Ösen für Gepäckträger und Schutzbleche sind vorhanden ...
# Ösen für Gepäckträger und Schutzbleche sind vorhanden ...
... und unauffällig integriert
# ... und unauffällig integriert
Die Rose R-Thirty-Laufräder sind mit 19 mm Mauleweite eher auf der schmalen Seite des Spektrums
# Die Rose R-Thirty-Laufräder sind mit 19 mm Mauleweite eher auf der schmalen Seite des Spektrums
Die Rose-Naben erzeugen ein dezentes Freilaufgeräusch
# Die Rose-Naben erzeugen ein dezentes Freilaufgeräusch

Geometrie: Kurven bitte!

Geometrietabelle zum Ausklappen
Rahmengröße cm5154575962
Sitzrohrlänge mm483513577587599
Oberrohrlänge mm525540555568582
Steuerrohrlänge mm130147164174188
Sitzwinkel Grad7473,7573,573,2573
Lenkwinkel Grad7171,5727272
Kettenstrebenlänge425425425425425
Radstand 10091007102510351047
Tretlager-Absenkung6060606060
Stack mm525559577587599
Reach mm370377384391398
Stack to Reach (StR-Wert)1,421,481,51,51,51

Schon ohne Blick in die Geometrie-Tabelle fällt am Rose Backroad das vergleichsweise moderat abfallende Oberrohr auf. Das sorgt für eine vertraute Optik. Die Überstandshöhe ist dadurch rund 1 bis 2 cm höher als bei anderen Gravelbikes. Für kleine Fahrer*innen mit Schwerpunkt Offroad ein Aspekt, den es abzuwägen gilt.

Mit fünf Rahmengrößen gibt es eine verhältnismäßig große Auswahl. Kleiner Kritikpunkt am Rand: Rose macht Interessenten auf der Webseite leider einen direkten Vergleich zwischen den verschiedenen Größen schwer, weil stets nur die Maße einer Größe angezeigt werden können.

Der Ritchey-Lenker gefiel mit mäßiger Breite und geringem Flare für sportlichen Einsatz
# Der Ritchey-Lenker gefiel mit mäßiger Breite und geringem Flare für sportlichen Einsatz
Die relativ kurze Rückbiegung passt dazu – für lange Fahrten wünscht man sich mehr
# Die relativ kurze Rückbiegung passt dazu – für lange Fahrten wünscht man sich mehr

Ein intensiverer Blick auf die Zahlenkolonnen zeigt, dass Rose auch sonst näher an der klassischen Rennrad-Geometrie bleibt. Ein eher steiler Sitzwinkel bringt das Gewicht tendenziell über das Vorderrad für Kurvenkontrolle. Das Steuerrohr ist vergleichsweise moderat verlängert, was auch sportliche Sitzpositionen mit geringem Spacer-Einsatz ermöglicht. Vor allem aber fällt das rund 1 cm geringer als üblich abgesenkte Tretlager auf. Das bringt viel Bodenfreiheit, gut, wenn man mal einen Ast im Wald (oder eine Hürde beim Cyclocross-Rennen) überfahren will oder um enge Kurven muss.

Insgesamt ist das Rose Backroad aktueller Prägung in Sachen Geometrie eher ein road- und kieswegorientiertes Gravelbike, vergleichbar mit der BMC Roadmachine-X oder so manchem Cyclocross-Rad.

Auf dem Kurs

So sitzt man: Zunächst muss man das Bein recht hoch über den (straffen, aber in der Mitte gut entlastenden) Sattel schwingen – das hohe Tretlager lässt grüßen. Die Sitzposition fällt kompakt aus. Man muss sich nicht weit zum Lenker strecken, auch nicht, wenn man an die Bremsgriffe fasst. Dabei bringt der vergleichsweise schmale Lenker Rennrad-Feeling.

Das Rose Backroad bietet eine kompakte Sitzposition mit mäßiger Übwerhöhung
# Das Rose Backroad bietet eine kompakte Sitzposition mit mäßiger Übwerhöhung
Der Schwerpunkt liegt vergleichsweise hoch im Rad
# Der Schwerpunkt liegt vergleichsweise hoch im Rad

Auf der Straße: Die Rennradgefühle klingen auch auf der Straße nicht ab. Klar, die schwereren Reifen kommen etwas langsamer auf Touren, aber dem Backroad gehört eindeutig die Krone für das dynamischste Gravelbike im Vergleich. Auch beim Tempohalten und Kurvenfahren auf Asphalt hat es vor allem dank der Reifen die Nase vorn. Einziges Manko: Seitenwind auf der Kuppe greift kräftig in die Steuerung: Die höheren Felgen und den dicken Reifen bieten dem Wind so viel Fläche wie ein ausgewachsener 50-mm-Aero-Laufradsatz mit Rennradreifen.

Am Berg: An Steigungen punktet das Backroad erneut mit seiner Leichtigkeit. Trockene Antritte quittiert es mit Vortrieb. Allerdings gibt im Wiegetritt der Redshift-Vorbau wie eine Federgabel mit jedem Lastwechsel minimal nach. So kurbelt man lieber im Sitzen dynamisch die Berge hoch, was mit der leichten Untersetzung von 40 Zähnen vorne zu 42 hinten auch meistens locker geht.

Waldautobahnen und feste Kieswege mit feinem Belag sind die Domäne des Rose Backroad
# Waldautobahnen und feste Kieswege mit feinem Belag sind die Domäne des Rose Backroad
Die Shimano GRX-Bremsen verzögern kräftig ...
# Die Shimano GRX-Bremsen verzögern kräftig ...
... bergauf hilft die 42er XT-Kassette
# ... bergauf hilft die 42er XT-Kassette

Auf dem Kiesweg: Waldautobahnen mit feinem Kies oder anders festen Böden sind die Domäne des Rose Backroad. Hier liegt es satt und rollt schnell. Auch in engen Kurven gibt es sich wendig, herumliegende Äste sind dank des hohen Tretlagers leicht zu überfahren oder zu springen. Auch im Gelände macht das Rose Backroad richtig Spaß. Sogar bei Cyclocross-Rennen ist es mit dem agilen Handling gut aufgehoben – nur der mangelnde Seitenhalt auf losem oder weichem Untergrund begrenzt das Vergnügen, was sich aber mit anderen Reifen ändern lässt.

In der Abfahrt: Technischere und schnelle Abfahrten im Gelände geht man dank der Vorbaufederung gelassen an. Aber wenn das Backroad irgendwo Federn lässt, dann hier. Die Lenkung verlangt bei hoher Geschwindigkeit etwas mehr Aufmerksamkeit. Auch wirkt die Front, wenn es ruppig wird, nicht ganz so seitensteif wie bei anderen. Mehr ein Rad für spielerischen Umgang mit Hindernissen als für grobes Durchpflügen. Anbremsen? Perfekt: Vom Halt an den Höckern über den knackigen Druckpunkt bis zur bissigen Bremskraft liefern die Shimano GRX-Bremsen mit den 160-mm-Scheiben der Ultegra eine Glanzvorstellung. Einzig bei Nässe kam es zu Quietschen, manchmal auch zu kurzem Brems-Stottern, was aber auch der Gabel zuzuschreiben ist.

Auch in engen, schnellen Kurven macht das Backroad Spaß – der Untergrund ist aber nicht der Sweet-Spot der Reifen
# Auch in engen, schnellen Kurven macht das Backroad Spaß – der Untergrund ist aber nicht der Sweet-Spot der Reifen

Mit Rucksack oder Bikepacking-Taschen? Da Rose das Backroad auch als Randonneur aufbaut, verfügt es über einige Reisequalitäten. Gepäck am Fahrer oder am Rad beeinflusst das Fahrverhalten des Rose Backroad nicht über Gebühr. Aber mit 110 kg Gewichtszulassung ist großen Fahrern ein recht enger Spielraum gegeben. Auch die fehlende Möglichkeit, Trinkflaschen tiefer zu montieren, um Platz für Taschen zu schaffen, mag vermisst werden. Beim Befestigen von Lenkertaschen kommt es zu Konflikten mit den Zusatzschaltknöpfen am Oberlenker.

Die Dämpfung

Mit 45 Euro Aufpreis für den Redshift-Vorbau hat das Rose das mit Abstand preiswerteste Dämpfungselement an der Front. Hinten soll die Rose-eigene Carbon-Sattelstütze für Flex sorgen. Und sie liefert tatsächlich einen spürbaren Komfortgewinn am Sattel, wirkt aber im direkten Vergleich gegenüber BMC und Co. noch etwas hart. Nicht so der Vorbau: Wer maximale Stoßabsorption für die Hände will, der wird hier fündig. Auch auf groben Schotterwegen mit dicken Steinen bügelt der Redshift-Vorbau vieles aus. Tatsächlich fühlt man sich dadurch auch in unwegsamen Abfahrten sicherer. Richtig genial ist die Dämpfung aber auf langen Strecken. Denn sie filtert auch die vielen kleinen Schläge auf den Körper. Schon bei Touren, die länger als 3 Stunden dauern und hauptsächlich abseits der Straße liegen, stiegen wir nachher spürbar entspannter vom Backroad. Selbst auf schlechten Straßen ist die Redshift-Dämpfung ein Gewinn, vor allem in der von uns bevorzugten, mittleren Einstellung. Dass die Härte über Elastomer-Tausch einstellbar ist, bedeutet ebenfalls ein Plus, zum Beispiel, wenn die Sitzposition mehr Gewicht aufs Vorderrad bringt oder für sehr lange Touren Auflieger montiert werden sollen.

Tatsächlich nimmt der Vorbau auch solchen Passagen die Spitzen
# Tatsächlich nimmt der Vorbau auch solchen Passagen die Spitzen
Bei Stößen von unten (oder Wippen oben) ...
# Bei Stößen von unten (oder Wippen oben) ...
... taucht der Lenker um den Drehpunkt ein. Dadurch ändert sich der Abstand zur Lenkachse, was sich in Kurven gewöhnungsbedürftig anfühlt
# ... taucht der Lenker um den Drehpunkt ein. Dadurch ändert sich der Abstand zur Lenkachse, was sich in Kurven gewöhnungsbedürftig anfühlt

Der Preis, den man für den Komfort zahlt? Beim sportlichen Kurvenfahren im Gelände leidet die Kontrolle doch ziemlich. Der Lenker sackt bisweilen stark weg, wobei sich auch die Lenkgeometrie ändert. Das ist nicht kritisch, nimmt aber dem Spaß die Spitzen. Klare Sache: nichts für Rennen oder engagierte Trailhatz. Auch im Wiegetritt begrenzt der minimal wippende Vorbau die Freude etwas. Aber insgesamt steht für uns fest: Für das Gros der 80-Prozent-Straße-Gravelfahrer ist die Art der Komfortsteigerung ein reiner Gewinn.

Haltbarkeit

Im Rahmen des Vergleichstests mit 3 anderen Gravelbikes wurde das Rose Backroad knapp über 200 km über großteils unbefestigte Wege im Bergischen Land bewegt: Von Straßen bis MTB-Trails war alles dabei. Außerdem kam das Backroad im Test bei einer Bikepacking-Tour über den Rennsteig und zum Commuten zum Einsatz. Während des gesamten dreimonatigen Testzeitraums gab es keine Defekte. Die Schaltung funktionierte am ersten wie am letzten Tag tadellos. Die Sattelstütze ließ sich mit den geforderten Klemmkräften dauerfest fixieren, das Lenklager entwickelte kein Spiel, was im Gravelseinsatz an Carbon-Gabelschäften sonst schon mal vorkommen kann. Auch die Laufräder blieben, wie sie sein sollten.

Die Schaltung beeindruckte mit ...
# Die Schaltung beeindruckte mit ...
... exakter Funktion unabhängig von Umwelteinflüssen
# ... exakter Funktion unabhängig von Umwelteinflüssen

Fazit @Rennrad-News

Das Rose Backroad glänzt mit geringem Gewicht und einer agilen Geometrie. Eine Kombination, die ein vielseitiges Einsatzgebiet vom schnellen Graveln und Pendeln bis hin zum Cyclocross-Rennen erlaubt. Die GRX Di2-Gravelgruppe tut ihm sehr gut, sie setzt den Maßstab in Sachen Ergonomie für Geländefahrten mit dem Renner – in der Summe liefert das Backroad damit ein herausragendes gutes Preis-Leistungsverhältnis in diesem Umfeld. Tipp: Für noch größere Vielseitigkeit am besten als 2-fach-Antrieb ordern. Auch der optionale, gedämpfte Redshift-Vorbau ist nach unserem Empfinden ein Tipp für jedes Einsatzgebiet außer Competition und Trailgraveln. Letzteres ist aber ohnehin keine Domäne des Backroad.

Pro
  • Leicht – viel Fahrdynamik
  • Spielerisches Handling
  • Hervorragende Schaltung
  • Ergonomie passt zum Charakter
  • Top Komfort am Lenker
  • Preis/Leistung
Contra
  • Reifenfreiheit
  • Kaum Bikepacking-Vorbereitung
  • Vorbau-Federung verändert Lenkverhalten in Kurven
Sportliches Multitalent
# Sportliches Multitalent

Was sind eure Erfahrungen mit dem Rose Backroad?


Testablauf

Standard-Testvorgang ausklappen

Testräder werden bei den Herstellern für den Test in der beschriebenen Kategorie angefragt. Die Hersteller stellen das Rad kostenlos in der Art und Weise zur Verfügung, wie es der Fachhandel erhält; bei Testrädern von Direktanbietern, wie sie der Endkunde erhält, also vormontiert. Testräder werden in der Redaktions-Werkstatt endmontiert. Für den Test werden die Räder gewogen, die Sitzposition wird bei identischer Sattelhöhe (bezogen auf die Tretlagermitte) vermessen und die Reifen auf den mittleren empfohlenen Reifendruck befüllt. Für eventuelle Geländefahrten wird der Reifendruck zusätzlich auf den unteren empfohlenen Wert gesenkt. Nach Testende erhalten die Hersteller die Testräder zurück.
Testerprofil Jan Gathmann ausklappen
Tester-Profil: Jan Gathmann
64 cm75-76 kg86,5 cm58 cm180 cm
Jan fährt alles, was einen Rennbügel hat: Rennrad, Cyclocrossrad, Gravelbike, Bahnrad. Nach einem kurzen Ausflug in die Amateurrennen ohne nennenswerte Ergebnisse beschränken sich seine Renneinsätze auf Hobby-CX-Rennen und das eine oder andere Jedermannrennen. Lieber kurz und schmerzvoll als lang und schmerzreich, lieber Frühjahrsklassiker als Alpenmarathon. Längere Etappentouren mit Gepäck stehen zahlreich auf der Wunschliste und werden nach zeitlichen Möglichkeiten eingestreut. Strava: https://www.strava.com/athletes/3294693.
Ich fahre hauptsächlich
Rennradtouren, CX-Rennen, Gravelrides
Vorlieben bei der Geometrie
Gemäßigt sportlich, eher lang

*Herstellerangabe


Weitere Tests aus unserem Vergleich von 4 Gravelbikes mit Dämpfung:

Text: Jan Gathmann / Fotos: Gathmann, Herden
  1. benutzerbild

    Lieblingsleguan

    dabei seit 08/2006

    Liebertson schrieb:

    Was ist denn mit dem Lenker passiert? Ausversehen im Hochofen gelandet?🤢

    Das müsste der Ritchey VentureMax sein. Aber der lässt sich ja sicher auch rauskonfigurieren.
  2. benutzerbild

    lupus

    dabei seit 05/2005

    Lieblingsleguan schrieb:

    Das müsste der Ritchey VentureMax sein. Aber der lässt sich ja sicher auch rauskonfigurieren.

    Oder ausprobieren. Nur weil's ungewohnt aussieht/ist, muss es ja nicht gleich schlecht sein. Aber prophylaktisch herumgemault wird ja hier eh gern.
  3. benutzerbild

    resuah.rapsak

    dabei seit 09/2019

    Ich hatte den testweise mal an einem anderen Rad, mir hat speziell die Unterlenkerhaltung nicht zugesagt mit dem Knubbel, wo die Hand liegt. Ich bevorzuge halt einen RR Lenker und habe mir daher einen solchen montieren lassen.
  4. benutzerbild

    lupus

    dabei seit 05/2005

    Ich finde ihn recht angenehm. Nur die Lenkerenden sind mir etwas zu weit ausgestellt. Das finde ich optisch auch deutlich schlimmer als die Knubbel (ich fahre ihn aber trotzdem noch).
  5. benutzerbild

    OrleyLtd

    dabei seit 06/2019

    Frech finde ich, dass das neue Modell bei (anscheinend) identischer Ausstattung 200-250€ teurer ist als das Vorjahresmodell. Übersehe ich da was? Sind andere Komponenten verbaut?

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