Die deutsche Mannschaft holte Silber im Mixed Mannschaftszeitfahren bei der Rad WM 2019 in Yorkshire. Gold ging an die überlegenen Niederländer. Die Bronzemedaille erhielten die Briten.

Bei der Premiere des Mixed Mannschaftszeifahren bei Straßenrad Weltmeisterschaften gelang dem deutschen Team gleich am ersten Tag der Rad WM 2019 ein Erfolg. Auf den nassen Straßen eines kurvigen und hügeligen Kurses in Harrogate fuhr das 6er-Team eine Silbermedaille heraus. Die 27,6 km Strecke legten die deutschen Männer und Frauen mit einer Zeit von 38:50.35 zurück. Das entspricht einem Schnitt von 42,64 km/h. Sie kamen damit knapp 23 Sekunden hinter den stark fahrenden Niederländern und rund 28 Sekunden vor dem Team auf Großbritannien ins Ziel. 10 Nationen beteiligten sich am Mixed TTT, das der höchst dotierteste Wettbewerb der Straßenrad WM 2019 war. Die UCI stellte außerdem ein eigenes Team.

Weltmeister 2019 im Mixed TTT: die Niederlande
# Weltmeister 2019 im Mixed TTT: die Niederlande

-> Hier findet ihr eine Erklärung des Mixed TT-Rennmodus der UCI

Die niederländische Profi Bauke Mollema sagte nach dem Rennen: “Es ist erstaunlich und absolut fantastisch, hier Weltmeister zu werden. Der Kurs war wirklich hart mit dem Regen, und er war auch technisch mit vielen Höhen und Tiefen. Ich denke, wir haben eine wirklich gute Leistung gezeigt und es war wirklich schön, das Regenbogentrikot anzuziehen.”

Ergebnisse Mixed Team TT Rad WM 2019

TTM_Results

Rennverlauf

Das Rennen verlief vor allem für die Briten spannend. Die Gastgeber-Mannschaft lag lange in Führung und beobachtete das Geschehen auf dem Podium vom “heißen Stuhl” aus. Eine kleine Überraschung lieferten die britischen Männer und Frauen. Mit zwei Pro-Continental Fahrern bei den Männern waren sie der Papierform nach nicht so stark aufgestellt. Dennoch stellten sie eine Zeit auf, an der sich alle Teams die Zähne ausbissen. Nur die beiden letzten Starter, Deutschland und die Niederlande als Schluss-Formation, waren schneller.

Das britische Team saß lange auf dem heißen Stuhl
# Das britische Team saß lange auf dem heißen Stuhl
Die britischen Männer schafften eine Überraschung - auf den nassen Straßen war Mut zum Risiko gefragt
# Die britischen Männer schafften eine Überraschung - auf den nassen Straßen war Mut zum Risiko gefragt
Bei den italienischen Frauen kämpfte sich Elisa Longo Borghini mitreißend an ihr Team zurück, nachdem sie den Anschluss an einem der Stiche verloren hatte
# Bei den italienischen Frauen kämpfte sich Elisa Longo Borghini mitreißend an ihr Team zurück, nachdem sie den Anschluss an einem der Stiche verloren hatte

Dabei sah es zunächst so aus, als ob auch die Deutschen an den Briten scheitern würden. Die Männer mit Nils Politt, Tony Martin und Jasha Sütterlin kamen mit einem Rückstand auf die Bestzeit der Briten ins Ziel. Zeitfahrspezialist Tony Martin äußerte sich unzufrieden über die Teamleistung. Man hätte “sich nicht gefunden”. Martin hatte das Team vor allem auf der Geraden gezogen. Nach einem schweren Sturz auf nasser Straße bei der Vuelta ging der Fahrer von Jumbo-Visma mit einem Handicap ins Rennen. Dass die Fahrer dennoch alles gegeben haben, war ihnen im Ziel deutlich anzusehen.

Die drei deutschen Frauen schafften es, den knapp zweistelligen Sekunden-Rückstand wieder einzustellen und legten sogar noch 22 Sekunden Bonbus oben drauf. Mieke Kröger machte dabei – ähnlich wie Tony Martin bei den Männern – zunächst die Lokomotive und ließ sich aus dem Zug herausfallen. Als sie die anderen am Stich ziehen ließ, sah es kurz so aus, als könnte sie die Pedale fast gar nicht mehr drehen.

Highlights im Video

Das Podium: die Niederlande vor Deutschland und Großbritannien
# Das Podium: die Niederlande vor Deutschland und Großbritannien

Fahrerstimmen

Tony Martin: Da schlagen heute zwei Herzen in meiner Brust. Einerseits freue ich mich über die Silbermedaille, andererseits bin ich unzufrieden mit der Leistung, die wir im Männerteam gebracht haben. Wir haben uns einfach nicht gefunden, und diese Erkenntnis war schon bitter. Auf dem technisch anspruchsvollen Kurs wollten wir Risiko vermiesen und haben in den Kurven zu viel Zeit verloren.“

Nils Politt: „Der zweite Platz war ein guter Einstieg in die WM. Wir sind gut gestartet, aber als die Strecke kurvenreicher wurden, haben wir in jeder Kurve Sekunde um Sekunde verloren und das hat sich am Ende aufaddiert. Ich persönlich habe mich gut gefühlt und das gibt Zuversicht für das Einzelzeitfahren am Mittwoch.“

Jasha Sütterlin: „Mit der EM kann man das heute nicht vergleichen, da waren wir bei den Männern ein komplett anderes Team. Dass ich bei beiden Wettbewerben Silber gewonnen habe, macht mich natürlich stolz.“

Lisa Klein: „Wir wussten unterwegs nicht, wo wir stehen, haben alles raugeholt und das war am Ende vielleicht der Schlüssel zum Erfolg. Wir haben es einfach durchgezogen.“

Lisa Brennauer: „In Alkmaar haben wir noch Fehler gemacht, die wir hier vermeiden konnten. Wir haben als Team harmoniert und ich bin total happy mit dem zweiten Platz.“

Mieke Kröger: „Wir haben unsere Taktik voll umgesetzt und wurden am Ende belohnt.“

Was sagt ihr zur Premiere des Mixed Team TT bei einer WM?


Mehr zur Rad WM 2019 auf Rennrad-News

Text: Redaktion / Fotos: SWpix.com
  1. benutzerbild

    solution85

    dabei seit 09/2017

    Mich wundert es das man mit so einer Position konkurrenzfähig sein kann.
  2. benutzerbild

    thomaspan

    dabei seit 10/2008

    [ot] He he, die Rückkehr der dezenten Helme [/ot]

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  4. benutzerbild

    solution85

    dabei seit 09/2017

    thomaspan schrieb:

    [ot] He he, die Rückkehr der dezenten Helme [/ot]


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