Pogis Ventoux-Rekord Arbeitsgerät Colnago Y1Rs im RAW Look

Tadej Pogačar trägt zwar Gelb bei der Tour, doch anders als bei anderen Profis, erhielt sein Arbeitsgerät keinen gelben Anstrich. Im Gegenteil: Sein Colnago Y1Rs wurde vom Lack befreit. Auf dem Aero-Rennrad erzielte Pogi (ebenso wie Vingegaard auf dem S5) gestern einen neuen Rekord für den Anstieg auf den Mont Ventoux.
Titelbild

Colnago Y1Rs

Pogis Colnago Y1Rs haben wir in unserer Tour de France Profi-Rennrad Galerie schon ausführlich vorgestellt. Das Aero-Rennrad soll durch sein besonderes Rahmen- und Cockpit-Design bis zu 20 – 25 W bei 50 km/h gegenüber dem Vorgänger-Rad (keinem ausdrücklichen Aero-Renner) einsparen . Gleichzeitig bleibt das Gewicht in einem praxisnahen Rahmen: Pogačars Tour‑Aufbau im weißen Team-Design wird mit rund 7,2 kg angegeben. Das speziell abgespeckte Berg‑Zeitfahr‑Setup, um das es hier geht, soll sogar 6,9 kg erreicht haben.


Colnago Y1 Rs – alle Infos

#
#

Eindeutiger Trend bei der Tour de France 2025 ist es, das Aero-Rennrad auch auf Bergetappen einzusetzen. Jonas Vingegaard war überwiegend auf dem Cervélo S5 zu sehen und Tadej Pogačar setzte auf den ersten 15 Etappen der Tour de France das Y1Rs fast durchgängig ein – auch im Bergzeitfahren nach Peyragudes.

#
#

Technische Details des Colnago Y1Rs

Colnago kombiniert im Y1Rs einen Vollcarbon‑Rahmen mit der „Defy“‑Sitzknoten‑Entkopplung, die vertikale Flexibilität bieten soll, ohne die Tretsteifigkeit zu schmälern. Durch das integrierte CC.Y1‑Cockpit verschwinden Leitungen komplett im Steuerrohr, wodurch der Luftstrom weiter geglättet wird.

#
#

Laut Colnago liegt der Sweet Spot des Y1Rs bei Etappen mit Steigungen bis circa acht Prozent – hier sollen die Aero‑Vorteile die zusätzlichen Gramm gegenüber dem leichteren V5Rs deutlich überwiegen. In realen Renntagen trennen die beiden Plattformen lediglich 150 – 200 g, sodass das Aero‑Plus häufiger entscheidend sein kann.

#
#

Ein weiteres Argument ist die gewohnte Sitzposition: Pogačar bleibt selbst im Berg‑TT lieber auf seinem Road‑Setup, um keine Kompromisse bei Handling und Leistungsdaten einzugehen. Die Kombination aus vertrauter Ergonomie und Aero‑Effizienz soll gerade auf langen Grand‑Tour‑Etappen Vorteile bringen.

#
#
#
#
  • Rahmen Colnago Y1Rs, Carbon, Aero‑Plattform
  • Aero‑Einsparung laut Colnago ≈20 – 25 W bei 50 km/h
  • Gewicht ca. 7,2 kg (Renn‑Setup) / 6,9 kg (Berg‑TT‑Aufbau)
  • Compliance „Defy“‑Sitzknoten; Reifenfreiheit bis 32 mm
  • Steifigkeit ≈3,5 % torsionssteifer als V4Rs
  • Schaltung Shimano Dura‑Ace R9200, 165 mm Kurbeln
  • Kettenblätter Carbon‑Ti 55/38 T
  • Laufräder Enve SES 4.5 PRO
  • Reifen Continental GP5000 TT 28 mm
  • Cockpit Colnago CC.Y1 integriert mit Wahoo‑Mount
  • Sattel Fizik Argo R1 Adaptive
  • Flaschenhalter Elite Leggero Carbon

Spezialaufbau für den Mont Ventoux

Auf der gestrigen Ventoux-Etappe fuhren Pogačar und Vingegaard einen neuen Rekord für den Anstieg: Mit 54:41 Minuten blieben der Weltmeister im Gelben Trikot und der Rivale aus Dänemark (54:43) unter der Zeit des Spaniers Iban Mayo aus dem Jahr 2004. Pogi fuhr das Y1Rs in einem „Raw Carbon“‑Look ohne Lackschicht, mit Titan‑Schrauben sowie eine neu integrierte Wahoo‑Halterung. Trotz voller Rennkonfiguration mit 28‑Millimeter‑Reifen und 160‑Millimeter‑Bremsscheibe soll das Rad knapp über der UCI‑Grenze bleiben. Detailverliebte Bauteile wie Carbon‑Ti‑Kettenblätter und 3D‑gedruckte GPS‑Halterungen unterstreichen den Performance‑Fokus.

#
#
#
#
#
#

Was sagt ihr zum Colnago Y1Rs im RAW-Look?


Hier findet ihr mehr zum Thema Profi‑Rennrad auf Rennrad‑News

Infos und BilderFotos: Colnago

24 Kommentare

» Alle Kommentare im Forum
  1. Ich bin davon ausgegangen, dass es von der UCI verboten ist, ohne Lenkerband zu fahren. Ist dann aber nicht so, wenn es in der Übetragung so deutlich zu sehen war und es aber kein größeres Thema ist...
    sieht aus wie das Tesa Isolierband was gewickelt wurde. Reicht wohl für die UCI, falls es da ne Regel gibt
    1753276941839.png
  2. FunFact, ich hätte gedacht, dass es noch marginaler ist (bin beim Lenkerband von 50g ausgegangen):

    Bei einem Aufstieg wie dem Mont Ventoux – gestern von Pogacar in Rekordzeit (≈ 53 Min 47 s über ca. 20 km bei 8,3 % Anstieg) erklommen – ist das Gewicht des Fahrers + Materials entscheidend.

    💡 Warum 50 g nur minimal zählen​

    • Fahrer + Radgesammtgewicht: etwa 75 kg + 7–8 kg Bike = ~83 kg
    • 50 g weniger entsprechen ~0,06 % des Gesamtgewichts.
    Kraftaufwand hängt proportional zum Gewicht – also bringt 0,06 % weniger Gewicht auch etwa 0,06 % weniger Energiebedarf.

    ⏱ Übertragung auf Zeit
    • Bei einer 53‑Minuten‑Fahrt (≈ 3 180 s) spart man:
      • 3 180 s × 0,0006 ≈ 1,9 s
    Wenn man ein abseits leicht effizienteres System annimmt, wären es rund 1–2 Sekunden Zeitersparnis am Berg.
  3. ...
    Wenn man ein abseits leicht effizienteres System annimmt, wären es rund 1–2 Sekunden Zeitersparnis am Berg.
    Ist in diesem Jahr natürlich zu vernachlässigen. Aber wenn man sich in Erinnerung ruft, dass eine Tour auch schon einmal mit 8 Sekunden entschieden wurde...
  4. d^gn
    Dabei seit 01/2020
    Ist in diesem Jahr natürlich zu vernachlässigen. Aber wenn man sich in Erinnerung ruft, dass eine Tour auch schon einmal mit 8 Sekunden entschieden wurde...
    eben schaut man allein mal letztes jahr die TdFF ... 4s ...
  5. Wobei ich mit 50 g natürlich einen klassischen Rennbügel von unten bis oben mit einem geschäumten PU ("Kork") einkleiden kann. Die One-Piece-Cockpits werden ja nur noch bis kurz über'm Bremsgriff gewickelt, d.h. wir sprechen über ~30 Gramm.

Was meinst du?

Wir laden dich ein, jeden Artikel bei uns im Forum zu kommentieren und diskutieren. Schau dir die bisherige Diskussion an oder kommentiere einfach im folgenden Formular: