Neuer Schwalbe Pro One Allroad – Ausprobiert! Robuster und schneller Rennrad-Reifen bis 40 mm

Der neue Schwalbe Pro One Allroad soll die Lücke zwischen Rennrad- und Gravel-Reifen schließen. Wir konnten ihn für unsere Artikelserie “Ausprobiert” schon auf einer kurzen Testrunde fahren. Lange genug für einen ersten Eindruck.
Titelbild

Schwalbe Pro One Allroad – kurz und knapp

Der neue Schwalbe Pro One Allroad soll laut dem deutschen Hersteller die Lücke zwischen Rennrad-Reifen und Gravel-Reifen schließen und dabei die Gravel-Robustheit mit Rennrad-Performance kombinieren. So soll der neue Reifen für jede Herausforderung bereit sein. Schwalbe denkt dabei in erster Linie an Rennen wie die Frühjahrsklassiker oder lange Ausdauerfahrten über teils unbefestigte Wege. Hier die wichtigsten Fakten:

  • Robuster Rennrad-Reifen in breiten Größen
  • Hohe Pannensicherheit kombiniert mit geringem Rollwiderstand
  • Technologien TLR, V-Guard, Addix Race, Race-Pro Konstruktion
  • Gewichte Herstellerangaben: 340 g (30-622), 425 g (35-622), 465 g (40-622)
  • Gewicht Testreifen gewogen 419 g (35-622)
  • Preis 74,90 € UVP
  • Info www.schwalbe.com
Der neue Schwalbe Pro One Allroad soll auf schlechten Wegen mehr leisten, aber weniger Leistung schlucken.
# Der neue Schwalbe Pro One Allroad soll auf schlechten Wegen mehr leisten, aber weniger Leistung schlucken. – Canyon/Sram Racing Profis haben den Reifen bereits bei Paris-Roubaix eingesetzt. Jetzt kommt er in 30 mm, 35 mm und 40 mm auf den Markt.
Der Preis liegt bei 74,90 Euro (UVP) pro Stück.
# Der Preis liegt bei 74,90 Euro (UVP) pro Stück. – Neben der Verpackung ist auch die Gummimischung aus Recycling-Materialien.
Da war doch was?
# Da war doch was? – Das Profil erinnert an den G-One Speed.

Detail

Der Pro One Allroad führt laut Schwalbe die Entwicklung des G-One Speed, den er ersetzt, zurück zu den Ursprüngen des S-One, der seine Premiere im Jahr 2015 bei Paris-Roubaix feierte und dort bereits tubeless gefahren wurde. Der neue Pro One Allroad soll Geschwindigkeit auf Asphalt mit sicherem Grip auf leichtem Gravel und verlässlicher Traktion bei nassen Bedingungen verbinden und damit die Lücke zwischen Rennrad und Gravel schließen.

Schwalbe bietet den Pro One Allroad in den Breiten 30-622, 35-622 und 40-622 an. Damit hat Schwalbe vor allem die Besitzer von Gravel Bikes im Visier, die ihre Offroad-Bikes straßentauglicher umrüsten möchten, ohne dass die „Reifen im Rahmen verloren wirken“.

Die Basis der Entwicklung sei Schwalbes neue Race Pro-Konstruktion mit drei Karkassenlagen an der Seitenwand, die für hervorragenden Durchschlag- und Schnittschutz sorgen sollen. Der verbesserte und verbreiterte V-Guard-Pannenschutzgürtel soll zudem für noch mehr Schutz unter der Lauffläche sorgen.

Der Rollwiderstand soll durch eine optimierte Anordnung der Karkassenlagen weiter reduziert worden sein, und zwar bei gleichbleibendem Gewicht. Die nochmals optimierte Addix Race-Mischung soll den Pannenschutz, den Grip bei Nässe und die Rennperformance verbessern.

Wie alle Schwalbe TLE/TLR-Reifen kann natürlich auch der Pro One Allroad tubeless gefahren werden. Der Reifen ist hookless-kompatibel. Schwalbe gibt an, man teste die Absprungsicherheit bis hin zum 1,6-fachen des ETRTO-Norm vorgesehenen Maximaldrucks.

Wir konnten den neuen Schwalbe Pro One Allroad in 35 mm bereits montieren und kurz fahren.
# Wir konnten den neuen Schwalbe Pro One Allroad in 35 mm bereits montieren und kurz fahren. – Die Montage ging sehr leicht von der Hand.
Mit 419 g und…
# Mit 419 g und…
…und 429 g lagen die Reifen auf der Waage.
# …und 429 g lagen die Reifen auf der Waage.

Gewicht

Auf der Waage liegen unsere beiden Testreifen in 35 mm Breite bei 419 g und 429 g und damit zumindest bei einem Exemplar im Bereich der Werksangaben. Gegenüber einem Paar 28 mm breiten Schwalbe Pro One Reifen bedeutet das einen Gewichtsaufschlag von rund 320 g für beide Reifen.

Montage

Bei der Montage unserer Testreifen auf eine Felge mit 21 mm Maulweite traten keine Auffälligkeiten in Erscheinung. Beide Testreifen lassen sich mit einer normalen Standluftpumpe mit relativ großem Volumen ganz einfach in die Felge setzen. Einfach aufpumpen und der Reifen sitzt. Auf die Felge lässt sich der Reifen trotzdem problemlos per Hand aufziehen.

Auf selbiger Felge erreicht der Schwalbe Pro One Allroad bei 3 bar Druck eine Breite von etwas über 35 mm und ist also nicht ganz so schmal gebaut wie viele neuere Rennradreifen, die nur auf extra breiten Felgen ihre nominelle Größe erreichen.

Beim Gummi handelt es sich um Fair Rubber.
# Beim Gummi handelt es sich um Fair Rubber.

Auf dem Kurs

Wir haben den Reifen mit 3 bar (75 Kilogramm schwerer Fahrer) für eine erste Testrunde über 23 km auf unsere Mini-Rennstrecke geschickt und sind dabei auch einige Passagen mit Rollsplit gefahren. Das sagt natürlich noch nicht viel aus, aber für eine erste Einordnung im Unterschied zu kurz vorher gefahrenen 28 mm und 32 mm Rennradreifen reicht der Eindruck.

Natürlich ist ein Reifen, der 320 g im Paar schwerer ist als 28-mm-Pneus, im Antritt nicht so dynamisch wie ein 28-mm-Reifen. Das ist eindeutig zu spüren. Aber wenn das Rad in Fahrt ist, ist im Leichtlauf subjektiv überhaupt kein Unterschied zu 28 mm oder 32 mm Reifen zu spüren, die ich in letzter Zeit von Vittoria, Continental oder Schwalbe gefahren bin, wobei es sich jeweils immer um die High-End-Modelle der Marken handelte. Was aber auch nicht verwundert, denn solche Unterschiede, wie sie bei hochentwickelten Reifen im Leichtlauf zu erwarten sind, entziehen sich in der Regel dem Gefühl.

Achtung, jetzt kommt ein Plädoyer für breite Reifen am Rennrad.
# Achtung, jetzt kommt ein Plädoyer für breite Reifen am Rennrad.

Achtung, jetzt kommt ein Plädoyer für breite Reifen: Wer sowieso weiß, dass er 28-mm-Reifen weiterfahren will, braucht nicht weiterzulesen. Aber ich war nach meinem ersten Test – meinem ersten Test mit schnellen 35-mm-Reifen – vollkommen angetan!

Erstens von dem Komfort, den so ein Reifen vermittelt, der wirklich spürbar höher ist als selbst bei 32-mm-Reifen, die ich vorher gefahren bin. Und zweitens von der verbesserten Griffigkeit.

Vor allen Dingen aber der Komfort ist so viel besser, dass ich, wenn an meinen Rädern genug Bauraum wäre, von jetzt ab ganz überwiegend derart breite Reifen fahren würde. Es sei denn, ich wollte einen längeren Ausflug in die Berge machen. Aber für die üblichen deutschen Straßen ist dieser Reifen so ein Gewinn, dass ich ihn nicht mehr missen wollte. Warum auf Komfort und mehr Fahrsicherheit auf schlechtem Kurvenbelag sowie mehr Freiheit bei der Wegewahl verzichten, wenn es im normalen Ride-Alltag (fast) keine Nachteile bringt? Wie gesagt, außer dem Gefühl nicht ganz so direkten Antritts aus geringen Geschwindigkeiten. Weitere Tests folgen.


Weiterlesen

Weitere kurze Tests aus der Serie Ausprobiert findest du auf dieser Übersichtsseite. Wenn du ein Produkt für einen ersten Test vorschlagen möchtest, schreibe uns einfach hier eine Nachricht!

Zum Weiterstöbern empfehlen wir dir die fünf neuesten Beiträge in unserer Serie Ausprobiert.

Text/Fotos: Jan Gathmann

38 Kommentare

» Alle Kommentare im Forum
  1. Bisschen witzig ist das ja schon, dass man beim Plädoyer für 35er den 28er Fans sagt, dass sie nicht weiterlesen müssen.
    Gefühlt isses jetzt net soooo lange her, dass man beim Plädoyer für 28er den 23er Fans gesagt hat, dass sie nicht weiterlesen müssen.

  2. Ich hatte auf meinem Cyclocross die G One Speed und die haben mich überhaupt nicht überzeugt. Zusätzlich zur mittelmäßigen Performance sind sie unfassbar schwer aufzuziehen. Bin jetzt wieder bei Contis Black Chili.

  3. Für einige deutsche Marathons stimmt das, für sowas wie GRC würde ich das nicht tun.
    Bad Wildbad und Neustadt a.d.W. auch nicht, aber ansonsten waere man bei den meisten in D mit Slicks hinten ganz gut dabei.
  4. Bisschen witzig ist das ja schon, dass man beim Plädoyer für 35er den 28er Fans sagt, dass sie nicht weiterlesen müssen.
    Gefühlt isses jetzt net soooo lange her, dass man beim Plädoyer für 28er den 23er Fans gesagt hat, dass sie nicht weiterlesen müssen.
    Da mein Rennrad "nur" bis 34 mm Platz bietet, muss ich bei Pendel/Allroad Breiten auch nicht weiterlesen. 😌
  5. Ab wann gibts den?

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