FTP ist keine Krücke, jedenfalls wenn sie vernünftig ausgetestet wurde, d.h. über ein CP-Modell. Dann ist die FTP/CP ein Indikator, der die Dauerleistungsgrenze bei intensiven Belastungen und damit die Grenze zwischen Intensitätsdomänen "heavy" und "severe" präzise vorhersagen kann.
Gut dargestellt ist das in der nach wie vor lesenswerten Arbeit von Brooks et. al.
Die Autoren haben erhebliche Beiträge zur Forschung zu Laktat etc. geleistet und widmen dem CP-Modell und seiner Eignung zur Abgrenzung von Intensitätsbereichen ein ganzes Kapitel ihrer Review. Dabei zeigen sie, dass CP die Intensität abbildet, bei der sich das Verhalten von mehreren physiologischen Parametern ändert:
Anders gesagt, nicht MLSS oder irgendein anderes Laktatschwellenkonzept liefert einen integralen Indikator der Dauerleistungsfähigkeit bei hohen Intensitäten, sondern CP bzw. - je nach Testverfahren - FTP.
https://www.researchgate.net/public...DY0NDUzMTcy&el=1_x_2&_esc=publicationCoverPdf
Mir geht's darum, dass einfach zuviel kluggeschissen wird, bezüglich der Ermittlung und Herleitung, dann wird es auch noch wieder falsch verstanden, und am Ende ist nichts mehr vergleichbar und die Trainingsbelastungen funktionieren auch nicht.
Ich sag ja selbst, (CP) 20 und 60 Minuten sind schonmal valide Aussagen. Ob man meinen 60-Minuten-Wert dann CP oder FTP nennt ist mir eigentlich völlig egal. Dann heißt es mal wieder, die FTP ist irgendwas zwischen 35 und 50, manchmal auch 40 bis 70 Minuten.. das ist ja alles nur die halbe Wahrheit, und die erkennt man am besten, wenn man dabei eine Maske trägt oder man Laktat gemessen bekommt. Dann weiß man auch, wo das herkommt.
Denn dann kann man womöglich auch bei einer guten 40minütigen Leistung erkennen, wo das "Gleichgewicht" liegt. Gleichzeitig kann er dieses aber vielleicht auch 70 Minuten halten. Der Sprinter wird das wiederum nicht schaffen. Noch gleichzeitiger führen diese ganzen Teil-Wahrheiten dann - wie gesagt - dazu, dass Foristi sich 40 Minuten aus dem Leben schießen, und das für ihre FTP halten. Dazu dann noch die ganzen Tools und Programme, die einem alle was anderes auswerfen.. Intervals sagt mir 355, Strava 366,
Zwift ist vermutlich schon vierstellig, ich selbst sehe sie eher "konservativ".
Diese ganzen Gleichgewichte kann man auch sehr gut am eigenen Körper erkennen, wenn man sich regelmäßig hart und mittelhart über alle möglichen Zeiten ausbelastet, aber das ist ja nicht jedermanns Sache. Aber auch einfache CPs sind eben eine plausible Sache, man muss nur wissen, was man damit anfangen will und kann.
Wenn jemand seinen 20-Minuten-Wert hat (samt Gewicht), ist das eigentlich schonmal eine gute Aussage, um jemanden etwas einzuschätzen. Egal ob mit oder ohne Vorbelastung. Ob er dann am einstündigen Berg performen oder den Sprint gewinnen will, das sind andere Themen, an denen man rumtesten kann.