Ein Problem aller Veröffentlichungen ist doch, dass diese Aussagen alle nur für sehr sehr bestimmte Personengruppen zutreffen, oder so pauschal sind, daß sie nicht ohne weiteres auf einen selbst übertragbar sind. Man selber ist aber immer eine Untergruppe mit n=1. Das bedeutet doch, wenn ich mich trainieren will (oder mein Coach mich), muss ich doch immer verstehen, was will ich trainieren, welchen Reiz macht welches Training, und passt das auf meine Situation.
Dazu kommt noch, daß die Coggans, Seilers und SanMillans dieser Welt wissenschaftlich herausfinden wollen, was wie gut für ihre Schützlinge funktioniert; dazu brauchen sie aber eine Normierbarkeit, damit man Dinge vergleichen kann. Deswegen sind die Intervalle alle immer gleich hoch, lang, mit festem Rhythmus ("Strukturiert"!). Der Muskel ist aber nicht rechtwinklig. Was, wenn ein Muskel viel besser trainiert, wenn er viel mehr unterschiedlichen Reizen ausgesetzt wird, und es nur darauf ankommt, meinetwegen in Summe bestimmte bestimmt hohe Reize anzubieten? Das würde man aber nie herausfinden, weil man es nicht vergleichbar machen kann.
Eine Frage hätte ich da Richtung
@Hubschraubär: Wenn wir über Zone2 Training reden, dann liegt ja diese Zone für jeden woanders. Bedeutet das SanMillan Zone2 Training nicht genau dasselbe wie für Hobyletten, nur daß diese Zone2 für einen Pogi ganz woanders liegt - etwa weil der halt seine persönliche Zone2 schon so weit nach oben geschoben hat? Oder ist das auch für den außerhalb der üblichen Definition? Bzw. umgekehrt gefragt: Verschiebt sich irgendwann mit steigendem Trainingserfolg auch einmal meine Zone2 im Bezug auf die Herzfrequenz (nach dem Motto, wenn ich anfange, dann Trainiere ich meine LT1 meinetwegen bei 130 Puls; irgendwann werde ich besser und besser, vschiebe meine LT1 nach oben und trainiere die dann bei 140? Oder erwartet man eigentlich, daß LT1 mehr oder minder immer da bleibt, wo sie einmal ist, nach dem Motto, der Körper gibt zwar mehr Leistung ab, aber die Belastung des Kreislaufs (=Puls) bleibt ungefähr relativ gleich? Eigentlich würde ich erwarten, daß auch der Puls zur Erbringung der LT1 mit der Zeit ansteigen sollte, denn der Kreislauf muss ja auch mehr O2 abliefern.
Ich finde es schade, daß Ihr zwei (
@Hubschraubär und
@Teutone) Euch so etwas aufschaukelt - ich denke, Ihr habt beide irgenwo Recht, aber Ihr redet über ganz unterschiedliche Dinge. Wenn Ihr da zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommt, was "optimal" ist, dann ist das doch kein Wunder - und bedeutet doch nicht, daß hier irgendwer "falsch" liegt. Der Ansatz von
@Teutone geht halt wegen anderer Randbedingungen in eine andere Richtung. Gerade deswegen finde ich Eurer beider Inputs sehr gewinnbringend. Ich finde es sehr spannend zu sehen, wer macht was, was kommt dabei heraus. Ich will es halt auch immer ganz genau verstehen. "Teile Zonen ein, lade Trainingsplan X und exekutiere den auf die Minute genau" funktioniert für mich irgendwie nicht, ich muss verstehen, was ich warum mache. "Mach Zone2 Training, das macht die Ausdauer besser, und je mehr davon, desto besser" hat für mich trotz LD und korrekter Zoneneinteilung auch nicht das gebracht, was ich erwartet hatte. Deswegen: Fetzt Euch schön weiter, aber erklärt bitte weiter, warum. Ich freu mich dann, wenn ich wieder etwas mehr verstehe.