AW: Scheibers Budeflitzer - Teil 2
Samstag morgen kurz nach neun. Die ersten gleichzeitig von Müdigkeit und Nervosität gezeichneten, mit großen Sporttaschen bepackten Gestalten trafen im Leichtathletikstadion des Tus Köln rrh. in der Merheimer Heide ein.
Quietschende Treckingräder - George und Verena sind ebenfalls pünktlich. Dazu kommen Klaus, die Alex , Simone und Volker, ein weiterer Sportsfreund aus Bonn.
Von zwei Sonnenschirmen bekränzt duckt sich ein Campingtisch an den Geräteraum und in seinen Schatten die greisen Funktionäre des deutschen Olympischen Sportbundes.
Als Leiter der Sportgemeinschaft wurden mir von den Silberlocken die Wertungskarten ausgehändigt so dass die Leistungsprüfung für die Budeflitzer-Sportgruppe beginnen konnte.
Die Sportanlage, ein von einer roten Kunststoffbahn umgebener kurz geschorener, saftig grüner Rasenplatz erwärmte sich langsam in der Morgensonne während die Kampfrichter Ihre Klemmbretter aufnahmen und mit der Präparierung der Wettkampfanlagen begannen. So wurde dann die Weitsprunggrube liebevoll geharkt und auch der Kugelstoßring mit kräftigen Besenstrichen vom Wasser des nächtliche Regens befreit.
Die Sonnenstrahlen ließen die letzten Regentropfen hell aufblitzen während weitere Teilnehmer in allen Altersstufen im Stadionrund eintrafen. Die Nervosität ließ unsere Peristaltik jubilieren und der eine oder andere musste kurzfristig mit grimmendem Gedärm die Keramikabteilung aufsuchen.
Es begann mit dem Weitsprung. Kleine Kinder hopsten in die Sandgrube und keiner hatte eine rechte Vorstellung wie das denn jetzt zu schaffen sei. Mit Hilfe einiger Anlaufmarkierungen schafften wir es dann die Absprungzone wenigstens näherungsweise zu treffen.
100 Meter ist eine Distanz die um so länger, ist je näher man dem Start kommt.
Trotz Billigspikes braucht man hier vor allem Schnelle Beine - und die waren nicht jedem gegeben. Wenn dann noch ungenügendes Aufwärmen und die Nachwirkungen des 24-Std-Rennens dazukommen. Boah, nach 50 Metern machten meine Oberschenkel zu beschwerten sich Verena und Simone und verpassten trotzdem nur haarscharf ihre Richtzeiten.
Alex schimpfte ebenfalls, dass Ihr Lauftempo auch Ihre Bemühungen um eine ausreichende Weite beim Sprung torpediert. Dennoch kämpfte sie unermüdlich an den Herausforderungen der Leistungsprüfung und tauchte erst in der Sportkneipe auf nachdem bei den anderen bereits die dritte Runde aufgetragen wurde.
Simone biss sich ebenfalls trotz Schmerzen durch die Strapazen des Wettkampfs und erreichte bis auf die Wurfergebnisse alle Normleistungen. So kann Sie mit einem flotten 100 Meter-Schwimmergebnis dann noch an das begehrte Sportabzeichen kommen.
George klagte kurz über seine Sprintergebnisse und konzentrierte sich im Weiteren auf die ästhetisch anspruchvolle Kunst des Schleuderballwurf in allen Varianten. Ob "Bergischer Hammer", "tobender Tornado" oder "Helicopter-Technik" jede Möglichkeit des Schleuderwurfs wurde von George und Klaus getetstet. Der Rasen des Stadions erbebte ebenso unter den leider zu kurzen Einschlägen der Lederkugel wie unter den Heiterkeitsausbrüchen der Probanden.
Nachdem mir in dem glitschigen Kugelstoßring dann endlich doch nach gefühlten 300 Versuchen ein Versuch mit einer ausreichenden Weite gelungen war, stand als größte Herausforderung nur noch der ultimative 3.000 Meterlauf bevor. Sportskamerad Volker (aus Bonn) hatte im ersten Lauf bereits bewiesen dass man auch mit 63 da noch eine gute Figur machen konnte und ich sinniert über der Frage ob 17:30 wohl ohne einen freiwilligen Joggingmeter in den letzten 6 Monaten wohl eine lösbare Aufgabe seien. Auch Klaus war über die ihm gestellte Richtzeit von 14:30 wenig zufrieden.
Der Startschuss fiel und wunderbarerweise erinnerte sich mein Körper nach den ersten vorsichtigen 200 Metern daran wie man läuft und erreichte dann erstaunlicherweise kurz hinter dem Führenden mit 12:20 das Ziel. Auch Klaus blieb 4 Sekunden unter seiner Sollzeit. So konnten wir uns im Anschluss in der Sportgaststätte stolz mit dem bronzenen Abzeichen der deutschen olympischen Bewegung schmücken und dem ersten Bier widmen, während Simone und Alex unermüdlich in den Regenschauern an die Absolvierung ihrer Ausdauerleistungen machten.
Im Anschluss Ihre genoßen auch sie Belohnungsgetränke und der Plan steht fest.
Sportabzeichen 2011 - Wir kommen!
to be continued