Eine interessante
Übersicht alternativer Kurbeln, weiterführend auch in einigen dort verlinkten Dateien, gibt es hier:
Liebe Forumsmitglieder -
gerne würde ich hier mit eurer Hilfe kombinierbare Antriebe ausloten, die sich zum Aufbau eines Stahl-Randonneurs eignen.
Hier die Eckdaten, die mir vorschweben:
- Sub-Compact Kurbel mit 40/24 bzw. 42/26 und möglichst schmalem Q-Faktor passend für 4-Kant Innenlager
- 10/11/12-fach Kasette mit einer Bandbreite von ca. 11-27
- Umwerfermontage bevorzugt mit Rohrschelle (28.6 mm)
- Schaltbar über STIs
Im Internet findet man erfrischenderweise alle möglichen Kombinationen - das reicht von sortenreinen Gruppen (z.B. Campagnolo Athena 11-fach) bzw. zu...
Meiner Ansicht nach spricht außer politischen Hintergedanken auch wenig gegen "China-Kurbeln" aus Carbon, sofern man sich auf deren Aussagen zum Q-Factor verlassen kann (wenn er überhaupt dabei steht).
Ansonsten, meiner Meinung nach die beste aktuelle Kurbel in der Summe aller Eigenschaften, aber optisch halt schon ein massiver Klopper: Rotor Aldhu Carbon.
Leicht, schmal, stabil, Einzelteile/andere Spider und Wellen erhältlich, verträgt normale 5x110-Kettenblätter, passt als BSA30 noch in normale Tretlagergehäuse usw.
Gebraucht in den Kleinanzeigen tauchen die regelmäßig auf und sind dann nicht mehr so teuer, weil scheinbar eher unbekannt. Meine letzte kostete unmontiert/unbenutzt lässige 60 €, plus kürzere Welle und Lager (neu besorgt).
Bei den
Scheibenbremsen sehe ich es ähnlich: Wenn schon, dann auch gleich richtig.
Komplett mechanische Bremssättel halte ich für eine echte Fehlerquelle samt verschenkter Vorteile, mechanisch betätigte Hydrauliksättel für eine kuriose Stümperei. Hydraulik am Fahrrad ist vergleichsweise simpel und langlebig, dagegen würde höchstens eine echte Weltreise in die dritte Welt sprechen.
Die klare Entscheidung für so ein System erleichtert dann auch viele andere Entscheidungen, z.B. bei der Schaltungsfrage.
Übrigens war ich bei hydraulischen Scheibenbremsen an Bremsschalthebeln mit normaler Zugbetätigung für die Schalterei sehr positiv von Campa überrascht. Die Schalterei ist da nach wie vor schlicht, stabil und klassisch-einfach einstellbar, das Zeug funktioniert und hält offenbar auch bei geringer Pflege jahrelang, etwas fummelig war nur das haargenaue Ausrichten der Bremssättel, weil sie sich beim Anziehen der Schrauben immer wieder leicht verdrehen wollten (das haben aber andere "postmount" und "flatmount" auch, notfalls hilft eine zweite Unterlegscheibe unterm Schraubenkopf).
Eine gute, leichte, klug ausgedachte und belastbare
Hinterradnabe zum gerade noch akzeptablen Preis ist für mich die
Acros Nineteen, falls man normal verschraubte Bremsscheiben akzeptieren kann. Einziger Nachteil ist das Freilaufgeräusch, das auch mit geringer eingestellter Federspannung und viel Fett niemals leise wird. Vorteil, man braucht dann keine
Klingel.
Ab und zu gibt es die übrigens auch ab Werk deutlich billiger, das schwankt immer mal. Und eigentlich gibt es davon eben auch eine normale mit normalen Flanschen, nicht nur Singlespeed.
https://acros-components.com/nineteen-singlespeed-hinterrad-nabe/530.02.505-32
Ansonsten habe ich aber auch gute Erfahrungen und entsprechend wenig Bedenken mit Bitex-Naben verschiedenster Art. Am Reiserad würde ich da keine superleichte RAR9 wollen, aber die Scheibenbremsmodelle wie BX106R oder BX201R sind gut und haben belastbare, große Lager. Beide bieten mehrere Achsoptionen, ohne die eigentliche Nabe verändern zu müssen.
Schwierig wird es da manchmal, unbedingt immer sofort die gewünschte Lochzahl und Achse zum besten Preis zu finden.
Grundsätzlich würde ich bei Großserien-Naben mit Rillenkugellagern immer erstmal die Lagerdeckel/Dichtungen abmontieren, die Dichtscheiben der eigentlichen Lager vorsichtig abheben und da satt wasserfestes Fett reindrücken.
Für mich spricht aber auch wenig gegen aktuelle
Shimano-Naben aus den besseren MTB-Serien wie der XT. Das sind keine superleichten Teile und das werkzeugarme Einstellsystem (je nach Modell) ist auch nicht jedermanns Sache, aber bezahlbar und haltbar ist das eigentlich alles.
Wenn Du den leistungsfähigsten
Nabendynamo willst, führt aktuell wohl kein Weg am SON 29 S vorbei.
Vermeide dabei aber möglichst die TR-Variante mit radialen Speichen auf der Kabelseite, sie machte wohl schon mehreren Leuten Ärger.
Für mich spricht aber auch nichts gegen Shutter Precision/SP für deutlich weniger Geld; meine beiden haben auch Regen und Kälte schon mehrfach gut überstanden. Dort liegt aber wohl deren Hauptproblem, das auch im Forum schon gut bekannt ist: Die Lager rosten irgendwann und lassen sich nur tauschen, wenn man den Dynamo ausspeicht und das Gehäuse zerlegt (nicht vollkommen simpel).
Wer hart drauf ist, könnte so ein Gerät durchaus schon im Neuzustand zerlegen, rostfreie Lager mit ordentlicher Fettfüllung montieren und über ein sinnvolles Belüftungssystem grübeln.