Hmm.
Ein bombensicheres Weltreiserad hätte bei mir einfach überhaupt keine Scheibenbremsen, eine ältere MTB-Kurbel mit JIS-Vierkantlager, Lenkerendschalthebel statt STI, ein
Shimano-Schaltwerk aus der geometrisch unveränderten 6- bis 10-fach-Ära (nicht 740x, nicht MTB-10, nicht MTB-reverse) und
Reifen für normale
Schläuche.
Mitzuführen wären dann nur normales Bordwerkzeug, Schaltzug, Bremszug und halt ein paar
Schläuche und Flicken. Neu aufbauen kann man so ein Rad praktisch nur mit einigen gebrauchten Teilen, das Ergebnis wird entsprechend nicht modern, aber ziemlich sicher zuverlässig.
Ein Reiserad für Zentraleuropa dürfte bei mir ruhig modern sein und ich würde akzeptieren, im schlimmsten Fall ein technisches Problem damit nicht vollständig allein lösen zu können. Also ruhig Bremsschalthebel (nur lieber keine elektrischen) und moderne 11-, 12- oder 13-fach Schalterei, Marke erstmal egal, weil man in zivilisierten Ländern fast alles dafür irgendwo bekommen kann, in Schwellenländern aber oft auch schon für ältere Allerweltstechnik keine Teile mehr bekommt.
Schlauchlose
Reifen auf ordentlich dazu passenden
Felgen sehr gern, einen Satz extralange Metall-
Reifenheber und eine CO2-Kartuschenpumpe samt reichlich Ersatzkartuschen dann aber bitte mit auf die Reise nehmen (obwohl ich in ca. zehn schlauchlosen Jahren keine einzige Panne damit hatte oder mitbekommen habe).
Scheibenbremsen würde ich nach wie vor zur Diskussion stellen: Brauche ich nicht unbedingt und würde wohl auch kein Reparaturkit dafür mitnehmen wollen, aber das schließt dann fast alle modernen Gruppen oder Bremsschalthebel aus. Also "wenn modern, dann auch hydraulische Scheibenbremsen" oder "wenn keine Scheibenbremsen, dann auch nicht modern".
Meine eigenen Erfahrungen mit zugbetätigten Scheibenbremsen waren durchgehend derartig schlecht, dass ich darüber einfach nicht mehr nachdenke und wenig Lust habe, noch andere Modelle auszuprobieren. Begegnet sind sie mir immer wieder an den Rädern von Nachbarn und Freunden, die ich warten oder überholen sollte und der Aufwand für eine so halbwegs durchgepfiffene irgendwie-
Avid oder irgendwas-TRP war dabei durchweg deutlich höher, als bei jeder mir bekannten Felgenbremse, das Ergebnis aber selbst mit "schärferen" Belägen, gut eingebremst, zeitraubend wahnsinnig exakt eingestellt, neuen Zügen und frischem Fett in den winzigen Kugellagern meistens schlechter, als bei stinknormalen Mini-V-Brakes. Manchmal so schlecht, dass ich nicht mal bei Nässe einen Vorteil des Konzepts erwarten würde.
Es mag durchaus gute zugbetätigte Scheibenbremsen geben, aber kennenlernen möchte ich die eigentlich garnicht mehr.
Mit hydraulischen Scheibenbremsen war für mich immer alles in Ordnung und so (gut), wie erwartet. Ein wenig Sauerei beim Entlüften gibt es zwar und die finde ich bei Straßenfahrrädern nach wie vor verstörend, aber akzeptabel. Macht man ja nun auch nicht ständig.
Ansonsten, auf meinen wenigen Radreisen war ich selbst jedes Mal pannenfrei und habe als schlimmstes Problem mal eine gerissene Speiche mitbekommen, die aber nicht an der Weiterreise hinderte.
Bei ganz normalen Trainings- und Alltagsfahrten sind mir schon deutlich schlimmere Pannen deutlich häufiger begegnet, gebrochene Nabenflansche, der Länge nach aufgerissene Felgenbetten, einfach abgebrochene Schalthebel bei
SRAM-Schremsern, schaltwerke in den Speichen, zweimal eine abgefallene Kurbel, ...