300 km zum Klosterbier in Andechs.
Der Brevet startete um 8 Uhr und daß hieß 3 Uhr aufstehen den 4.30 Uhr zu erwischen. Hat alles wunderbar geklappt. Ich bin gegen 7 Uhr in Osterdof eingerollt und war etwas überrascht das so wenig los war. Es waren ja ca. 130 Leute gemeldet. Die Zeit bis zum Start habe ich mit Kaffee und Kuchen, Räder und Ausrüstung anschauen (bin immer noch dabei meine Ausrüstung zu optimieren) und Gesprächen mit Mitfahrern verbracht. Mit einem Mitfahrer der auch zum ersten Mal den 300er fährt ausgemacht, daß wir zusammen fahren werden, wenn´s denn vom Fahrrythmus passt.
Karl war etwas überrascht, daß von den gemeldeten 130 Fahrern nur ca. 80 anwesend waren, was ihn nach dem Brevet zu der lustigen Aussage brachte, daß er nun wieder die ganze Woche Kartoffelsuppe essen darf, weil so viel über blieb

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Um 8.15 Uhr sind wir dann losgefahren mit der Erwartung, daß es ein sehr nasser Brevet wird, weil die Vorhersage mehr oder weniger Regen über die ganze Distanz gemeldet hatte.
Mit meiner Klamottenwahl Langarmtrikot, Knielinge und Überschuhe war ich aber bis Andechs (km 150) gut unterwegs. Bis dort hatten wir einen Schnitt von 23 km und die Zusammenfahrt mit dem Kollegen klappte recht gut. Wir machten einen ca. 30 minütige Pause mit Radler und Riesenbrezel.
Nach Andechs ging´s dann dann los mit dem Siffwetter. Kleines Gewitter, bisschen Hagel was aber nicht lange anhielt. Bei der Kontrolle Altomünster wechselte ich dann auf Beinlinge und nächstes Mal nehnme ich noch ein paar Wechselsocken mit. Nasse Füsse nerven einfach.
Unterwegs zur Kontrolle Neuburg/Donau bildete sich eine Gruppe von ca. 6 Fahrern mit einem Liegeradler an der Spitze der gut Tempo machte. Das machte echt Laune und rollte verdammt gut.
5 km vor der Kontrolle fiel einer von den 6 leicht zurück und mein Mitfahrer und ich beschlossen auf ihn zu warten und mit ihm zusammen nach Neuburg zu fahren. So als Aufbauhilfe oder Unterstützung da es auch bereits dunkel war.
Nach der Kontrolle in Neuburg bei McDonalds gingen wir dann im 4er Pack die letzten 46 km ins Ziel an. Es fing an zu nieseln und hatte dann nur noch ca. 6 Grad. Der Mitfahrer auf den wir vor der Kontrolle gewartet hatte und im Mc sogar eingeschlafen ist hat uns aber dann richtig abgezogen
🙂, so das wir irgendwann ein 3er Pack waren.
Die 46 km wurden immer zäher und zäher und zäher. Es war kein direkter Leistungseinbruch, man fährt und fährt und die Restdistanz nimmt gefühlt irgendwie nicht ab.
Das Niesel wurde stärker, der Wind strammer, nasse Füsse nerven immer noch und es ist einfach schöner nachts in der Gruppe zu fahren. Wenn ich mir vorstelle ich bin jetzt hier alleine dann halte ich das schon aus, aber über diese Nebenstrecken alleine, ich weiß nicht so recht. Viele Dörfer und man sieht und hört nichts. Alle 10 km mal ein Auto, man sieht kein Licht in den Häusern, kein Mensch auf der Strasse, nicht mal Hundegebell. Einfach nur Ruhe. Was ja alles im allgemeinen nicht verkehrt ist, diese Ruhe, aber ich war froh über ein bißchen Unterhaltung und Untertützung, obwohl es körperlich noch ganz gut lief. Halt nur etwas langsamer als zu Beginn.
Irgendwann war das Zähe vorbei und wir kamen in Osterdorf an. 313 km - 2300 HM - Zeit in Fahrt 14.01 h - Pause/Standzeit 3.11 h - Gesamtschnitt 18,3 km
Der Zug zurück ging erst um 5 Uhr und wir verbrachten die Zeit mit Essen, Aufwärmen und Reden. Erstaunt waren einige, daß ich zu meinem Hefeweizen eine Kuchenplatte gegessen habe.
"Des posst ja mal gar net zsamm". Na und, rauchen und Ausdauersport ja auch net. Trotzdem oder deswegen bin ich ja hier. Ich wollte eigentlich gar nicht mehr aus dem Haus raus, aber da der Bahnhof leider nicht zu mir kommt bin ich dann bibbernd die 5 km nach Treuchtlingen und habe fast die komplette Rückfahrt im Zug geschlafen.
Fazit: Die Strecke war schön, das Wetter teilweise nicht. Nachtfahren in der Gruppe macht mehr Laune. Körperlich und konditionell ist noch Luft, also die 400 km werden gebucht. Das Gepäck muß runter vom Rücken, also werde ich mal nach einer Sattelstütztasche oder/und so ner Saddlebag von Ortlieb umschauen. Die Umrüstung auf 48/34 12-27 war ne gute Idee. Ein Gang für jede Gemütslage.
Wir sehen uns in 14 Tagen.
Gruß
Carsten
🙂