Video: Orbea Terra 2025 Test
Orbea Terra 2025 Infos und Preise
Das Orbea Terra war eines der ersten Gravel Bikes am Markt und ähnelte in der ersten Generation noch stark einem Cyclocross Bike. Race-Tauglichkeit bewies die zweite Generation Terra als Arbeitsgerät von Paul Voß. Das Orbea Terra 2025 macht einen großen Schritt in Richtung mehr Vielseitigkeit, aber vernachlässigt die Performance nicht. Das Carbonrahmenset kann nun Reifen bis 50 mm aufnehmen, wurde aber gleichzeitig rund 100 g leichter. Das Staufach im Unterrohr wuchs um 35 %, es gibt mehr Bikepacking-Montagemöglichkeiten und unter den vielen Optionen im MyO Programm befindet sich auch ein aerodynamisches Carboncockpit. Bei alldem bleibt das Orbea Terra 2025 erschwinglich und ist ab 2.999 € zu haben. Wir konnten das Top-Modell M21eTeam 1X mit der neuen SRAM Force XPLR 13-fach im Baskenland testen. Die wichtigsten Infos:
- Neuentwickeltes Carbon-Rahmen-Set mit UDH-Schaltauge
- Rund 100 g leichter geworden
- Neue Optionen im MyO-Konfigurator: Carboncockpit ab 360 mm Breite, Aero-Laufräder, kurze Kurbeln
- Reifenfreiheit offiziell 50 mm in 700c (Reserven bis ca. 54 mm gesehen)
- Mehr BikepackingDrei-Punkt-Ösen an der Gabel, 35 % größeres Unterrohr-Staufach, zusätzliche Aufnahmen am Ober- und Unterrohr, optionale Schutzbleche
- Neue Geometrie mehr Richtung MTB/Adventure
- Modelle GRX 610, GRX 820, Rival XPLR AXS, GRX Di2, Force XPLR AXS
- orbea.com
- Verfügbar sofort
Preise
Orbea Terra GRX 610 1×12: 2.999 €
Orbea Terra GRX 610 2×12: 2.999 €
Orbea Terra GRX 820 2×12: 3.699 €
Orbea Terra GRX 610 2×12 + RC30 Laufräder: 3.999 €
Orbea Terra Rival XPLR 1×13: 4.199 €
Orbea Terra GRX Di2 2×12: 5.799 €
Orbea Terra Force XPLR 1×13 (Testbike): 5.999 €
Was ist neu?
| Einsatzbereich | Tour, Gravel, Reise |
|---|---|
| Rahmenmaterial | Carbon |
| Gabel | Carbon |
| Gewicht (o. Pedale) | 8,2 kg |
| Stack | 580 mm |
| Rahmengrößen | XS, S, M, L, XL, XXL (im Test: M) |
| Website | www.orbea.com |
| Preisspanne | 2.999 Euro bis 5.999 Euro |
Orbea hat das Terra Rahmenset von Grund auf neu entwickelt. Dabei ging es vor allem um mehr Vielseitigkeit, aber gleichzeitig konnte Orbea das Gewicht um 100 g senken. Der neue Terra-Rahmen aus dem robusteren OMR-Carbon soll 1040 g Rahmen wiegen (Größe M, unlackiert) und spart damit 100 g gegenüber dem Terra Gen2. Bei der Gabel sind es 425 g. Zugleich soll der Rahmen etwas steifer geworden sein – 85 Nm pro Grad Torsionssteifigkeit (nach Tour-Protokoll) geben die Basken an.
Bikepacking & Stauraum
Gabel und Rahmen besitzen nun zusätzliche Gewindeösen; das Unterrohr-Staufach fasst dank 35 % mehr Volumen deutlich mehr Gepäck und bleibt über den bewährten Hebelverschluss leicht zugänglich. Unterrohr- und Oberrohraufnahmen erweitern die Möglichkeiten für Trinkflaschen oder Top-Tube-Bags. Wer bei schlechtem Wetter fährt, kann Orbea-Schutzbleche montieren – selbst dann bleibt bis zu 45 mm Reifenfreiheit. Ein Gepäckträger ist nicht vorgesehen. Mit einer Zulassung von 130 kg Systemgewicht ist für guten Gepäckspielraum gesorgt.
Reifenfreiheit
Offiziell nimmt der Rahmen 50 mm breite Reifen auf. Aber Orbea lässt 6 mm Sicherheitsabstand pro Seite. Vor Ort gesehen haben wir ein Orbea Terra mit 2,1″ Schwalbe Thunderbird-Reifen auf Felge mit 25 mm Innenweite, das noch Luft in der Gabel hatte. Von Racern des Teams hörten wir, dass auch 54 mm-Reifen passen.
Geometrie
Die dritte Terra-Generation orientiert sich stärker an modernen Adventure-Gravelbikes: Mehr Reach, ein Zentimeter höherer Stack und ein um satte drei Zentimeter verlängerter Radstand sorgen für souveräne Laufruhe, während der kürzere Vorbau die Lenkung agil hält.
Rahmen-Details
Eine runde 27,2-mm-Sattelstütze mit klassischer Klemme erlaubt niedrige Drehmomente und trotzdem sichere Klemmung. Das UDH-Schaltauge macht den Rahmen bereit für aktuelle und künftige SRAM-1×13-Antriebe. Auch in Sachen Kettenblattoptionen ist das Terra 2025 vielseitig aufgestellt: mit Road Kettenlinie lassen sich Single-Kettenblätter bis 50 Zähne fahren.
- Innenlager-Bauart BSA
- Steuerlager z.B. In-Set. 1-1/2″ unten und 1-1/8″ oben
- Bremsaufnahme Flat-Mount 160 mm / 160 mm
- Antrieb- /Schaltungs-Kompatibilität 1-fach und 2-fach, Umwerfer abnehmbar, elektronische und mechanische Schaltungen
- Kettenblatt-Kompatibilität Road-Kettenlinie bis 50 Z Single mit 50 mm Reifen (2-fach Road nicht kompatibel), Gravel-Kettenlinie bis max. 36 Zähne innen mit 50 mm Reifen
- Garantie lebenslang bei Registrierung für Rahmen und Gabel
- Gewichtszulassung 130 kg
Die Rahmenverarbeitung hinterließ einen ausgesprochen guten Eindruck. Alle Steinschlag oder Kettenschlag exponierten Stelle waren mit dicken, weitreichenden Schützern versehen. Wartungsfreundlich ist auch, dass die Leitungen nur semi-integriert unter dem Vorbau laufen.
Ausstattung: große Auswahl in der Mittelklasse
Im Orbea Modellprogramm finden sich jede Menge Optionen ab Mittelklasse-Budget. Alle Orbea Terra 2025 Modelle basieren dabei auf dem identischen Rahmen und Gabel Set. Auch bei den Reifen herrscht Eintracht. Mit dem Vittoria Terreno T30 ist ein Allround Gravel Reifen in 45 mm montiert, der hohe Pannensicherheit für sich in Anspruch nimmt. Im Test gefiel er mit recht leichtem Lauf, vor allem aber mit gutem Grip, auch in Kurven auf dem baskischen, mittelharten Schotter.
| Terra M30 TEAM 1X | Terra M30 TEAM | Terra M20 TEAM | Terra M35 TEAM | Terra M31e TEAM 1X | Terra M20i TEAM | Terra M21e TEAM 1X | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Preis (€) | 2.999 € | 2.999 € | 3.699 € | 3.999 € | 4.199 € | 5.799 € | 5.999 € |
| Rahmen | Orbea Terra carbon OMR Disc | Orbea Terra carbon OMR Disc | Orbea Terra carbon OMR Disc | Orbea Terra carbon OMR Disc | Orbea Terra carbon OMR Disc | Orbea Terra carbon OMR Disc | Orbea Terra carbon OMR Disc |
| Gabel | Terra Race ICR (full carbon) | Terra Race ICR (full carbon) | Terra Race ICR (full carbon) | Terra Race ICR (full carbon) | Terra Race ICR (full carbon) | Terra Race ICR (full carbon) | Terra Race ICR (full carbon) |
| Kurbel | Shimano GRX RX610 40 t | Shimano GRX RX610 30×46 t | Shimano GRX RX820 31×48 t | Shimano GRX RX610 30×46 t | Sram Rival XPLR 40 t | Shimano GRX RX820 31×48 t | Sram Force XPLR 40 t |
| Kassette | Shimano CS-M7100 10-51 | Shimano HG710 11-36 | Shimano HG710 11-36 | Shimano HG710 11-36 | Sram XG-1351 10-46 | Shimano Ultegra R8100 11-34 | Sram XG-1371 10-46 |
| Kette | Shimano M6100 | Shimano M6100 | Shimano M7100 | Shimano M6100 | Sram Rival 13 s | Shimano M7100 | Sram Force 12-13 s |
| Lenker | OC Gravel GR31 Alu | OC Gravel GR31 Alu | OC Gravel GR31 Carbon | OC Gravel GR31 Alu | OC Gravel GR31 Alu | OC Gravel GR10 Carbon | OC Gravel GR10 Carbon |
| Lenkerband | Orbea Anti-Slippery | Orbea Anti-Slippery | Orbea Anti-Slippery | Orbea Anti-Slippery | Orbea Anti-Slippery | Orbea Anti-Slippery | Orbea Anti-Slippery |
| Vorbau | OC RP23 -5° | OC RP23 -5° | OC RP10 -8° | OC RP23 -5° | OC RP23 -5° | OC RP11 -8° | OC RP11 -8° |
| Schalthebel | Shimano GRX RX610 | Shimano GRX RX610 | Shimano GRX RX820 | Shimano GRX RX610 | Sram Rival AXS | Shimano GRX Di2 RX825 | Sram Force AXS |
| Bremsen | Shimano RX410 hydr. | Shimano RX410 hydr. | Shimano RX820 hydr. | Shimano RX410 hydr. | Sram Rival AXS | Shimano RX820 hydr. | Sram Force AXS |
| Schaltwerk | Shimano GRX RX822 SGS | Shimano GRX RX820 | Shimano GRX RX820 | Shimano GRX RX820 | Sram Rival XPLR AXS 13 s | Shimano GRX Di2 RX825 | Sram Force XPLR AXS 13 s |
| Umwerfer | — | Shimano GRX RX820 | Shimano GRX RX820 | Shimano GRX RX820 | — | Shimano GRX Di2 RX825 | — |
| Laufradsatz | Alloy Tubeless 700 c 21 c | Alloy Tubeless 700 c 21 c | Oquo RC25 PRO | Oquo RC30 TEAM | Oquo RC25 PRO | Oquo RC30 TEAM | Oquo RC30 TEAM |
| Reifen | Vittoria Terreno T30 45 c | Vittoria Terreno T30 45 c | Vittoria Terreno T30 45 c | Vittoria Terreno T30 45 c | Vittoria Terreno T30 45 c | Vittoria Terreno T30 45 c | Vittoria Terreno T30 45 c |
| Sattelstütze | SP 0.2 Carbon Setback 20 | SP 0.2 Carbon Setback 20 | OC Performance XP10 Carbon | SP 0.2 Carbon Setback 20 | OC Performance XP10 Carbon | OC Performance XP10 Carbon | OC Performance XP10 Carbon |
| Sattel | Fizik Terra Argo X7 Alu 150 mm | Fizik Terra Argo X7 Alu 150 mm | Fizik Terra Argo X7 Alu 150 mm | Fizik Terra Argo X7 Alu 150 mm | Fizik Terra Argo X7 Alu 150 mm | Fizik Terra Argo X3 Kium 140 mm | Fizik Terra Argo X3 Kium 140 mm |
| Besonderheiten | Staufach im Unterrohr | Staufach im Unterrohr | Staufach im Unterrohr | Staufach im Unterrohr | Staufach im Unterrohr | Staufach im Unterrohr | Staufach im Unterrohr |
Die Haupt-Unterschiede liegen naturgemäß in den Schaltgruppen. Schön ist, dass Orbea zum Einstieg für 3.000 € die Wahl lässt zwischen 1-fach oder 2-fach mechanischer GRX. Diese sind auch die einzigen Modelle, an denen man mit einfachen Alu-Laufradsätzen Vorlieb nehmen muss – und mit geringerer Innenweite der Felgen (21 mm).
Ab 3.699 € und am SRAM Rival XPLR Modell sind die hauseigenen Oquo RC25 Pro Alu-Laufräder an Bord, die mit größerer Maulweite von 25 mm und Zipp ZR1 Nabentechnik aufwarten. Noch eine Stufe höher in Sachen Laufräder geht es mit dem Terra M35 Team für 3.999 €, das mit RC30 Team Laufrädern aus der neuen Oquo Laufrad-Serie mit eigenen, besonders leichten und robusten Naben aufwartet. Typisch ist hier auch die Mini-Hook-Bauweise, die Vorteile von Hookless nachahmt, aber nach ETRO eine Hakenfelge ist und so bedenkenloser mit verschiedenen Reifentypen kombiniert werden können.
Wer kabellos per Funk schalten will, wird erst ab rund 4.200 Euro fündig. Dafür gibt es dann die neue SRAM Rival XPLR 1×13 Gruppe, die uns im Test mit Schalt- und Bremsverhalten auf Red-Niveau beeindruckte. Das gleiche Schaltverhalten, aber eine glänzendere Optik, ein geringeres Gewicht und belegbare Zusatz-Buttons sowie einen besseren Laufradsatz gibt es an unserem Testrad Terra M21e Team. Es kommt mit der neuen SRAM Force XPLR 1×13 für fast 6.000 €. An Bord sind hier im Unterschied zu den günstigeren Modellen auch eine leichtere Carbonsattelstütze und ein neuer Carbonlenker.
Der Carbon Gravel Lenker heißt OC GR-10. Er ist in den Größen 38, 40, 42 44 cm zu haben, die im MyO Programm frei gewählt werden können. Mit 12° Flare, einem Reach von 70 mm und einem von Drop 120 mm gehört er zu den moderateren Modellen. Überhaupt sind die ergonomischen Optionen im MyO-Programm vielfältig. Hier eine Liste:
- Lenkerbreite: 360 bis 440 mm
- Lenkerhöhe: alternativ bis 15 mm Rise
- Vorbaulänge: 70 bis 130 mm
- Sattelstützen-Versatz: 0 bis 25 mm
- Kurbelarmlänge: 165 bis 175 mm
Farben lassen sich typischerweise ebenfalls in MyO Programm individuell gestalten. Aber auch die Werkslackierungen sind aufwendig gestaltet und definitiv einen zweiten Blick wert, wenn es um die Kaufentscheidung geht.
Geometrie: einzig, aber nicht artig
Das kommt selten vor: Unser Geometrie-Vergleichstool Geometrics findet auch bei großer Suchtoleranz keine direkt vergleichbaren Gravel Bikes zum Orbea Terra 2025. So außergewöhnlich ist die Auslegung des Rahmensets allerdings nicht. Es rückte deutlich mehr in Richtung typischer Adventure Gravel Bike Geometrien.
Das bedeutet, die Auslegung rückte etwas näher ans MTB. Die fast schon klassische Formel lautet hier angepasst: Rund 1 cm mehr Reach als der Vorgänger, gepaart mit einem kürzerem Vorbau (90 mm in Größe L wie an meinem Testrad) sowie mehr Stack für eine aufrechtere Sitzposition. In Testradgröße M sind es 580 mm statt 570 mm. Ein flacherer Lenkwinkel und 78 mm Nachlauf (statt vorher 59 mm) sprechen für eine viel ruhigere Lenkung.
Auch die Radbasis wurde deutlich länger: 3 cm mehr Radstand hat das Orbea Terra 2025 im Vergleich zum in die Jahre gekommenen Vorgänge. Das ist richtig viel und spricht für guten Geradeauslauf. Und anderem tragen dazu auch längere Kettensreben von 430 mm bei.Auch das weit abgesenkte Tretlager dürfte auf das Konto hoher Fahrstabilität einzahlen.
| Rahmengröße | XS | S | M | L | XL | XXL |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Laufradgröße | 28″ / 700C | 28″ / 700C | 28″ / 700C | 28″ / 700C | 28″ / 700C | 28″ / 700C |
| Reach | 386 mm | 392 mm | 400 mm | 406 mm | 412 mm | 417 mm |
| Stack | 535 mm | 558 mm | 580 mm | 602 mm | 625 mm | 645 mm |
| STR | 1,39 | 1,42 | 1,45 | 1,48 | 1,52 | 1,55 |
| Lenkwinkel | 69° | 69,5° | 70° | 70,5° | 70,8° | 71° |
| Sitzwinkel, effektiv | 74° | 74° | 74° | 74° | 74° | 74° |
| Steuerrohr | 110 mm | 132,5 mm | 153,5 mm | 175 mm | 198 mm | 218 mm |
| Sitzrohr | 410 mm | 440 mm | 470 mm | 505 mm | 540 mm | 575 mm |
| Überstandshöhe | 690 mm | 717 mm | 743 mm | 772 mm | 801 mm | 828 mm |
| Kettenstreben | 430 mm | 430 mm | 430 mm | 430 mm | 430 mm | 430 mm |
| Radstand | 1.031 mm | 1.041 mm | 1.052 mm | 1.061 mm | 1.072 mm | 1.081 mm |
| Tretlagerabsenkung | 80 mm | 80 mm | 80 mm | 80 mm | 80 mm | 80 mm |
| Tretlagerhöhe | 261 mm | 261 mm | 261 mm | 261 mm | 261 mm | 261 mm |
| Gabel-Offset | 45 mm | 45 mm | 45 mm | 45 mm | 45 mm | 45 mm |
In unserer Geometrie-Datenbank könnt ihr das Orbea Terra ganz einfach mit anderen Gravel Bikes vergleichen. Einfach auf die Links in der Tabelle unten klicken. Eine sehr ähnliche Geometrie hat ausnahmsweise einmal kein anderes Rad.
Insgesamt 6 Rahmenhöhen des Orbea Terra 2025 sollen Fahrerinnen und Fahrer mit einer passenden Sitzposition beglücken. Damit will man Körpergrößen von 1,55 m bis 2,07 m abdecken.
Ein großer Vorteil des Orbea MyO Programms ist dabei, dass ergonomisch wichtige Komponenten wie Vorbau, Lenker oder Kurbeln in passenden Maßen abgewandelt werden können. Mein Orbea Terra 2025 Test Rad war zum Beispiel mit einem 38 cm schmalen Lenker statt der vorgesehnen Breite von 40 cm ausgestattet. Dazu kam ein 100 mm langer Vorbau statt des 90 mm Werks-Set-ups.
Orbea Terra Test auf dem Kurs
Wie fällt die Sitzposition auf dem M Testrad damit aus? Erhöhter Stack und moderater Reach ergeben für mich (siehe Testerprofil) eine kompakte bis aufrechte Haltung. Mit 15 mm Spacern saß ich sofort „zu Hause“ – tauglich für viele Stunden im Sattel, aber dennoch gerade mit genug Gegendruck aus dem Rücken. Ehrlich gesagt, für mittel-ambitionierte Hobbyfahrer wie mich genau die richtige Auslegung, um auch die windschnittige Position mit aufgelegten Armen lange Zeit halten zu können. Kurz: keine Position für schnelle Sprints und Kurvenhatz, aber für schnelles und bequemes Kilometersammeln.
Spacer streichen oder einen längeren Vorbau wählen, macht das Setup deutlich sportlicher. Gravel Racer vor Ort hatten ihr Trainingsgerät von Spacern befreit und das Carboncockpit aus dem MyO-Programm mit langem Vorbau ergänzt und saßen beinahe rennmäßig.
Schon auf den ersten Metern vermittelt das Terra einen ausgeprägt komfortablen Eindruck. Es zählt in Sachen Komfort am Sattel klar zu den bequemsten Modellen am Markt. Ich war mit 45 mm breiten Reifen und 2 bar vorne sowie 2,1 bar hinten unterwegs, was zum Gesamteindruck natürlich beiträgt. Dennoch spürt man auch ohne diesen Bonus, wie viel Komfort es bietet. Auf glattem Schotter fühlt sich das Terra wie ein Race-Gravelbike mit Komfort-Bonus an.
Auf Abfahrten liegt das Rad ausgesprochen ruhig. Die voluminösen Pneus vermitteln zusätzliche Sicherheit, und das Bike folgt willig jeder Linie. Typisch für bikepacking-orientierte Geometrien lenkt es ab einer gewissen Schräglage quasi von selbst in die Kurve ein. Mir persönlich gefällt ein etwas weniger quirliges Race-Handling in weiten, schnellen Radien besser, doch das ist Geschmackssache. Durch den 100 mm langen Vorbau, den Orbea an meinem Testmodell montiert hat, lastete zudem etwas mehr Gewicht auf dem Vorderrad als bei Rädern mit kürzerem Cockpit.
Das Terra wirkt in Abfahrten spürbar stabiler als klassische Race-Gravelbikes. Die Lenkung und aufrechte Sitzposition vermitteln viel Vertrauen und entspannen den Oberkörper. Auf schnellen, losen Downhills glänzt das Terra mit MTB-ähnlicher Souveränität. Schlaglöcher oder ausgewaschene Rinnen bügelt das Heck weg, ohne schwammig zu wirken.
Ein – freilich nicht ganz günstiges – Glanzlicht des neusten Orbea Gravel Bikes ist die SRAM Force XPLR 1×13 Schaltung. Wie geschmeidig die Kette durch die Gänge flutscht, ist eine wahre Wonne. Jeder Schaltschritt sitzt, beim Durchschalten mit durchgängigem Druck auf den Hebel lassen sich die richtigen Gänge immer genau abpassen, dabei herrscht auch auf grobem Pflaster Ruhe im Antriebsstrang.
Nach einem Tag im Baskenland fällt das Fazit eindeutig aus. Das Terra erfüllt seinen Anspruch, längere Distanzen auch im groben Gelände schnell und entspannt zurückzulegen. Geradeaus rollt es trotz der komfortablen Geometrie erfreulich zügig. Mit einem längeren Vorbau, eventuell einem integrierten Race-Cockpit aus dem MyO-Programm und noch breiteren Reifen ließe es sich sogar in Richtung Race-Gravel für grobe Strecken trimmen, das Plus an Reifenfreiheit zählt hier viel
Auch an steilen Anstiegen überzeugte die Traktion: Im Wiegetritt lässt sich das Tempo aus der Abfahrt sauber in den nächsten Hügel mitnehmen. Unterm Strich präsentiert sich das Orbea Terra als vielseitiges, komfortables und dennoch schnelles Gravelbike, das dank seiner ausgewogenen Fahreigenschaften sowohl lange Bikepacking-Abenteuer als auch sportliche Langstreckenrennen souverän meistert.
Die Übersetzung des Orbea Terra ist perfekt auf das universelle Einsatzspektrum abgestimmt. Mit 40 zu 10-46 erklimmt man steilste Rampen solide. Die Bandbreite reicht problemlos, nur für extremes Bikepacking würde man eventuell ein kleineres Kettenblatzt wählen.
Fazit – Orbea Terra
Das Terra ist ein „Wolf im Adventure-Pelz“: Die dritte Terra-Generation vereint großzügige Bikepacking-Features mit spürbarem Vorwärtsdrang. Geringes Rahmengewicht, riesige Reifenfreiheit und moderne Geometrie liefern Tempo und Kontrolle, während Stauraum und hohe Zuladung Langstreckentauglichkeit schaffen – eine selten gelungene Balance. Ein großes Plus sind auch die ergonomischen Optionen im MyO-Programm. Auch die genossenschaftliche Produktion in Europa gewinnt für die spanische Marke. All das einkalkuliert, ist auch der Preis ziemlich fair.
Orbea Terra – Pro / Contra
Stärken
- Vielseitig, aber nicht langweilig
- Dynamisches Fahrgefühl
- Bikepacking-Qualitäten
- Individualisierungs Optionen
- Faire Produktion
Schwächen
- Etwas teurer
Was sagt ihr zum neuen Orbea Terra 2025?
Testablauf
Das getestete Fahrrad-Modell wurde während einer Präsentation gefahren. Die Dauer und Länge sowie die Umstände der Testfahrten sind im Testbericht vermerkt. Der Anlass kann eine Fahrradmesse, eine Vorstellung eines einzelnen Fahrrades durch einen Hersteller oder ein Händler-Event sein. Das Rad steht nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung. Das Rad wurde jedoch in der Größe passend zum Tester gewählt, alle nötigen Anpassungen wie Luftdruck Bremseinstellungen werden durch die Tester vorgenommen.
- Ich fahre hauptsächlich
- Rennradtouren, CX-Rennen, Gravelrides
- Vorlieben bei der Geometrie
- Gemäßigt sportlich, eher lang
Dangerholm Scott Spark RC Gravel: Dropbar trifft auf Federweg
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Leatt Endurance Kollektion für XC und Gravel
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51 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumFür alle denen der neue Terra Rahmen nicht gefällt, es gibt jetzt auch das Terra Race ohne Bierbauch in OMX Faser (leichter?).
Option 2: auf Mullet optimiert
Aber im Ernst, ich finde das Bike sonst ganz gut gelungen, vertraue aber der Qualität bei Orbea nur noch sehr bedingt.
Zur Style Diskussion: ich mag ja gutes Design und bisschen lästern gehört auch in ein Forum, aber ich bin manchmal schon Verblüfft wie kritisch die Stylepolizei in den Foren ist. Beispiel die neue XTR 9220 Bremse im Nachbarforum: Parken die Leute ihr Bike nur beim Kaffee das die Optik derartig stört, oder wird die auch gefahen?
Damit nochmals zum Bierbauchterra: meine extrem Designverliebte Gen-Z Tochter fand das Bike absolut top! Ist halt nicht mit Columbus SLX oder Reynolds Rohren aufgewachsen 🤷 (so etwas hat sie dann natürlich als Hipster Stadtrad)
Nur beim aktuellen Alma fragt sich jeder woher der Knick jetzt herkommt…
Ich finde es perfekt, habe es mir bestellt...
Das der Radius nicht zum Reifen passt, liegt wohl daran, dass man sich verkalkuliert hat.
Die Sattelstütze darf nicht tiefer als die Sitzstreben sein, muss aber lang genug in dem Rahmen stecken.
Auf der anderen Seite soll das Rad flexen und noch genügend Reifenfreiheit haben.
Es gibt einige Hersteller, die sich mit sowas schwer tun.
Dann sieht das so verbastelt aus.
Mit Stylepolizei hat das in dem Moment nichts zu tun, sowas fällt einem auf, wenn man sich mit der Technik dahinter beschäftigt.
Das neue Alma mit dem Knick ist auch so eine Flex Technik, das nutzte Specialized vor über 10 Jahren schon an seiner Sattelstütze und jetzt Trek beim Madone um nur ein paar zu nennen.
Wenn ein Hersteller die Trickkiste auspackt, nur um Flex in die Sattelstütze zu bauen, finde ich das schon merkwürdig umständlich. Besser gelöst finde ich das beim neuen Cannondale, dort geht der Flex am Ausfallende los. Sprich die Kettenstrebe fungiert wie eine Blattfeder, während das Tretlager steif bleibt.
Schläge werden also schon unten am Rad ausgebremst und gelangen so auch weniger über die Beine in den Rücken. Simpel, logisch, effizient und fügt sich super in das Gesamtbild ein.
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