Guercilena war doch quasi mit Start der Saison schon entmachtet, mit mäßigem Erfolg übrigens. Sowohl bei Frauen und Männern hat das Team bis zum Giro Donne die hohen Erwartungen nicht erfüllt und war damit (auch schon unter der Führung der Schlecks) deutlich schlechter unterwegs als im Jahr davor.
Und ob Niermann der geniale sportliche Mastermind ist oder nur extrem von einem überragenden Talent Vingegaard profitiert hat, muss sich auch erst noch zeigen.
Genauso muss sich zeigen, ob er einen solchen Umbruch wirklich managen kann - das Team wird einmal auf links gedreht. Damit einher geht auch ein extremer Kulturwechsel von italienischer Familia-Emotionalität hin zu nordisch, nüchterner und geplanter Effizienz. Wie Stars wie Pedersen, Milan und der für ihn wichtige Consonni oder auch Balsamo damit umgehen werden, muss man auch erst mal abwarten, genauso wie beim ganzen Staff dahinter.
Was dabei ausgerechnet die Schlecks befähigt, eine Chef-Rolle einzunehmen, erschließt sich mir ehrlich gesagt Null.
Insgesamt bin ich also skeptisch, ich sehe da keinen logischen roten Faden, es erinnert eher an neureiche Fußball-Clubs, die ohne Verstand und erkennbare Strategie einfach zusammenkaufen, was auf dem Papier Erfolg verspricht.