Nach dem heutigen Ruhetag geht es morgen mit der Pyrenäen-Königsetappe weiter. Eigentlich die klassische Pyrenäen-Mehrpässefahrt schlechthin

Ich rechne morgen auf jeden Fall mit einer großen Fluchtgruppe. Die Motivation morgen in eine Fluchtgruppe zu gehen kann ganz verschiedene Gründe haben. Fahrer die es auf die Bergwertung abgesehen haben wie z.B.: Kessiakoff, CA Sörensen oder Scarponi werden bestimmt versuchen dabei zu sein. Ebenso Fahrer die im GK keine allzu große Rolle mehr spielen, die aber noch einen Etappensieg möchten wie zum Beispiel Valverde, Leipheimer, Vinokourov oder Peraud. Dann gibt es da noch die Fahrer, die im GK weit genug zurück liegen um attackieren zu können, die einen Angriff aber vor allem dazu nutzen wollen, sich im GK noch um einige Plätze zu verbessern. Zum Beispiel könnte das bei Horner oder Menchov der Fall sein. Einen Rolland, Pinot oder F. Schleck dagegen wird Sky wohl nicht weglassen. Und dann gibt es da noch die Fahrer, die vllt einen Angriff ihres Kapitäns vorbereiten wollen. Das könnten zum Beispiel Basso oder Szmyd für Nibali bzw. Vanendert oder De Greef für VdB sein.
Wann werden Angriffe von Nibali, Evans und VdB kommen? Am Aubisque und am Tourmalet rechne ich noch nicht mit Angriffen. Erstens ist das Risiko einzubrechen viel zu hoch und zweitens wird Sky noch stark genug vertreten zu sein, um etwaige Angriffe zunichte zu machen. Am Aspin wäre es dann eigentlich an der Zeit für einen Angriff, aber der Berg ist nicht besonders steil. Da wird es verdammt schwer sein wegzukommen. Gut möglich, dass erst am Peyresourde was passiert. Die Hoffnungen ruhen mal wieder auf Nibali. Vllt probiert der was in der Abfahrt vom Aspin. Wenn er Basso und Nerz oder Sagan in der Fluchtgruppe dabei hat, könnte das schon funktionieren. In der Abfahrt vom Aspin attackieren und sich absetzen und sich dann von Basso und Nerz/Sagan den Peyresourde hochziehen lassen und dann in der letzten Abfahrt nochmal Vollgas. Allerdings ist aber immer fraglich wie gut das mit den Relaisstationen wirklich funktioniert. Morgen ist die Chance aber auf jeden Fall gegeben, denn es wird sicher eine große Fluchtgruppe geben und daher werden sich etwaige Liquigesen während der Flucht sicher einigermaßen schonen können und ein Basso verfügt sowieso über eine sehr gute Tempohärte am Berg. Im Idealfall funktioniert es so gut wie bei Leopard im letzten Jahr an der Tour wo Monfort und Posthuma wichtige Hilfe für A. Schleck leisten konnten oder wie 2010 am Madeleine als Voigt noch A. Schleck unterstützen konnte. Wobei es damals eher so aussah, als würde Voigt A. Schleck und Contador aufhalten

Szmyd ist ja generell etwas überbewertet, aber mittlerweile ist er leider zu alt, um so ne Show wie am Giro 10 abzuziehen. Ansonsten könnte Liquigas mit Szymd am Aspin versuchen, die Skysche Helferzahl vor der Abfahrt vom Aspin zu reduzieren, aber kann ja auch funktionieren, wenn Porte und Rogers nach dem Gipfel des Aspin noch dabei sind. Oder Nibali wartet bis kurz vor der Bergwertung am Peyresourde und attackiert dann und dann eben Vollgas in der Abfahrt und verbessert so seine Ausgangslage im Kampf um Platz 3. Vielleicht die sinnvollere Möglichkeit, denn in Wahrheit ist Wiggins eh nicht mehr zu schlagen. Dem durchgeknallten Evans traue ich sowieso überall einen Angriff zu, aber man hat gesehen, dass er heuer nicht stark genug ist, um gegen die Sky-Übermacht etwas auszurichten. VdB wird sicher auch nochmal was probieren, aber bei dem ist das Hauptproblem der große Rückstand. Realistisch gesehen attackiert Nibali also morgen auf den letzten 1, 2 Kilometern am Peyresourde und macht dank der Abfahrt ne Minute oder so auf Wiggins gut. Das hilft ihm im Kampf um Platz 3 natürlich sehr und verbessert auch seine kleine Chance auf Platz 2, bringt aber gegen Wiggins nicht viel. Könnte aber trotzdem geil werden morgen, da ich vor allem zu Beginn mit einer hektischen und unübersichtlichen Etappe rechne!
