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Kette richtig messen?

Wir können das System aber auch auf der anderen Seite hinterfragen, wer hat 0,8% festgelegt und unter welchen (Mess)Bedingungen ist er zu diesem Wert gekommen? So müsste man dann entsprechen messen/prüfen. Hat er nur die Bolzenlängung gemeint oder auch das größer werdende Röllchenspiel mit einbezogen?
Genau das ist der springende Punkt. Wer was womit an der Kette misst is völlig irrelevant, solange nicht klar ist, was das Messergebnis für die Kassette bedeutet.
 
Das würde funktionieren wenn die Rolle ein Kugellager wäre. Die Rolle hat aber nicht grad wenig Spiel und drückt sich um die sich je nach Fertiger und Verschleiß ändernde Strecke X beim Messen an den Bolzen. Damit machst du das gleiche wie die einfachen Lehren, die innen prüfen. Es führt zu verfrühtem Auswechseln.

Wir können das System aber auch auf der anderen Seite hinterfragen, wer hat 0,8% festgelegt und unter welchen (Mess)Bedingungen ist er zu diesem Wert gekommen? So müsste man dann entsprechen messen/prüfen. Hat er nur die Bolzenlängung gemeint oder auch das größer werdende Röllchenspiel mit einbezogen? Das alles ist leider sehr relevant weil kleinste Abweichungen viele tausend Kilometer Fahrstrecke bedeuten würden.
Bolzenlängung oder Laschenlängung?
 
Bolzenlängung oder Laschenlängung?
Ich verstehe nicht ganz was du meinst.

Mit Bolzenlängung meinte ich das der Abstand Bolzenachse - Bolzenachse größer wird was einer Kettenlängung entspricht. Natürlich nutzen sich dabei beide, Bolzen und Laschen ab.

Der andere Verschleiß wäre das Röllchen innen und als Gegenspieler der Kragen der Lasche außen auf den die Innenseite des Röllchens gepresst wird. Das vergrößert das Spiel des Röllchens, erzeugt aber keine längere Kette. Daraus folgt das bestimme Lehren eben wie die Zähne des Kettenrads immer in die selbe Richtung anliegen wollen und messen/prüfen. Shimano TL-CN42 ist auch so eine.

Wer mehr Lesestoff möchte https://www.pedelecforum.de/forum/index.php?threads/qualitaet-von-kettenlehren.42345/ Da wurde das auch schon mal bis in akademische Tiefen diskutiert (und vermutlich in noch mehr Foren)
 
Wenn man das Maß vom 3. Bild (119,91mm ) nimmt und einen Rollendurchmesser ( Ø7,8 mm) addiert, erhält man 127,71 mm. Das Maß von 10 Gliedern ist 127 mm, d.h. die Kette hat sich um 0,71 mm oder um 0,59 % gelängt. Damit würde ich die Kette wechseln.
Mein alter Freund und ehemals Inhaber eines sehr angesehenen Radsportladens in Essen hat mir beigebracht, dass die Messung eben wie auf dem 3. Bild erfolgen sollte, falls man keine Rohloff-Lehre hat.Als Verschleißgrenze hat er von 120,25 für Aluritzel und max. 120,5 für Stahlritzel gesprochen. Damit bin ich bisher immer gut gefahren.
 
Es gibt kein objektives Kriterium. Im Maschinenbau wird meist mit 2-3% Längung gerechnet, also deutlich mehr als am Rennrad (vermutlich werden dann aber auch die Kettenblätter in den Maschinen mit gewechselt).

Könnte man beim Rad auch machen, die Kette kann man durchaus auch bis über 121,0mm fahren...allerdings sind dann mit Sicherheit einige Ritzel hin, gegebenenfalls auch Blätter und Schaltrollen.

Die 120,5mm sind eben ein statistischer Erfahrungswert, dass man etwa 3Ketten schafft, bis die Kassette fertig ist. Da aktuell Kassetten sehr teuer geworden sind, kaum Einzelritzel bekommen kann, eher kleinere Ritzel gefahren werden und...empfiehlt es sich durchaus, früher zu wechseln. Ketten sind halt am billigsten.

Und eine Grunderkenntnis ist wichtig: Kaum die km-Zahl, sondern das Fahren mit gelängten Ketten -je mehr, desto schlimmer- verschleißt die Zähne.

Gruß messi
 
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