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Der kurze Trainingsfragen Thread

Zum Thema, meine "kurze Trainingsfrage": Geht mein untenstehender Plan auf? Habt ihr Empfehlungen für mich?

Status und Voraussetzungen:
-die letzten Jahre 5.000 bis 7.000 km/Jahr auf dem Rennrad unterwegs gewesen (MTB, Cross, Gravel on top)
-oft allein oder als Duo, Ausfahrten häufig ohne Struktur (dafür viel GA1 Bereich)
-jedes Jahr mehrere RTFs und Jedermannrennen gefahren, besonders im Flachen oft relativ weit vorn dabei (Top 25%)
-Ü40
-FTP ca. 3,3 bis 3,5 W/kg bei relativ hohem Gewicht
-ich bekomme auf der Rolle keine wirklich konstanten Ergebnisse beim FTP-Test hin

Ziele:
-Ötztaler 2026 in unter 10 Stunden
-Gute Zeiten bei Jedermannrennen (Frankfurt-Eschborn, Rad Race 120, Münsterland-Giro, Cyclassics etc.)

Seit ~6 Wochen mache ich..
-1x lange Grundlagenfahrt am Wochenende (2-5h je nach Zeitbudget)
-1x allg. Grundlagen- oder Nüchtern- oder FatMax Einheit von ca. 1,5h
-1x Sweetspot Workout indoor, ca. 1h
-1x VO2max-Intervalle Indoor, ca. 1h
-1-2 mal Krafttraining im Fitness Center

Ich habe zur Zeit erst 1.500 Jahreskilometer.

Ab jetzt soll es so aussehen..
-1x lange Grundlagenfahrt am Wochenende (4-5h je nach Zeitbudget)
-1x allg. Grundlagen- oder Nüchtern- oder FatMax Einheit von ca. 1 bis 1,5h -- eventuell auch mal zusätzlich morgens früh
-1x Sweetspot oder FTP oder VO2max Intervalle draußen, am Hausberg oder im Harz
-1x "schnell fahren nach Gefühl" auf RTF, Gruppenausfahrten, Jedermannrennen usw.
-Fitnesscenter entfällt ab Mai (keine Lust)
-ich werde in den nächsten Monaten einige Radmarathons wie MSR300 fahren (eher flache)

Da ich noch nie mit dem Rad in den Alpen war:
-nehme ich an Steigungen das, was ich in Mitteldeutschland finden kann
-geht es im Juni zum Rad Race 120 im Allgäu
-geht es Anfang Juli ins Erzgebirge zwecks Miriquidi Stoneman (Road) Challenge
-geht es Ende Juli und Anfang August nach Tirol und Südtirol und ans Stilfser Joch, dort will ich das "Kühtai-Rodeo" fahren und einige andere Pässe, vor allem für Höhenlufttraining und Abfahrten-Übung; es wird aber auch gewandert (50:50)

Mein "Trainingslager" endet ca. 3 Wochen vor dem Ötzi, hoffentlich bleibt etwas von der Höhenakklimatisierung hängen.

Meine Stärken liegen eher in der Ausdauer auf Strecken deutlich über 100 km und dabei hohem Durchschnittstempo im Flachen. Bin schon mehrmals 300 km alleine in unter 10h gefahren. Meine relative Leistung in W/kg reicht aber eigentlich nicht für Sub-10h beim Ötzi, vermute ich. Ist eine Steigerung der FTP um 10% bis Ende August machbar, oder ist mein Trainingspensum dafür zu gering? Wie kann ich beurteilen, ob eine weitere Steigerung der Ausdauer oder ein stärkeres Training Schwellenleistung oder der Kraftausdauer mich am stärksten voran bringen würde? Würde eine Spiroergometrie darüber Aussagen machen?
 
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Re: Der kurze Trainingsfragen Thread
Wenn Deine FTP-Angabe trotz der Probleme mit den Tests halbwegs stimmt, kannst Du vorsichtig optimistisch sein, dass das mit den 10h was wird.
Zu Deinen Plänen.
  • Du planst mit zwei harten Einheiten pro Woche, eine davon soll "Schnell Fahren nach Gefühl" bzw. Gruppenfahrten sein. Ich schlage vor, als Standard-Programm mindestens zwei, wenn Du dich gut fühlst ab und zu auch drei Intervalleinheiten pro Woche zu machen und Gruppenfahrten aufs Wochenende zu legen und zum Beispiel die 5h GA ab und an durch eine 3h-Gruppenfahrt oder eine RTF zu ersetzen.
  • Zum Nüchtern-Training. Es gibt zwar in Studien Hinweise darauf, dass Training im Glycogen-reduzierten Zustand (Glycogen ist die Form, in der KH in Muskeln, Leber und Niere gespeichert werden) Signalwege triggert, die sich positiv auf die Form auswirken können. Nach einem kurzen Hype vor ~10-15 Jahren hat die Popularität dieser Trainingsform wegen der damit verbundenen Probleme (Auswirkungen auf die Trainingsqualität, verlängerte Regenerationszeit etc.) aber wieder stark nachgelassen. Ich würde es eher weglassen und auf die Qualität des Trainings achten.
  • Zum Tirol-Urlaub. Eine echte Höhenakklimatisierung wirst Du im Rahmen eines "normalen" Urlaubs in der Regel nicht erreichen. Dazu wär ein längerer Aufenthalt in größerer Höhe erforderlich, z.B. mindestens zwei, besser drei Wochen in Kühtai. Trotzdem ist die Idee, Pässe zu fahren, gut, weil man da lernen kann, wie man sich die Leistung einteilen muss, erfährt, wie die Höhe wirkt und viele weitere nützliche Erfahrungen sammeln kann.
  • Zu Deiner Frage nach der Spiro. Wenn Du sowas noch nie gemacht hast, ist das sicher eine interessante Sache, die zusätzliche Einblicke liefern wird, z.B. über Substratnutzung, maximale Sauerstoffaufnahme, Wirkungsgrad usw. Unabhängig davon, ob Du Dich für eine Spiro entscheidest, solltest Du aber unbedingt versuchen, regelmäßig einen längeren FTP-Test (mindestens 40 min.) oder längere Intervalle (3*20 min. L4 oder 2*30 min.) zu fahren. Auch wenn das vielleicht zunächst nicht klappt und Du überpaced, ist das trotzdem eine gute Übung. Früher oder später wirst Du das hinbekommen, denn das haben viele andere vor Dir auch gelernt. Das, was Du dabei lernst, konstant pacen und ein Gefühl für die eigene Leistung zu bekommen, wird beim Ötzi helfen, Dir die Berge richtig einzuteilen. Außerdem hat ein FTP-Test (und das skizzierte Intervallprogramm) den Vorteil, dass man ihn wesentlich öfter durchführen kann, als eine Spiro, denn er kostet fast nichts (außer Überwindung) und liefert so regelmäßige Einblicke in die Formentwicklung.
 
Zum Thema, meine "kurze Trainingsfrage": Geht mein untenstehender Plan auf? Habt ihr Empfehlungen für mich?

Status und Voraussetzungen:
-die letzten Jahre 5.000 bis 7.000 km/Jahr auf dem Rennrad unterwegs gewesen (MTB, Cross, Gravel on top)
-oft allein oder als Duo, Ausfahrten häufig ohne Struktur (dafür viel GA1 Bereich)
-jedes Jahr mehrere RTFs und Jedermannrennen gefahren, besonders im Flachen oft relativ weit vorn dabei (Top 25%)
-Ü40
-FTP ca. 3,3 bis 3,5 W/kg bei relativ hohem Gewicht
-ich bekomme auf der Rolle keine wirklich konstanten Ergebnisse beim FTP-Test hin
Hast Du dich mal mit dem Thema CP Tests auseinander gesetzt? Es gibt mittlerweile mindestens zwei Studien, die Ergebnis gekommen sind, dass FTP-Tests nicht valide sind. Wenn Du selbst testest, würde ich Dir drei CP-Tests empfehlen: 3 min., 8 min., 12 min. All-Out Tests. Entweder an einem Tag mit 30 Minuten Erholung dazwischen, oder an 3 aufeinander folgenden Tagen. Von dort aus kann man die Trainingszonen zwar nicht ganz genau, aber doch einigermaßen zuverlässig bestimmen.
Ziele:
-Ötztaler 2026 in unter 10 Stunden
-Gute Zeiten bei Jedermannrennen (Frankfurt-Eschborn, Rad Race 120, Münsterland-Giro, Cyclassics etc.)

Seit ~6 Wochen mache ich..
-1x lange Grundlagenfahrt am Wochenende (2-5h je nach Zeitbudget)
-1x allg. Grundlagen- oder Nüchtern- oder FatMax Einheit von ca. 1,5h
-1x Sweetspot Workout indoor, ca. 1h
-1x VO2max-Intervalle Indoor, ca. 1h
-1-2 mal Krafttraining im Fitness Center
Ich würde Dir empfehlen:
  • Im Winter kann man 2x KT machen, jetzt würde ich so langsam auf 1x reduzieren und dafür mehr auf dem Rad sitzen.
  • Wenn das Frühjahr weiter fortschreitet am WE nicht mehr unter 3h fahren und versuchen an beiden Tagen auf die Straße zu kommen
  • 2x Intensität ist gut, mehr bringt nicht mehr, sondern ermüdet nur zusätzlich (Ausnahme = Blocktraining). Es macht hier aber Sinn sich noch mehr mit der Periodisierung zu beschäftigen, zB im Frühjahr mehr HIT, Richtung Ötzi mehr MIT
Meine Stärken liegen eher in der Ausdauer auf Strecken deutlich über 100 km und dabei hohem Durchschnittstempo im Flachen. Bin schon mehrmals 300 km alleine in unter 10h gefahren. Meine relative Leistung in W/kg reicht aber eigentlich nicht für Sub-10h beim Ötzi, vermute ich. Ist eine Steigerung der FTP um 10% bis Ende August machbar, oder ist mein Trainingspensum dafür zu gering? Wie kann ich beurteilen, ob eine weitere Steigerung der Ausdauer oder ein stärkeres Training Schwellenleistung oder der Kraftausdauer mich am stärksten voran bringen würde? Würde eine Spiroergometrie darüber Aussagen machen?
Eine Leistungsdiagnostik mit Laktat und Spiro würde darüber Aussagen treffen lassen, ja. Wenn Du selbst sagst, dass Du eher schwer bist, wird sich da vermutlich einiges holen lassen. Hohes Volumen hilft für solche Events ganz gut, ja, aber nicht mit der Brechstange erhöhen.
Mehr als die Kennzahl FTP bringt Dir die Erkenntnis wieviel Watt Du über längere Zeiten aufrecht erhalten kannst. Du könntest zB im Training mal einen Test mit 3x30 Minuten fahren. Hierbei versuchst du eine möglichst hohe Wattzahl zu fahren, aber über alle 3 Intervalle konstant. Deine Kennzahl ist das Intervall mit den schlechtesten 30 Minuten.

Noch eine kurze Ergänzung: Eine Diagnostik macht alleine für die Ermittllung des Fatmax oder LT1 (oder beides) Sinn um hier gezielte Intervalle fahren zu können.
 
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Zunächst besten Dank für euren Input. Ist allein schon deswegen hilfreich, weil ich den Eindruck bekomme, dass mein Vorhaben machbar ist, und ich mir vielleicht sogar das Ziel setzen kann, möglichst weit unter 10h zu liegen (ich brauche immer harte Ziele für den Kopf ;))

  • Du planst mit zwei harten Einheiten pro Woche, eine davon soll "Schnell Fahren nach Gefühl" bzw. Gruppenfahrten sein. Ich schlage vor, als Standard-Programm mindestens zwei, wenn Du dich gut fühlst ab und zu auch drei Intervalleinheiten pro Woche zu machen und Gruppenfahrten aufs Wochenende zu legen und zum Beispiel die 5h GA ab und an durch eine 3h-Gruppenfahrt oder eine RTF zu ersetzen.
Ja, das bekomme ich hin. Je schöner das Wetter wird und umso länger die Tage werden, desto mehr Ausfahrten finden auch mit Freunden, Familie, Verein usw. statt. Ist manchmal schwer, dabei seine Trainingsziele zu verfolgen, aber ohne Sozialkontakte geht es im Leben auch nicht ;)

  • Zum Nüchtern-Training. Es gibt zwar in Studien Hinweise darauf, dass Training im Glycogen-reduzierten Zustand (Glycogen ist die Form, in der KH in Muskeln, Leber und Niere gespeichert werden) Signalwege triggert, die sich positiv auf die Form auswirken können. Nach einem kurzen Hype vor ~10-15 Jahren hat die Popularität dieser Trainingsform wegen der damit verbundenen Probleme (Auswirkungen auf die Trainingsqualität, verlängerte Regenerationszeit etc.) aber wieder stark nachgelassen. Ich würde es eher weglassen und auf die Qualität des Trainings achten.
Ich würde erstmal dabei bleiben. Vor 12 Uhr esse ich nie etwas, und wenn ich dann mal morgens eine Runde mache, fühle ich mich dabei und danach trotzdem fit und "auf der Höhe".

  • Zum Tirol-Urlaub. Eine echte Höhenakklimatisierung wirst Du im Rahmen eines "normalen" Urlaubs in der Regel nicht erreichen. Dazu wär ein längerer Aufenthalt in größerer Höhe erforderlich, z.B. mindestens zwei, besser drei Wochen in Kühtai. Trotzdem ist die Idee, Pässe zu fahren, gut, weil man da lernen kann, wie man sich die Leistung einteilen muss, erfährt, wie die Höhe wirkt und viele weitere nützliche Erfahrungen sammeln kann.
Ok, macht Sinn. Habe gehofft, dass allein der Aufenthalt in der Höhe positive Effekte bringt. Wenigstens als Placebo.. Mittlerweile sehe ich das "Üben der Passabfahrten" fast als wichtigsten Punkt. Auch wenn ich grundsätzlich ein guter und schneller Abfahrer bin (Gravitation + Motorradfahrer regelt), habe ich Respekt davor, in einer großen Gruppe einen Alpenpass runterzudüsen.

  • Zu Deiner Frage nach der Spiro. Wenn Du sowas noch nie gemacht hast, ist das sicher eine interessante Sache, die zusätzliche Einblicke liefern wird, z.B. über Substratnutzung, maximale Sauerstoffaufnahme, Wirkungsgrad usw. Unabhängig davon, ob Du Dich für eine Spiro entscheidest, solltest Du aber unbedingt versuchen, regelmäßig einen längeren FTP-Test (mindestens 40 min.) oder längere Intervalle (3*20 min. L4 oder 2*30 min.) zu fahren. Auch wenn das vielleicht zunächst nicht klappt und Du überpaced, ist das trotzdem eine gute Übung. Früher oder später wirst Du das hinbekommen, denn das haben viele andere vor Dir auch gelernt. Das, was Du dabei lernst, konstant pacen und ein Gefühl für die eigene Leistung zu bekommen, wird beim Ötzi helfen, Dir die Berge richtig einzuteilen. Außerdem hat ein FTP-Test (und das skizzierte Intervallprogramm) den Vorteil, dass man ihn wesentlich öfter durchführen kann, als eine Spiro, denn er kostet fast nichts (außer Überwindung) und liefert so regelmäßige Einblicke in die Formentwicklung.
Wenn es bei mir in der Umgebung eine Praxis (etc.) gäbe, die eine Spiroergometrie anbietet, hätte ich es wahrscheinlich allein aus Datensammelwut schon mal gemacht. Bei Gelegenheit nehme ich das im April in Angriff. Mit dem FTP Test habe ich echt Motivations- und Durchführungsprobleme. Auf der Rolle überhitze ich dabei trotzdem Ventilator recht schnell. Draußen sind zu viele externe Einflüsse und zusätzlich ist es recht schwierig für mich, eine bestimmte Leistung genau zu halten, sodass die Leistungskurve am Ende echt viele Spitzen und Täler enthält, obwohl ich xxx Watt anpeile.

Hast Du dich mal mit dem Thema CP Tests auseinander gesetzt?
Nee, noch nie gehört. Aber mach ich gleich.

Mehr als die Kennzahl FTP bringt Dir die Erkenntnis wieviel Watt Du über längere Zeiten aufrecht erhalten kannst. Du könntest zB im Training mal einen Test mit 3x30 Minuten fahren. Hierbei versuchst du eine möglichst hohe Wattzahl zu fahren, aber über alle 3 Intervalle konstant. Deine Kennzahl ist das Intervall mit den schlechtesten 30 Minuten.
Komisch ist, dass ich mich sehr, sehr schwer tun würde, meine "geschätzte" FTP (bin mir auf +/- 15 Watt sicher aufgrund der verschiedenen Tests der letzten Monate auf der Rolle) mehr als 15 Minuten zu fahren. Andererseits kann ich gefühlt ewig 85% davon fahren. Oder 8 bis 10 Minuten 115%, geht auch.

Ich versuche kurzfristig den DP Test zu machen.
 
Komisch ist, dass ich mich sehr, sehr schwer tun würde, meine "geschätzte" FTP (bin mir auf +/- 15 Watt sicher aufgrund der verschiedenen Tests der letzten Monate auf der Rolle) mehr als 15 Minuten zu fahren. Andererseits kann ich gefühlt ewig 85% davon fahren. Oder 8 bis 10 Minuten 115%, geht auch.

Ich versuche kurzfristig den DP Test zu machen.
Tust du dich schwer, wegen der mentalen Komponente, oder weil du glaubst, das physiologisch nicht länger als 15 Minuten fahren zu können?
Ist es letzteres, ist das vermutlich nicht deine Schwelle und du überschätzt diese.

Du solltest schon in der Lage sein, die Schwelle auch mindestens 30, gut wären 40, bis hin zu 60 Minuten fahren zu können.
 
Indoor schaffe ich es relativ sicher nicht länger als 20 Minuten wegen Überhitzung, Psyche und weil ich das Smartbike denn auch nicht so ergonomisch finde wie ein echtes Bike... Habe gerade in meine Strava Leistungen geschaut: Dort habe ich als "höchste Leistung über 30 Minuten" exakt meinen geschätzten FTP-Wert, allerdings sind da viel höhere Spitzen und auch Nullwerte enthalten. War halt ne Feierabendrunde draußen ... Grundsätzlich finde ich es ziemlich belastend, eine gleichbleibende Leistung lange zu fahren, so ganz ohne Varianz.
 
Komisch ist, dass ich mich sehr, sehr schwer tun würde, meine "geschätzte" FTP (bin mir auf +/- 15 Watt sicher aufgrund der verschiedenen Tests der letzten Monate auf der Rolle) mehr als 15 Minuten zu fahren.
Sicher geschätzte FTP in einem Bereich von 30 Watt aus den letzten Monaten.

So funktioniert das halt nicht. Fahr einen 20-Minuten-Test, dann hast Du was anständiges.
 
So ein CP Test hat gleich mehrere Vorteile:
  • du hast einen Anhaltspunkt fürs Training
  • bei Gruppenfahrten/Feierabendrunden hast du ein paar Werte im Kopf ob du die ein oder andere Spitze mitgehst
  • du übst das Pacing
  • auch ohne großen Trainingsverlust kann man einen CP Test gut in eine Trainingswoche integrieren
Befrei dich von dem Gedanken so ein Test müsse perfekt laufen - klar desto "perfekter" - desto plausibler die Werte; aber auch ein schlecht gefahrener CP Test gibt dir mehr Daten als ein kein gefahrener; außerdem ist es nur eine aktueller Stand Betrachtung - du wirst ihn noch häufiger fahren und besser werden im pacing.

Die Sub 10 halte ich für ein "hartes" Ziel - kann aber hinkommen; ich bin bei knappen 3,2w/kg mit ausgiebiger Erfahrung auf langen Strecken und im Gebirge; mit einem wesentlich höherem Jahresumfang und professionellem Coaching - und mein Zeitziel wäre sowas wie 9:59 😅 Dabei dürfte ich (wesentlich) leichter als du sein, und damit absolut weniger Watt verbrauchen und weniger Ernährungsprobleme bei so einer Fahrt am Limit haben.
Ich halte nichts davon Ziele abzublasen: so lange sie motivieren sind sie ja gut - lass dich davon aber nicht stressen.
 
Indoor schaffe ich es relativ sicher nicht länger als 20 Minuten wegen Überhitzung, Psyche und weil ich das Smartbike denn auch nicht so ergonomisch finde wie ein echtes Bike... Habe gerade in meine Strava Leistungen geschaut: Dort habe ich als "höchste Leistung über 30 Minuten" exakt meinen geschätzten FTP-Wert, allerdings sind da viel höhere Spitzen und auch Nullwerte enthalten. War halt ne Feierabendrunde draußen ... Grundsätzlich finde ich es ziemlich belastend, eine gleichbleibende Leistung lange zu fahren, so ganz ohne Varianz.
Beim Ötzi wirst Du mehr als 20 min. konstant fahren (müssen). Das geht an langen Anstiegen zwar ein bisschen einfacher, als im Flachen - üben würde ich das aber trotzdem vorher. Beim Ötzi ist es vor allem in St. Leonhard und im ersten Teil vom Timmelsjoch häufig sehr warm. Die negativen Auswirkungen der Überwärmung, die Du jetzt vom Indoor-Training kennst, können Dich als da wieder einholen - und das genau dann, wenn Du schon 170 km und 3500 Hm in den Beinen hast. Auch das spricht dafür, lange Intervalle Indoor zu trainieren. Wenn das nicht sofort perfekt klappt, taste Dich einfach langsam an längere Zeitdauern heran, fang z.B. mit 2*10 min. an, dann steigere auf 2*12 min., 3*10, 3*12, 2*20 min. usw.
 
Alles klar, nochmal danke für eure Anregungen. CP- oder FTP Test werde ich kurzfristig vernünftig machen.
Beim Ötzi ist es vor allem in St. Leonhard und im ersten Teil vom Timmelsjoch häufig sehr warm. Die negativen Auswirkungen der Überwärmung, die Du jetzt vom Indoor-Training kennst, können Dich als da wieder einholen
Draußen macht mir die Hitze wenig aus. Bin im Juli oft in der Toskana, kein Problem. Das Indoor-Training bringt mich anscheinend mental an meine Grenzen, wenn's hart wird. Dann ist die Hitze vielleicht plötzlich ein größeres Problem, als objektiv gerechtfertigt wäre; eines das ich draußen möglicherweise nur unterbewusst wahrnehme..
 
mhm, ich dachte man geht immer alles mit...🤔😂🤷🏼‍♂️
Taktik bei "Sozialen" Rides - ak "auf alle wird gewartet":
Ich lebe hier im hügeligen Gelände - in der Regel handelt es sich um 3-8Minuten Rampen....wenn ich unten in der Rampe, die ersten 30Sekunden sehe, dass Wattwerte gefahren werden, die ich nur ne Minute fahren könnte, nehm ich raus und fahre gemütlich hoch...da findet sich immer Gesellschaft; lieber starte ich dann ganz am Ende nochmal einen Überraschungsangriff 😂 - irgendwer zuckt dann schon 😁
 
Sicher geschätzte FTP in einem Bereich von 30 Watt aus den letzten Monaten.

So funktioniert das halt nicht. Fahr einen 20-Minuten-Test, dann hast Du was anständiges.
Ich komme mir ja vor wie eine Platte mit Sprung (aber FTP Tests sind halt nicht valide, ein singulärer 20' Test kommt dem Würfeln recht nahe - u.a. Burnley et al 2016 u 2019, Leo et al 2021, Black et al 2015 u 2016, Kordi 2018, Sitko 2025) - nicht böse gemeint, sondern eher entschuldigend, dass ich es schon wieder erwähne. Wenn, dann ein paar CP-Tests und diese ins Verhältnis setzen, z. B. 3', 8', 12'. Bei Belastungsdauern über 15' spielen Einflüsse wie Motivation, Belatungsmanagement, aber auch Glykogenerschöpfung eine immer größere Rolle.
 
Ich komme mir ja vor wie eine Platte mit Sprung (aber FTP Tests sind halt nicht valide, ein singulärer 20' Test kommt dem Würfeln recht nahe (...).
Wenn er 15 Minuten schafft und sich irgendwie noch durch zusätzliche fünf Minuten quälen kann, würde zumindest ein brauchbarer Wert herauskommen, mit dem er vorerst wird arbeiten können. Den Wert könnte er dann mal über 40 Minuten probieren.
 
Wenn er 15 Minuten schafft und sich irgendwie noch durch zusätzliche fünf Minuten quälen kann, würde zumindest ein brauchbarer Wert herauskommen, mit dem er vorerst wird arbeiten können. Den Wert könnte er dann mal über 40 Minuten probieren.
Kürzere (und dafür über mehrere) Tests bringen brauchbare Ergebnisse. Da gab es in den letzten Jahren ein paar Studien zu. Der 20' Wert ist nahezu nutzlos. In den Studien fanden sich Abweichungen bis zu 15% zum CP. Dieser wiederrum ist einigermaßen genau am MaxLass.
 
Auch testen will geübt werden, bzw. wer 8, 15, 20 oder gar 40..60 Minuten mal als Intervalle fährt, der kann daraus, wie er sich dabei fühlt, was der Puls so treibt, schon allein ne Menge über seinen Status ableiten, bzw. die Entwicklung. Dazu bedarf's noch nichtmal unbedingt AllOuts. Auch irgendwas mit 90% gefahren, kann mir anzeigen, ob ich fitter geworden bin.

Das Problem ist, das mancher sich alle paar Jubelwochen mal mit irgendeinem Protokoll testet - am besten noch immer mal ein anderes - und dann allein schon mit der richtigen Pace, bzw. der mentalen Komponente Probleme hat.

Daher find ich die 20-Minuten-Klasse auch so nice, egal ob als 2x20 oder als Test gefahren. Egal, ob mancher meint, daraus keine fremde FTP rauslesen zu können - wenn man sich selbst kennt, kann man sie daraus jederzeit mit dem passenden(!) Quotienten herleiten. Und wer's nicht will, der erfreut sich einfach nur daran, dass die Leistung gestiegen ist. Auch was wert.
 
Draußen macht mir die Hitze wenig aus. Bin im Juli oft in der Toskana, kein Problem. Das Indoor-Training bringt mich anscheinend mental an meine Grenzen, wenn's hart wird. Dann ist die Hitze vielleicht plötzlich ein größeres Problem, als objektiv gerechtfertigt wäre; eines das ich draußen möglicherweise nur unterbewusst wahrnehme..
Dass Indoor Training mental als sehr fordernd empfunden wird, geht den meisten Menschen, die das probieren, sehr ähnlich - hat bei mir auch gedauert, bis ich mich dran gewöhnt habe. Auch die für Indoor-Training nötige mentale Komponente, insbesondere um mit der Eintönigkeit umzugehen, kann man lernen und sich entsprechende Techniken aneignen. Davon wird man mEn auch Outdoor profitieren, denn auch beim Ötzi gibt es Phasen haben, wo man mit sich und der Erschöpfung allein ist.
 
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