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Campagnolo Zonda selbst schmieren??

Rennradkatze

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Hallo Leute,

ich hätte da mal 'ne Frage. Kann ich meine Zondas mit meiner Fettpresse nachschmieren, ohne sie auseinander nehmen zu müssen :confused:.
Naben sind Chorus 11-fach.

Habe auf meinem jetzigen Zweitrad Sciroccos drauf, die kann ich durch eine kleine Öffnung mit dem speziellen Kugellagerfett abschmieren.

Danke schon mal für einen Tipp :daumen:
 

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Re: Campagnolo Zonda selbst schmieren??
AW: Campagnolo Zonda selbst schmieren??

Hallo Rennradkatze,

Zondas haben Zonda-Naben und keine Chorus-Naben, was aber, soweit es das Innenleben betrifft, keinen Unterschied macht. ;)

Zondas haben meines Wissens in keinem Baujahr (bei 8fach bin ich nicht sicher) ein Abschmierloch, durch das man Fett einpressen könnte, aber du kannst das selbst prüfen, indem du schaust, ob um die Mitte der Nabenkörper ein silberner Ring gespannt ist. Wenn ja, dann kann man vorsichtig wegschieben. Darunter müßte dann ein zum Abschmierloch zu sehen sein.

Ansonsten ist das Nach- bzw. Neuschmieren bei Campa-Naben sowas von einfach, daß ich gerne auf die Sauerei, die man in der Nabe mit dem Abschmieren schafft, verzicheten kann.

Brauchst du Hilfe?

Viele Grüße
Franz
 
AW: Campagnolo Zonda selbst schmieren??

Hallo Franz,

vielen Dank für Dein Angebot.:daumen: Die Naben haben dieses Loch nicht - kenne ich aber.
Hilfe oder Tipps zum Nachschmieren der Zondas werden natürlich gerne entgegengenommen.
Ich bin kein begnadeter Schrauber, sondern versuche nur das eine oder andere selbst zu machen, um mein gutes Stück in Ordnung zu halten.
Und dazu gehört natürlich auch das regelmäßige Ab-/Nachschmieren der Naben. Bei den Scirocco-Felgen gab es jeweils seitlich eine winzige Öffnung, durch die man mit der Presse das Fett hineinbekam. Aber bei Zondas habe ich das leider nicht gefunden.:(

Danke schonmal im Voraus für Deine Infos. :)

Dieter
 
AW: Campagnolo Zonda selbst schmieren??

Die naben lassen sich ziemlich einfach komplett zerlegen und dann gut schmieren. von aussen geht das aber nicht. in der betriebsanleitung steht eine explosionszeichnung anhand derer halbwegs begabte schrauber mit normalem werkzeug die narben zerlegen kann.
explosionszeichnung kann man sich alternativ auch bei www.campagnolo.com runterladen.
 
AW: Campagnolo Zonda selbst schmieren??

Brauchst du Hilfe?

@Franz: Nachdem ich Deine anderen Bastelanleitungen schon (nur aus Interesse :D) mit Begeisterung gelesen habe, fände ich es als Zonda-Schmieren-Wollender super, wenn Du den einfachen Weg kurz beschreiben könntest! (Anleitung geht ja auch, aber das ist schon einfacher so...)

1. Wie kriege ich das alte Fett am besten raus? Muss das unbedingt raus?
2. Wo kaufe ich mir welches Fett, das für die Zondas geeignet ist? Am besten übers Internet?
3. Nach wievielen Kilometern empfiehlt sich das Nachfetten (5000?)?

Grüße
Markus
 
AW: Campagnolo Zonda selbst schmieren??

Hallo Dieter, hallo Markus,

ob ich sowas schreiben kann (oder will) wie bei den STIs, kann ich noch nicht sagen, denn das ist ein wenig aufwendig und zudem gar nicht so nötig, weil die Campa-Naben wirklich recht einfach zu warten sind. Aber ich schreib gerne etwas dazu dieser Tage, nur wann, kann ich noch nicht sagen. Was euch aber neben der Campa-Website eventuell auch noch interessieren könnte, ist ein Youtube-Video, das zeigt, wie man solchen Naben komplett - inklusive Lagerschalen - zerlegt und wieder zusammenbaut:

[YT="Campagnolo Shamal, Eurus, Zonda, Hyperon, Bora, Neutron 2006 / 2009 - Complete hub overhaul"]xM9SiZVYe_g[/YT]

Die in diesem Video gezeigten Schritte gelten für alle Campa-Oversize-Naben, wie sie mit Record und Chorus 1999 eingeführt wurden (ab 2000 kann man sagen: alle kugelgelagerten Campa-Naben - im Gegensatz zu den industriegelagerten).

Bis die Tage
Franz
 
AW: Campagnolo Zonda selbst schmieren??

@Franz

Super, vielen Dank! Das Video ist sehr hilfreich, finde ich. Nimmt ein bisschen die Hemmungen vor dem ersten Versuch... Braucht man denn die Werkzeuge bei 1'17'' und 1'39'' tatsächlich, oder kann man sich da auch anders behelfen?

Bitte mache Dir keinen Stress mit der Anleitung, ich denke, es geht so ja auch...

Markus

PS: Kann es sein, dass die im Video vergessen zu fetten? gg Kleiner Scherz.
 
AW: Campagnolo Zonda selbst schmieren??

Braucht man denn die Werkzeuge bei 1'17'' und 1'39'' tatsächlich, oder kann man sich da auch anders behelfen?


nein, brauchst du nicht. damit werden die eingepressten lagerschalen aus dem nabenkörper geschlagen. die kannst du aber drin lassen, die müssen erst raus wenn die verschlissen sind (worauf du bei campa aber lange warten kannst).

ich kanns auch nur empfehlen die wartung selbst zu machen, campa naben sind von innen ein wunderschöner anblick.
und wirklich seeeeehr einfach zu zerlegen und zusammenzubauen.
auch das einstellen der lager benötigt kein fingerspitzengefühl und kann im eingebauten zustand von hand gemacht werden.
 
AW: Campagnolo Zonda selbst schmieren??

Ergänzung zum Campa-Video

Das Austreib- und das Einpreßwerkzeug braucht man tatsächlich nicht, da gebe ich Flanschbob recht, aber tolle Werkzeuge sind das auf alle Fälle, und ich bin nach wie vor sehr froh, daß ich sie mir zugelegt hab.

Gut, aber nochmal zurück zu den Fragen:

1. Wie kriege ich das alte Fett am besten raus? Muss das unbedingt raus?
Keine Frage, es soll raus. Du zerlegst die Nabe, wie gezeigt, und wischt mit einem fusselfreien Lappen oder ein paar Blättern einer Küchenrolle das alte Fett weg. Sobald der gröbste Schmutz ab ist, reinigst du die Einzelteile mit einer geeigneten Flüssigkeit. Weil mein aus meiner Zeit als Zippo-Träger stammender Vorrat an Feuerzeugbenzin nach wie vor besteht, verwende ich eben Feuerzeugbenzin, mit dem ich vor allem die Kugeln sowie die Laufflächen an den Konen und Lagerschalen, aber auch die anderen Teile reinige, wobei erneut die Haushaltrolle zum Einsatz kommt. Damit ich die Kugeln samt Ring wirklich sauber bekomme, drücke ich sie vorsichtig aus dem Ring und achte dabei darauf, daß sie mir nicht sonst wohin hüpfen (was sie, sobald sie ein Lüftchen Freiheit wittern, gerne tun).

Bei matten oder angelaufenen Kugeln sollte der betreffende Kugelring dringend gegen einen neuen ersetzt werden.

2. Wo kaufe ich mir welches Fett, das für die Zondas geeignet ist? Am besten übers Internet?

Es gibt vermutlich unzählige geeignete Fette. Am offensichtlichsten zu verwenden ist das Originalfett von Campa, was allerdings preislich ein wenig aus dem Rahmen des Üblichen fällt. Ich selber verwende derzeit Galli-Kugellagerfett, hab aber auch gute Erfahrungen mit Hanseline... da saust die Maschine und Castrol LM.

3. Nach wievielen Kilometern empfiehlt sich das Nachfetten (5000?)?

Ich mach' das üblicherweise frei Schnauze. Ab und zu und vor allem nach Regen- oder Schmutzfahrten fühle ich zwischendrin aber den Lauf der Lager und erneuere die Schmierung, wenn ich meine, etwas zu erfühlen.

Zwei Anmerkungen zur Lagerwartung habe ich aber noch:

- Die Membrandichtringe
Wenn man sich zum ersten Mal an die Wartung einer solchen Campa-Nabe macht, sollte man mit einem der Dichtringe einmal eine Trockenübung machen, bevor man versucht den Dichtring in gefettete Lagerschale mit dem gefetteten Kugelring einzusetzen, denn sonst macht man's vielleicht falsch, weil man nichts mehr sieht und nichts genaues weiß.

Also, die Lagerschalen haben am obersten Rand, genau da, wo man den Dichtring einsetzt bzw. eindrückt - ja, er wird in die Lagerschale eingedrückt und sitzt, wenn alles richtig ist, dort gerade und auch fest -, über die gesamte Rundung eine klein wenig dünnere Wand, quasi eine kleine Stufe. Wie gesagt, genau da drückt man den Membrandichtring ein und das kann man am besten ausprobieren, wenn der Kugelring nicht eingelegt und das neue Fett noch nicht aufgetragen ist.

Falsch ist es auf alle Fälle, die Dichtringe einfach nur einzulegen oder sie in einer nicht geraden Lage zu belassen, denn so kommt garantiert Schmutz in das Lager.

- Die Lager im Freilaufkörper
Um an die beiden Industrielager im Freilaufkörper bzw. an deren Schmierung heranzukommen, muß man den Freilaufköper zunächst von der Achse nehmen. Dazu schraubt man die Achsabschlußmutter, welche ein Linksgewinde hat, auf der Freilaufseite mit einem 17er Schlüssel auf und hält dabei mit dem im Video gezeigten Inbusschlüssel, der auf der Freilaufseite in die Achse gesteckt wird, die Achse in Position (am besten steckt dabei die Achse im Nabenkörper).

Danach kann man den Freilauf einfach abnehmen, allerdings muß man neuere Freilaufkörper (Bora-Variante) leicht verdrehen, damit man sie von der Achse ziehen kann.

Anmerkung: Ältere Freilaufköper der höherwertigen Naben hatten, ich glaube, bis 2006 eine Abschmierbohrung in der Profilwand. Diese Öffnung ist mit einer Inbusschraube gegen Verschmutzung gesichert, was bedeutet, daß man die Schraube herausschrauben muß, wenn man durch diese Öffnung neues Fett einpressen möchte (nachher gehört sie selbstverständlich wieder reingeschraubt, die Schraube).

Der Freilaufkörper enthält, wie gesagt, zwei Industrielager, welche nach außen gedichtet, nach innen jedoch ungedichtet sind. Das eine Lager befindet sich auf der zum Nabenkörper gerichteten Seite des Freilaufs, das andere am äußeren Ende. Zwischen beiden Lagern befindet sich ein kurzer Metallzylinder, dessen beide Enden auf den Lagern aufliegen. Der Raum zwischen der Zylinderwand und der Wand des Freilaufkörpers ist mit Fett gefüllt, wodurch die Industrielager von innen nachgefettet werden. Das äußere dieser Industrielager kann im Notfall übrigens relativ einfach ersetzt werden, das innere hingegen ist durch einen Sicherungsring, der in einer durchgehenden Nut auf der Innenseite der Freilaufwand verläuft, gesichert und kann nicht ohne Entfernen dieses Rings ausgebaut werden.

Anmerkung: Leider habe ich bisher keine Technik gefunden, mit der ich den Sicherungsring ausbauen kann. An diesem Thema arbeite ich von Zeit zu Zeit... bisher eben ohne Erfolg.

Da nun aber auch das Fett im Freilaufkörper verschmutzen oder durch falsche Behandlung, beispielsweise durch Verwendung scharfer Reinigungsmittel zum Putzen einer montierten Kassette, ausgewaschen werden kann, sollte man es von Zeit zu Zeit erneuern, denn ohne ausreichende Schmierung gehen sonst selbst die besten Industrielager irgendwann kaputt. Das Nachfetten ist durchaus auch ohne Abschmieröffnung möglich und gar nicht besonders schwer, allerdings ist's ein bisserl eine Sauerei. Es geht so: Man drückt mit einem Finger oder einem Werkzeug den Metallzylinder im Freilaufkörper in eine schräge Lage (soviel Spiel hat er). Dadurch entstehen auf der Innen- wie auch auf der Außenseite des Freilaufs Schlitze, durch die man Fett einpressen bzw. durch die altes Fett ausgedrückt werden kann. Ich verwende zum Einpressen an dieser Stelle, aber eigentlich für alle Schmierungen an Naben eine ganz normale Einwegspritze aus der Apotheke.

So, das war's glaub ich, oder hab ich etwas vergessen?

Viele Grüße
Franz

P.S. Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie nicht behalten, sondern soll sie mir (am liebsten per PN) melden. Ich werde dann nach einem Weg suchen, sie zu korrigieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Campagnolo Zonda selbst schmieren??

Mensch Franz, ist doch keine Raketentechnik. Für Campa-Lager braucht man doch keinen Roman.;)

Ich brauch nich man das Reinigungsbenzin. Die Küchenrolle + Fett + Inbusschlüssel und fertich ist die Laube.

Ich mache das alle 1-2 Jahre bei viel gefahrenen LRs, bei Schönwetter-Teilen ohne Mistwettereinsätze muss mann sehr selten ran. Man merkt ja auch ob die Lager noch weich laufen.
 
AW: Campagnolo Zonda selbst schmieren??

Hi Max,

da hast du schon recht, aber du weißt ja nicht, wie manche Naben ausgesehen haben, die mir in die Finger gekommen sind.

Grüße von mir rauf zu dir
Franz

Hallo Franz
ich besitze ja auch nen LRS mit Record Overzised Naben von 2007.Kann ich von aussen,also durch drehen,merken ob die Lager im Freilauf gewartet werden müssen,und woran erkenne ich das die hinüber sind?Und falls die mal hinüber sein sollten,kann man die gegen Handelelsübliche tauschen?
 
AW: Campagnolo Zonda selbst schmieren??

Hi Phono,

ich kann von außen nicht erkennen, wie's um die Lager im Freilauf steht, aber vielleicht kann man es.

Das ist aber eigentlich egal, denn der Freilauf ist ja mit ein paar Handgriffen abgebaut und dann kann man mit einem Finger fühlen, wie sanft/rau die Lager laufen. Daß eines hinüber ist, merkt man, wenn es rau läuft oder eindeutig ein Spiel hat (auf Dauer wackelt dann der Freilauf).

Das äußere Lager kannst du problemlos gegen irgendein handelsübliches Lager austauschen, das innere nur dann, wenn du einen Weg findest, wie du es ausbaust (das würde ich dann auch gerne wissen). Beim Tausch mußt du ggf. die jeweils ins Innere der Freilaufs gerichtete Lagerdichtung entfernen.

Viele Grüße
Franz
 
AW: Campagnolo Zonda selbst schmieren??

Hatte denn schon jemand ein kaputtes inneres Campa Freilauf-Lager? Ich denke die gehen ja auch nicht so schnell kaputt, da man ja nicht ständig im Leerlauf unterwegs ist (zumindest nicht bei uns im flachen Norden)
 
AW: Campagnolo Zonda selbst schmieren??

@Franz

Super, vielen Dank dür die ausführlichen Informationen! Ich werde mich an einem kalten Wintertag dann mal ans Nachfetten machen :D
 
AW: Campagnolo Zonda selbst schmieren??

Hallo Max,

ja, hab/hatte ich. Zwar nicht bei einem der Laufräder bzw. Naben, die ich neu gekauft habe, aber bei solchen, die bei gebrauchten Laufrädern (z.B. Zonda Bj. 2008) dabei waren.

Ob die kaputt gehen oder nicht, hat meiner Meinung nach mehr etwas damit zu tun, wie man Ritzel putzt und ob dabei Fett ausgewaschen wird.

Viele Grüße
Franz
 
AW: Campagnolo Zonda selbst schmieren??

Ich nehme das Ritzelpaket zum putzen meist runter vom Freilauf, das sollte wohl narrensicher sein.

Was machen Deine Nukleons aus HAN eigentlich?
 
AW: Campagnolo Zonda selbst schmieren??

Hallo Franz und alle anderen hilfreichen Forumskollegen,

vielen Dank für die tollen Infos. Jetzt gehe ich da auch mal mit aller Seelenruhe dran und probiere das über den Winter.
Nimmt einem auf jeden Fall den Respekt vor solchen Sachen.:bier:
 
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