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Seltene Franzosen – jenseits von Peugeot und Co. – Infosammelthread

Eine kleine Zeitreise mit diesem Liberia aus den 1950er Jahren.

Wahrscheinlich um 1955 gebaut und einige Jahre später neu lackiert, mit dem Design der Fahrräder des Profiteams aus den späten 1950er Jahren, das nach dem Sieg von Henri Anglade bei der Tour 1959 in Mode kam.

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Wie ist denn das Schaltwerk am Ausfallende befestigt?
 

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Re: Seltene Franzosen – jenseits von Peugeot und Co. – Infosammelthread
Wie ist denn das Schaltwerk am Ausfallende befestigt?
Direkt eingeschraubt.

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O.k., vielen Dank !
Meiner Kenntnis nach war Simplex in den 30er bis 50er Jahren ein sehr innovativer Hersteller von Fahrradteilen (vor allem bei der Schaltung) mit hervorragender Marktposition.
In den 60er Jahren verspielten sie diese Rolle jedoch teilweise durch die Fertigung bestimmter Teile aus dem Kunststoff "Delrin" und weil die Konkurrenz auch nicht schlief.
In den 70ern konnten sie ihre Marktanteile teilweise wieder aufholen, gingen in den 80er Jahren aufgrund der immer stärker werdenden Dominanz aus Japan (und dem Konkurrenzkampf von Shimano, SunTour und Campagnolo) dann aber nach und nach unter.
Wann genau Simplex die Fertigung einstellte (ich nehme an in den 90er Jahren), ist mir (aus dem Gedächtnis) nicht bekannt.
Dem Hersteller Huret erging es im Grunde genommen ähnlich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Meiner Kenntnis nach war Simplex in den 30er bis 50er Jahren ein sehr innovativer Hersteller von Fahrradteilen (vor allem bei der Schaltung) mit hervorragender Marktposition.
In den 60er Jahren verspielten sie diese Rolle jedoch teilweise durch die Fertigung bestimmter Teile aus dem Kunststoff "Delrin" und weil die Konkurrenz auch nicht schlief.
In den 70ern konnten sie ihre Marktanteile teilweise wieder aufholen, gingen in den 80er Jahren aufgrund der immer stärker werden Dominanz aus Japan (und dem Konkurrenzkampf von Shimano, SunTour und Campagnolo) dann aber nach und nach unter.
Wann genau Simplex die Fertigung einstellte (ich nehme an in den 90er Jahren), ist mir (aus dem Gedächtnis) nicht bekannt.
Dem Hersteller Huret erging es im Grunde genommen ähnlich.
...wobei Huret, unter totaler Verkennung der Marktsituation, hochnäsig und eigensinnig einen eigenen Schaltaugenstandard am Markt etablieren wollte, und das zu Zeiten als Campagnolo hier schon längst das Maß der Dinge darstellte. Viel zu spät ruderte man zurück, dann warf Sachs sein begehrliches Auge auf Huret. Sachs wurde von Sram geschluckt und so ist wenigstens etwas "Genmaterial" von Huret übriggeblieben...!
 
die 90er :rolleyes: Nicht zu unterschlagen, Sinnvoll oder eben -los. Der (Alb-)Traum des Radelns: Grip Shift :D
Ich persönlich fand Grip Shift in den 90er Jahren (am MTB) genial (und fuhr die auch in der 8-fach Version an meinem Breezer).
Aber ja, diese Schaltgriffe waren nicht jedermann's Sache.
 

Vielen Dank an @Andreas P. für seine detaillierten und bebilderten Erklärungen zur Montage des Schaltwerks.

Ein paar Details zur Geschichte dieses Fahrrads, das ich letzten Frühling selbst restauriert habe. Ich fand es auf Le Bon Coin (einer französischen Kleinanzeigen-Website). Es gehörte dem Onkel des Verkäufers (Jahrgang 1947) und wurde Ende der 1960er-Jahre während seines Studiums benutzt. Danach wurde es über 50 Jahre lang sorgfältig auf dem Dachboden gelagert.
Also war es beim Kauf in gutem Zustand, abgesehen von den abgenutzten Bremshebelgummis, dem Lenkerband und den Zughüllen.

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Der Rahmen ist gut verarbeitet und besteht aus Nervex-Muffen der Leichtbau-Serie.
Wie @Andreas P. bereits erwähnte, handelt es sich bei den Ausfallenden um Simplex Tour de France.

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Sie sind mit zwei Nummern graviert, die den Rahmen identifizieren: Die erste, 57937, entspricht der fortlaufenden Nummerierung des Herstellers und ist der eines Fahrrads aus dem Tonton Vélo-Forum (57820) sehr ähnlich:
https://forum.tontonvelo.com/viewtopic.php?p=41187#p41187

Diese beiden Rahmen weisen viele Gemeinsamkeiten auf: Geometrie, Lackierung, markenspezifische Gabelkrone und Verchromung.
Es gibt einige kleinere Unterschiede: Der BH-Rahmen besitzt verchromte Nervex Professional-Muffen und geschmiedete Simplex Competition-Ausfallenden mit gefräster Oberfläche, was auf ein höherwertiges Modell hindeutet. Der hier gezeigte Rahmen hingegen hat Tour de France-Ausfallenden, die dünner sind und keine gefräste Oberfläche aufweisen.

Der Preisunterschied zwischen diesen beiden Modellen war beträchtlich: In der Preisliste von 1953/54 kostete das Paar Tour-de-France-Ausfallenden (Art.-Nr. 880) 284 FRF, das Paar Competition-Ausfallenden (Art.-Nr. 934) hingegen 773 FRF – fast dreimal so viel!
Simplex - Tarif Pièces Détachées No 18 1953-1954

Die genaue Datierung der Rahmenkonstruktion ist nicht bekannt, doch aufgrund der Geometrie und der verwendeten Komponenten erscheint die erste Hälfte der 1950er-Jahre realistisch.

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Die zweite eingravierte Zahl am hinteren und rechten vorderen Ausfallende ist die 12. Dies deutet auf einen weiteren Werkstattbesuch hin, vermutlich zum Lackieren und möglicherweise für eine Reparatur.

Ich vermute, dass damals neue Simplex-Schaltwerke der späten 1950er-Jahre mit dem dekorativen Lorbeerkranz und der weißen Kunststoff-Endkappe für den Umwerfer montiert wurden.

Die übrige Ausstattung dürfte original sein: Idéale 58 Cyclocross-Sattel, AVA-Vorbau, Stronlight 49D Kurbelgarnitur mit LV 45 2 und 48 2 Kettenblättern, Lyotard-Pedale.
Das Vorderrad hat eine Mavic-Felge (Longhi-Lizenz) auf einer Maxi-Car-Nabe mit Vollflanschen und Hohlachse mit Simplex-Schnellspanner, die, wenn ich mich nicht irre, Mitte der 1950er-Jahre aufkam.
Schade, dass das Hinterrad nicht dazu passt; es wurde durch eine gängige Felge aus den späten 1960er-Jahren ersetzt. Es dürfte wohl ein Glücksfall sein, ein identisches Hinterrad zu finden!

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Zur Erinnerung: Libéria war ein kleines Unternehmen, das Fahrräder und Mopeds herstellte und 1918 in Grenoble gegründet wurde. In den 1950er-Jahren beschäftigte es rund 50 Mitarbeiter. Um die Krise der Branche Ende der 1950er-Jahre zu überwinden, gründete das Unternehmen 1956 ein eigenes Profi-Radteam, das zweimal das Critérium du Dauphiné gewann. In den Anfangsjahren, insbesondere 1959, wurde das Team von Henri Anglade, dem späteren Tour-de-France-Sieger, angeführt.

Hier ist ein Bericht zu dieser Etappe (leider nur auf Französisch):
https://www.ina.fr/ina-eclaire-actu/video/caf97501626/tour-de-france-13eme-etape-albi-aurillac

Ich habe diese Etappe gewählt, weil sie über kleine Straßen führt, die ich gut kenne. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass die Tour de France damals dort entlangführte – so eng sind sie!

Wenn man sieht, wie sich die Fahrer an den steilsten Anstiegen abmühen, sollte man sich mal die Übersetzung vor Augen führen…

Mein Fahrradrahmen wurde neu lackiert, nicht in den offiziellen Farben Rot und Blau, sondern in Gelb und Weiß. Der Markenname prangt in winzigen schwarzen Buchstaben auf dem Unterrohr und den Kettenstreben.

Ein einzelner, teilweise verblasster Aufkleber mit dem Markenlogo befindet sich in der Mitte des Sitzrohrs.

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Nichts am Steuerrohr, keine Embleme, keine Hinweise auf die Rohre an Rahmen oder Gabel.

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Obwohl dieses Fahrrad modifiziert wurde, wurde sein ursprünglicher Charakter bewahrt. Wir können uns bei seinem letzten Besitzer bedanken, der es während seiner Studienzeit unverändert nutzte und anschließend sorgsam auf einem Dachboden lagerte. Dadurch ist es heute so gut erhalten, trotz eines vermutlich recht aktiven ersten Lebens, wie der deutliche Verschleiß am Sattel zeigt, dessen Leder noch relativ geschmeidig ist.
 
...wobei Huret, unter totaler Verkennung der Marktsituation, hochnäsig und eigensinnig einen eigenen Schaltaugenstandard am Markt etablieren wollte, und das zu Zeiten als Campagnolo hier schon längst das Maß der Dinge darstellte. Viel zu spät ruderte man zurück, dann warf Sachs sein begehrliches Auge auf Huret. Sachs wurde von Sram geschluckt und so ist wenigstens etwas "Genmaterial" von Huret übriggeblieben...!

Ein bisschen hart, nicht wahr?
Vor allem, wenn man das Ergebnis des Spiels schon kennt! ;)

In allen wachsenden Branchen mit starkem Wettbewerb versucht jeder Herausforderer, seinen eigenen Standard durchzusetzen.
 
Ein paar Worte zu diesem wenig bekannten Handwerker.

Nach einer ersten Laufbahn als Mechaniker bei der französischen Luftwaffe begann Albert Chiron 1975 im Alter von 45 Jahren seine Karriere als Fahrradbauer. Bis 1992 arbeitete er in seiner Werkstatt in Poitiers, auf halbem Weg zwischen Paris und Bordeaux, und fertigte etwa vierzig Fahrräder pro Jahr, hauptsächlich Rennräder, vor allem aber Tourenräder. Seine Kunden kamen aus der Region Poitou, wo auch sein Kollege Marcel Dejouannet tätig war. Die Qualität seiner Arbeit wurde unter Tourenradfahrern schnell anerkannt; eines seiner Fahrräder gewann vor einigen Jahren sogar einen Preis bei einem Restaurierungswettbewerb in den USA.

Ich kaufte dieses spezielle Fahrrad von einem Freund des Erstbesitzers, einem begeisterten Tourenradfahrer, wie die scheinbar zusammengewürfelte Ausrüstung beweist. Obwohl sie auf den ersten Blick nicht zusammenpasst, war sie tatsächlich Spitzenklasse für einen erfahrenen Fahrer jener Zeit.

Der Rahmen besteht aus klassischem Reynolds 531 Stahl mit formschönen Bocama-Muffen. Die abfallende Gabelkrone ist mit eleganten, spitz zulaufenden Verstärkungen versteift, die an Cattaneos Stil erinnern.

Das Rad ist lediglich mit dem ebenfalls von A. Chiron gefertigten Frontgepäckträger ausgestattet, an dem der Bremszuganschlag angelötet ist.

Die Ausfallenden, hinten vertikal, stammen wie der Steuersatz aus Shimanos Dura-Ace-Serie.
Die MAFAC-Auslegerbremsen sind auf gelöteten Auflageflächen montiert..
Der Antrieb besteht aus einer klassischen TA Pro Dreifach-Kurbelgarnitur mit Stronglight-Innenlager, das über eine Titanachse und gedichtete Lager verfügt.
Der Huret Jubilee Umwerfer ist an einer kleinen, seitlich am Sitzrohr angelöteten Halterung und an einem zweiten Punkt an einer dahinter angelöteten Gewindestange befestigt: maximale Steifigkeit.

Hinten ist ein Campagnolo Rally-Schaltwerk verbaut, das deutlich robuster ist als das Huret Jubilee mit langem Käfig, welches unter Tourenfahrern als anfällig gilt.

Die originalen Laufräder (Mavic 36-Loch-Felgen und -Naben) wurden kürzlich durch Super Champion Gentleman-Laufräder mit zeitgenössischen 32-Loch-Campagnolo Record-Naben ersetzt.

Der originale 3ttt-Lenker und -Vorbau wurden ebenfalls kürzlich durch Cinelli-Pendants ersetzt, um einen Dejouannet-Gepäckträger montieren zu können, der nur mit einer Cinelli-Vorbauschraube mit Lasche kompatibel ist.

Der Sattel ist ein modifizierter Idéale mit sehr schlankem Profil und hervorragendem Komfort.

Die Beleuchtung ist bis auf die Glühbirnen original; diese wurden durch LEDs ersetzt.

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Ein paar Worte zu diesem wenig bekannten Handwerker.

Nach einer ersten Laufbahn als Mechaniker bei der französischen Luftwaffe begann Albert Chiron 1975 im Alter von 45 Jahren seine Karriere als Fahrradbauer. Bis 1992 arbeitete er in seiner Werkstatt in Poitiers, auf halbem Weg zwischen Paris und Bordeaux, und fertigte etwa vierzig Fahrräder pro Jahr, hauptsächlich Rennräder, vor allem aber Tourenräder. Seine Kunden kamen aus der Region Poitou, wo auch sein Kollege Marcel Dejouannet tätig war. Die Qualität seiner Arbeit wurde unter Tourenradfahrern schnell anerkannt; eines seiner Fahrräder gewann vor einigen Jahren sogar einen Preis bei einem Restaurierungswettbewerb in den USA.

Ich kaufte dieses spezielle Fahrrad von einem Freund des Erstbesitzers, einem begeisterten Tourenradfahrer, wie die scheinbar zusammengewürfelte Ausrüstung beweist. Obwohl sie auf den ersten Blick nicht zusammenpasst, war sie tatsächlich Spitzenklasse für einen erfahrenen Fahrer jener Zeit.

Der Rahmen besteht aus klassischem Reynolds 531 Stahl mit formschönen Bocama-Muffen. Die abfallende Gabelkrone ist mit eleganten, spitz zulaufenden Verstärkungen versteift, die an Cattaneos Stil erinnern.

Das Rad ist lediglich mit dem ebenfalls von A. Chiron gefertigten Frontgepäckträger ausgestattet, an dem der Bremszuganschlag angelötet ist.

Die Ausfallenden, hinten vertikal, stammen wie der Steuersatz aus Shimanos Dura-Ace-Serie.
Die Mafac Cantilever-Bremsen sind am Oberrohr montiert.
Der Antrieb besteht aus einer klassischen TA Pro Dreifach-Kurbelgarnitur mit Stronglight-Innenlager, das über eine Titanachse und gedichtete Lager verfügt.
Der Huret Jubilee Umwerfer ist an einer kleinen, seitlich am Sitzrohr angelöteten Halterung und an einem zweiten Punkt an einer dahinter angelöteten Gewindestange befestigt: maximale Steifigkeit.

Hinten ist ein Campagnolo Rally-Schaltwerk verbaut, das deutlich robuster ist als das Huret Jubilee mit langem Käfig, welches unter Tourenfahrern als anfällig gilt.

Die originalen Laufräder (Mavic 36-Loch-Felgen und -Naben) wurden kürzlich durch Super Champion Gentleman-Laufräder mit zeitgenössischen 32-Loch-Campagnolo Record-Naben ersetzt.

Der originale 3ttt-Lenker und -Vorbau wurden ebenfalls kürzlich durch Cinelli-Pendants ersetzt, um einen Dejouannet-Gepäckträger montieren zu können, der nur mit einer Cinelli-Vorbauschraube mit Lasche kompatibel ist.

Der Sattel ist ein modifizierter Idéale mit sehr schlankem Profil und hervorragendem Komfort.

Die Beleuchtung ist bis auf die Glühbirnen original; diese wurden durch LEDs ersetzt.

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Den Umwerfer finde ich (aus meiner Sicht) etwas zu hoch positioniert.
Ein Grund dafür kann natürlich sein, dass der Schraubsockel für den Jubilee Umwerfer ursprünglich für ein Kettenblatt mit mehr Zähnen (als aktuell montiert) vorgesehen war.
Ansonsten ein wunderschöner Rahmen (was man bislang an Bildern so sehen kann). 😍
 
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Ein paar Worte zu diesem wenig bekannten Handwerker.

Nach einer ersten Laufbahn als Mechaniker bei der französischen Luftwaffe begann Albert Chiron 1975 im Alter von 45 Jahren seine Karriere als Fahrradbauer. Bis 1992 arbeitete er in seiner Werkstatt in Poitiers, auf halbem Weg zwischen Paris und Bordeaux, und fertigte etwa vierzig Fahrräder pro Jahr, hauptsächlich Rennräder, vor allem aber Tourenräder. Seine Kunden kamen aus der Region Poitou, wo auch sein Kollege Marcel Dejouannet tätig war. Die Qualität seiner Arbeit wurde unter Tourenradfahrern schnell anerkannt; eines seiner Fahrräder gewann vor einigen Jahren sogar einen Preis bei einem Restaurierungswettbewerb in den USA.

Ich kaufte dieses spezielle Fahrrad von einem Freund des Erstbesitzers, einem begeisterten Tourenradfahrer, wie die scheinbar zusammengewürfelte Ausrüstung beweist. Obwohl sie auf den ersten Blick nicht zusammenpasst, war sie tatsächlich Spitzenklasse für einen erfahrenen Fahrer jener Zeit.

Der Rahmen besteht aus klassischem Reynolds 531 Stahl mit formschönen Bocama-Muffen. Die abfallende Gabelkrone ist mit eleganten, spitz zulaufenden Verstärkungen versteift, die an Cattaneos Stil erinnern.

Das Rad ist lediglich mit dem ebenfalls von A. Chiron gefertigten Frontgepäckträger ausgestattet, an dem der Bremszuganschlag angelötet ist.

Die Ausfallenden, hinten vertikal, stammen wie der Steuersatz aus Shimanos Dura-Ace-Serie.
Die Mafac Cantilever-Bremsen sind am Oberrohr montiert.
Der Antrieb besteht aus einer klassischen TA Pro Dreifach-Kurbelgarnitur mit Stronglight-Innenlager, das über eine Titanachse und gedichtete Lager verfügt.
Der Huret Jubilee Umwerfer ist an einer kleinen, seitlich am Sitzrohr angelöteten Halterung und an einem zweiten Punkt an einer dahinter angelöteten Gewindestange befestigt: maximale Steifigkeit.

Hinten ist ein Campagnolo Rally-Schaltwerk verbaut, das deutlich robuster ist als das Huret Jubilee mit langem Käfig, welches unter Tourenfahrern als anfällig gilt.

Die originalen Laufräder (Mavic 36-Loch-Felgen und -Naben) wurden kürzlich durch Super Champion Gentleman-Laufräder mit zeitgenössischen 32-Loch-Campagnolo Record-Naben ersetzt.

Der originale 3ttt-Lenker und -Vorbau wurden ebenfalls kürzlich durch Cinelli-Pendants ersetzt, um einen Dejouannet-Gepäckträger montieren zu können, der nur mit einer Cinelli-Vorbauschraube mit Lasche kompatibel ist.

Der Sattel ist ein modifizierter Idéale mit sehr schlankem Profil und hervorragendem Komfort.

Die Beleuchtung ist bis auf die Glühbirnen original; diese wurden durch LEDs ersetzt.

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Anhang anzeigen 1740212

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Die sinnvolle Ausstattung fiel mir direkt auf. So ein Pragmatismus ist genau nach meinem Geschmack. Wirklich eine sehr schöne Randonneuse.
 
Den Umwerfer finde ich (aus meiner Sicht) etwas zu hoch positioniert.
Ein Grund dafür kann natürlich sein, dass der Schraubsockel für den Jubilee Umwerfer ursprünglich für ein Kettenblatt mit mehr Zähnen (als aktuell montiert) vorgesehen war.
Ansonsten ein wunderschöner Rahmen (was man bislang an Bildern so sehen kann). 😍
Da die Schaltwerkshöhe nicht verstellbar ist – ein Nachteil dieses festen Montagesystems – habe ich darauf geachtet, die Originalteile beizubehalten. Die Kettenblätter haben die Übersetzung 52x42x30, und alle Gänge lassen sich einwandfrei schalten.

Ich werde demnächst weitere Fotos von meinen Fahrten posten, aber das Wetter ist momentan sehr feucht, daher müsst ihr euch noch etwas gedulden.
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Da die Schaltwerkshöhe nicht verstellbar ist – ein Nachteil dieses festen Montagesystems – habe ich darauf geachtet, die Originalteile beizubehalten. Die Kettenblätter haben die Übersetzung 52x42x30, und alle Gänge lassen sich einwandfrei schalten.

Ich werde demnächst weitere Fotos von meinen Fahrten posten, aber das Wetter ist momentan sehr feucht, daher müsst ihr euch noch etwas gedulden.Anhang anzeigen 1740252
Fotos können (je nach Perspektive der Aufnahme) auch täuschen und meine Aussage zur Höhe des Umwerfers beruhte lediglich auf einem der mehreren Bilder.
Auf den anderen sieht eigentlich alles korrekt aus.
Zudem kenne ich den Schwenkmechanismus des Jubilee Umwerfers nicht, da dieser bislang noch nie bei mir zum Einsatz kam.
Sofern der Umwerfer alle drei Kettenblätter sehr gut schaltet, ist ja alles in bester Ordnung.
 
Ein paar Worte zu diesem wenig bekannten Handwerker.

Nach einer ersten Laufbahn als Mechaniker bei der französischen Luftwaffe begann Albert Chiron 1975 im Alter von 45 Jahren seine Karriere als Fahrradbauer. Bis 1992 arbeitete er in seiner Werkstatt in Poitiers, auf halbem Weg zwischen Paris und Bordeaux, und fertigte etwa vierzig Fahrräder pro Jahr, hauptsächlich Rennräder, vor allem aber Tourenräder. Seine Kunden kamen aus der Region Poitou, wo auch sein Kollege Marcel Dejouannet tätig war. Die Qualität seiner Arbeit wurde unter Tourenradfahrern schnell anerkannt; eines seiner Fahrräder gewann vor einigen Jahren sogar einen Preis bei einem Restaurierungswettbewerb in den USA.

Ich kaufte dieses spezielle Fahrrad von einem Freund des Erstbesitzers, einem begeisterten Tourenradfahrer, wie die scheinbar zusammengewürfelte Ausrüstung beweist. Obwohl sie auf den ersten Blick nicht zusammenpasst, war sie tatsächlich Spitzenklasse für einen erfahrenen Fahrer jener Zeit.

Der Rahmen besteht aus klassischem Reynolds 531 Stahl mit formschönen Bocama-Muffen. Die abfallende Gabelkrone ist mit eleganten, spitz zulaufenden Verstärkungen versteift, die an Cattaneos Stil erinnern.

Das Rad ist lediglich mit dem ebenfalls von A. Chiron gefertigten Frontgepäckträger ausgestattet, an dem der Bremszuganschlag angelötet ist.

Die Ausfallenden, hinten vertikal, stammen wie der Steuersatz aus Shimanos Dura-Ace-Serie.
Die MAFAC-Auslegerbremsen sind auf gelöteten Auflageflächen montiert..
Der Antrieb besteht aus einer klassischen TA Pro Dreifach-Kurbelgarnitur mit Stronglight-Innenlager, das über eine Titanachse und gedichtete Lager verfügt.
Der Huret Jubilee Umwerfer ist an einer kleinen, seitlich am Sitzrohr angelöteten Halterung und an einem zweiten Punkt an einer dahinter angelöteten Gewindestange befestigt: maximale Steifigkeit.

Hinten ist ein Campagnolo Rally-Schaltwerk verbaut, das deutlich robuster ist als das Huret Jubilee mit langem Käfig, welches unter Tourenfahrern als anfällig gilt.

Die originalen Laufräder (Mavic 36-Loch-Felgen und -Naben) wurden kürzlich durch Super Champion Gentleman-Laufräder mit zeitgenössischen 32-Loch-Campagnolo Record-Naben ersetzt.

Der originale 3ttt-Lenker und -Vorbau wurden ebenfalls kürzlich durch Cinelli-Pendants ersetzt, um einen Dejouannet-Gepäckträger montieren zu können, der nur mit einer Cinelli-Vorbauschraube mit Lasche kompatibel ist.

Der Sattel ist ein modifizierter Idéale mit sehr schlankem Profil und hervorragendem Komfort.

Die Beleuchtung ist bis auf die Glühbirnen original; diese wurden durch LEDs ersetzt.

Anhang anzeigen 1740208

Anhang anzeigen 1740210

Anhang anzeigen 1740212

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Das ist eigentlich ein zweifach-Umwerfer, nicht wahr?
Schön zu hören, dass der auch dreifach kann...
 
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