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Erfahrungsaustausch - Spontane Schlafplatzsuche/Unterkunftssuche bei Brevets/Ultras

DaBot

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Hallo zusammen,

Ich bin schon viel im Bikepacking-Modus unterwegs gewesen und habe immer etwas zum Übernachten gefunden. Allerdings war ich im Normalfall bis spätestens 19 Uhr am Ziel und habe entsprechend früh gegen Nachmittag/früher Abend eine Unterkunft gesucht. Bei Brevets oder Ultras plant man ja deutlich länger unterwegs zu sein und später am Schlafplatz anzukommen. Da ich nächstes Jahr mehr in diese Richtung unternehmen möchte, würde ich mich freuen, wenn es zu einem Erfahrungsaustausch zu dem Thema kommen würde.

Die Herausforderungen bei der Unterkunftssuche sind ja zweierlei:

Einerseits sucht man ggf. sehr spät nach einer (festen) Unterkunft und diese muss dann auch beinhalten, dass man sein Rad mit auf’s Zimmer nimmt oder sicher abstellen kann und dass man auch später am Abend noch einchecken/reinkommen kann.

Falls das nicht klappt bleibt die Variante Biwak. Dazu würde ich eine Isomatte, Schlafsack und einen leichten Biwaksack als Unterlage und gegen Mücken (die lieben mich leider) mitnehmen.

Option 1 – Biwak

Ich beginne mal mit der Variante, mit der ich am wenigsten/keine Erfahrung habe. Ich bin etwas planlos, wonach ich bei der Suche nach einem Biwakplatz Ausschau halten sollte, sowohl unterwegs vom Rad aus als auch wenn ich auf Google Maps oder Komoot vorher schaue.

Ich habe schon folgende Dinge gehört, die sich als Biwakplätze eignen: Sportplätze (meistens irgendein Vordach und nachts wenig los; leider häufig eingezäunt), Spielplätze (aber meistens im Ort), Bushaltestellen, Schutzhütten (leicht über Komoot zu finden), Supermarkt-Eingangsbereiche, Bank-Vorräume, Friedhöfe (etwas „merkwürdig; ist das überhaupt erlaubt?; ggf. „pietätlos).

Wie sehr achtet ihr darauf, dass die Plätze nicht einsehbar sind und man gefunden/überrascht wird?

Wie sind eure Erfahrungen, wenn man von jemand gesehen wird – wird man angesprochen oder eher ignoriert?

Wie verhält es sich mit Feuchtigkeit/Tau? Ist es wichtig ein Dach o.ä. über dem Kopf zu haben? Von Flüssen und Senken sollte man sich wohl auch entfernt halten? Habt ihr noch weitere Tipps?

Irgendwelche weiteren Tipps zur Suche nach Biwakplätzen?

Wie ist es wenn man mit seinem Bivy auf einem Campingplatz sehr spät aufschlägt – einfach reingehen und am nächsten Tag seinen Obolus begleichen oder weil’s eh früh weiter geht einfach verschwinden? Campingplätze sind ja manchmal sehr strikt…

Option 2 – Hotel

Wenn man entlang der Route nach einem Hotel und über Booking.com suche, schaut ihr dann nur nach 24h-Rezeption und/oder Eincheckzeit und bucht dann auch straight-away wenn das passt (als 24h angegeben ist oder man relativ sicher vor der Zeit ankommt)? Oder ruft ihr zur Sicherheit vor dem Buchen nochmal kurz an? Wie handhabt ihr das im Ausland – einfach anrufen und auf Englisch los reden? 😉 In Frankreich könnte ich mich noch halbwegs verständlich machen, aber spätestens in Spanien und Italien wird’s kompliziert, wenn es nicht auf Englisch geht. Außerdem bin ich schüchtern 😉

Benutzt ihr noch andere Plattformen außer booking.com? Ich habe noch gute Erfahrungen damit gemacht, einfach in Google Maps reinzuschauen, da nicht alle Hotels auf Booking vertreten sind.

Nehmt ihr vorher in Augenschein, wie es um die Fahrrad-Abstell-Optionen bestellt ist? Ruft ihr auch dafür vorher an oder geht ihr einfach an die Rezeption und fragt, ob ihr das Rad mit auf’s Zimmer nehmen könnt? Und wenn nicht – ja, was dann? Ich bin da immer etwas übervorsichtig und versuche das zumindest bei Hotels vorher zu klären, da ich es schon hatte, dass Hotels drauf bestanden haben, dass ich mein Rad draußen stehen lasse oder in irgendeinem halbwegs frei zugänglichen Raum. Ein Schloss habe ich nicht dabei, nur eine minimales Kabel gegen wegtragen. Natürlich nehme ich für Radreisen nicht mein bestes Rad, aber wenn’s weg ist ist die Reise eben vorbei…

Option 3 – Air-BnB

Bei AirBnB kann man ja einfach den Filter Self-Check-In wählen. Genügt euch das als Sicherheit, dass man auch spät ankommen kann? Anschreiben und nachfragen geschweige denn anrufen ist meines Wissens über AirBnB nicht möglich.

Wie lange im Voraus fangt ihr bei AirBnBs an zu suchen? Viele antworten sehr schnell, aber einige brauchen da etwas Zeit und antworten auch mal gar nicht mehr, besonders wenn es schon Abend ist. Wie sind eure Erfahrungen mit Vorlaufzeiten, wann am Tag beginnt ihr mit der Suche?

Andere Optionen?

Welche Optionen kennt ihr noch?

Ich würde mich freuen, wenn sich ein paar spannende Insights für mich als Neuling von den Erfahrenen unter euch finden würden. 😊
 

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Re: Erfahrungsaustausch - Spontane Schlafplatzsuche/Unterkunftssuche bei Brevets/Ultras
Hilfreichster Beitrag geschrieben von Lé Ben

Hilfreich
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Ein Hotel mit 24h Check-in findet man bei den üblichen Buchungsportalen, Google Maps,oder in dem man bei den bekannten Ketten (b&b, Campanile, Ibis,) auf der Website schaut. Bei einem späten Check-in sieht niemand, wie dein Fahrrad mit ins Zimmer kommt. Es sollte selbstverständlich sein, dass dann nicht alles mit dem Rad vollgesaut wird.
 
Fürs übernachten mit Matte, Schlafsack und ggf. Tarp(tent) braucht man deutlich mehr Kram am Rad. Wenn da nicht sowieso schon Wetter-angepasstes leicht bis ultraleicht Equipment vorhanden ist kannst Du eine Menge Geld ausgeben und schläfst im Zweifelsfall nicht gut, weil alles ungewohnt ist. Schutzhütten und Wanderer Biwakplätze sind immer eine erste Idee. Allerdings können Hütten auch schon Mal Party People für die Nacht haben. Beim 1200er zwischen Rhein und Seine wurde mir von Übernachtungen im Kircheneingang berichtet. Beim Aufwachen stand dann eine frische Flasche Trinkwasser neben dem "Bett" ;-). Generell sind Bank-vorräume inzwischen schwierig, den Automatensprengern verdankt man schnell einen Besuch vom Sicherheitsdienst. Wenn niemand sieht, dass Du ankommst oder irgendwo liegst wird sich auch keiner beschweren. Ich liege lieber geschützt außerhalb von Siedlungen, aber das ist jahrelange Präferenz.
 
Habe auch schon in Bushaltestellenhäuschen geschlafen. Das "schlimmste" was bisher passiert ist: Ein Busfahrer fragte ob bei mir alles okay sei. War praktisch, der Powernap war etwas länger ausgefallen.
 
Bei Brevets die durch Frankreich führen schauen viele Veranstalter im Voraus ob es dort Hotels der üblichen Ketten gibt, und legen die Strecke so dass die relativ kurz daran vorbeiführen, oder manchmal sogar direkt vor der Tür.
Aber auch in Deutschland ist es oft möglich dass der Schlüssel irgendwo im Schlüsselkasten hinterlegt wird, und du den Code bekomsst. Aber dann ist vorher Anrufen/schreiben wichtig.
 
zu Option 1: Ich bin mal eine Zeit lang wild campierend unterwegs gewesen. Ich würde in dem Fall ein echtes Zelt, echte Luftmatratze in breit genug und einen genügend warmen Schlafsack mitnehmen. Das ist etwas sperrig, aber man kann dann wirklich entspannt schlafen und ist wirklich erholt. Auf- und Abbau dauert aber etwas.
Für 10kg brauchst du am Berg ungefähr einen Gang kleiner, im Flachen fällt es kaum auf (außer du bist sonst aerodynamisch optimiert unterwegs).
Ich kann dir echt nicht sagen, wie ich mir den Schlafplatz aussuche, aber definitiv noch mit Restlicht. Nicht großartig frequentiert und gerne hinter irgendeinem Busch, so daß man mich morgens beim Duschen aus der Wasserflasche nicht beobachten kann. Wenn ich entdeckt wurde, hat es scheinbar niemanden interessiert. Einmal kam ein Bauer mit zwei Flaschen Bier vorbei. Ist jetzt aber auch schon drei Jahre her, seitdem sind ja einige gesellschaftlichen Dinge extremer geworden, keine Ahnung, wie es jetzt wäre.
Hotels habe ich bisher immer lang vorher gebucht, also schon von Zuhause aus. Wenn ich schneller als zwingend notwendig war, konnte ich eben länger essen und schlafen.
 
Zum Thema Biwak. Ich habe drei Punkte, die mir wichtig sind. Die Priorität hängt dabei von Wetter und Saison ab.

1. Ein Dach
Zum Beispiel ein Vordach bei einem Supermarkt, Sportplatz, eine Schutzhütte, eine Bushaltestelle. Das Dach fällt Feuchtigkeit und Regen ab. Ist mir sehr wichtig. Unter freiem Himmel schlafe ich bestenfalls im Hochsommer. Ein Biwaksack geht zwar, aber da sammelt sich auch Kondensfeuchtigkeit. Das ist nicht optimal wenn man früh weiter will und alles feucht ist.

2. Einsamkeit
Je einsamer desto besser. Am besten ist eine Schutzhütte oder ein Unterstand an einem Radweg außerhalb von Ortschaften. Da kommt nachts keiner vorbei, es ist leise und dunkel. Allerdings ist es, gerade im Dunkeln oft Zufall, ob man einen geeigneten Platz findet. Manchmal fährt man ewig und es kommt nicht. Du kannst dir auf Komoot nach Unterstände anzeigen lassen, allerdings ist das dann immer eine Überraschung, was da kommt.

3. Dunkelheit
Wenn man in bebautem/bewohnten Gebiet biwakieren will, dann ist die Dunkelheit dein Freund. Wenn du irgendwo anhältst, dann sofort das Licht ausmachen und einen Platz im Schatten suchen. Zum Aufbau deines Lagers nimmst du einfach dein Rücklicht. Das rote Licht ist viel unauffälliger. Dein Fahrrad legst du flach irgendwo hin, so dass möglichst keine blanken Metallteile oder Reflektoren angeleuchtet werden können. So verschwindest du regelrecht im Dunkeln und wirst nicht gesehen. Es rechnet ja auch niemand damit, dass wer auf dem Spielplatz schläft, also guck auch keiner.

Du musst das halt mal Üben. Es ist auch Typsache, wo wählerisch man so ist. Ich bin eher wählerisch, wenn es um Biwakplätze geht und verliere viel Zeit mit der Suche, andere sind da besser/schneller.
 
Habe auch schon in Bushaltestellenhäuschen geschlafen. Das "schlimmste" was bisher passiert ist: Ein Busfahrer fragte ob bei mir alles okay sei. War praktisch, der Powernap war etwas länger ausgefallen.
Ich wurde in Chur im Bushäuschen schlafend schon nachts um 3:30 von der Polizei geweckt "ob alles OK sei?"
"Ja danke, ausser dass ich jetzt wieder wach bin, wo ich doch 1-2 Stunden schlafen wollte... 😬"

Tzz, nach was sonst sieht denn das aus?
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Im Voraus buchen und bei längeren Strecken realistische Durchschnittsgeschwindigkeit mit Blick auf die Höhenmeter ansetzen. Das spart am meisten Zeit, man fährt entspannter und kann genießen. Und sich nicht ärgern, wenn man schneller unterwegs ist als geplant und hätte weiterfahren können als die gebuchte Unterkunft. Unterkunftsuche während der Fahrt kostet viel Zeit oder viel Geld. Und bei sehr kurzfristigen Buchungen online ist auch nicht immer gewährleistet, dass die Übernachtung möglich ist. Zwar eher selten, aber ich hatte schon zweimal den Fall, dass bestätigte Buchung nach 15min. mit einer Ablehnung zurückkam.

Bin dieses Jahr Northcape gefahren und hatte alles vorher realistisch gebucht. Waren die entspanntesten 11 Tage überhaupt.
 
Im Voraus buchen und bei längeren Strecken realistische Durchschnittsgeschwindigkeit mit Blick auf die Höhenmeter ansetzen. Das spart am meisten Zeit, man fährt entspannter und kann genießen. Und sich nicht ärgern, wenn man schneller unterwegs ist als geplant und hätte weiterfahren können als die gebuchte Unterkunft. Unterkunftsuche während der Fahrt kostet viel Zeit oder viel Geld. Und bei sehr kurzfristigen Buchungen online ist auch nicht immer gewährleistet, dass die Übernachtung möglich ist. Zwar eher selten, aber ich hatte schon zweimal den Fall, dass bestätigte Buchung nach 15min. mit einer Ablehnung zurückkam.

Bin dieses Jahr Northcape gefahren und hatte alles vorher realistisch gebucht. Waren die entspanntesten 11 Tage überhaupt.

Da ist dann aber alles perfekt bei dir gelaufen. Ich hab das mal bei einem Ultra-Event versucht und schon am dritten Abend die Unterkunft mit pünktlich erreicht. Mache ich nie wieder. Morgens/Mittags für den Abend vorbuchen, mehr würde ich nicht machen.
 
Option 3 Airbnb: ist meiner Erfahrung nach Glückssache. Auch zum Self-Checkin braucht man ja den Code. Und wenn sich kurzfristig niemand meldet, hat man Pech gehabt. Für kurzfristige Übernachtungsgesuche (also so ab Mittags, Nachmittags) würde ich immer booking bevorzugen; hatte damit noch nie Probleme.
 
Da ist dann aber alles perfekt bei dir gelaufen. Ich hab das mal bei einem Ultra-Event versucht und schon am dritten Abend die Unterkunft mit pünktlich erreicht. Mache ich nie wieder. Morgens/Mittags für den Abend vorbuchen, mehr würde ich nicht machen.
Kommt eben darauf an, zeitlichen Puffer immer genügend einzuplanen bzw. für die kritischen Streckenabschnitte Unterkunft mit 24h Rezeption zu wählen. Habe einen etwas höheren Schnitt als du (habe mir gerade den 3. NC-Teil von dir angeschaut). Ich sitze aber nicht so lange im Sattel wie du. Ich brauche meine 6-8 Stunden Schlaf pro Tag, dafür ist es mir egal, ob ich in 10 oder 11 Tagen ankomme. Und das Vorbuchen hat einen weiteren Vorteil, denn man kann sich nette "Features" für die Übernachtung aussuchen. Ich hatte zum Beispiel ab dem letzten Tag in Schweden immer eine Unterkunft mit eigener Sauna ausgewählt, die ich auch intensiv genutzt habe.

PS: Wir haben uns an der Grenze in Finnland getroffen und habe sogar von dir ein Foto gemacht ;-)
 
Kommt eben darauf an, zeitlichen Puffer immer genügend einzuplanen bzw. für die kritischen Streckenabschnitte Unterkunft mit 24h Rezeption zu wählen. Habe einen etwas höheren Schnitt als du (habe mir gerade den 3. NC-Teil von dir angeschaut). Ich sitze aber nicht so lange im Sattel wie du. Ich brauche meine 6-8 Stunden Schlaf pro Tag, dafür ist es mir egal, ob ich in 10 oder 11 Tagen ankomme. Und das Vorbuchen hat einen weiteren Vorteil, denn man kann sich nette "Features" für die Übernachtung aussuchen. Ich hatte zum Beispiel ab dem letzten Tag in Schweden immer eine Unterkunft mit eigener Sauna ausgewählt, die ich auch intensiv genutzt habe.

PS: Wir haben uns an der Grenze in Finnland getroffen und habe sogar von dir ein Foto gemacht ;-)

Okay, Respekt. So schnell wäre ich auch gerne. Ich musste mich für die 11 Tage schon ordentlich anstrengen. Du solltest aber vielleicht dazu sagen, dass es bei Ultras absolut nicht die Regel ist, die Unterkünfte lange im voraus vorzubuchen. Genau genommen bist du der Erste und Einzige, von dem ich das bislang gehört habe. ;)
 
Bei einige Ultras, wie z.B. der TCR, ist dies verpönt.
Bei Brevets sehe ich dies aber regelmässig.
TCR ist ja auch ein Rennen, etwas vollig anderes. Bei TCR nimmt man ja auch schlechte oder vielbefahrene (oder beides) Strassen in Kauf und versucht, so wenig wie möglich zu schlafen.
 
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