Solange es hell ist, muss am Rennrad kein Licht laut StVZO mitgeführt werden. Aber jetzt enden immer mehr Feierabendrunden schon im Dunkeln. Hier gibt es den Überblick über wichtige Regelungen zur Modellauswahl und der Einstellung von Fahrradlicht laut StVZO im Überblick.

Rennradfahrer können sich seit der Neuregelung der StVZO in 2017 über besseres legales Licht freuen. Wie das Licht am Fahrrad beschaffen sein muss, regelt Paragraph 67 der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO), der seit dem 1. Juni 2017 in geänderter Form in Kraft ist. Jetzt, da viele Radfahrten im Dunkeln stattfinden, kommen die ersten praktischen Fragen auf. Was ist erlaubt?

Scheinwerfer-Einstellung
# Scheinwerfer-Einstellung - Für alle Fahrräder und Scheinwerfer-Arten gilt: Das Licht darf entgegenkommende Verkehrsteilnehmer nicht blenden. An einer Wand parallel zur Fahrtrichtung kann man gut kontrollieren, wie der Lichtkegel sich ausbreitet.
Batterie-Rücklicht IXI
# Batterie-Rücklicht IXI - Das genügt: Ein Batterielicht mit K-Nummer an der Sattelstütze. Es darf auch ein zweites montiert werden. Einen zusätzlichen Reflektor benötigen Rennräder und andere Räder nicht mehr, wenn im Rücklicht ein Reflektor integriert ist


Großer StVZO Fahrradlicht Test und Kaufberatung

Die wichtigsten Regeln der StVZO in puncto Fahrradlicht in Kürze:

  • Wenn es hell ist, muss Batteriebeleuchtung für Rennräder nicht mehr mitgeführt werden. Mehr Platz in den Trikottaschen oder der Satteltasche! Aber: Schon wenn es dämmert oder Tunnel befahren werden, sollten die Leuchten am Rad sein, wenn man keine Strafe riskieren will.
  • Fahrradlicht darf von Batterien gespeist sein. Vor 2017 waren nur „wiederaufladbare Energiespeicher“ als Alternative zum Dynamo möglich.
  • Auf der Straße, genauer im Geltungsbereich der StVZO benutzte Komponenten müssen die sogenannte K-Nummer haben. Die ist auf dem Gehäuse sichtbar und wird durch eine Wellenlinie, den Großbuchstaben „K“ sowie eine Zulassungsnummer gekennzeichnet.
  • Wer es schafft, außerhalb des Geltungsbereichs der StVZO zu fahren, darf auch Licht ohne K-Nummer einsetzen. Auch für S-Pedelecs sind andere Prüfzeichen bindend.
  • Ein zweiter roter Rückstrahler ist keine Pflicht.. Neben der Schlussleuchte muss nur noch ein roter, nicht dreieckiger Rückstrahler der Kategorie „Z“ verbaut sein, der in die Schlussleuchte integriert sein darf.
  • Scheinwerfer dürfen mit Tagfahr- und Fernlicht ausgestattet sein, Rücklichter dürfen eine Bremslichtfunktion besitzen.
  • Blinkende Front- und Rückleuchten bleiben weiterhin am Rad verboten. Diese dürfen nur als Zusatzleuchten am Körper getragen werden.
  • Zwei Scheinwerfer oder Rückstrahler dürfen am Rad angebracht werden.
  • Die Gesetzes konforme Einstellung des Scheinwerfers ist erheblich vereinfacht worden. Es gilt schlicht: Der Scheinwerfer muss so eingestellt sein, dass er andere Verkehrsteilnehmer nicht blendet.
  • Wichtig für Rennradler, die meist keine Reifen mit Reflexstreifen fahren: Falls man „Speichen-Sticks“ am Rad verbaut, muss an jeder einzelnen Speiche ein reflektierender Stick angebracht sein.
  • Für Fahrradanhänger gibt es eine Ergänzung des Paragraphen: Für Radanhänger, die ab dem 1. Januar 2018 verkauft werden, gilt: Sie müssen ab 600 Millimeter Breite mit zwei weißen Reflektoren nach vorne sowie einer roten Schlussleuchte auf der linken Seite sowie zwei roten Reflektoren ausgestattet sein. Anhänger mit mehr als 1.000 Millimeter Breite benötigen zusätzlich eine weiße Frontleuchte. Unabhängig von der Breite dürfen ein weiteres Rücklicht sowie noch weitere Reflektoren verbaut sein. Auch das Anbringen von Blinkern zum Richtungswechsel ist erlaubt. „Der Gesetzgeber schreibt vor, dass mindestens 50 Prozent der Schlussleuchte des Rades sichtbar sein müssen. Ist dies durch einen Anhänger nicht der Fall, muss dieser zusätzlich mit einer Schlussleuchte ausgestattet werden“, sagt Hanna Gehlen, Projektmanagerin beim Anhängerspezialisten Croozer zu den neuen gesetzlichen Vorgaben.
Text: pd-f, Redaktion / Fotos: pd-f
  1. benutzerbild

    usr

    dabei seit 11/2011

    Genau das ist ja das Problem: Scheinwerfer (in Deutschland am Fahrrad oder international bei modernen Autos) haben eine so scharfe Hell-dunkel-grenze, dass auf Höhe der Reflexweste nur sehr wenig Licht ankommt. Ist die Distanz gering, dann leuchten diese Scheinwerfer eher unter der Weste/Jacke hindurch. Tief angebrachte Reflektoren sind dafür umso wirkungsvoller.
    Ich behaupte mal dass gerade auch bei den modernsten oben ziemlich präzise das maximal erlaubte ankommt. Aber unten eben so viel mehr als früher dass dieses blendarme Maximum nun jämmerlich erblasst, Ergebnis wie von dir beschrieben.

    Bei Fahrradscheinwerfern kommt erschwerend hinzu dass sie meist mit einer prestigeträchtigen Maximalhelligkeit konzipiert werden die man in der Praxis gar nicht unbedingt fahren möchte (Akku, blenden bei Bodenwellen, Wahrnehmung außerhalb des Lichtkegels) aber die Verteilung oben/unten sich an dieser Helligkeitsstufe orientiert. Und wenn man dann zB auf 30% reduziert dann wird's auch oben entsprechend dunkler. Lösung wäre eine der Dimmstufe angepasste Aufhellung per TFL-LED, aber das scheint sich leider noch nicht durchgesetzt zu haben (dabei wär's eigentlich nur Software+Zulassung...)
  2. benutzerbild

    sibi

    dabei seit 11/2010

    Die Normierung für Radbeleuchtung ist nur in Deutschland so streng. Anderswo ist eher die Formulierung 'Du solst nicht blenden'.
    Wer seine Lampen nach Deutscher Norm einstellt kann übrigens nie ein Radwegschild an der linken Strassenseite sehen.
    Aus der deutschen Straßenverkehrs-Zulassungsordnung: "Der Scheinwerfer muss so eingestellt sein, dass er andere Verkehrsteilnehmer nicht blendet." Hört sich nicht so anders an.
  3. benutzerbild

    Goradzilla

    dabei seit 10/2010

    Die Crux steht weiter oben: "Alle lichttechnischen Einrichtungen, mit Ausnahme von Batterien und wieder aufladbaren Energiespeichern, müssen den Anforderungen des § 22a genügen." Und da geht's dann los mit amtlich genehmigten Bauarten.
  4. benutzerbild

    bigfoot82

    dabei seit 11/2020

    Ich war jetzt zwei Wochen in Spanien (Kanaren) im Urlaub, ich fahre alleine. Viele dort fahren mit ganz einfachen Blinklichtern (nicht sehr hell), ein paar waren mit Varia unterwegs wie ich auch.
    kleine Blinklichter stören mich am Tag gar nicht; helle Dauerlichter teilweise etwas unangenehmer, aber man schaut dann halt nicht rein.

    Allgemein, hat die Beleuchtung nach meinem Empfinden eher zur Sicherheit beigetragen, als dass es sie reduziert hätte. Ich habe das eine oder andere Rad in den Serpentinen früher erkannt, wenn es z.b. eine Frontleuchte hatte....
    Aufblinkende Rücklichter sind am Tag gut; bei Nacht ggf. schwieriger, da bin ich auch ein Fan von Dauerlicht. Aber sie reduzieren die Übersehbarkeit massiv. Dabei geht es gar nicht darum, ob man nun die Entfernung zum Fahrrad richtig einschätzt oder nicht; sondern einfach nur "nicht übersehene werden".

    In der Gruppe kann man das Licht gerne ausschalten oder auf Dauerlicht stellen.
    Die internationale Varia Version blinkt bei Radarkontakt aber immer (ist leider nicht anders einstellbar); wäre Optimierungspotential bei Garmin.
    Den Modus den ich benutzte ist der 2. "einschalten -> dann nochmal drücken", also etwas reduzierte Dauerhelligkeit und blinken bei Radarkontakt, damit der Akku schön lange hält.

    Was mir in den ganzen hitzigen Diskussionen immer wieder auffällt: "Mich stört etwas" -> dann muss es verboten und schlimm sein. Wir Deutschen stören uns aber an allem, was anders ist.... darum treten wir auch auf der Stelle oder laufen rückwärts....

    Jeder von uns empfindet etwas anderes als "sehr gut" oder "nicht so toll" oder "stört mich etwas".... aber deswegen muss man es nicht schwarz weiß malen und verbieten. Nicht alles was etwas stört ist wirklich schlimm. Mich stören Geschwindkeitsbegrenzungen und Ampeln auch.... aber irgendwie bin ich trotzdem froh, das es sie gibt ;-)

    Es würde auch helfen, wenn alle ein wenig Rücksicht aufeinander nehmen.
    Wenn wir die Autofahrer (also uns alle?) in ein Fahrradtraining/Sensibilisierung schicken.... Damit man Entgegenkommende Radfahrer nicht abdrängt, oder zu eng überholt)
    Wenn wir uns gegenseitig die kleinen Missgeschicke und Unachtsamkeiten nicht nachsehen, sondern akzeptieren, oder ggf antizipieren und aufeinander aufpassen. Nicht aggressiv werden, sondern sich Grüßen und zulächeln.... Macht alles gleich viel mehr Spaß.


    Fazit in Spanien: die Einheimischen Autos halten (meistens) schön Abstand und fahren auch mal etwas hinter einem her, die Touristen (einige) fahren mit überhöhter Geschwindigkeit in den Serpentinen und Kurven und müssen noch eben überholen.... weil sie ja im Urlaub sind und etwas verpassen.... ;-)


    Ja, Einrichtungen am Fahrrad sollten "einigermaßen" Gesetzeskonform sein; Man sollte etwas mit Augenmaß an die Sache gehen. Und hoffen dass die Hersteller auch für unseren etwas altmodischen Regelungen gute Lösungen finden. Und man sollte der Situation entsprechend angemessen ausgerüstet sein (Allein/Gruppe, Tag/Nacht/Wald, Radweg/Landstraße, Witterung...)
    Und man sollte die Kirche im Dorf lassen. Wir haben ganz andere Probleme.
    Und jetzt schnell raus, bevor es Gewittert ;-)
  5. benutzerbild

    *️⃣🆑*️⃣

    dabei seit 10/2012

    +1

    Da sprichst Du mir direkt aus der Seele.

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