AW: Tria-Team
Hallo zusammen,
erst mal
vielen Dank für eure Glückwünsche und natürlich auch fürs Mitfiebern. :dope:
Ihr seid klasse!
Melde mich jetzt erst, da ich heut morgen gleich meine Sachen gepackt habe, und schon wieder auf der Reise bin.
Bin in Sedona im Hotel, seit eben!
Also erst mal bin ich nur überglücklich, dass ich jetzt ein
IRONMAN bin

Das war ein langer und ereignissreicher Tag, ich weis gar nicht wo ich anfangen soll.
Also morgens gleich mal um 5.00 Uhr am Gelände eingetroffen.
Radflaschen aufgefüllt, den ganzen Summs halt. Den Profi-Start haben sie dann nochmal um 5 min. nach hinten verschoben, da es um 6.45 Uhr noch zu dunkel war. Um 6.50 Uhr dann im ersten Tageslicht sind die Profis gestartet und wir mussten ins Wasser. Draußen war es ca. 12°C kalt, da standen wir noch alle rum

und haben gefroren.
Dann mussten wir von der Mauer der Uferpromenade alle reinspringen in das 16°C kalte Wasser, das war schon irgendwie wild.

Aber ich dachte mit du willst ja Ironman werden und nicht Sugarman also stell dich nicht so an!
Dann noch 10 min. im Wasser warten. Um kurz vor 7 dann hat ein Teilnehmer noch die Nationalhymne gesungen, gerade erst wurde es hell, und mit 2.200 Leuten im Wasser ist ein Jubel ausgebrochen, als er fertig war, einfach unglaublich.
Das war so ein irrsinniger Gänsehaut-Moment. Einfach toll.
Dann gings auch schon los. Ich war ziemlich in der Mitte drin, bin also einfach drauflos und mit! Hat sich gut angefühlt, ich hab gleich gemerkt es wird ein guter Tag. Das
"Höllemtempo" (für mich war 1:15 ein Höllemtempo) war aber nicht meinem Übermut geschuldet, sondern dem
kalten Wasser.

Es war wirklich frisch, trotz Neo.
Also immer wenns kalt wurde habe ich einen Zahn zugelegt, damit es warm wurde.
Ich hab unterwegs gar nicht auf die Uhr geschaut. Da hat mich fast der Schlag getroffen, als ich nach dem Schwimmausstieg auf die riesige Anzeige geschaut habe und da stand ganz fett 01:15 Std.



(Habe ursprünglich gehofft, das ich wenns gut läuft 1:30 Std. schaffen kann
Nun aber ab aufs Rad.
Die Strecke war dahingehend ein bisschen eine Überraschung, als dass ich den Anstieg unterschätzt habe. Der ist zwar flach ansteigend, aber leicht wellig über gut 10 km mal mehr mal weniger. Spätestens bei der dritten Runde zieht der ganz schön den Saft aus den Knochen...

Es war die Hitze, die mir Probleme bereitet hat. Wobei es eher nicht die Hitze als vielmehr die direkte "Sonnenbestrahlung", die ist richtig heftig gewesen. Auch wenn die Temparaturen im Rahmen sind, in der Sonne schmilzt du dahin. Hat mir doch an der rechten Ferse schon andauernd irgendwas gerieben und gescheuert, ich habe dem aber noch keine Beachtung geschenkt. Das sollte noch kommen...
Also nach 5:47 das Rad abgegeben und die Laufschuhe angezogen.
Während vormittags hier meist eine angenehmer Wind geht, steht ab Mittag die Luft förmlich.
Als ich losgelaufen bin, dachte ich mich haut es gleich rückwärts wieder um. Natürlich in der prallen Sonne, es war wahnsinn.
Ich war schon darauf eingestellt, beim abschließenden Marathon wohl keine Glanzleistung vollbringen zu können. Deshalb hatte ich geplant, im "Indianertrab" einigermaßen den Marathon in was weis ich so 5 Std. bis 5:30 Std zu laufen. Sicher geht von Tempo. Aber selbst das lockere Laufen von rd. 11 Min. pro Meile war schon schwer.
Da merkte ich wieder meine Ferse, an der hinterseite kurz unterhalb des Schuhes, das hat gerieben und ziemlich geschmerzt. Dachte mir, du bekommst halt eine Blase, das gehört dazu, lauf weiter.
Es wurde immer schlimmer, ich habe mit Gehpausen begonnen. Dann wollte ich mal nachsehen, ich habs aber nicht geschafft, mich zu meinen Füßen runterzubücken. Behandeln lassen wollt ich es nicht, denn dann wäre ich zu lange aus der Bewegung gekommen.
Also bin ich weiter gegangen, da ich ja nach gut 7 Std. des Rennens den Marathon schon begonnen hatte, konnte ich mir zum glück den "Luxus" erlauben, dass mit die Zeit völlig egal ist. "Sicher" finishen war geboten! Also gewalked! Zum Glück ging die Sonne bald unter, dann war wenigstnes die Hitze weg!
Dann ist mir Cube04 und sein Finish eingefallen, der ja mit der "Walking-Taktik" gute Erfahrungen gemacht hat, ein Finishen abzusichern.
Ich schätze ich bin bestimmt alles zusammen über 25 km gewalked.
Da verliert man Zeit ohne Ende, und du kannst nichts tun.
Die Blase ist der Wahnsinn. Ich kann immernoch nur Sandalen tragen.
In meinen Laufschuh ist sogar das Innenmaterial aufgescheuert, da ist ein Loch drin! Aber die Verzögerung kommt ja nicht nur von der Blase, meine Kondition hätte eine gute Marathon-Zeit auch nicht zugelassen! So wueden es unerträgliche 6:31 Std.
Der Zieleinlauf war gigantisch. Da spürst du für einen Moment keinen einzigen Schmerz mehr. Das Gefühl war überwältigend, unbeschreiblich.
Und den "Ritterschlag" habe ich von
Mike Reilly persönlich erhalten, der nicht nur in Hawaii sondern offenbar auch bei den anderen NA-Rennen den Streckensprecher macht.
Ende November ist rückblickend schon etwas zu spät, ich habe auch auf dem Rad gemerkt, dass es hinten raus eben ein bisschen fehlt. Die mehrstüngigen langen Touren fehlen die im Herbst einfach. Auch das Schwimmen im See kannst ja nicht mehr machen.
Die Leute hier sind so nett, freundlich und offen

Das ganze drum herum war einfach nur grandios, gigantisch!