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Neues "deutsches" Team?

An welchem Punkt kritisierst du denn den Dr. Donati.
Einfach mal behaupten das Donati falsch liegt, halte ich für etwas gewagt. Donati ist so ziemlich der renomierteste Anti-Doping-Kämpfer in Italien.
Das wäre eigentlich vergleichbar, als wenn du sagen würdest das der Dr. Franke in Deutschland nur Quatsch erzählt.
Ach ja, den gesamten Donati-Report findest du hier:
http://www.wada-ama.org/rtecontent/document/Donati_Report_Trafficking_2007-03_06.pdf

Franke ist alles aber kein Dopingexperte. Der gute Mann war ein anerkannter Experte in der Krebsforschung und Leiter des deutschen Krebsforschungszentrums. In seiner wissenschaftlichen Laufbahn hatte er mit Dopingforschung rein gar nix zu tun. Experten auf diesem Gebiet sind eher Schänzer und Thevis.

Ich hab Dir doch oben bereits erklärt wo ich Donati kritisiere: die Aussage das für die EPO Produzenten der Doping-Markt ein wesentlicher Umsatzbestandteil ist einfach nur ausgemachter Unsinn.

Alleine in Deutschland werden gemäss QuasiNiere-2005 etwa 67000 Menschen dialysiert. Bei einer Quote von 80% bekommen also rund 56000 unter der Dialyse EPO verabreicht. Bei drei Dialysen wöchentlich sind dies 168000 Epo-Gaben pro Woche alleine für die deutschen Diaylsepatienten. Hinzu kommen noch der Bereich der nicht terminal Insuffizienten. Hier ist es schwieriger an verlässliche Zahlen zu kommen

aus der NHANES III Studie (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17347576) kann man an Hand der Prävalenzen auf eine geschätze Zahl von 1.2 Mio Patienten kommen, die an einer renalen Anemie (Blutarmut durch Nierenfunktionsstörung) leiden. Nun kommt der schwierigere Teil, nämlich die Abschätzung des Wochenbedarfs für diese Patient, aber selbst wenn man konservativ 2000 I.E. EPO einrechnet kommt man für diese Patientengruppe auf einen jährlichen bedarf von eta 125 Milliarden I.E: EPO, was in etwas einem Umsatz von 1.2 Mrd € entspräche. Dies sind alleine die Zahlen für Deutschland,

Die Aussage von Donati es würde die 5 bis 6fache menge des Therapiebedarfes produziert, wird von ihm selber an keiner Stelle belegt sondern einfach in den Raum gestellt und wird durch die Zahlen zur Niereninsuffizienz in keinster Weise gestützt aber sein Bericht wird immer wieder gerne zitiert ohne ihn inhaltlich zu prüfen.
 
Stimmt, die Aussage mit dem 5-6 fachen des Therapiebedarfes hatte ich an anderer Stelle im Internet gefunden. Die lässt sich im Report nicht finden.
Ich bin da nun auch nochmal selbst den Donati-Report durchgegangen. Seine Studie bezog sich auch nicht auf einen weltweiten Verbrauch, sondern nur auf 20 Staaten (einige west- und mitteleuropäischen Staaten, USA, Kanada, Australien, Südafrika, Saudi-Arabien, Jordanien). Insgesamt leben in diesem Bereich 790 Millionen Menschen. Laut Donati haben davon:
- 15 Millionen mit anabolen Steroiden
- 1,5 Millionen mit Testosteron
- und 0,5 Millionen mit EPO zu tun.
Wobei Donati auch schreibt das es "Doppelnutzer" geben kann. D.h. jemand der in der Gruppe der Steroiden ist, kann auch gleichzeitig in der Gruppe Testosteron sein, usw.

Und bei diesen Zahlen soll Doping nun kein Absatzmarkt sein?? Mag ja sein, dass im therapeutischen Absatz mehr Kunden sind, aber 17 Millionen sind immer noch recht viele, wenn du mich frägst....
 
Das wäre natürlich geil. Bei den Alpecin-Days 2012 gab es ja massig kleine Probenflaschen mit Schampoo und Haarwasser. Jetzt kommt "Amgen" und verteilt ... ?!
 
Ich bin mir dabei ziemlich sicher, dass kein Pharma-Unternehmen das Risiko eingeht, das EPO über dunkle Kanäle auf den Schwarzmarkt zu werfen. Wenn das auffliegen würde, wäre der Pharmakonzern image-mäßig am Ende und würde hohe Strafen zu erwarten haben, was auch das Aus bedeuten kann.
Das Problem ist wahrscheinlich eher, dass in Ländern wie China billiges Epo auf den Markt gespült wird ...

Das sehe ich anders. Apotheker (und Ärzte?) können soviel Epo beim Großhändler kaufen wie sie meinen zu brauchen. Wer am Ende das Medikament nutzt, bekommt der Hersteller gar nicht mit, selbst wenn der sich dafür interessieren sollte. Der Hersteller braucht also nur dafür zu Sorgen, daß es einigermassen unwahrscheinlich ist, daß diese Stoffe von seinem Gelände verschwinden, oder gar direkt an Sportler verkauft werden. Was danach passiert, dafür kann er nichts.
 
Stimmt, die Aussage mit dem 5-6 fachen des Therapiebedarfes hatte ich an anderer Stelle im Internet gefunden. Die lässt sich im Report nicht finden.
Sie lässt sich eben sehr wohl im Report finden, ohne dafür auch nur einen plausiblen Beweis zu liefern:

Besides, only the involvement of organized crime could explain the incredible diffusion of EPO consumption in
the following years: EPO rapidly became one of the pharmaceutical substances with the largest sales, and this
induced a massive overproduction, far beyond the real requirements of patients. This overproduction,
estimated at about five to six times the treatment requirements, is supported by the very startling theft of
phials, which occurred in 1999 in Nicosia (Cyprus)

Die Zahlen Donatis sind schon recht fragwürdig, so kommt er mit so netten Berechnungen wie

Wenn ich mal annehme, das etwa 0.7% der auf dem Dopingmarkt existenten Medikamente beschlagnahmt werden, dann müssen etwa so und soviel Dosen im Umlauf sein. Hierbei gibt er keinerlei Rechtfertigung für den von ihm angenommenen Prozentsatz.

Der gute Mann spekuliert in seiner "Studie" munter drauf los, zieht dann auch noch Schlüsse die mehr als fragwürdig sind.

Diese ganze Publikation fällt unter schlampig gearbeitet und keinem wissentschaftlichen Anspruch standhaltend.
 
Das sehe ich anders. Apotheker (und Ärzte?) können soviel Epo beim Großhändler kaufen wie sie meinen zu brauchen. Wer am Ende das Medikament nutzt, bekommt der Hersteller gar nicht mit, selbst wenn der sich dafür interessieren sollte.

Das interessiert den Hersteller aber anscheinend nicht wirklich, um maximalen Profit und Ertrag zu erreichen ist jedes Mittel recht, auch welche mit potentiell tödlichen Nebenwirkungen:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/me...ich-arzt-versorgt-patient-tot-a-482072-2.html
 
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