An welchem Punkt kritisierst du denn den Dr. Donati.
Naja, irgendwie passen die Zahlen halt nicht so ganz. Wenn er behauptet, dass die EPO-Produktion den therapeutischen Bedarf um das 5-6 fache übersteigt und damit etwa 500.000 Sportler gedopt werden könnten, dann bedeutet das ja, dass es nur etwa 100.000 Kranke geben würde, die mit EPO behandelt werden.
Da es aber mindestens 1.2 Mio sind, passt hier was nicht.
Ich denke aber, dass da schon etwas dran sein kann. Wir wissen ja nicht, wie das mit den 500.000 Sportlern gemeint ist. Vielleicht geht er gleich von einer längeren EPO-Kur pro Sportler aus. Dann könnte es schon wieder hinkommen.
Ich denke, wir blicken da alle zu wenig durch, als dass wir mit Bestimmtheit etwas sagen können.
Die Pharma-Industrie ist halt auch eine beliebte Zielscheibe für Unterstellungen, die nicht immer Substanz haben.
Wenn die Pharma-Unternehmen tatsächlich soviel mehr produzieren als eigentlich gebraucht wird, dann sehe ich den Fehler eher im System. Ein Unternehmen produziert immer soviel, wie es verkaufen kann.
Ich bin mir dabei ziemlich sicher, dass kein Pharma-Unternehmen das Risiko eingeht, das EPO über dunkle Kanäle auf den Schwarzmarkt zu werfen. Wenn das auffliegen würde, wäre der Pharmakonzern image-mäßig am Ende und würde hohe Strafen zu erwarten haben, was auch das Aus bedeuten kann.
Das Problem ist wahrscheinlich eher, dass in Ländern wie China billiges Epo auf den Markt gespült wird und dort auch keine Dokumentationspflicht für den Vertrieb des EPOs besteht. Das ist hier in Deutschland ja relativ streng, soweit ich weiß. In Amerika, schätze ich, wird es auch relativ gut kontrolliert - sicher bin ich mir da aber nicht. Wenn Donati recht hat, dass zuviel produziert wird, muss man auch schauen, wo das "zuviel" entsteht und ob es vielleicht so ist, dass der illegale Vertrieb evtl. hauptsächlich von Fernost kommt und westliche Unternehmen womöglich durch die stärkere Regulierung des Gesetzgebers zum aufrichtigen Handel mit Epo gezwungen sind. Alles Spekulatius...
... ich halte es aber auch irgendwie immer für etwas merkwürdig, wenn solche Unternehmen diese Sportarten sponsorn. So frage ich mich dann, ob die es denn notwendig hätten, für ihre Produkte zu werben? Wenn ich mir deren Portfolio so anschaue, sehe ich da nur Medikamente, die normalerweise Schwerkranken gegeben werden. D. h. für mich, dass die ihre Medikamente nicht wegen der Werbung nehmen. Das ließe tatsächlich den Schluss nahe, dass diese Marke für den Breitensportler ins Bild gerückt werden soll!?