Ich würde das Trainingsprogramm auf Malle von den Ambitionen und der Saisonplanung abhängig machen.
Wenn man kurz nach dem Malle-Urlaub den A-Wettkampf plant, ergeben sich anderen Anforderungen und man muss sich auf Malle mehr beschränken, als wenn man keine derartigen Ziele hat oder die erst im Sommer liegen. Grundsätzlich dürfte es für sehr viele Hobbyfahrer auf Malle schwierig werden, es locker angehen zu lassen - jedenfalls, wenn mal die sehenswerten Strecken der Insel - von San Salvador im Osten bis zu den Pässen der Tramuntana im Westen - befahren will. Wenn man keinen A-Wettkampf direkt nach dem Urlaub plant, schlage ich vor, sich nicht zu sklavisch an einen Plan zu halten, und einfach die gebotenen Trainingsmöglichkeiten im Gebirge auszuloten und die Insel zu genießen. Die Ansteige, die man dann fährt sind topografisch so anspruchsvoll, dass die meisten Hobbyfahrer dort schwellennahe Leistungen erbringen müssen, um überhaupt einigermaßen zügig hochzukommen. Das ist dann natürlich nicht das optimale Training, aber gewiss wird man davon nicht schlechter.
Ich bin in den letzten über 25 Jahren mit vielen Dutzend unterschiedlicher Sportler aus meinem Umfeld auf Malle und in anderen Locations gewesen, wo viele Leute dabei waren, dann sehr viel mehr gefahren sind, als ihr normales Trainingspensum (früher war es in Hobbyfahrerkreisen nicht völlig unüblich, im Winter fast gar nichts zu machen und dann auf Malle einen großen Umfangblock "abzureißen"). Bei Etappenfahrten waren einige dabei, wo in knapp zwei Wochen 30.000 Hm im Hochgebirge abgerissen wurden. Da saß natürlich jede/r sehr, sehr viel länger im
Sattel, als sonst üblich und man war am Ende sehr erschöpft. Schlechter ist dadurch aber niemand geworden, im Gegenteil. Solche großen Belastungsblöcke führen mit ausreichend Erholung eher zu Formpeaks (die sind dann freilich eher kurz).