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Ötztaler, machbar?

moon111

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Hallo zusammen,

ich habe in der Verlosung für einen Startplatz des Ötztaler Radmarathons Glück gehabt und bin in knapp 8 Wochen dabei.
Kurz zu mir, bin 53 Jahre alt, 185cm hoch und 94kg schwer. Fahre seit 3 Jahren Rennrad mit ca. 6000km pro Jahr.
In 2019 stehen erst 3000km auf der Uhr, da ich mich nach der Mecklenberger Seenrunde (300km in 13 Stunden brutto) verletzt habe und 4 Wochen komplett nicht sportfähig war. In den Bergen bin ich am Wochenende auf eine VAM von 750HM gekommen.
Ich wohne am Rande des Erzgebirges und kann die nächsten Wochen noch paar Hügel und Berge fahren.
Wenn ich meine Leistung richtig einschätze, ist es nicht aussichtslos, wird aber ein knappes Ding um im Zeitlimit anzukommen.

Was meint Ihr, machbar und wie sollte ich die verbleibende Zeit nutzen?
Berge, Berge und nochmals Berge fahren oder lieber in Ausdauer investieren, habe ca. 15 Stunden pro Woche Zeit.

danke und viele Grüsse
 

pjotr

Radprofi, gefangen im Körper einer Hobbylusche
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Die Ausgangslage ist jetzt nicht optimal und es auch schwierig, deine Steigleistung aus dem Erzgebirge auf Hochgebirge hochzurechnen, weil dort die Anstiege länger und in der Höhe der Sauerstoffpartialdruck niedriger ist, was auf 2000m Höhe z.B. bis zu 20% Leistungen kosten kann. Aber es sind ja noch fast zwei Monate, wenn Du die 15h je Woche in eine Kombi aus langen nicht ganz so harten Einheiten und eher kurzen harten Bergeinheiten steckst, kannst Du noch einiges bewegen.

Wenn man sich an gängigen Trainingsplanungen orientiert, kannst Du die verbleibende Zeit z.B. in zwei 3 Wochen-Blöcke einteilen. Der erste Block sollte dann sofort beginnen und bis zum 28.7 gehen und idealerweise mit einer richtig langen Tour mit vielen Höhenmetern abgeschlossen werden.
Danach nimmst Du 5-6 Tage raus und fährst in der Zeit nur 1-2 mal ganz locker eine Stunde und versuchst Dich zu erholen. Dann kannst Du am 3.8. oder 4.8. in den nächsten 3 Wochen-Block gehen, dann hast Du noch 8 Tage inkl. des vorangehenden Wochenendes zur Erholung in der Du nur jeden zweiten Tag locker 1-2 h trainieren kannst. Das vermeidet dann die Gefahr, dass Du in der letzten Woche noch zuviel machst und schon müde am Start des Ötzi erscheinst.
 

moon111

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Guten Morgen pjotr,

danke :):daumen:

Kannst du mir noch eine Vorstellung geben, was du unter kurzen harten Bergeinheiten meinst und welchen Umfang eine lange Tour mit vielen Höhenmeter am Schluß eines 3 Wochen-Blockes haben sollte.

Ich versuche mal das Beste aus der nichtoptimalen Ausgangslage zu machen...
 

pjotr

Radprofi, gefangen im Körper einer Hobbylusche
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Die lange Einheit ~6h, ggf. auch mehr. Wenn Du es hinbekommst kannst Du auch zwei EInheiten machen, z.B. Samstag 5, Sonntag 6h. Dann kannnst Du am Sonntag schon einmal testen, wie sich anfühlt, wenn Du kaputt bist und noch einen langen Berg fahren musst.
Die kurzen EInheiten 1,5-2,5h, einmal pro Woche 4-6 kurze Berge von 5-10 min Dauer und einmal die Woche 2 lange Berge von 20-30 min.- Dauer. Die Belastung an den Anstiegen so steuern, dass Du jeweils beim letzten Berg-Intervall richtig froh bist, dass es vorbei ist und nur noch locker nach Hause fahren möchtest.
 

dr_big

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Dein Gewicht merkst du natürlich in den Bergen, da sind ja einige Höhenmeter hochzukurbeln. Grundlage solltest du genug haben. Ich würde sagen, einfach probieren. Wenn es geht ist es gut, wenn es nicht mehr geht steigst du in den Bus und fährst in damit ins Ziel. Keine Angst, da bleibt keiner auf der Strecke liegen und du wärst nicht der einzige Fahrgast im Bus :)
Ausserdem sehe ich keine Alternative, was willst du anderes machen als fahren? Einfach nicht antreten? Das Geld ist sowieso weg, also mach dir einen schönen Tag und wenn es statt 230 nur 160km werden war es doch auch eine schöne Tour.
 

moon111

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Danke Dr big 🙏
So kann es natürlich auch sehen, sich einfach eine schöne Zeit machen und schauen was bei rauskommt. Werde mal Eure Tipps ernst nehmen und die 3-Wochen Blöcke fahren, passt gut, da ich Anfang August eine Woche im Urlaub bin. Wenn in jeder Woche vom Block das Gewicht noch 1kg runtergeht, sind es 6kg, das hilft am Berg, hatte letztes Jahr 9kg weniger.... Ich überlege, ob ich hier jede Woche mein Gewicht, meine Kilometer und Höhenmeter poste...zur Motivation

Mi der Grundlage fühle ich mich gut, die 300km in Mecklenburg waren für Hals, Hände und Po schmerzfrei
 

kette links

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Hab so eine für mich unfahrbare Tour 1mal mitgemacht 256km 2000hm bei max 90km Trainingstouren, der Ötztaler ist nochmal eine andere Hausnummer aber würde das einfach unter der Sichtweise fahren soweit mich mein Rad Trägt wenn es gar nicht mehr geht in den Bus Steigen.

Gruß k.l.
 

Marathonquaeler

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Ich denke du schaffst das, wenn du es wirklich willst. Versuche Pjotr's Plan umzusetzen und denke positiv. Versuche nicht mit aller Macht Gewicht zu verlieren, denn wenn du Zuviel Kraft dadurch verlierst, wird es nicht hilfreich sein. Beim Ötztaler fährst du dein Tempo, versuche nicht in einer Gruppe mitzufahren, wenn diese nicht dein Tempo fährt. Wenn du eine Gruppe findest , die ein bisschen langsamer fährt als du könntest, fahr das Tempo mit, das schont die Kräfte. Schone deine Kraft beim Anstieg zum Brenner, die Körner die du da sparst, brauchst du spätestens am Timmelsjoch. Schalte berghoch den Kopf ab und denke nicht darüber nach was du da gerade machst. Ich wünsche dir viel Erfolg. Ich habe den Ötztaler auch schon mit 84Kg, bei 1,74 m Größe mit 5000 km und Ü50 geschafft. Also auf geht's.
 

moon111

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Danke Marathonquäler und Kette links:daumen:

Beim Start eher hinten einreihen und in Ruhe mitrollen oder bisschen aggressiver vorne?
 

dr_big

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Mach dir keinen Kopf um den Start, innerhalb von ein paar Minuten sind da alle durch. Nach meiner Erfahrung zieht sich das Feld schnell auseinander. Schau lieber, daß du das Ötztal sturzfrei runterkommst. Stürze gibt es da immer wieder, das kann aber vorne wie hinten im Feld passieren.
Das Kühtai langsam angehen, sonst sind schnell die Beine platt. Wenn möglich würde ich sogar noch ein paar Tage zum Training hinfahren, damit du zumindest das Kühtai schon kennst. 1200 Hm am Stück fahren ist schon ne ganz andere Sache als viele kurze Anstiege.
 

moon111

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Hallo Marathonquäler,
wie lange hast du für deinem Ötztaler gebraucht? Unsere Ausgangswerte sind ja ähnlich...
 

Marathonquaeler

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Bin den Ötztaler mehrfach gefahren, hing natürlich auch vom Wetter ab. Bruttozeit waren das zwischen 11:30 und 12:30
 

laidback

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Wichtig ist auch immer der Cut-off am Jaufen wenn man eher zu den langsameren Fahrern gehört. Bis auf meinen ersten Start wurde es bei mir dort immer recht eng. Beim letzten Mal bin ich mit 8 Sekunden Luft vor der Cut-off-Zeit durch. Ich glaube ich bin noch nie so schnell die letzten knapp zwei Kilometer von der Labe bis zur Zeitmatte auf der Passhöhe gefahren. Hinten raus hat die Zeit dann immer gut gereicht.
 

moon111

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danke zusammen und einen schönen Sonntag.
Da werde ich neben üben und Berge fahren mir auch die nächsten Wochen mal eine Marschtabelle mit den Durchgangszeiten zusammenstellen, damit ich mir die Kraft gut einteilen kann. Die Zeitmatte auf dem Jaufenpass (160km und ca. 3200hm) muss ich bis 14:25 Uhr passiert haben, also knappe 8 Stunden, in Sölden hinten gestartet, 1-2 Platten und vllt schlechtes Wetter (Regen)- da werde ich mich zeitmässig auf den olympischen Gedanken einstellen, Hauptsache dabei sein und ankommen.
 

dr_big

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Lass dich am Jaufen nicht verrückt machen, die lassen dich an der Labe oft noch ein paar Minuten später auf die Strecke. Nicht gleich die Segel streichen wenn die Uhrzeit schon fortgeschritten ist. Nach meiner Erfahrung wird da rechtzeitig gerufen und darauf hingewiesen, dass man sich doch schnell weiterbewegen sollte bevor dicht gemacht wird.
 

laidback

Tertium Quid
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Lass dich am Jaufen nicht verrückt machen, die lassen dich an der Labe oft noch ein paar Minuten später auf die Strecke. Nicht gleich die Segel streichen wenn die Uhrzeit schon fortgeschritten ist. Nach meiner Erfahrung wird da rechtzeitig gerufen und darauf hingewiesen, dass man sich doch schnell weiterbewegen sollte bevor dicht gemacht wird.
Genau so haben sie es gemacht. Kollegen die etwas hinter mir waren haben sie dann jedoch rausgenommen. Man sollte die Zeit aber schon im Auge behalten. Später in Moos, am TJ und im Ziel war die Zeit bei mir nie ein Problem.
 

moon111

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Danke für eure Motivation, ich strampel gerade nach den Vorgaben von Pjotr‘s Plan den ersten 3-Wochen-Block (bin in der 2. Woche) - Da lass ich mich mal überraschen 🚴‍♂️
Daneben noch paar Kniebeugen und Übungen für den Rumpf
 

moon111

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Hallo und ein schönes Wochende,

den ersten 3-Wochen-Block habe ich heute abgeschlossen, zum Schluss noch zwei lange Einheiten wie empfohlen, Gestern 6Stunden, 125km und 2600HM - eine ziemliche Qual, da es unheimlich warm war. Heute noch nachgelegt, 110km, 4:45 und 1300HM. Eine wirkliche Verbesserung ist noch nicht zu sehen, schauen wir mal wie es weiter geht, Bis Freitag pausiere ich, vllt paar Kräftigungübungrn...

nochmals danke für die Tipps
 

solution85

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Die Hitze drückt die Leistung enorm. Ruhe dich ein wenig aus und dann sieht die Welt schon anders aus.
 

dr_big

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Die Steigerung merkst du erst beim Ötzi, wenn du die Woche vorher taperst und mit vollständig erholten Beinen am Start stehst.
 
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