Auch wenn sich die Entwürfe zweifelsohne problemlos auf ein Radtrikot übertragen ließen, sind sie mir so sympathischer. Ich persönlich bevorzuge Baumwolle, vielleicht mit einem geringen Kunstfaseranteil, alternativ aber auch jene als "Retro" diffamierten Gestricke aus Polyester. Das Wichtige ist mir ein bequemer, gut anliegender Schnitt, der die Physis nicht derart marktschreierisch auf dem Feld der Eitelkeit exhibitioniert, wie das ansonsten in unserer durchobszönisierten Zeit allzu häufig gang und gäbe ist.
(Wie die ansonsten meiner Wertschätzung nicht verdächtige Alice Schwarzer anläßlich der Causa Pauli kürzlich in einem ansonsten meiner Wertschätzung nicht verdächtigen Hamburger Linksmagazin formulierte: Zuweilen weiß man ja nicht mehr, ob die jungen Mädchen von heute ein Rendezvous mit ihrem Freund haben oder ein Treffen mit ihren Zuhälter!) Die metaphysische Überhöhung des Körpers indes sollte jenen wenigen Fällen vorbehalten bleiben, die sich dies auch tatsächlich unter den entsprechden Bedingungen im professionellen Sport ehrlich (!) verdient haben [weswegen ich auch einer sehr dezidierte Meinung zur Verwendung von Wertungs- und Profiteamtrikots durch Amateur- und Hobbyfahrer habe!]
Wie dem auch sei, ich schweife ab. Auf langen Abfahrten kann man durch aus mit einer Windjacke und/oder Zeitungspapier die Risiken exzessiver Transpiration neutralisieren, auch kann man das Leibchen in den Hosenbund stopfen, um Flattern und Knattern im Winde zu vermeiden.
Die von mir bevorzugte schwarze Farbe verweist zudem auf den Ernst, mit dem wir uns dem Radsport wie unserem Leben insgesamt widmen sollten.
Und wenn nun einer nach Trikottaschen fragt: Es gibt doch auch sehr formschöne Lenkertaschen.