Zwift und die UCI wollen schon 2020 eine E-Sports WM ausrichten. Die Vereinbarung wurde jetzt bei der Rad WM 2019 in Yorkshire getroffen. Hier die ersten Infos.

Bereits 2018 hat die UCI beschlossen, E-Sports künftig als eigenständige Disziplin weiterzuentwickeln. Mit Zwift, einem Anbieter von Trainingssimulationen, die sich beispielsweise mit einem Rollentrainer verbinden lassen, hat man nun den passenden Partner gefunden. Zunächst soll die Entwicklung der neuen Disziplin im Rennrad-Bereich stattfinden – auch wenn die UCI hier noch keine Details nennt.

Neben der bereits beschlossenen E-Sports-WM 2020 sollen bis zu 15 nationale sowie einige kontinentale Meisterschaften abgehalten werden. Zwift und die UCI versprechen hierbei nicht nur eine zuverlässige Programmierung, die Fairplay garantiert und Schummeleien unterbindet, sondern auch absolute Gleichstellung zwischen Männer- und Frauenrennen: Anzahl, Abdeckung und Preisgeld sollen in beiden Klassen identisch ausfallen.

„Wir haben uns schon seit geraumer Zeit mit Zwift mit der Entstehung von E-Sports beschäftigt. Als Dachverband des Sports müssen wir offen für technische Innovationen und Veränderungen und für alle Zielgruppen relevant bleiben. Zwift ist eine Plattform, die von Menschen aller Altersgruppen und Fähigkeiten genutzt wird. Es gibt jedoch eine besonders spannende Möglichkeit durch E-Sports, durch die wir versuchen, ein jüngeres Publikum für das Radfahren zu gewinnen. Gemeinsam haben wir die Möglichkeit, die Fitness von Jugendlichen durch die Schaffung eines neuen, nachhaltigen Sports zu unterstützen.“ – David Lappartient, Präsident der UCI.

Hier findet ihr die komplette Pressemitteilung von Zwift:

Zwift, die globale Online-Trainings- und Rennplattform für Sportler, und der Radsportweltverband UCI, haben sich auf die Ausrichtung der ersten UCI Cycling Esports Weltmeisterschaften im Jahr 2020 geeinigt. Die Einführung dieser neuen Disziplin des Sports wird ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Radsports sein.

Zwift und die UCI verbindet eine langjährige Beziehung, in der drei UCI Road World Championship Kurse auf der Zwift-Plattform entwickelt wurden, darunter der Yorkshire Course 2019. Insgesamt sind Zwifters über 2 Millionen Meilen auf den UCI Road World Championship Kursen gefahren.

“Wir haben uns schon seit geraumer Zeit mit Zwift mit der Entstehung von E-Sports beschäftigt.” so David Lappartient, Präsident der UCI. “Als Dachverband des Sports müssen wir offen bleiben für technische Innovationen und Veränderungen und für alle Zielgruppen relevant bleiben. Zwift ist eine Plattform, die von Menschen aller Altersgruppen und Fähigkeiten genutzt wird. Es gibt jedoch eine besonders spannende Möglichkeit durch E-Sports, durch die wir versuchen ein jüngeres Publikum für das Radfahren zu gewinnen. Gemeinsam haben wir die Möglichkeit, die Fitness von Jugendlichen durch die Schaffung eines neuen nachhaltigen Sports zu unterstützen.”

“Das Schöne an der Entwicklung einer neuen Radsportdisziplin ist, dass wir keine Einschränkungen haben”, ergänzt Craig Edmondson, CEO von Zwift Esports. “Parität ist uns bei Zwift unglaublich wichtig, und gemeinsam mit der UCI werden wir daran arbeiten, einen gleichen Wettbewerb für Männer und Frauen zu schaffen. Das bedeutet die gleiche Anzahl von Rennen, die gleiche Abdeckung für Rennen und natürlich das gleiche Preisgeld. Wir werden den Standard für Fairplay und Gleichberechtigung setzen.”

Zwift startete seine eSports-Reise erstmals im Januar dieses Jahres mit der Gründung der KISS Super League, der ersten eSports-Liga mit Profisportlern. Die Markteinführung erfolgte im Anschluss an eine 120 Millionen Dollar schwere Finanzierungsrunde der Serie B, die von Highland Europe, Causeway, True und Novator geleitet wurde, um eine E-Sport-Plattform zu entwickeln.

“Anfang des Jahres haben wir unsere Ambition bekräftigt, eine E-Sports-Plattform zu entwickeln, aber ich denke, es ist viel mehr als das. Wir wollen eine neue Radsportdisziplin etablieren”, ergänzt Eric Min, Zwift CEO und Mitbegründer. “Diese Partnerschaft ist ein bedeutender Schritt auf diesem Weg zu unserem Ziel, Wettbewerb auf höchstem Niveau im Sport zu bieten. Wir stehen hier bei Zwift am Anfang eines langen und spannenden Weges, um eine neue und innovative Disziplin für den Radsport zu etablieren.”

Nachhaltigkeit und Zugänglichkeit sind zwei der treibenden Faktoren, die den Wunsch von Zwift, in den eSports-Bereich einzusteigen, begründen. Indem Zwift Esports einen Teil der damit verbundenen logistischen Kosten für traditionelle Veranstaltungen einspart, bietet es Marken einen kostengünstigen Zugang zum Sport und eine völlig neue Möglichkeit, eine Fangemeinde für Teams und Fahrer zu schaffen.

“Die niedrige Eintrittsbarriere war einer der überzeugendsten Gründe, warum wir uns entschieden haben, mit Canyon ZCC das erste professionelle Radsportteam zu bilden”, sagt Rhys Howell, Senior Manager, Strategic Partnerships at Canyon und Canyon ZCC Team Manager. “Racing on Zwift steckt noch in den Kinderschuhen, aber im Vergleich zu den Kosten für den Betrieb eines traditionellen Radsportteams war der Start des Canyon ZCC eine gute Gelegenheit. Wir haben eine großartige Chance, einen Schritt in Richtung zukünftigen Wettkampfsport zu wagen, und wir sind begeistert von der Möglichkeit, ein neues Publikum zu erreichen.”

Sowohl die UCI als auch Zwift bekennen sich zu Fair Play und Governance im Radsport. Im Rahmen der Partnerschaft werden beide Unternehmen im kommenden Jahr ein neues UCI- Regelwerk für Cycling Esports implementieren.
Die erste UCI Cycling Esports Weltmeisterschaft wird 2020 stattfinden. Offizielle Formate, Veranstaltungsort und Details zu den Qualifikationsveranstaltungen werden in den kommenden Monaten bekannt gegeben.

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Was haltet ihr von einer WM in der virtuellen Welt?

Infos/Fotos: Pressemitteilung Swift
  1. benutzerbild

    pjotr

    dabei seit 03/2004

    MJK schrieb:

    Gibt es schon Hersteller für UCI-Swift-konforme Rennräder?
    Überall Marktlücken...

    Gar nicht so abwegig. Der US-Anbieter Peloton verhökert Online-Spinning-Kurse. Damit man da mitmachen kann, muss erst ein überteuertes Indoor-Bike kaufen. Das Geschäftsmodell gilt als höchst erfolgreich. Der Börsengang des Unternehmens diese WOche hat 1,1 Milliarden US Dollar eingespielt (allerdings ist der Kurs am nächsten Tag dann auch gleich abgestürzt.)
  2. benutzerbild

    usr

    dabei seit 11/2011

    pjotr schrieb:

    Wenn es um genug Geld geht ganz sicher. Indoor-Sport ist einfach ein zu ertragreiches und perspektivisch wachsendes Geschäftsfeld

    Ertragreich ist da nach meinem Verständnis gar nichts, aber Zwift hat noch ein paar Mio in der Tasche bezüglich derer die Geldgeber unangenehme Fragen stellen würden wenn die nicht zeitig in “Wachstum“ weginvestierst sind.
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  4. benutzerbild

    Bench

    dabei seit 11/2016

    SteveJobt schrieb:

    Vor allem gut für 100kg Boliden die dann dank 56kg Gewicht zum Bergfloh werden. Das zusammen mit den gefakten Powermetern von Stages und anderen kommen dort sicher tolle Wettkämpfe bei raus.

    Naja, bei so Events wie National Championship auf Zwift fährt man nicht daheim. Da wird man vorher gewogen und fährt auf einem gestellten (geeichten?) Kickr.

  5. benutzerbild

    Oseki

    dabei seit 02/2016

    Müssen die Teilnehmer Radfahren können?
  6. benutzerbild

    solution85

    dabei seit 09/2017

    Oseki schrieb:

    Müssen die Teilnehmer Radfahren können?



    Ja und zu Sicherheit wohl besser einen Helm tragen.

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