Um das sechste Rennrad aus Titan im Stall zu legitimieren, musste es schon etwas Besonderes sein. Ein passendes Ziel von einem fahrfertigen Gewicht sub 6 Kilo zum Beispiel. Daran scheiterte Forums-Nutzer Franzensfeste-3 zwar haarscharf, aber sein Rewel Titan wurde dennoch ein verdienter Renner der Woche.

Renner der Woche

Rewel Titan, Maßrahmen in ca. 56 cm, Franzensfeste-3

Hallo, Fanzensfeste-3 Wie bist du zu dem Rad gekommen, das wir heute als Renner der Woche vorstellen? Warum hast du Dich für genau diesen Aufbau entschieden?

Ich bin zu dem Projekt sub6 über meinen Radlbauer gekommen. Ich hatte die Gelegenheit genutzt, mein altes Titanbike aus dem Jahre 2013 an einen Freund nach Mailand zu verkaufen. Das „alte“ Rad kam straßengestellt auf 6,7 kg. Das Rad war eigentlich noch im Topzustand, so dass das neue nun doch einen leichteren Aufbau erhalten musste. Es ist klar, dass ein 6-kg-Bike sicher wesentlich leichter auf Carbonbasis aufzubauen ist, aber nachdem „sub6“ mein sechstes Bike aus Titan ist (4 davon sind noch in meinem Besitz), wollte ich auch diesmal nicht fremdgehen. Also entweder gefällt die Art Bike oder nicht, dazwischen gibt es nicht viel…

Was zeichnet das Rad für Dich besonders aus? Wenn es ein Selbstaufbau oder Tuning ist. Worauf hast du besonders geachtet?

Das Rad zeichnet sich durch die Einzigartigkeit des Titans aus, nicht zuletzt ist es ein Maßrad – es sollte sehr minimalistisch wirken, möglichst nur aus 2 Farben bestehen – nur die Kette in Farbe Gold. Der Aufbau wurde durch meinen Radlbauer Pichler Werner von Rewel-Bike in Bozen vorgenommen. Das Endprodukt sollte auf jeden Fall trotz des geringen Gewichtes absolut alltagstauglich sein. Das Projekt sub6 ist natürlich der Aufbau im Race-Kit (bikebeat Überflieger Pro, Veloflex). Für den Alltag fahre ich Alufelgen und Conti5000. Aber auch in der Alltagsversion bleiben wir fahrfertig unter 7 kg.

Besondere Beachtung während des Aufbaus wurde natürlich auf das Gewicht der Einzelteile gelegt, und natürlich sollte auch der Preis nicht aus dem groben Rahmen fallen.

Rewel Titan sub 6 Kilo-2
# Rewel Titan sub 6 Kilo-2

Bleibt jetzt alles so oder wird es weitere Ausbaustufen geben?

Das Bike wird so bleiben.

Was wiegt Dein Renner der Woche?

Aktuell 6,03 kg. Sub6 wurden nicht erreicht, nachdem sich bei den Laufrädern eine kleine Abweichung zwischen Datenblattgewicht und Realgewicht herausstellte. Wir haben daraufhin aber nichts mehr ändern wollen.

Wo fährst du mit diesem Rennrad? Welche Rennen, RTF doer andere Veranstaltungen hat es schon bestritten?

Wie gesagt benutze ich das Rad zum Training und möchte es für zukünftige Rennen verwenden. Ich werde das Rad für Triathlons über die olympische Distanz bzw. für reine Bergrennen verwenden.

Wie würdest du das Fahrverhalten des Rades charakterisieren?

Das Rad fährt sich überraschend gut. Es beschleunigt sehr schnell, fühlt sich aber auch bei hohen Geschwindigkeiten sehr stabil an.

Wie würdest Du dich jetzt selbst als Rennradfahrer charakterisieren?

Sehr leidenschaftlich. Alleinfahrend trainingsorientiert, in der Gruppe angepasst mit Genuss.

Wie bist Du zum Forum von Rennrad-News gekommen?

Kann ich nicht mehr nachvollziehen, irgendwie über die Seite gestolpert.

Was macht für Dich den Reiz des Rennradfahrens aus?

Der Spass am Ausdauersport ganz allgemein, das Finden des inneren Gleichgewichtes und nicht zuletzt das Messen im Wettkampf.

Rewel Titan sub 6 Kilo-1
# Rewel Titan sub 6 Kilo-1

Dein Verhältnis zur Radbranche – immer das Neueste oder am liebsten noch mit Rahmenschalthebel?

Schwierige Antwort. Mein erstes Rennrad aus Titan z.b. habe ich mittlerweile in einen Cafe-Racer umbauen lassen mit Rohloffschaltung, Bullhornlenker usw. – absoluter Retrostyle und erfreut mich auch ungemein. Geht es dann wieder an ein neues Projekt, schaue ich mich natürlich um, was der Markt bietet, aber jedem Trend laufe ich bestimmt nicht nach.

Was ist deine persönliche Lieblings-Trainingrunde?

Eindeutig: Sterzing – Jaufenpass 😊

Technische Daten: Rewel Titan Maßrahmen, ca. Größe 56 cm

Rahmen: Rewel Titan, Maßrahmen (ca. Größe 56)
Gabel: 3T Rigida LDT
Schalthebel: SRAM RED
Ritzel/Abstufung: SRAM RED / 11-25/ BSA GPX
Tretkurbel/Abstufung/Innenlager: SRAM RED / 50/34 / BSA GPX
Pedale: Look Keo Blade Carbon Ti
Kette: KMC X11 SL
Bremsen: SRAM Red
Laufräder: Bikebeat Überflieger Pro, Carbon
Reifen: Veloflex Record
Sattel: Tune Alcantara Speedneedle
Vorbau/Lenker: DEDA Superleggera/ DEDA Superleggera
Lenkerband: Con-tec Kork 2K
Sonstiges: Schnellspanner Tune DC 100/130

[UPDATE 12. Mai, 8:26 Uhr]

Das Rewel Titan auf der Waage ohne Schläuche, wie Franzensfeste-3 angibt
# Das Rewel Titan auf der Waage ohne Schläuche, wie Franzensfeste-3 angibt

Wie gefällt euch dieses superleichte Rewel Titan?

Über den Renner der Woche

Ihr habt auch ein Rad, dass sich bestens in die ehrenhafte Riege der „Renner der Woche“ einfügen kann? Dann lest euch die Regeln für folgendes Album durch und ladet ein Bild in selbiges hoch. Viel Erfolg! Hier zu den Regeln: fotos.rennrad-news.de/p/455915 / Das Album findet ihr hier: Renner der Woche Fotoalbum.

Die letzten Renner der Woche findet ihr hier:

Hier findest du alle Renner der Woche!

  1. benutzerbild

    Knobi

    dabei seit 05/2004

    Das Rewel gefällt mir und es hat immernoch typische Rewel-Merkmale, die man dort schon seit den 80ern findet. Mir gefällt übrigens auch, dass es diese Firma nach all den Jahren noch gibt und sie nach wie vor mit ihren Nischenprodukten erfolgreich ist. Von Rewel habe ich schon viele interessante, oft auch nur völlig schräge Lösungen gesehen, die allesamt sagen: Hier hat man Spaß an der Sache. Nach unten versetzte Kettenstreben für mehr Reifenfreiheit im MTB-Hinterbau gab es da z.B. schon Ende der 80er, und die 7-Kilo-Grenze bei Rennrädern fiel ca. 1990.

    Die Rechnerei zum Radfahren finde ich hochinteressant, könnte die Ergebnisse aber sowieso nicht umsetzen. Ganz persönliche Ziele beim Basteln, die nicht unbedingt Sinn ergeben müssen, mag ich auch, z.B. ein möglichst leichtes Stadtrad zu bauen oder einen sauschweren Reisedampfer aus den 70ern mit viel Feinarbeit zumindest auf 11 Kilo zu bringen, was bei dem Ding natürlich überhaupt keine Rolle spielt.
    Wenn ich wirklich Gewicht sparen will, kann ich das am Fahrer sehr viel besser tun: Der schwankt im Jahresmittel sowieso um 5-6 Kilo und war vor einigen Jahren an der persönlichen Untergrenze "fast ohne Fett" immernoch nicht leicht für seine Größe. Ein altgedienter Radhändler, der mich vorher länger nicht gesehen hatte, fragte erstaunt, wie viel denn fehlt - und zückte, wirklich wahr, Taschenrechner und Stift, um mir freudestrahlend zu belegen, dass ich den längsten Berg in der Umgebung jetzt 20 Minuten schneller hochfahren könnte. Da dachte ich dann auch so, "HÄ?!?", und habe es versucht. Es war mein schwächstes Jahr seit langem...
    Die Aero-Rechnerei und Windkanaltests mag ich übrigens auch, obwohl ich so eine Position heute nicht mehr lange halten könnte. Theorie, Messung und Versuch finde ich auch dann aufschlussreich, wenn sie mit meinem persönlichen Fahrerlebnis und den sowieso nicht vorhandenen Zielen überhaupt nichts zu tun haben.
  2. benutzerbild

    lakecyclist

    dabei seit 10/2018

    Karl Napp schrieb:

    O.K. . nehmen wir einen Fahrer mit 30 Kg und ein Rad mit 20 Kg. Bei 50 Kg müsste der ja sauschnell bergauffahren können. Die Denke mit leichtem Fahrer und Radgewicht funzt nur sehr eingeschränkt.

    MaxSchuppenhauer schrieb:

    Sofern er nen hohen Wattoutput hat, würde er das ja auch. Die Sache ist halt, dass er halt ja schon bei 120 Watt 4watt/kg treten würde. Das ist für ganz gute Hobbysportler ein halbwegs realistischer Wert. Mehr als diese 120 Watt würde er halt kaum schaffen. Aber jetzt wiegt das Rad halt fast noch so viel wie er selbst, dementsprechend würde er wahrscheinlich tatsächlich langsam hoch fahren. Wäre das Rad 10kg schwerer, wären die Watt/kg dann ja schon halbiert! Und klar, dass macht dich dann halt super langsam.

    Aber deine Annahme ist ja auch total absurd. Das Rad macht ja 2/3 des Gesamtgewichts aus. Selbst bei leichten Fahrern macht das Rad in der Realität aber nur um die 10% des Gesamtgewichts aus. 90kg schwere Menschen fahren ja keine 60kg schweren Räder. Dementsprechend ist es da auch viel egaler, ob das Rad nun ein Kilo mehr oder weniger wiegt. Aber ja, desto leichter der Fahrer, umso relevanter das Gewicht des Rades.

    Das wollte ich auch in dieser Art beantworten. Es geht ja darum den Fahrer zu optimieren, also leichter werden ohne an Leistung einzubüßen. Das hatte @Karl Napp aber vermutlich nicht verstanden.
  3. benutzerbild

    Karl Napp

    dabei seit 11/2013

    lakecyclist schrieb:

    Das wollte ich auch in dieser Art beantworten. Es geht ja darum den Fahrer zu optimieren, also leichter werden ohne an Leistung einzubüßen. Das hatte @Karl Napp aber vermutlich nicht verstanden.

    Klar verstehe ich das. Deswegen schrob ich ja auch, dass die die Sache mit der Fahrergewichtsoptimierung statt einem leichteren Rad nur sehr Eingeschränkt möglich ist. Man kann auch davon ausgehen, das die meisten Besitzer von 7Kg Rädern schon selbst gewichtoptimiert sind und da höchstens ein paar Gramm herauszuholen sind.
  4. benutzerbild

    MaxSchuppenhauer

    dabei seit 08/2014

    Karl Napp schrieb:

    Klar verstehe ich das. Deswegen schrob ich ja auch, dass die die Sache mit der Fahrergewichtsoptimierung statt einem leichteren Rad nur sehr Eingeschränkt möglich ist. Man kann auch davon ausgehen, das die meisten Besitzer von 7Kg Rädern schon selbst gewichtoptimiert sind und da höchstens ein paar Gramm herauszuholen sind.


    Du scheinst die Rechnung wirklich nicht so ganz verinnerlicht zu haben.
    Nochmal:
    Gewicht ist vorallendingen am Berg relevant. Dort zählt nämlich nicht primär der absolute Wattoutput, sondern die Watt/kg. Nimm mal einen 70kg schweren Fahrer, was ja schon ein leichterer Mensch ist. Bei 4 Watt/kg tritt der 280 Watt. Jetzt kommt noch sein 7kg schweres Rad dazu. Dann müsste er 308 Watt treten, um auf die 4 Watt/kg zu kommen. Hat er ein 8kg schweres Rad, müsste er nun stolze 312 Watt treten, um auf die 4 Watt/kg zu kommen. Das sind 4 Watt mehr. Ich kenn niemanden persönlich, der wirklich auf 4 Watt unterschied genau treten kann. 4 Watt sind einfach noch völlig normale Schwankungen beim treten.

    Wie du siehst, macht es also auch bei einem leichten Fahrer offenbar keinen sonderlich großen Unterschied, ob das Rad nun ein kg mehr oder weniger wiegt. Bei schwereren Fahrern wird der Unterschied entsprechend noch unbedeutender.

    Klar, sofern man wirklich einen so optimierten Körper hat, dass man körperlich nichts mehr verändern kann, ergibt es Sinn da zu tunen. Vorher würde ich mir aber ganz genau überlegen, wie viel Wasser ich mitnehme, wie viel Essen ich mitnehme, ob Dreck am Schuh ist etc.
    So durchoptimiert sind die wenigsten Menschen.
  5. benutzerbild

    lakecyclist

    dabei seit 10/2018

    Karl Napp schrieb:

    Klar verstehe ich das. Deswegen schrob ich ja auch, dass die die Sache mit der Fahrergewichtsoptimierung statt einem leichteren Rad nur sehr Eingeschränkt möglich ist. Man kann auch davon ausgehen, das die meisten Besitzer von 7Kg Rädern schon selbst gewichtoptimiert sind und da höchstens ein paar Gramm herauszuholen sind.

    Du hast da was vertauscht. Ein Rad gewichtsmäßig zu optimieren ist schwierig. Angenommen, du hast ein 7 kg Rad und es soll 6 kg haben. Um das zu schaffen muss du einen Riesenaufwand betreiben. An sich selbst 1 kg abnehmen ist da deutlich einfacher.
    Glaub auch ja nicht, das gewichtsoptimierter Räder nur von gewichtsoptimierten Fahrern gefahren werden. Das Gegenteil dürfte häufiger der Fall sein

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