[Update] DT Swiss Laufrad-Rückruf 80 % abgewickelt, Handlungsbedarf bleibt

DT Swiss hat ein weiteres Status-Update zum laufenden Laufrad-Rückruf veröffentlicht und appelliert eindringlich an alle noch nicht reagierenden Besitzer betroffener Laufräder. Zwar wurden laut Hersteller bereits 80,3 Prozent der potenziell betroffenen Produkte registriert und geprüft, doch weiterhin befinden sich ungeprüfte Laufräder im Umlauf. Der Rückruf betrifft Laufräder mit Lieferdatum ab dem 01. August 2024 aus den Modellreihen ERC, CRC, HEC und ARC sowie bestimmte Swiss Side HADRON Laufräder.
Titelbild

Update vom 18.12.2025 – 80,3 % der betroffenen Laufräder bereits abgewickelt

DT Swiss hat ein weiteres Status-Update zum laufenden Laufrad-Rückruf veröffentlicht und zieht eine Zwischenbilanz. Demnach konnten bislang 80,3 Prozent aller potenziell betroffenen Laufräder erfolgreich abgewickelt werden. Diese Räder wurden registriert, vom Markt zurückgeholt, im Rahmen des erweiterten Prüfverfahrens getestet und anschließend entweder freigegeben oder ersetzt.

Der Hersteller betont, dass der Rückruf für alle Beteiligten mit erheblichem Aufwand verbunden sei, Sicherheit jedoch jederzeit oberste Priorität habe. Seit Bekanntwerden der ersten Schadensfälle arbeite ein dediziertes Team kontinuierlich daran, sämtliche potenziell betroffenen Produkte eindeutig zu identifizieren und einzeln zu überprüfen.

Laut DT Swiss bestehen aktuell noch offene Fälle, weil:

  • bereits registrierte Laufräder noch nicht an die Prüfzentren eingesendet wurden,
  • ein Teil der geprüften Laufräder die Qualitätsprüfung nicht bestanden hat und ersetzt werden muss,
  • es vereinzelt zu logistischen Verzögerungen oder Transportschäden kam.

DT Swiss appelliert daher erneut eindringlich an alle Fahrerinnen und Fahrer, ihre Laufräder zu überprüfen und – falls betroffen – einzusenden. Nur so könne ausgeschlossen werden, dass ungeprüfte Produkte weiterhin im Einsatz sind. Die aktuellen Durchlaufzeiten in den Testzentren liegen laut Hersteller bei lediglich wenigen Tagen (zuzüglich Versand).

Zur Unterstützung bittet DT Swiss Medien, Händler und die Community, den Rückruf weiter zu kommunizieren. Die Prüfung erfolgt ausschließlich über die DT Swiss ID auf der offiziellen Recall-Seite unter www.dtswiss.com/recall.

Update vom 15.08.2025 – So erkennt man geprüfte und freigegebene Laufräder

DT Swiss hat die Abwicklung des Rückrufs weiter beschleunigt und nach eigener Angabe seit dieser Woche bereits mit der Rücklieferung geprüfter und freigegebener Laufräder an Kundinnen und Kunden begonnen. Gleichzeitig informiert der Hersteller jetzt detailliert, wie sich zweifelsfrei feststellen lässt, ob ein Laufrad bereits geprüft und freigegeben wurde:

  • Alle geprüften und freigegebenen Laufräder tragen einen runden „Quality Check“-Sticker direkt neben der DT Swiss ID.
  • Eine eindeutige Freigabe ist nur per Scan des QR-Codes neben der ID möglich. Dieser enthält die 12-stellige Seriennummer des Laufrads:
    • Die ersten 7 Ziffern = Produktionslos (aufgedruckt neben dem QR-Code)
    • Die letzten 5 Ziffern = individuelle Seriennummer (nicht sichtbar auf dem Laufrad)
  • Nur wenn die komplette 12-stellige Seriennummer in der Recall-Whitelist von DT Swiss enthalten ist, gilt das Laufrad als geprüft und sicher.
  • Die 7-stellige Losnummer allein kann weiterhin als „potenziell betroffen“ erscheinen – entscheidend ist die Kombination aus Quality Check-Sticker + Whitelist-Eintrag.

Die Whitelist wird laufend aktualisiert, es kann bis zu 2 Tage dauern, bis eine Seriennummer nach der Prüfung im System als freigegeben erscheint. Alle Details mit Bildern und Schritt-für-Schritt-Anleitung gibt es auf der offiziellen Recall-Seite: www.dtswiss.com/recall.

Update vom 30.07.2025 – Auch Swiss Side Laufräder betroffen

Nach dem erweiterten Rückruf werden jetzt auch Laufräder von DT Swiss Partner Swiss Side zurückgerufen. Betroffen sind Laufräder der HADRON Laufradreihe. Welche Modelle genau betroffen sind, erfahrt ihr hier: Swiss Side Rückruf HADRON-Laufräder.

Update vom 29.07.2025 – DT Swiss weitet Laufradrückruf aus: Noch mehr Modelle betroffen

DT Swiss weitet den Rückruf aus – neben den bereits genannten ERC/CRC/HEC-Reihen umfasst die Maßnahme jetzt auch die ARC-Familie. Zudem wurde das betroffene Auslieferungsfenster erweitert – potenziell betroffen können alle Laufräder sein, die ab dem 1. August 2024 ausgeliefert wurden und deren Carbonfelgen in Vietnam gefertigt wurden; maßgeblich ist eine DT-Swiss-ID ab 2740000.

Im Zweifel gilt: Sowohl Vorder- als auch Hinterrad eines Komplettbikes können betroffen sein. Fehlt der ID-Aufkleber, kann die unter dem Felgenband liegende Felgen-Seriennummer per Mail an [email protected] gemeldet werden. Nach Online-Registrierung prüft DT Swiss jedes eingesendete Laufrad mit einem eigens für den Rückruf entwickelten Test, der die ISO-4210-Vorgaben übertreffen soll. Unbedenkliche Produkte werden gekennzeichnet und freigegeben, fehlerhafte durch ein neues Laufrad gleichen Typs ersetzt. Die neu hinzugekommenen ARC-Modelle im Überblick:

  • ARC 1100 DICUT 50 / 55 / 65
  • ARC 1400 DICUT 50 / 55 / 65
  • ARC 1600 DICUT 50 / 55 / 65
  • ARC 1600 SPLINE 50 / 55 / 65

Hier gibt’s den kompletten Rückruf als PDF:

PDF-Vorschaubild
PDF öffnen

Meldung vom 13.07.2025 – DT Swiss ruft bestimmte Laufräder zurück: Nutzung sofort einstellen!

Der Schweizer Laufradhersteller DT Swiss hat am 12. Juli 2025 eine dringende Sicherheitswarnung veröffentlicht: Betroffen sind bestimmte Modelle der Laufradserien ERC, CRC und HEC mit einer Felgenhöhe von 35 oder 45 mm und einer DT Swiss ID größer als 2750000. Diese Räder sollen bis auf Weiteres nicht mehr verwendet werden.

Grund für den Rückruf

In mehreren Fällen kam es zu einem strukturellen Versagen der Felge, konkret zur Delaminierung des Felgenhorns – also zur Trennung der Carbonschichten. Dies kann die Stabilität des Laufrads massiv beeinträchtigen und ein hohes Unfallrisiko darstellen. Die gemeldeten Vorfälle betrafen ausschließlich Räder, die ab dem 1. September 2024 produziert und ausgeliefert wurden.

Hier zwei der betroffenen Modelle

DT-Swiss CRC
# DT-Swiss CRC
DT-Swiss ERC
# DT-Swiss ERC

Mögliche Folgen

Die Schäden können laut DT Swiss zu schweren Verletzungen oder sogar Todesfällen führen. Deshalb wurden nicht nur Endkunden, sondern auch Distributoren, Fahrradhersteller und Einzelhändler angewiesen, betroffene Produkte sofort aus dem Handel zu nehmen.

So erkennst du, ob dein Laufrad betroffen ist

  • Nicht mehr fahren, bis eine Überprüfung erfolgt ist.
  • Auf der Website www.dtswiss.com/recall prüfen, ob es sich um ein Modell der Serien ERC, CRC oder HEC mit 35 oder 45 mm Felgenhöhe handelt.
  • DT Swiss ID prüfen: Nur Produkte mit einer ID größer als 2750000 sind potenziell betroffen.
  • Wer kein solches Laufrad besitzt oder eine ID unterhalb der genannten Schwelle hat, kann sein Produkt weiterhin verwenden.

So findest du die DT-Swiss ID

#
#

Bei Unsicherheiten hilft der DT Swiss Support weiter – per Mail unter [email protected] oder telefonisch (Hotlines für Europa, Nordamerika und Asien sind verfügbar).

Weitere Schritte

DT Swiss hat angekündigt, die Ursache genau zu untersuchen. Nach Abschluss der Analyse sollen konkrete Maßnahmen folgen – diese könnten von einer Überprüfung bis hin zum Austausch der Laufräder reichen. Über die speziell eingerichtete Recall-Seite können Kund:innen ihre Seriennummer in Kürze auch online registrieren, um automatisch über nächste Schritte informiert zu werden.

Infos und Bilder: Pressemitteilung DT-Swiss

855 Kommentare

» Alle Kommentare im Forum
  1. welch' Ironie: viele Profiteams und auch Hersteller kehren zu Hakenfelgen zurück... die Messe ist gelesen, die meisten Menschen haben verstanden, daß für MTB/Gravel tubeless und hookless perfekt sind, am Rennrad aber wegen der höheren Drücke eine Hakenfelge deutlich mehr Sicherheit bietet.
    ... hast du Fakten, Zahlen Belege? Hast du nicht. Ich wäre vorsichtig. Nicht bewiesene Aussagen, die eine ganze Branche verunglimpfen, könnten schnell mal als Veleumdung verstanden werden.
  2. ... hast du Fakten, Zahlen Belege? Hast du nicht. Ich wäre vorsichtig. Nicht bewiesene Aussagen, die eine ganze Branche verunglimpfen, könnten schnell mal als Veleumdung verstanden werden.
    in dem Beitrag wird doch niemand verunglimpft. Es wird nur auf die höhere Sicherheit einer anderen Lösung verwiesen. Gürtel und Hosenträger sind sicherer als Gürtel oder Hosenträger alleine
  3. Schau dir mal das Interview mit dem Newmen-Chef an, die ziehen sich bei Straßenlaufrädern auch von Hookless zurück.

  4. ... hast du Fakten, Zahlen Belege? Hast du nicht. Ich wäre vorsichtig. Nicht bewiesene Aussagen, die eine ganze Branche verunglimpfen, könnten schnell mal als Veleumdung verstanden werden.
    Schlage doch bitte erst einmal nach, was der Begriff Verleumdung bedeutet.
    Und ja, die Messe ist gelesen. Man muss sich nur die ganzen aktuellen Neuvorstellungen bei Wettkampfrädern im Rennradbereich anschauen. Und das gilt auch für die Maulweite, da kehrt nun auch die Erkenntnis ein, dass immer breiter nicht besser ist. Aber die ganzen Entwicklungsteams & Co haben nach deiner Sicht bestimmt keinen Sachverstand.
  5. ... hast du Fakten, Zahlen Belege? Hast du nicht. Ich wäre vorsichtig. Nicht bewiesene Aussagen, die eine ganze Branche verunglimpfen, könnten schnell mal als Veleumdung verstanden werden.
    Wenn man keine fachlichen Argumente mehr hat, stößt man lächerliche Drohungen aus - sorry, meine Behauptungen sind in keiner Weise justitiabel. Hingegen ist es durchaus justitiabel, wenn man, so wie Du, auch nur indirekt Drohungen ausspricht - das solltest Du mal lieber ganz vorsichtig sein!

    Ich muß hier nicht Deinen ad-hominem-"Argumenten" und whatsaboutism dienen; wer es wissen will, findet eine erdrückende Evidenz induktiv (rein durch Nachdenken und technisches Verständnis kommt man zu dem Schluß, daß bei den hohen Drücken von RR-Pneu Haken eine verdammt gute Idee sind) wie deduktiv (viele dokumentierte Unfälle) vor. Wird die ZIPP-Fanboys nicht beeindrucken... ist mir aber auch wurscht! Ich weiß, wa ich tue - das gestern angelieferte Race Gravel heute auf tubeless umgebaut; es gibt bei mir von den Rädern mit mehr als 32mm Reifenbreite nur noch vier commuter bikes und das MTB des Sohnes, was sinnigerweise in den 24er Felgen Autoventilbohrungen hat, die nicht "tubeless" und hakenlos/minihaken sind. Umgekehrt sind die beiden RR selbstverständlich mit Hakenfelgen und Schläuchen ausgestattet - letzteres nicht aus Sicherheitsgründen, sondern weil ich keine Lust habe, noch mehr nachpumpen zu müssen.
Was meinst du?

Wir laden dich ein, jeden Artikel bei uns im Forum zu kommentieren und diskutieren. Schau dir die bisherige Diskussion an oder kommentiere einfach im folgenden Formular: