SQlab One12 Rennrad-Hose mit PHNTM-Polster im ersten Test Flacher, härter…besser?

Die SQlab SQ-Shorts ONE12 Bibshorts ist anders als die meisten anderen Rennrad-Bibshorts – denn mit dem superdünnen PHNTM-Polster, das je nach Pad-Modell zwischen 4 und 8 mm dünn ist, sticht die ONE12 ziemlich aus der Menge heraus. Bringt ein so straffes, kaum spürbares Polster etwas? Oder ist es gar besser als ein reguläres, dickes Polster? Wir haben es getestet.
Titelbild

SQlab SQ-Shorts ONE12 Bibshorts: Infos und Preis

Der Clou an der Hose ist definitiv das Pad – und dieses fällt durch die extrem dünne Form auf. Statt wie andere Hersteller auf viel Volumen zu setzen, gibt es bei SQlab mit dem PHNTM Pad eine stark verdichtete Schaumstruktur, die je nach Hosenvariante nur zwischen 4 und 8 Millimeter dick ist. Dies hat laut SQlab folgende Vorteile: Es bleibt nicht nur – gerade für lange Ausfahrten relevant – formstabil, sondern soll auch der Bewegung des Körpers folgen und die Scherkräfte, also die Bewegung des Polsters gegen die Haut, verringern.

Aber geht dann nicht der Komfort verloren, den man doch von den gemütlichen, dicken Polstern kennt? SQlab sagt nein und ist der Meinung, dass Komfort nicht durch ein dickes Polster entsteht, sondern durch gleichmäßige Druckverteilung. Während dickere Polster die Sitzknochen einsinken ließen und durch den konzentrierten Druck die Reibung steige, soll das PHNTM Pad immer sicher an Ort und Stelle bleiben. Die Träger sind enorm elastisch und zugleich breit, die Beinabschlüsse sind mit einer breiten Silikonschicht versehen. Mesh-Material in der Rückenmitte soll die Bib luftig halten.

  • eng geschnittene Bibshort
  • PHNTM Pad mit 5 mm Dicke
  • High-Density-Foam mit 360 kg/m³
  • laut SQlab direktes Fahrgefühl ohne Druckpunkte oder Verrutschen
  • körpernaher Schnitt mit leicht komprimierender Wirkung
  • breite Träger, elastisches Rückenteil, flache Nähte und breite Beinabschlüsse
  • Material 65 % Nylon, 35 % Elasthan
  • Schaum zertifiziert nach OEKO-TEX® STANDARD 100, Bezugsstoff bluesign®-geprüft
  • Herstellungsland Litauen
  • Farbe 900 black
  • Größen 46/XS, 48/S, 50/M, 52/L, 54/XL, 56/XXL
  • www.sq-lab.com
  • Preis 199,95 €
Dünn, dünner, PHNTM – der Clou der SQlab ONE12 ist das superdünne Polster.
# Dünn, dünner, PHNTM – der Clou der SQlab ONE12 ist das superdünne Polster.
Diashow: SQlab One12 Bibshorts mit PHNTM-Polster im ersten Test: Flacher, härter … besser?
Die breite Rückenpartie verfügt über Mesh-Einsätze für bessere Belüftung.
Die Beinabschlüsse sind großzügig mit Silikonprints versehen, damit nichts rutscht.
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Neben der ONE12 gibt es mit der SQlab ONE12R übrigens noch eine Version mit noch dünnerem Polster – die ONE12R kommt mit PHNTM Pad mit 4 mm Dicke und ist noch mehr auf den Leistungsbereich getrimmt. Dabei ist das Pad für eine nach vorn rotierte Sitzposition optimiert und soll perfekt für Wettkämpfe sein.

Das PHNTM Pad aufgeschlüsselt
# Das PHNTM Pad aufgeschlüsselt – es ist extrem dünn, aber trotzdem atmungsaktiv und sorgt für gleichbleibenden Druck.
Wer verwundert ist, warum die Nähte im Foto oben minimal Falten werfen
# Wer verwundert ist, warum die Nähte im Foto oben minimal Falten werfen – die ONE12 und ONE12R sind so auf die Fahrposition angepasst, dass sie dort auch perfekt passen.
Das Polster trägt kaum auf und schmiegt sich sehr angenehm an den Körper.
# Das Polster trägt kaum auf und schmiegt sich sehr angenehm an den Körper.
Die Beinabschlüsse sind großzügig mit Silikonprints versehen, damit nichts rutscht.
# Die Beinabschlüsse sind großzügig mit Silikonprints versehen, damit nichts rutscht.
Die breite Rückenpartie verfügt über Mesh-Einsätze für bessere Belüftung.
# Die breite Rückenpartie verfügt über Mesh-Einsätze für bessere Belüftung.

Auf dem Kurs

Skeptisch war ich zunächst, zugegeben – vor einigen Jahren bin ich bereits einmal kurz mit einem der dünnen Pads von SQlab gefahren und konnte mich damals, ehrlicherweise, nicht allzu sehr damit anfreunden. Das dürfte allerdings auch dem Umstand geschuldet gewesen sein, dass meine Fahrzeit damals sehr begrenzt war, anders als beim jetzigen ersten Test. Meine Ausfahrten des jetzigen Tests hatten jeweils Umfänge einer verlängerten Feierabendrunde– immer mindestens 70 Kilometer pro Tour, mal sehr flach und zügig, mal eher bergig mit vierstelliger Höhenmeteranzahl bei 30 °C Außentemperatur. Doch bevor ich mich an mehrstündige Ausfahrten wagte, ging es mit der ONE12 mehrmals auf meine knapp einstündige Hausrunde mit 33 Kilometern.

Die Passform beim ersten Anziehen kann überzeugen: Größe XL passt mir mit 1,93 m Körpergröße hervorragend. Zwar eng anliegend, aber komfortabel – während ich die damalige SQlab Bib im Frontbereich als etwas unkomfortabel eng geschnitten empfand, passt bei der neuen ONE12 alles perfekt. Was außerdem direkt auffällt: Das „Windelgefühl“ fehlt. Schon im kalten Zustand schmiegt sich das schmale Polster an den Körper an und bleibt auch immer dort, auch wenn man das Rad mal schiebt oder im Café einkehrt – das kenne ich von Konkurrenzprodukten durchaus anders.

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts
# Wie Sie sehen, sehen Sie nichts – das Polster verschwindet praktisch.

Ab in den Sattel: Das ist definitiv ungewohnt. Ich vermisse die dicken Polster der Konkurrenz-Bibs, die mir in der Vergangenheit immer ein angenehmes Sofa-Feeling geboten haben und die ich eigentlich sehr mag. Die Hausrunde fertig gefahren, bin ich immer noch nicht ganz warm mit der Hose. Zu kurz die Runde, um sich wirklich auf das neue Gefühl einzustellen, zu ungewohnt das Gefühl.

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Aber es wird ja kommuniziert, dass es mit der Zeit immer besser und das Gefühl gerade bei mehrstündigen Ausfahrten angenehmer wird. Und irgendwann auf einer der längeren Touren fange ich dann auch an, die Hose zu verstehen. Denn eine Sache fällt auf: Während ich bei Bibs mit dicken Polstern nach einigen Stunden immer irgendwann auf dem Hintern herumrutsche, um die richtige Sattelposition zu finden, das Polster beim Draufsetzen verrutscht oder es gar schmerzt, sich hinzusetzen, passiert bei der SQlab Bib all dies: nicht. Ja, das Polster ist straff. Aber auch ja: Das stört tatsächlich gar nicht. Denn das Polster bleibt zu 100 % während der Tour an Ort und Stelle, gibt nicht nach und auch nach einem kurzen Wiegetritt setzt man sich einfach wieder hin, ohne groß das Polster zu beachten. Wichtig zu erwähnen: Ich bin die Bib mit einem aktuellen SQlab 612 in der für mich passenden Breite gefahren, denn die besten Polster nutzen nichts, wenn die Sitzknochen nicht gut zum Sattel passen. Wenn das allerdings der Fall ist, ist die Dicke der Polsterung sicher nicht der Knackpunkt, wenn es um Komfort geht.

Der Effekt zeigt sich erst, wenn man sich warmgefahren hat
# Der Effekt zeigt sich erst, wenn man sich warmgefahren hat – gerade auf längeren Touren funktioniert die Hose mit dem PHNTM-Pad super.

Auch der Rest der Bib gibt sich keine Blöße: Die Träger sind schön breit, verrutschen nicht und halten das Körperklima dank Mesh-Rücken im Gleichgewicht. Auch die Hosenbeine bleiben dank großzügiger Silikonprints auf der Innenseite immer da, wo sie sein sollen. Kein Hauptpunkt, aber durchaus erwähnenswert: Auch optisch sieht das ehrlicherweise gefälliger aus als mit einem dicken Polster.

Auch auf längeren Touren fühlt sich die Hose sehr bequem an
# Auch auf längeren Touren fühlt sich die Hose sehr bequem an – dank Silikonprints verrutscht nichts.

Fazit

Die SQlab ONE12 Bibshorts mit PHNTM-Polster kann auf den ersten langen Ausfahrten überzeugen: Skeptische Blicke auf das superdünne Pad straft die ONE12 Lügen, denn es funktioniert – eine Eingewöhnungszeit vorausgesetzt – tatsächlich richtig gut. Das Polster bleibt, egal auf welcher Rundenlänge, dort, wo es sein soll, verrutscht nicht und bietet dauerhaft die gleiche Belastung, ohne sich zu verformen. Dadurch ist der Komfort hoch und bleibt vor allem auch. Wie sich die Hose auf richtig langen Gran Fondos verhält, werden wir weiter testen – bis hierhin macht die ONE12 einen richtig guten Job.

SQ-Lab Sq-Short One12 Women
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Wäre die SQlab SQ-Shorts ONE12 mit dünnem, festem Polster eine Option für eure nächste Ausfahrt?

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25 Kommentare

» Alle Kommentare im Forum
  1. Ich fahre auf dem Rennrad (fast) von Anfang an eine Kombi aus SQLab Sattel (612 Active) und Polster. Die dicken Polster anderer Hersteller mochte ich noch nie.

    "Früher" hatte Vaude noch einige Bibs mit SQLab-Polster, die haben sie aber nicht mehr im Sortiment. Ich habe noch einige kurzbeinige und einige langbeinige in Gebrauch. Die Bibs selbst waren "gut" bis "meh" (die kurze Kuro Bib z. B. ist einfach durchsichtig, obwohl schwarz).
    Die Polster bei Vaude hatten alle ein oranges SQLab-Sitzpolster.
    Dann habe ich noch Bibs von Triple2. Die scheinen alle die SQLab-Polster der neueren Generationen zu haben (One11, One12); aber wenn ich ehrlich bin, checke bzw. fühle ich die Unterschiede zwischen den orangen und den neueren Polstern nicht. Will ich auch gar nicht, ist mir auch egal, da keine Beschwerden mit keinem der SQLab-Polster. Meistens fahre ich zwischen 2h und 4h, selten mehrere Tage hintereinander. Das längste war einen Tag im Sattel (irgendwas mit ca. 120km bzw. 1700hm) bzw. drei Tage direkt hintereinander mehrere kürzere Ausfahrten (je zwischen 2h und 4h).
    Wenn mich eine Sache stören würde: Die neueren Sitzpolster von SQLab gehen vorne recht weit Richtung Bauchnabel hoch, d. h. sie bedecken den Schamhaarbereich und dann wird es manchmal etwas schwitzig. Ich weiß nicht, ob es an den Polstern, Schnitt/Größe der Hose oder an mir oder sonst was liegt, aber es stört mich jetzt auch nicht so sehr, dass ich die Bibs nicht mehr tragen möchte.

    So weit bin ich also mit Sattel und Polstern zufrieden und habe keinen Veränderungsdruck. Müsste ich mich neu für ein System entscheiden, würde ich mir mal Everve mit den Sätten und polsterlosen Hosen genauer ansehen.

    Triple2 kenne ich schon viele Jahre und finde ich an sich sympathisch, da sie Augenmerk auf Nachhaltigkeit und Produktion in Europa legen und auch durchaus experimentierfreudig bei Innovationen und neuen Materialien sind. Ich habe auch schon paar mal E-Mails hingeschickt, da hat der Gründer (scheint eh kein großer Betrieb zu sein) immer persönlich geantwortet.
    Ich habe (nicht nur fürs Rad) ein paar Klamotten von denen, nicht alle sind perfekt: Z. B. fand ich cool, dass sie mal Radtriktots aus einer Merino-Tencel-Mischung herausgebracht haben, aber das habe ich dann gar nicht so gerne getragen, weil es subjektiv ziemlich lange zum Trocknen gebraucht hat.
    Mit den Bibs bin ich so weit zufrieden. Das aktuelle Vertriebsmodell scheint auf Vorbestellung fokussiert zu sein; d. h. man kauft und kriegt's dann irgendwann zugeschickt (finde ich aus Nachhaltigkeitsaspekten eigentlich nicht verkehrt); Retouren werden dann im Shop abverkauft. Bei diesen Vorbestellungen gibt's immer 20% Rabatt, sodass man z. B. die aktuelle (insgesamt hochwertige, wie ich finde) Cargo-Bib mit SQLab-Polster derzeit mit Versand für 192€ bekommt.
    Ich habe einen Dauerrabattcode (den ich grundsätzlich auch teilen darf), mit dem man 20% bei denen bekommt, jedoch nicht auf Vorbestellungen (weiß nicht, ob weitere Waren auch ausgeschlossen sind). Ich möchte den nicht hier ins Internet stellen, da ein Teil meins Namens drin ist, aber falls den jemand für eine Bestellung ausprobieren möchte, schickt mir gerne eine Nachricht.

  2. Die Diskussion, was eine Hose kann, macht wohl erst Sinn im Kombi mit dem entsprechenden Sattel. Z.B. fahre ich nur Sättel ohne jede Polsterung und habe damit eine andere Anforderung an eine Hose als mit einem gepolsterten Sattel.
    Vllt liege ich auch falsch, aber man sitzt ja immer auf beidem zusammen. Wenn jemand erzählt, diese Hose ist super und sitzt auf einem Gelsattel, würde mir das wohl keinen Wert liefern.
    Wobei man sagen muss das Carbonsattel mit gepolsterter Hose sogar angenehmer sein kann weil es da keine zwei Polster gibt die sich gegenseitig stören. Bei dünnem Polster mit gepolstertem Sattel gebe ich dir aber recht. Eigentlich sollte jede Hose auf einem Carbonsattel getestet werden um einen Sinnvollen Vergleich zu erzielen.
  3. Für Fans von dünnen Polstern hat Ekoi seit kurzem auch was:
    https://www.ekoi.com/de/radhose/17373-traegerhose-ekoi-perf-poron-shock-absorber-schwarz.html

  4. Anhang anzeigen 1792001
    https://www.besenwa

    Für Fans von dünnen Polstern hat Ekoi seit kurzem auch was:
    https://www.ekoi.com/de/radhose/17373-traegerhose-ekoi-perf-poron-shock-absorber-schwarz.html
    Jetzt müssen nur noch die Chinesen auf den Trichter kommen und andere Preise anbieten
  5. Beim Triathlon sind sehr dünne Polster seit Jahren üblich, daher kann ich mir gut vorstellen, dass das auch beim Rennradfahren funktioniert. Im Endeffekt ist das bei so kurzen Fahrt von ein paar Stunden aber auch alles kein Problem.
    Ob man mit einer Hose nach 3 Tagen mit je 15 Stunden im Sattel noch zurecht kommt, steht auf einem anderen Blatt. Da hilft nur sehr testen.
    Ich fahre im Hochsommer teilweise schlicht mit Badehose; dünner geht kaum. Geht auch gut, wenn der Sattel zum A*** paßt!
Was meinst du?

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