Video: Rose Shave vs. Rose Shave FF
Rose Shave Infos und Preise
Das neue Rose Shave löst das Rose Reveal Endurance-Rennrad ab. Es erscheint zeitgleich mit dem ebenfalls neuen Rose Shave FF, das wiederum das Rose Xlite ablöst – beide neuen Rennräder konnten wir bereits einem ersten Test unterziehen und direkt vergleichen. Dabei will das Shave mit breitem Einsatzbereich punkten, es will ein sportliches Endurance-Rennrad mit Aero-Bonus sein, schnell, aber langstreckenfreundlich in der Sitzposition. Statt dem großen Trend des Endurance-Rennrades zum Beinahe-Gravelbike zu folgen, setzt das Reveal auf Speed, gepaart mit einem entspannteren Fit. Und es bleibt auch bei der Reifenfreiheit mit 36 mm noch in Rennrad-Gefilden. Preislich ist es für die Breite spannender als das Schwestermodell. Los geht es bereits bei 3.600 € für das Shave mit Shimano 105 Di2, das wir schon vor Marktstart fahren konnten.
- Neues Endurance-Rennrad als Nachfolger des Reveal
- Gemeinsame Plattform mit Shave FF in der Rahmenentwicklung – daher Aero-Formen
- Neues Shave One Piece Carboncockpit an allen Modellen
- D-förmige Carbon-Sattelstütze
- Reifenfreiheit bis ca. 36 mm in 700c
- Gewicht Rahmen/Gabel 995 g / 440 g (Gr. M)
- Gewicht Komplettrad: ab 7,7 kg (Gr. M, Herstellerangabe)
- Verfügbar: sofort
- Preise: 3.600 Euro bis 5.200 Euro
- Info: www.rosebikes.de
Modelle und Preise
- Shave 105 Di2 3.600 Euro
- Shave Rival AXS 3.800 Euro
- Shave Ultegra Di2 5.000 Euro
- Shave Force AXS 5.200 Euro
Was ist neu?
| Einsatzbereich | Tour |
|---|---|
| Rahmenmaterial | Carbon |
| Gabel | Carbon |
| Gewicht (o. Pedale) | 8,4 kg |
| Stack | 602 mm |
| Rahmengrößen | XS, S, M, M/L, L, XL (im Test: M/L) |
| Website | www.rosebikes.de |
| Preisspanne | 3.600 Euro – 5.200 Euro |
Was in der Auto-Industrie schon lange die Regel ist, hat Rose mit der Shave- und Shave FF-Serie auf ein Rennrad übertragen: Eine Plattform dient als Basis für verschiedene Modelle, in dem Fall ein reines Race-Modell und ein Endurance-Rennrad. Dabei entspricht die „Plattform“ beim Shave nicht exakt dem „Chassis“. Beide Bikes teilen sich nicht einen Rahmen, sondern nur viele Elemente und Konstruktionsprinzipien.
Das markanteste Beispiel dafür sind am Shave und Shave FF die Aero-Formen des Rahmens, für die Rose eine eigene CFD-Entwicklung aufgesetzt hat – alles dazu im Shave FF Test. Sie finden sich erkennbar am Steuerrohr, dem Sitzrohr, dem Übergang zu den Sitzstreben und vielen anderen Stellen. Das Unterrohr ist sogar identisch.
Wie beim Shave FF kommen das neue One-Piece-Carboncockpit (370 g) mit seitlicher Leitungsführung am D-Gabelschaft sowie die passende D-Sattelstütze zum Einsatz. Aber in anderen Ausführungen, die besser zum Langstrecken-Einsatz passen.
Rose Shave vs. Rose Shave FF
Der wichtigste Unterschied zwischen Shave FF und Shave ist natürlich die Sitzposition, die beim Shave aufrechter und weniger nach vorn orientiert ausfällt, dazu unten mehr. Außerdem:
- Rahmengewicht: 995 g Shave vs. 740 g Shave FF (beide M, Herstellerangabe)
- Sattelstütze: Shave 14 mm Setback vs. Shave FF 0 mm Setback.
- Cockpit: Bei Shave 2 cm breiter und 1 cm kürzer
- Reifenfreiheit: Shave 36 mm vs. Shave FF 35 mm
- Gabel: mehr Einbauhöhe, andere Krone
- Laufräder: neu entwickelte Rose RC55 kommen bei Shave nicht zum Einsatz
Details
Rose positioniert das Shave eher als scharfe Endurance-Maschine denn als alltäglichen Allrounder. Das erklärt jedenfalls, warum Gewinde für Schutzblechmontage am Rahmen ebenso fehlen wie andere Alltags- oder Allwetter-Merkmale. Für ein Endurance-Rennrad moderner Prägung, das häufig zum Allrounder tendiert, ist auch die Reifenfreiheit von maximal 36 mm eher ungewöhnlich niedrig.
Und auch die 120 kg Gewichtszulassung für Rad, Fahrer und Gepäck sind zwar okay, aber nicht besonders großzügig.
- Innenlager-Bauart: Press-Fit 86
- Steuerlager: 1-1/8″ ZS44 oben und unten
- Bremsaufnahme: Flat-Mount 160 mm / 140 mm
- Antriebs-/Schaltungs-Kompatibilität: 1-fach und 2-fach, Umwerfer abnehmbar, nur elektronische Schaltungen
- Garantie: k.A.
- Gewichtszulassung: 120 kg
Der Shave Rahmen verfügt über eine UDH-Aufnahme, was den Einsatz mit SRAM 1×13 XPLR-Antrieben möglich macht. Die Bremsaufnahme an der Gabel ist von vorne herein für 160 mm große Disc-Rotoren ausgelegt.
Für die Leitungsintegration setzt Rose auf einen D-förmigen Gabelschaft, der mit einem Adapter mit Aussparung ergänzt wird. Eine entsprechende Aussparung am Cockpit schafft dann den Platz, um die Leitungen in den Rahmen zu führen. Das bedeutet auch: andere Cockpits können nicht gefahren werden. Wer die entspanntere Sitzposition will, aber keinen breiteren Lenker, kann immerhin auf die Rose Shave FF Cockpit-Auswahl zurückgreifen.
Ganz neu ist auch das einteilige Carboncockpit. Es ist mit 370 g nicht superleicht, sondern auf Sicherheit und Steifigkeit getrimmt und kommt an allen Shave-Modellen zum Einsatz. Clever: An den Shave FF ist die Lenkerbreite dabei jeweils 2 cm geringer und die Länge um 1 cm größer. Die Form zeichnet sich durch einen 13° Flare und 125 mm Drop sowie einen Reach von 78 mm aus. Noppenstrukturen auf dem Oberlenker sorgen für einen guten Halt auf dem lenkerbandfreien Bereich. Zu haben sind an den Serienrädern Varianten von:
- 90 mm Länge / 370 mm Breite (Shave XS, S)
- 100 mm Länge / 350 mm (Shave FF XS, S)
- 100 mm Länge / 370 mm (Shave M, M/L)
- 110 mm Länge / 370 mm (Shave FF M-XL), Shave L-XL)
- 110 mm Länge / 390 mm (Shave L-XL)
- 120 mm Länge / 390 mm (Shave FF L-XL)
Ausstattung: 4 Modelle mit Powermeter
Bei der Modellauswahl grenzt Rose das Shave besonders scharf vom Shave FF und Shave FFX ab. Insgesamt vier Modelle bringen die Bocholter zu Preisen ab 3.600 Euro für das Shave. Aber was beim Shave FF Aero-Allrounder der Einstiegspreis ist, bildet beim Shave die Top-Preislage: Das Shave mit SRAM Force AXS 2×12 Gruppe kostet 5.200 Euro und soll 7,7 kg wiegen. Höherwertige Varianten – wie noch beim Reveal zu haben – gibt es nicht.
Attraktiv ist vor allem unser Rose Shave Test Rad, das Einstiegsmodell mit Shimano 105 Di2 (8,4 kg an der Redaktions-Waage in M/L). Denn alle Varianten bringen bereits das One Piece Carboncockpit mit und alle Rose Shave 2026 haben einseitig messende Powermeter an Bord, bei Shimano-Gruppen von 4iiii und bei SRAM in der achsbasierten Version.
Ausschließlich elektronische Schaltungen sind zu haben – mechanische Schaltungen sind ausgeschlossen. Der einzige echte Unterschied zwischen den vier Modellen neben den Schaltgruppen sind die Laufrad-Pakete. Die Modelle im Überblick:
- Shave 105 Di2 3.600 Euro
- Shave Rival AXS 3.800 Euro
- Shave Ultegra Di2 5.000 Euro
- Shave Force AXS 5.200 Euro
| Attribut | Shave 105 Di2 | Shave Rival AXS | Shave Ultegra Di2 | Shave Force AXS |
|---|---|---|---|---|
| Preis | 3600 € | 3800 € | 5000 € | 5200 € |
| Gewicht (kg, Größe M, ohne Pedale) | 8,3 | 8,3 | 7,8 | 7,7 |
| Gruppe | Shimano 105 Di2 2x12 | SRAM Rival AXS 2x12 | Shimano Ultegra Di2 2x12 | SRAM Force AXS 2x12 |
| Kettenblätter | 50/34 | 46/33 | 50/34 | 46/33 |
| Kassette | 11-34 | 10-36 | 11-34 | 10-33 |
| Powermeter | 4iiii Precision 3+ (links) | SRAM Rival (einseitig) | 4iiii Precision 3+ (links) | SRAM Force (einseitig) |
| Laufräder | ROSE R30 (Aluminium) | ROSE R30 (Aluminium) | Newmen Advanced A.50 (Carbon) | Newmen Advanced A.50 (Carbon) |
| Reifen | Continental Grand Prix 32 mm | Continental Grand Prix 32 mm | Continental Grand Prix 32 mm | Continental Grand Prix 32 mm |
| Bremsscheiben | Shimano RT-CL700 160/160 | SRAM Paceline 160/160 | Shimano RT-CL700 160/160 | SRAM Paceline 160/160 |
| Cockpit | ROSE Shave Cockpit (One-piece) | ROSE Shave Cockpit (One-piece) | ROSE Shave Cockpit (One-piece) | ROSE Shave Cockpit (One-piece) |
| Sattel | Selle Italia Model X Evo | Selle Italia Model X Evo | Selle Italia Novus Boost | Selle Italia Novus Boost |
| Sattelstütze | ROSE Shave, 14 mm Offset | ROSE Shave, 14 mm Offset | ROSE Shave, 14 mm Offset | ROSE Shave, 14 mm Offset |
Laufräder und Reifen
An den beiden Einstiegsmodellen rollen robuste Rose R30 Aluminium-Laufräder mit einer Innenweite von 21 mm und Hakenfelgen. Am Testrad lief der Freilauf der eingespeichten Newmen-Naben kaum hörbar.
Bei den beiden teureren Rose Shave kommen dagegen Newmen A50 Carbonlaufräder mit 50 mm Felgenhöhe zum Einsatz, während die neu entwickelten Rose RC55 Radsätze mit höheren Felgen dem Shave FF vorbehalten bleiben. Mit einem Gewicht unter 1.500 g und einer Innenweite von 23 mm sind die A.50 dennoch angemessen.
Die 32 mm breiten Continental Grand Prix TR-Reifen hat unser Rose Shave Test Rad mit allen Modellvarianten gemeinsam. Sie wirkten im direkten Vergleich zu den schnellen Pro One Aero am Shave FF etwas hölzern, trotz mehr Breite, lassen aber im Allround-Einsatz besseren Pannenschutz und mehr Laufleistung erwarten. Der Grip wirkte Conti-typisch satt und berechenbar.
Schaltung und Übersetzung
Die elektronischen 2×12 Gruppen sind an allen Shave-Modellen passend zum Allround-Anspruch gewählt und für hohe Bandbreite mit leichten Gängen für die Berge ausgelegt. Den leichtesten Climbers-Gang gibt es am SRAM Rival Modell mit 46/33 zu 10–36 für hohe Reserven an Rampen. Die klassische Abstufung von 50/34 mit 11–34 Kassette am Di2 Testrad dürfte aber ebenfalls für die meisten Fahrerinnen und Fahrer einen Alpenmarathon oder das Light-Bikepacking ausreichend „entschärfen“.
Cockpit und Sitzposition
Das einteilige Carboncockpit ist am Shave breiter gewählt als am Shave FF, die Drop-/Reach-Geometrie mit eher langem Reach von 78 mm und Flare von 13° bleibt jedoch identisch. Am Testrad griff ich an den Hoods mit 37 cm Abstand, was ziemlich genau meinen Sweet-Spot trifft und für ein Endurance-Rennrad eher sportlich schmal ist. Für mich (siehe Testerprofil) resultierte bei 76 cm Sitzhöhe eine Überhöhung von 8,5 cm am Testrad ohne Spacer. Hinzu kommt, dass die Länge des Cockpits um 1 cm kürzer ausfällt als am Shave FF, was die Sitzposition deutlich entspannter gestaltet. Aber da das Shave FF geradezu extrem racy ausgelegt ist, bleibt es immer noch eine sportliche, keineswegs nur gemütliche Grundhaltung.
Sehr gut gefiel mir der Noppenbesatz am lenkerbandfreien Teil des Oberlenkers, der die Griffigkeit gerade ohne Handschuhe tatsächlich verbessert. Weggelassen wird das Bar Tape übrigens meist aus Aero-Gründen.
Geometrie: ausgewogen statt extrem
Die Sitzposition ist tatsächlich der wichtigste und fundamentale Unterschied zwischen Shave FF und Shave. Die Stack-to-Reach-Werte um 1,5 in den beiden mittleren von 6 Rahmenhöhen ordnen das Shave klar in der Endurance-Kategorie ein. Satte 3,5 cm höher als beim Shave FF fällt allein der Stack aus. Dazu kommt ein kürzerer Reach, der aber für ein Endurance-Rennrad mit 388 mm am Shave Test Rad in M/L noch immer sportlich lang ausfällt. Zum Vergleich: Das sportliche Canyon Endurace CFR in vergleichbarer Größe (M) baut rund 1 cm kürzer (übrigens auch an der Radbasis).
Nicht zuletzt sorgt die Sattelstütze mit 14 mm Setback dafür, dass im Vergleich zum Shave FF Gewicht vom Lenker genommen wird. Das Shave verzichtet dabei zwar auf die progressive Rotation der Haltung nach vorne, hat aber trotzdem auch die kurzen Kurbeln an Bord, 170 mm am Testrad.
| Rahmengröße | XS | S | M | ML | L | XL |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Laufradgröße | andere | andere | andere | andere | andere | andere |
| Reach | 360 mm | 370 mm | 378 mm | 388 mm | 398 mm | 410 mm |
| Stack | 544 mm | 562 mm | 584 mm | 602 mm | 622 mm | 648 mm |
| STR | 1,51 | 1,52 | 1,54 | 1,55 | 1,56 | 1,58 |
| Reach+ | 534 mm | 544 mm | 562 mm | 572 mm | 593 mm | 604 mm |
| Stack+ | 608 mm | 626 mm | 638 mm | 666 mm | 686 mm | 712 mm |
| Lenkwinkel | 71° | 72° | 73° | 73,3° | 73,3° | 73,3° |
| Sitzwinkel, real | 75° | 74,5° | 74° | 73,5° | 73,5° | 73,5° |
| Oberrohr (horiz.) | 505 mm | 525 mm | 545 mm | 566 mm | 582 mm | 602 mm |
| Steuerrohr | 123 mm | 138 mm | 157 mm | 175 mm | 196 mm | 223 mm |
| Sitzrohr | 435 mm | 470 mm | 492 mm | 512 mm | 537 mm | 575 mm |
| Überstandshöhe | 748 mm | 774 mm | 796 mm | 815 mm | 837 mm | 867 mm |
| Kettenstreben | 412 mm | 412 mm | 412 mm | 412 mm | 412 mm | 412 mm |
| Radstand | 975 mm | 982 mm | 989 mm | 1.002 mm | 1.020 mm | 1.039 mm |
| Gabel-Offset | 45 mm | 45 mm | 45 mm | 45 mm | 45 mm | 45 mm |
In unserer Geometrie-Datenbank könnt ihr das Rose Shave direkt mit dem Shave FF und anderen Allround-/Aero-Rennrädern vergleichen. Einfach in der Tabelle unten klicken.
An der Radbasis bleibt das Rose Shave bei aller Reifenfreiheit kompakt. Der nach Allroad-Maßstäben steile Lenkwinkel und die noch kurzen Kettenstreben sorgen für eine mutmaßlich agile und wendige Basis. Hier ist das Shave dem Shave FF sehr nah.
Rose Shave Test auf dem Kurs
Da ich Shave und Shave FF parallel testen konnte (jeweils rund 100 km), liegt ein Vergleich zum Einstieg nahe. Und wenn der erste Fahreindruck erneut eins klar macht, ist es, wie sehr die Sitzposition den Charakter auch eines ansonsten weitgehend ähnlichen Rennrades verändert.
Klar ist, dass das Rose Shave auf den ersten paar hundert Metern nicht so dynamisch und spritzig wirken kann wie das Shave FF, das rund 1,3 kg leichter ist und mit viel leichteren Laufrädern und Reifen aufwartet. Aber ein Testerkollege fand es dennoch sofort „schnell“. Das sagt viel über beide Räder.
Auf der glatten, flachen Straße fällt auf, wie leise das Shave läuft. Die Alu-Laufräder, die geringen Resonanzen des Rahmens und der Shimano-Antrieb, der im Neuzustand nach wie vor den Maßstab in Sachen geschmeidige Wechsel und geräuschloser Betrieb setzt, wirken hier zusammen.
Das Rose Shave Test Rad fährt sich schon aufgrund der Sitzposition sportlicher als andere Endurance-Rennräder, die ich schon gefahren bin. Auf der Geraden fällt Tempobolzen leicht. Dennoch liegt auf einem langen, schnellen, leicht abfallenden Straßenabschnitt der Teststrecke bei per Display-Anzeige kontrollierter ähnlicher Leistung der Schnitt am Ende niedriger als mit dem Aero-Rennrad. Anmerkung: Zwar kamen verschiedene Leistungsmesser zum Einsatz und die Fahrt fand an verschiedenen Tagen mit verschiedenen Temperaturen und nur ähnlichen Windverhältnissen statt, aber das allein kann den Unterschied, der auch fühlbar ist, nicht erklären. Apropos Wind: Lenkeinflüsse registriere ich am Shave mit den vergleichsweise niedrigen Felgen erwartungsgemäß nicht.
In schnellen Kurven und auf Abfahrten lenkt das Shave präzise, scharf und unaufgeregt ein, ohne je nervös zu wirken. Die Front kommuniziert klar, die breiten Reifen sind in Kurven mit schlechtem Belag eine gute Fahrsicherheitsreserve. Aber je höher die Kurvengeschwindigkeit, desto mehr wünscht man sich die frontlastige Gewichtsverteilung des Shave FF.
Auf Abfahrten verrichten die Shimano 105 Di2 Disc-Bremsen ihre Arbeit gewohnt zuverlässig und gut dosierbar mit dem großen Pluspunkt eines knackigen Druckpunkts.
Etwas überraschend lag der Komfort im Sattel nicht viel über dem des Shave FF. Das Shave bügelt zwar schlechte Beläge gut glatt, ist aber eher ein straffes Endurance-Rennrad – im erinnerten Vergleich zu ausgesprochenen Cobble-Crushern wie dem Trek Domane, dem Specialized Roubaix oder dem Canyon Endurace.
Unterm Strich lässt sich das Fahrverhalten für ein Endurance-Rennrad als eher sportlich charakterisieren. Wer gerne mit Druck fährt, findet genug Gegenhalt. Aber die entspanntere Sitzhaltung gestattet auch weniger austrainierten Fahrerinnen und Fahrern – und ich sage bewusst nicht Einsteigern – lange Touren mit hoher Leistung ohne zusätzliche Belastung durch eine stark beanspruchte Haltemuskulatur.
Das ist uns aufgefallen
- Vielseitig, aber nicht allwetterfreundlich: Bei aller Sportlichkeit hätten wir gerne Schutzblechmontage-Möglichkeiten am Shave gesehen.
- Leistungsmessung: Sehr gut, dass Powermeter schon am Einstiegsmodell sind. Das einseitige 4iiii paßte sich zuverlässig an und lieferte plausible Daten.
- Gewicht: Mit 995 g ist der Shave Rahmen zwar viel schwerer als am Shave FF, aber gehört immer noch zu den leichteren.
- Für wen? Das Shave ist ein hervorragendes Endurance-Rennrad für alle, die vor allem lang und schnell unterwegs sein wollen und das überwiegend auf gut befestigten Wegen. Mit anderen Laufrädern werden die Top-Modelle auch für performanceorientierte Bergmarathonisti interessant.
- Für wen besser nicht? Wer eher Allroad-Ansprüche hat oder immer auf Attacke fährt, wird nicht passgenau bedient.
Rose Shave Test Fazit
Du suchst ein schnelles Rennrad für lange Strecken? Dann gehört das neue Rose Shave definitiv auf die Liste. Der Nachfolger des Reveal teilt die Aero-Entwicklung mit dem Shave FF und ist auch in der Sitzposition nicht so gemütlich wie viele reine Endurance-Rennräder. Dazu gibt es narrensicheres, agiles Handling, ordentlichen Komfort und ein attraktives Ausstattungspaket zum fairen Preis – top, das Cockpit und die Leistungsmessung schon am Testrad mit 105 Di2 für 3.600 Euro. Für die Allroad-Kategorie empfiehlt sich das Shave weniger.
Pro / Contra
Stärken
- Aero-Endurance-Performance
- Gelungenes Carbon Cockpit an allen Modellen
- Schneller, aber nicht extremer Fit
- Verarbeitung
- Preis/Leistung
Schwächen
- Proprietäres Cockpit wegen Leitungsführung
- Reifenfreiheit eher gering nach aktuellen Endurance-Maßstäben
- Shave 105 Di2 3.600 Euro
- Shave Rival AXS 3.800 Euro
- Shave Ultegra Di2 5.000 Euro
- Shave Force AXS 5.200 Euro
Was sagt ihr zum neuen Rose Shave?
Testablauf
Das Shave FF und das Shave konnte ich für jeweils rund 100 km fahren, davon rund 50 km auf einer ähnlichen Testrunde mit Abfahrten bis 60 km/h zum Mittreten, windexponierten Stellen, Kopfsteinpflaster und teils schlechten Straßenbelägen im Bergischen Land (Testfahrt auf Strava). Die Räder stehen nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung. Sie wurden in der Größe passend zum Tester gewählt, alle nötigen Anpassungen wie Luftdruck nach Druckrechner, Bremseinstellungen werden durch die Tester vorgenommen.
- Ich fahre hauptsächlich
- Rennradtouren, CX-Rennen, Gravelrides
- Vorlieben bei der Geometrie
- Gemäßigt sportlich, eher lang
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30 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumEigentlich ein schönes Rad, gefällt mir. In Größe ML aber zu kurzes Sitzrohr mit der idealen Fronthöhe und in L einfach doch zu viel Stack, schwierig für Langbeiner. Da schaut die Sattelstütze bei ML 1m raus.
Reifenfreiheit ist nichts Halbes u nichts Ganzes, oder kommt von Rose noch ein Allroad-Rad?
Aber mit einem 37cm Lenker würde ich mich eh nicht anfreunden können . . .
Die Farbe ist schick. Ansonsten bleibt es halt ein Canyon ähhh... Rose. Punktum!
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