Rose Shave – erster Test Geschärftes Endurance-Rennrad

Wir haben das neue Rose Shave im Test parallel zum neuen Shave FF gefahren. Das neue Endurance-Rennrad und Nachfolger des Rose Reveal entstand auf der gleichen Plattform wie der neue Aero-Allrounder Shave FF, setzt aber mehr auf Langstreckenkomfort. Im Test zeigt sich: Das Shave kann schnell und könnte für viele die klügere Wahl sein.
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Youtube LogoVideo: Rose Shave vs. Rose Shave FF

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🚀 Test: Rose Shave FF vs. Rose Shave!
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Rose Shave Infos und Preise

Das neue Rose Shave löst das Rose Reveal Endurance-Rennrad ab. Es erscheint zeitgleich mit dem ebenfalls neuen Rose Shave FF, das wiederum das Rose Xlite ablöst – beide neuen Rennräder konnten wir bereits einem ersten Test unterziehen und direkt vergleichen. Dabei will das Shave mit breitem Einsatzbereich punkten, es will ein sportliches Endurance-Rennrad mit Aero-Bonus sein, schnell, aber langstreckenfreundlich in der Sitzposition. Statt dem großen Trend des Endurance-Rennrades zum Beinahe-Gravelbike zu folgen, setzt das Reveal auf Speed, gepaart mit einem entspannteren Fit. Und es bleibt auch bei der Reifenfreiheit mit 36 mm noch in Rennrad-Gefilden. Preislich ist es für die Breite spannender als das Schwestermodell. Los geht es bereits bei 3.600 € für das Shave mit Shimano 105 Di2, das wir schon vor Marktstart fahren konnten.

  • Neues Endurance-Rennrad als Nachfolger des Reveal
  • Gemeinsame Plattform mit Shave FF in der Rahmenentwicklung – daher Aero-Formen
  • Neues Shave One Piece Carboncockpit an allen Modellen
  • D-förmige Carbon-Sattelstütze
  • Reifenfreiheit bis ca. 36 mm in 700c
  • Gewicht Rahmen/Gabel 995 g / 440 g (Gr. M)
  • Gewicht Komplettrad: ab 7,7 kg (Gr. M, Herstellerangabe)
  • Verfügbar: sofort
  • Preise: 3.600 Euro bis 5.200 Euro
  • Info: www.rosebikes.de

Modelle und Preise

Das neue Rose Shave ist der Nachfolger des Endurance Rennrades Reveal.
# Das neue Rose Shave ist der Nachfolger des Endurance Rennrades Reveal. – Sieht aero aus? Soll es auch sein – es wurde zusammen mit dem neuen Aero-Allrounder Shave FF entwickelt.
Diashow: Rose Shave – erster Test: Geschärftes Endurance-Rennrad
Das Shave hat durch die Bank erheblich mehr Stack als das Shave FF.
Die Art der Leitungsintegration macht das Cockpit proprietär.
Natürlich sind alle Shave für UCI Wettbewerbe erlaubt.
Auch für schlechtere Wegenist der Komfort  gut.
Der Vorbau sitzt auf einem D-förmigen Schaft.
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Beide Bikes haben die gleiche Aero-Frontpartie.
# Beide Bikes haben die gleiche Aero-Frontpartie.
Aber das Shave ohne FF hat mehr Stack und eine andere Gabel.
# Aber das Shave ohne FF hat mehr Stack und eine andere Gabel.
Unser Rose Shave Test Rad kommt mit Shimano 105 Di2 2x12 Gruppe auf genau 8,4 kg an der Waage.
# Unser Rose Shave Test Rad kommt mit Shimano 105 Di2 2x12 Gruppe auf genau 8,4 kg an der Waage. – Der Preis liegt bei 3.600 Euro.

Was ist neu?

EinsatzbereichTour
RahmenmaterialCarbon
GabelCarbon
Gewicht (o. Pedale)8,4 kg
Stack602 mm
RahmengrößenXS, S, M, M/L, L, XL (im Test: M/L)
Websitewww.rosebikes.de
Preisspanne3.600 Euro – 5.200 Euro
Preis: 3.600 Euro

Was in der Auto-Industrie schon lange die Regel ist, hat Rose mit der Shave- und Shave FF-Serie auf ein Rennrad übertragen: Eine Plattform dient als Basis für verschiedene Modelle, in dem Fall ein reines Race-Modell und ein Endurance-Rennrad. Dabei entspricht die „Plattform“ beim Shave nicht exakt dem „Chassis“. Beide Bikes teilen sich nicht einen Rahmen, sondern nur viele Elemente und Konstruktionsprinzipien.
Für die Aero-Formen der Shave Rahmen hat Rose eine eigene CFD-Entwicklung aufgebaut.
# Für die Aero-Formen der Shave Rahmen hat Rose eine eigene CFD-Entwicklung aufgebaut. – Das Unterrohr ist zum Beispiel an beiden neuen Roadbikes identisch.
Natürlich sind alle Shave für UCI Wettbewerbe erlaubt.
# Natürlich sind alle Shave für UCI Wettbewerbe erlaubt.
Die neue D-förmige Sattelstütze hat am Shave 14 mm Setback.
# Die neue D-förmige Sattelstütze hat am Shave 14 mm Setback.
Die Gabelkrone unterscheidet sich bei beiden Modellen.
# Die Gabelkrone unterscheidet sich bei beiden Modellen. – Die Reifenfreiheit liegt beim Shave bei 36 mm in 700c.

Das markanteste Beispiel dafür sind am Shave und Shave FF die Aero-Formen des Rahmens, für die Rose eine eigene CFD-Entwicklung aufgesetzt hat – alles dazu im Shave FF Test. Sie finden sich erkennbar am Steuerrohr, dem Sitzrohr, dem Übergang zu den Sitzstreben und vielen anderen Stellen. Das Unterrohr ist sogar identisch.

Wie beim Shave FF kommen das neue One-Piece-Carboncockpit (370 g) mit seitlicher Leitungsführung am D-Gabelschaft sowie die passende D-Sattelstütze zum Einsatz. Aber in anderen Ausführungen, die besser zum Langstrecken-Einsatz passen.

Das neue Rose Shave One Piece Cockpit ist bei allen Shave Modellen an Bord.
# Das neue Rose Shave One Piece Cockpit ist bei allen Shave Modellen an Bord. – Am Shave fällt es 2 cm breiter und 1 cm kürzer aus als am Shave FF.
Der Vorbau sitzt auf einem D-förmigen Schaft.
# Der Vorbau sitzt auf einem D-förmigen Schaft.
Die Art der Leitungsintegration macht das Cockpit proprietär.
# Die Art der Leitungsintegration macht das Cockpit proprietär.
Noppen sorgen für guten Halt am Oberlenker.
# Noppen sorgen für guten Halt am Oberlenker. – Auf das Lenkerband wird aus Aero-Gründen an der Stelle verzichtet.

Rose Shave vs. Rose Shave FF

Der wichtigste Unterschied zwischen Shave FF und Shave ist natürlich die Sitzposition, die beim Shave aufrechter und weniger nach vorn orientiert ausfällt, dazu unten mehr. Außerdem:

  • Rahmengewicht: 995 g Shave vs. 740 g Shave FF (beide M, Herstellerangabe)
  • Sattelstütze: Shave 14 mm Setback vs. Shave FF 0 mm Setback.
  • Cockpit: Bei Shave 2 cm breiter und 1 cm kürzer
  • Reifenfreiheit: Shave 36 mm vs. Shave FF 35 mm
  • Gabel: mehr Einbauhöhe, andere Krone
  • Laufräder: neu entwickelte Rose RC55 kommen bei Shave nicht zum Einsatz
Aber für ein Endurance-Rennrad ist auch das Shave noch sehr sportlich ausgelegt.
# Aber für ein Endurance-Rennrad ist auch das Shave noch sehr sportlich ausgelegt.

Details

Rose positioniert das Shave eher als scharfe Endurance-Maschine denn als alltäglichen Allrounder. Das erklärt jedenfalls, warum Gewinde für Schutzblechmontage am Rahmen ebenso fehlen wie andere Alltags- oder Allwetter-Merkmale. Für ein Endurance-Rennrad moderner Prägung, das häufig zum Allrounder tendiert, ist auch die Reifenfreiheit von maximal 36 mm eher ungewöhnlich niedrig.

Und auch die 120 kg Gewichtszulassung für Rad, Fahrer und Gepäck sind zwar okay, aber nicht besonders großzügig.

  • Innenlager-Bauart: Press-Fit 86
  • Steuerlager: 1-1/8″ ZS44 oben und unten
  • Bremsaufnahme: Flat-Mount 160 mm / 140 mm
  • Antriebs-/Schaltungs-Kompatibilität: 1-fach und 2-fach, Umwerfer abnehmbar, nur elektronische Schaltungen
  • Garantie: k.A.
  • Gewichtszulassung: 120 kg

Der Shave Rahmen verfügt über eine UDH-Aufnahme, was den Einsatz mit SRAM 1×13 XPLR-Antrieben möglich macht. Die Bremsaufnahme an der Gabel ist von vorne herein für 160 mm große Disc-Rotoren ausgelegt.

Die Stützenklemmung ist über ein Segment im Ober- und Sitzrohr gelöst.
# Die Stützenklemmung ist über ein Segment im Ober- und Sitzrohr gelöst. – Die Abdeckung hielt gut.
Eine Trinkflasche solo kann tiefer positioniert werden.
# Eine Trinkflasche solo kann tiefer positioniert werden.
Der Rahmen besitzt eine UDH-Aufnahme für SRAM XPLR-Schaltwerke.
# Der Rahmen besitzt eine UDH-Aufnahme für SRAM XPLR-Schaltwerke.

Für die Leitungsintegration setzt Rose auf einen D-förmigen Gabelschaft, der mit einem Adapter mit Aussparung ergänzt wird. Eine entsprechende Aussparung am Cockpit schafft dann den Platz, um die Leitungen in den Rahmen zu führen. Das bedeutet auch: andere Cockpits können nicht gefahren werden. Wer die entspanntere Sitzposition will, aber keinen breiteren Lenker, kann immerhin auf die Rose Shave FF Cockpit-Auswahl zurückgreifen.

Das Cockpit am Testrad hatte an den Hoods 37 cm Griffweite.
# Das Cockpit am Testrad hatte an den Hoods 37 cm Griffweite. – Passend zum Einsatzbereich und schmal genug für Aero Gains.

Ganz neu ist auch das einteilige Carboncockpit. Es ist mit 370 g nicht superleicht, sondern auf Sicherheit und Steifigkeit getrimmt und kommt an allen Shave-Modellen zum Einsatz. Clever: An den Shave FF ist die Lenkerbreite dabei jeweils 2 cm geringer und die Länge um 1 cm größer. Die Form zeichnet sich durch einen 13° Flare und 125 mm Drop sowie einen Reach von 78 mm aus. Noppenstrukturen auf dem Oberlenker sorgen für einen guten Halt auf dem lenkerbandfreien Bereich. Zu haben sind an den Serienrädern Varianten von:
  • 90 mm Länge / 370 mm Breite (Shave XS, S)
  • 100 mm Länge / 350 mm (Shave FF XS, S)
  • 100 mm Länge / 370 mm (Shave M, M/L)
  • 110 mm Länge / 370 mm (Shave FF M-XL), Shave L-XL)
  • 110 mm Länge / 390 mm (Shave L-XL)
  • 120 mm Länge / 390 mm (Shave FF L-XL)

Ausstattung: 4 Modelle mit Powermeter

Bei der Modellauswahl grenzt Rose das Shave besonders scharf vom Shave FF und Shave FFX ab. Insgesamt vier Modelle bringen die Bocholter zu Preisen ab 3.600 Euro für das Shave. Aber was beim Shave FF Aero-Allrounder der Einstiegspreis ist, bildet beim Shave die Top-Preislage: Das Shave mit SRAM Force AXS 2×12 Gruppe kostet 5.200 Euro und soll 7,7 kg wiegen. Höherwertige Varianten – wie noch beim Reveal zu haben – gibt es nicht.

Rose Shave mit SRAM Force AXS Top-Modell.
# Rose Shave mit SRAM Force AXS Top-Modell. – Für 5.200 Euro ist es zu haben und bringt Newmen Advanced A.50 Laufräder mit.
Rose Shave mit Rival AXS.
# Rose Shave mit Rival AXS. – Das günstigere Modell mit AXS-Technik kostet 3.800 Euro und bringt die besten Berggänge mit.
Die Alternative zum Testrad: Rose Shave mit 105 Di2 in Supersonic Grey.
# Die Alternative zum Testrad: Rose Shave mit 105 Di2 in Supersonic Grey. – Zu haben für 3.600 Euro.
Das Rose Shave mit Ultegra Di2.
# Das Rose Shave mit Ultegra Di2. – Zu kaufen für 5.000 Euro – alle Modelle haben einseitig messende Powermeter.

Attraktiv ist vor allem unser Rose Shave Test Rad, das Einstiegsmodell mit Shimano 105 Di2 (8,4 kg an der Redaktions-Waage in M/L). Denn alle Varianten bringen bereits das One Piece Carboncockpit mit und alle Rose Shave 2026 haben einseitig messende Powermeter an Bord, bei Shimano-Gruppen von 4iiii und bei SRAM in der achsbasierten Version.

Ausschließlich elektronische Schaltungen sind zu haben – mechanische Schaltungen sind ausgeschlossen. Der einzige echte Unterschied zwischen den vier Modellen neben den Schaltgruppen sind die Laufrad-Pakete. Die Modelle im Überblick:

AttributShave 105 Di2Shave Rival AXSShave Ultegra Di2Shave Force AXS
Preis 3600 €3800 €5000 €5200 €
Gewicht (kg, Größe M, ohne Pedale)8,38,37,87,7
GruppeShimano 105 Di2 2x12SRAM Rival AXS 2x12Shimano Ultegra Di2 2x12SRAM Force AXS 2x12
Kettenblätter50/3446/3350/3446/33
Kassette11-3410-3611-3410-33
Powermeter4iiii Precision 3+ (links)SRAM Rival (einseitig)4iiii Precision 3+ (links)SRAM Force (einseitig)
LaufräderROSE R30 (Aluminium)ROSE R30 (Aluminium)Newmen Advanced A.50 (Carbon)Newmen Advanced A.50 (Carbon)
ReifenContinental Grand Prix 32 mmContinental Grand Prix 32 mmContinental Grand Prix 32 mmContinental Grand Prix 32 mm
BremsscheibenShimano RT-CL700 160/160SRAM Paceline 160/160Shimano RT-CL700 160/160SRAM Paceline 160/160
CockpitROSE Shave Cockpit (One-piece)ROSE Shave Cockpit (One-piece)ROSE Shave Cockpit (One-piece)ROSE Shave Cockpit (One-piece)
SattelSelle Italia Model X EvoSelle Italia Model X EvoSelle Italia Novus BoostSelle Italia Novus Boost
SattelstützeROSE Shave, 14 mm OffsetROSE Shave, 14 mm OffsetROSE Shave, 14 mm OffsetROSE Shave, 14 mm Offset

Laufräder und Reifen

An den beiden Einstiegsmodellen rollen robuste Rose R30 Aluminium-Laufräder mit einer Innenweite von 21 mm und Hakenfelgen. Am Testrad lief der Freilauf der eingespeichten Newmen-Naben kaum hörbar.

Bei den beiden teureren Rose Shave kommen dagegen Newmen A50 Carbonlaufräder mit 50 mm Felgenhöhe zum Einsatz, während die neu entwickelten Rose RC55 Radsätze mit höheren Felgen dem Shave FF vorbehalten bleiben. Mit einem Gewicht unter 1.500 g und einer Innenweite von 23 mm sind die A.50 dennoch angemessen.

Die Rose RC30 Laufräder mit Alufelgen haben eine Innenweite von 21 mm.
# Die Rose RC30 Laufräder mit Alufelgen haben eine Innenweite von 21 mm.
Die 32 mm breiten Continental Grand Prix Reifen legen den Fokus auf Laufleistung und Defektschutz.
# Die 32 mm breiten Continental Grand Prix Reifen legen den Fokus auf Laufleistung und Defektschutz.
Die geringe Felgenhöhe macht das Rad komplett seitenwindunempfindlich.
# Die geringe Felgenhöhe macht das Rad komplett seitenwindunempfindlich.

Die 32 mm breiten Continental Grand Prix TR-Reifen hat unser Rose Shave Test Rad mit allen Modellvarianten gemeinsam. Sie wirkten im direkten Vergleich zu den schnellen Pro One Aero am Shave FF etwas hölzern, trotz mehr Breite, lassen aber im Allround-Einsatz besseren Pannenschutz und mehr Laufleistung erwarten. Der Grip wirkte Conti-typisch satt und berechenbar.

Schaltung und Übersetzung

Die elektronischen 2×12 Gruppen sind an allen Shave-Modellen passend zum Allround-Anspruch gewählt und für hohe Bandbreite mit leichten Gängen für die Berge ausgelegt. Den leichtesten Climbers-Gang gibt es am SRAM Rival Modell mit 46/33 zu 10–36 für hohe Reserven an Rampen. Die klassische Abstufung von 50/34 mit 11–34 Kassette am Di2 Testrad dürfte aber ebenfalls für die meisten Fahrerinnen und Fahrer einen Alpenmarathon oder das Light-Bikepacking ausreichend „entschärfen“.

Der Shimano 105 Di2 Antrieb läuft vorbildlich leise und schaltet geschmeidig.
# Der Shimano 105 Di2 Antrieb läuft vorbildlich leise und schaltet geschmeidig.
Die Übersetzung ist mit 50/34 vorne…
# Die Übersetzung ist mit 50/34 vorne…
…zu 11-34 hinten passend für Bergmarathons und lange Tourtage.
# …zu 11-34 hinten passend für Bergmarathons und lange Tourtage.
An den Shimano 105 Di2 Shiftern sind die Tasten mit Winterhandschuhen manchmal schwer zu unterscheiden.
# An den Shimano 105 Di2 Shiftern sind die Tasten mit Winterhandschuhen manchmal schwer zu unterscheiden.
Die Bremsen liefern einen knackigen Druckpunkt und verzögern berechenbar.
# Die Bremsen liefern einen knackigen Druckpunkt und verzögern berechenbar.
Mit 170 mm Kurbel am M/L Rad greift Rose den aktuellen Fitting-Trend auf.
# Mit 170 mm Kurbel am M/L Rad greift Rose den aktuellen Fitting-Trend auf.

Cockpit und Sitzposition

Das einteilige Carboncockpit ist am Shave breiter gewählt als am Shave FF, die Drop-/Reach-Geometrie mit eher langem Reach von 78 mm und Flare von 13° bleibt jedoch identisch. Am Testrad griff ich an den Hoods mit 37 cm Abstand, was ziemlich genau meinen Sweet-Spot trifft und für ein Endurance-Rennrad eher sportlich schmal ist. Für mich (siehe Testerprofil) resultierte bei 76 cm Sitzhöhe eine Überhöhung von 8,5 cm am Testrad ohne Spacer. Hinzu kommt, dass die Länge des Cockpits um 1 cm kürzer ausfällt als am Shave FF, was die Sitzposition deutlich entspannter gestaltet. Aber da das Shave FF geradezu extrem racy ausgelegt ist, bleibt es immer noch eine sportliche, keineswegs nur gemütliche Grundhaltung.

Die Sitzposition ist deutlich entspannter als auf dem Shave FF.
# Die Sitzposition ist deutlich entspannter als auf dem Shave FF. – Aber der Reach+ fällt größer aus als bei vielen typischen Endurance-Rennrädern.

Sehr gut gefiel mir der Noppenbesatz am lenkerbandfreien Teil des Oberlenkers, der die Griffigkeit gerade ohne Handschuhe tatsächlich verbessert. Weggelassen wird das Bar Tape übrigens meist aus Aero-Gründen.

Geometrie: ausgewogen statt extrem

Die Sitzposition ist tatsächlich der wichtigste und fundamentale Unterschied zwischen Shave FF und Shave. Die Stack-to-Reach-Werte um 1,5 in den beiden mittleren von 6 Rahmenhöhen ordnen das Shave klar in der Endurance-Kategorie ein. Satte 3,5 cm höher als beim Shave FF fällt allein der Stack aus. Dazu kommt ein kürzerer Reach, der aber für ein Endurance-Rennrad mit 388 mm am Shave Test Rad in M/L noch immer sportlich lang ausfällt. Zum Vergleich: Das sportliche Canyon Endurace CFR in vergleichbarer Größe (M) baut rund 1 cm kürzer (übrigens auch an der Radbasis).

Das Shave hat durch die Bank erheblich mehr Stack als das Shave FF.
# Das Shave hat durch die Bank erheblich mehr Stack als das Shave FF.

Nicht zuletzt sorgt die Sattelstütze mit 14 mm Setback dafür, dass im Vergleich zum Shave FF Gewicht vom Lenker genommen wird. Das Shave verzichtet dabei zwar auf die progressive Rotation der Haltung nach vorne, hat aber trotzdem auch die kurzen Kurbeln an Bord, 170 mm am Testrad.

Rahmengröße XS S M ML L XL
Laufradgröße andere andere andere andere andere andere
Reach 360 mm 370 mm 378 mm 388 mm 398 mm 410 mm
Stack 544 mm 562 mm 584 mm 602 mm 622 mm 648 mm
STR 1,51 1,52 1,54 1,55 1,56 1,58
Reach+ 534 mm 544 mm 562 mm 572 mm 593 mm 604 mm
Stack+ 608 mm 626 mm 638 mm 666 mm 686 mm 712 mm
Lenkwinkel 71° 72° 73° 73,3° 73,3° 73,3°
Sitzwinkel, real 75° 74,5° 74° 73,5° 73,5° 73,5°
Oberrohr (horiz.) 505 mm 525 mm 545 mm 566 mm 582 mm 602 mm
Steuerrohr 123 mm 138 mm 157 mm 175 mm 196 mm 223 mm
Sitzrohr 435 mm 470 mm 492 mm 512 mm 537 mm 575 mm
Überstandshöhe 748 mm 774 mm 796 mm 815 mm 837 mm 867 mm
Kettenstreben 412 mm 412 mm 412 mm 412 mm 412 mm 412 mm
Radstand 975 mm 982 mm 989 mm 1.002 mm 1.020 mm 1.039 mm
Gabel-Offset 45 mm 45 mm 45 mm 45 mm 45 mm 45 mm

In unserer Geometrie-Datenbank könnt ihr das Rose Shave direkt mit dem Shave FF und anderen Allround-/Aero-Rennrädern vergleichen. Einfach in der Tabelle unten klicken.

An der Radbasis bleibt das Rose Shave bei aller Reifenfreiheit kompakt. Der nach Allroad-Maßstäben steile Lenkwinkel und die noch kurzen Kettenstreben sorgen für eine mutmaßlich agile und wendige Basis. Hier ist das Shave dem Shave FF sehr nah.

Rose Shave Test auf dem Kurs

Da ich Shave und Shave FF parallel testen konnte (jeweils rund 100 km), liegt ein Vergleich zum Einstieg nahe. Und wenn der erste Fahreindruck erneut eins klar macht, ist es, wie sehr die Sitzposition den Charakter auch eines ansonsten weitgehend ähnlichen Rennrades verändert.

Für ein Endurance-Rennrad macht das Shave beim Schnellfahren die Arbeit sehr leicht.
# Für ein Endurance-Rennrad macht das Shave beim Schnellfahren die Arbeit sehr leicht.

Klar ist, dass das Rose Shave auf den ersten paar hundert Metern nicht so dynamisch und spritzig wirken kann wie das Shave FF, das rund 1,3 kg leichter ist und mit viel leichteren Laufrädern und Reifen aufwartet. Aber ein Testerkollege fand es dennoch sofort „schnell“. Das sagt viel über beide Räder.

Auf der glatten, flachen Straße fällt auf, wie leise das Shave läuft. Die Alu-Laufräder, die geringen Resonanzen des Rahmens und der Shimano-Antrieb, der im Neuzustand nach wie vor den Maßstab in Sachen geschmeidige Wechsel und geräuschloser Betrieb setzt, wirken hier zusammen.

Je länger die Tour, desto mehr kann das Shave seine Stärken ausspielen.
# Je länger die Tour, desto mehr kann das Shave seine Stärken ausspielen.

Das Rose Shave Test Rad fährt sich schon aufgrund der Sitzposition sportlicher als andere Endurance-Rennräder, die ich schon gefahren bin. Auf der Geraden fällt Tempobolzen leicht. Dennoch liegt auf einem langen, schnellen, leicht abfallenden Straßenabschnitt der Teststrecke bei per Display-Anzeige kontrollierter ähnlicher Leistung der Schnitt am Ende niedriger als mit dem Aero-Rennrad. Anmerkung: Zwar kamen verschiedene Leistungsmesser zum Einsatz und die Fahrt fand an verschiedenen Tagen mit verschiedenen Temperaturen und nur ähnlichen Windverhältnissen statt, aber das allein kann den Unterschied, der auch fühlbar ist, nicht erklären. Apropos Wind: Lenkeinflüsse registriere ich am Shave mit den vergleichsweise niedrigen Felgen erwartungsgemäß nicht.

Auch für schlechtere Wege ist der Komfort gut.
# Auch für schlechtere Wege ist der Komfort gut. – Eine Sänfte war das Rose Shave Test Rad aber nicht.

In schnellen Kurven und auf Abfahrten lenkt das Shave präzise, scharf und unaufgeregt ein, ohne je nervös zu wirken. Die Front kommuniziert klar, die breiten Reifen sind in Kurven mit schlechtem Belag eine gute Fahrsicherheitsreserve. Aber je höher die Kurvengeschwindigkeit, desto mehr wünscht man sich die frontlastige Gewichtsverteilung des Shave FF.

Auf Abfahrten verrichten die Shimano 105 Di2 Disc-Bremsen ihre Arbeit gewohnt zuverlässig und gut dosierbar mit dem großen Pluspunkt eines knackigen Druckpunkts.

Die Kurvenlage ist satt und sicher.
# Die Kurvenlage ist satt und sicher. – Das Shave ist eher ein wendiges Endurance-Rennrad.

Etwas überraschend lag der Komfort im Sattel nicht viel über dem des Shave FF. Das Shave bügelt zwar schlechte Beläge gut glatt, ist aber eher ein straffes Endurance-Rennrad – im erinnerten Vergleich zu ausgesprochenen Cobble-Crushern wie dem Trek Domane, dem Specialized Roubaix oder dem Canyon Endurace.

Unterm Strich lässt sich das Fahrverhalten für ein Endurance-Rennrad als eher sportlich charakterisieren. Wer gerne mit Druck fährt, findet genug Gegenhalt. Aber die entspanntere Sitzhaltung gestattet auch weniger austrainierten Fahrerinnen und Fahrern – und ich sage bewusst nicht Einsteigern – lange Touren mit hoher Leistung ohne zusätzliche Belastung durch eine stark beanspruchte Haltemuskulatur.

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Das ist uns aufgefallen

  • Vielseitig, aber nicht allwetterfreundlich: Bei aller Sportlichkeit hätten wir gerne Schutzblechmontage-Möglichkeiten am Shave gesehen.
  • Leistungsmessung: Sehr gut, dass Powermeter schon am Einstiegsmodell sind. Das einseitige 4iiii paßte sich zuverlässig an und lieferte plausible Daten.
  • Gewicht: Mit 995 g ist der Shave Rahmen zwar viel schwerer als am Shave FF, aber gehört immer noch zu den leichteren.
  • Für wen? Das Shave ist ein hervorragendes Endurance-Rennrad für alle, die vor allem lang und schnell unterwegs sein wollen und das überwiegend auf gut befestigten Wegen. Mit anderen Laufrädern werden die Top-Modelle auch für performanceorientierte Bergmarathonisti interessant.
  • Für wen besser nicht? Wer eher Allroad-Ansprüche hat oder immer auf Attacke fährt, wird nicht passgenau bedient.

Rose Shave Test Fazit

Du suchst ein schnelles Rennrad für lange Strecken? Dann gehört das neue Rose Shave definitiv auf die Liste. Der Nachfolger des Reveal teilt die Aero-Entwicklung mit dem Shave FF und ist auch in der Sitzposition nicht so gemütlich wie viele reine Endurance-Rennräder. Dazu gibt es narrensicheres, agiles Handling, ordentlichen Komfort und ein attraktives Ausstattungspaket zum fairen Preis – top, das Cockpit und die Leistungsmessung schon am Testrad mit 105 Di2 für 3.600 Euro. Für die Allroad-Kategorie empfiehlt sich das Shave weniger.

Artikelbild

Pro / Contra

Stärken

  • Aero-Endurance-Performance
  • Gelungenes Carbon Cockpit an allen Modellen
  • Schneller, aber nicht extremer Fit
  • Verarbeitung
  • Preis/Leistung

Schwächen

  • Proprietäres Cockpit wegen Leitungsführung
  • Reifenfreiheit eher gering nach aktuellen Endurance-Maßstäben
#

Was sagt ihr zum neuen Rose Shave?


Testablauf


Das Shave FF und das Shave konnte ich für jeweils rund 100 km fahren, davon rund 50 km auf einer ähnlichen Testrunde mit Abfahrten bis 60 km/h zum Mittreten, windexponierten Stellen, Kopfsteinpflaster und teils schlechten Straßenbelägen im Bergischen Land (Testfahrt auf Strava). Die Räder stehen nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung. Sie wurden in der Größe passend zum Tester gewählt, alle nötigen Anpassungen wie Luftdruck nach Druckrechner, Bremseinstellungen werden durch die Tester vorgenommen.

Tester-Profil: Jan Gathmann
64 cm75-76 kg86,5 cm58 cm180 cm
Jan fährt alles, was einen Rennbügel hat: Rennrad, Cyclocrossrad, Gravelbike, Bahnrad. Nach einem kurzen Ausflug in die Amateurrennen ohne nennenswerte Ergebnisse beschränken sich seine Renneinsätze auf Hobby-CX-Rennen und das eine oder andere Jedermannrennen. Lieber kurz und schmerzvoll als lang und schmerzreich, lieber Frühjahrsklassiker als Alpenmarathon. Längere Etappentouren mit Gepäck stehen zahlreich auf der Wunschliste und werden nach zeitlichen Möglichkeiten eingestreut. Strava: https://www.strava.com/athletes/3294693.
Ich fahre hauptsächlich
Rennradtouren, CX-Rennen, Gravelrides
Vorlieben bei der Geometrie
Gemäßigt sportlich, eher lang

Text/Fotos: Jan Gathmann

30 Kommentare

» Alle Kommentare im Forum
  1. Eigentlich ein schönes Rad, gefällt mir. In Größe ML aber zu kurzes Sitzrohr mit der idealen Fronthöhe und in L einfach doch zu viel Stack, schwierig für Langbeiner. Da schaut die Sattelstütze bei ML 1m raus.
    Reifenfreiheit ist nichts Halbes u nichts Ganzes, oder kommt von Rose noch ein Allroad-Rad?

  2. Scott Addict (ohne "RC") was für dich?
    wäe mein aktueller Favorit . . . das Rose sieht aber noch ein Stück kerniger aus. Hätte mir jetzt besser gefallen. Laufräder müsste man bei beiden (günstigen) Modellen wechseln.
    Aber mit einem 37cm Lenker würde ich mich eh nicht anfreunden können . . .
  3. Das ist auch deren Strategie, Mitbewerber im Preis zu unterbieten. Kennt man bei den MTBs fast noch besser als bei Road, mit durchdachter Hinterbaukinematik können die leider nicht überzeugen. 170mm eMTB, an dem man keinen Coil Dämpfer fahren kann, weil der Rahmen zu linear dafür ist, geht gar nicht in 2025/2026

    Cube hat so ziemlich die besten EK Preise aller europäischen Fahrradhersteller, alle Anbauteile und Laufräder werden von Tochterfirmen (Acid und Newmen) hergestellt, somit bleibt der Gewinn im Konzern und kann somit gut Geld sparen. Auch sind die Margen (Hersteller und Händler) eher auf der geringen Seite im Vergleich zu anderen Herstellern, mit Masse kompensiert man die wieder. Zu guter Letzt war Cube schlauer beim Corona Boom und hat nicht Hamster Käufe getätigt, die jetzt mit hohen Lagerkosten zu Buche schlagen, sondern eigene Fertigungslinien bei Acid und Newmen aufgebaut, um da unabhängiger zu sein. Man sieht immer mal wieder Räder mit Aufbrauchkomponenten. Beispiele:
    Das Pivot LES Dropbar MTB zbsp hat die alten D1/D2 Bremshebel verbaut anstelle von den E1, das Vault dürfte sich somit recht schlecht verkauft haben. Muss fairerweise auch sagen, dass ich nicht zu Pivot gehen würde, wenn ich beim Händler ein Gravel kaufen wollen würde.
    Maxxis hat das WT bei deren MTB Reifen entfernt und Schwalbe ein neues Logo, da kennt man auch wunderbar alten Bestand.
    Alte Generation an Shimano Bremsen sieht man auch noch zum Säue füttern bei Neuerscheinungen, Shimano ist in der Ansicht aber deutlich undankbarer als Sram. Bei Sram kann man kaufen, wann und wie viel man will, bei Shimano muss man mit einem Jahr Vorlaufzeit angeben, von was man wie viel braucht. Sram ist somit unsicherer in der Teileversorgung, dafür wesentlich flexibler als Shimano

    Ich kenne Preise von Rahmen aus dem selben Werk in dem Cube Rahmen produziert, Cube dürfte die C62 Road Rahmen wie beim Nuroad oder Attain für keine 600€ mit Gabel und fertig lackiert einkaufen unter der Annahme, dass Cube ähnlich teure Fasern verwendet wie die Rahmen, die ich kenne.

    Zurück zum Rose, Aero Endurance mit dem Gewicht ist top, dürfte ein wunderbares one for all Bike abgeben. Eine knallige Farbe geht mir nur etwas ab, ist aber nichts neues bei Rose
    Newmen ist keine Tochterfirma von Cube!
  4. WARUM Rose?!
    Farben: zum kotzen
    Lenker Vorbaueinheit: no way
    Proprietäre Sattelstütze in D-Form: no way
    Geo und Reifenfreiheit: ja man!
    Wenn das ein Ausschlusskriterium ist, wird die Auswahl an aktuellen Racebikes aber sehr überschaubar 😉 Ich mag klassische Stützen auch, aber wer hier ne 27,2mm Sattelstütze erwartet hat, lebt schon etwas hinterm Mond.
  5. Die Farbe ist schick. Ansonsten bleibt es halt ein Canyon ähhh... Rose. Punktum!

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