Focus Atlas 2026: Infos und Preise
Ein feines, aber wichtiges Detail am neuen Focus Atlas 2026 ist: Der Boost-Standard fällt weg. Ab sofort kann man also auch am Atlas alle Road- und Gravel-Laufradsätze fahren, die vielleicht schon vorhanden sind oder noch kommen, anstatt auf exotische MTB-Maße angewiesen zu sein.
Wir erinnern uns, eingeführt hatten die Stuttgarter den Boost-Standard am Focus Atlas 2021, um das Gravelbike robuster zu machen, für alle Abenteuer gewappnet. An der Tourentauglichkeit soll sich nichts ändern, dafür spricht schon die generöse System-Gewichtszulassung von 135 kg. Mehr noch: Bei den Carbonmodellen der 8er Serie kommt ein Staufach hinzu. Und unter den Alu-Modellen der 6er Serie findet sich eins, bei dem Licht mit Strom aus dem Dynamo und Bikepacking-typische Träger gleich mit an Bord sind. Auch Focus als Fachhandelsmarke mischt also verstärkt mit im Konzert von Rose Backroad und Canyon Grizl mit Bikepacking „out of the box“. Allerdings muss man am Atlas eine Ladelösung selbst nachrüsten, wenn gewünscht.
Dennoch wollte Focus dem neuen Atlas auch etwas mehr Dynamik auf dem Weg ins Abenteuer mitgeben und hat die Geometrie agiler aufgestellt. Kompaktere Radstände gibt es an allen Modellen. Besonders aber die Carbon-Modelle sind dabei noch einmal mehr auf eine flache Sitzhaltung und höhere Agilität getrimmt. Die Fakten im Überblick:
- Neu entwickelte Carbon-Rahmen für die 8er und Alu-Rahmen für die 6er Atlas Gravelbike-Serie
- Carbongabel an allen Modellen mit 3-Punkt-Halter
- Passende Bikepacking-Träger für hinten und neuer „Hawai“-Träger für vorne
- Atlas 6.8 EQP Modell mit Dynamo, Licht, Schutzblechen und Frontträger
- Sportlichere Sitzhaltung und agilere Geometrie für die 8er Modellreihe
- Reifenfreiheit 53 mm an der Gabel, hinten 48 mm (6er) bzw. 45 mm (8er)
- Zulässiges Gesamtgewicht 135 kg (Rad, Fahrer und Gepäck)
- Modelle 6 Varianten, Einstieg mit Shimano Cues 1×11
- Gewicht 9,1 kg (gewogen, Atlas 8.9 in M)
- www.focus-bikes.com
Preise
- Atlas 6.7 1.799 € (UVP)
- Atlas 6.8 EQP 1.999 € (UVP)
- Atlas 6.9 2.299 € (UVP)
- Atlas 8.7 2.699 € (UVP)
- Atlas 8.8 3.499 € (UVP)
- Atlas 8.9 5.299 € (UVP)
Was ist neu?
| Einsatzbereich | Tour, Gravel |
|---|---|
| Rahmenmaterial | Carbon |
| Gabel | Carbon |
| Gewicht (o. Pedale) | 9,2 kg |
| Stack | 591 mm |
| Rahmengrößen | XS, S, M, L, XL (im Test: M) |
| Website | ride.focus.bike |
| Preisspanne | 1.799 Euro - 5.299 Euro |
Da Focus sowohl den Alurahmen als auch den Carbonrahmen neu entwickelt hat und sich auch bei den Ausstattungen, der Geometrie und der Gewichtszulassung einiges zum Positiven entwickelt hat, lautet die eigentliche Frage: Was ist nicht neu?
Staufach
Ohne Staufach im Unterrohr darf heute wohl kein Gravelbike oder Allroad-Rennrad mehr auf den Markt kommen, das etwas auf sich hält. Die Focus Atlas 8er Serie (und nur die) hat nun auch eins, das sogenannte Prep Pocket. Der Schließmechanismus per Hebel am Testrad macht einen soliden Eindruck. Unter dem Deckel kann man Dinge an einer Reling festzurren. Im Fach steckt ab Werk eine Tasche. In die passten im Test ein TPU-Schlauch, Werkzeug und Tubeless Plugs. Im oberen Teil kann man eine weitere Tasche unterbringen, ich habe dort eine Mini-Pumpe mitgeführt. Zusammengefasst gehört das Fach zu den mittelgeräumigen seiner Art, es gibt größere mit praktischeren Öffnungen (zum Beispiel am Specialized Diverge), aber es gibt auch kleinere und unpraktischere.
Bikepacking und Alltag
Bikepacking bleibt eine Stärke des Focus Atlas. Gleich zwei maßgeschneiderte Träger hat Focus im Angebot. Der eine ist ein alter Bekannter: Das Adventure Rack für das Heck findet sowohl an den 8er als auch 6er Modellen Platz und dient zum Festzurren von Packsäcken. Es macht sozusagen Packsäcke zu Packtaschen mit dem Vorteil festeren Halts. Neu ist aber das Hawaii Rack, ein Frontgepäckträger, der an der Gabelkrone und den Gabelscheiden befestigt wird und ebenfalls zu allen Modellen passt. Beim Modell 6.8 EQP ist er serienmäßig montiert. Er hat auch Platz für ein Frontlicht und kann bis zu 5 kg tragen. Schutzbleche können ebenfalls montiert werden. Ansonsten ist noch je ein zusätzliches Gewindepaar auf dem Oberrohr und unter dem Unterrohr angebracht. Rahmentaschen werden über Riemen befestigt.
Rahmen und Verarbeitung
Focus weist zum Launch stolz darauf hin, dass die Alu-Modelle der 6er Serie mit verschliffenen Schweißnähten einen carbonähnlichen Look mit glatten Übergängen haben. Den Bildern nach fallen die Rohre selbst auch weniger kantig und bullig aus als beim Vorgänger aus Alu.
Unser Focus Atlas 8.9 Testrad mit Carbonrahmen genießt eine Sonderstellung in der Modellpalette. Denn der Rahmen ist laut Focus handlackiert, was an jedem Rad zu unterschiedlichen Details führt. Der Glimmer-Look polarisierte – für die einen zu viel Kirmes, für die anderen genau der richtige Bling-Faktor.
Nichts zu diskutieren gibt es über die Verarbeitung. Der Rahmen ist am Unterrohr hervorragend vor Steinschlag geschützt und auch gegen Kettenschlagen gibt es einen guten Schutz. Dass Focus – wie viele Hersteller – auf einen Schutz gegen Kettenklemmer unter der Carbonstrebe verzichtet, ist weniger kundenfreundlich. Einwandfrei ist die Leitungsverlegung gelöst. Versteckt, aber nicht in, sondern unter Lenker und Vorbau gehen sie in den Rahmen. Lang genug, um einen Vorbau ggf. zu tauschen, sind sie auch. Nicht zuletzt ist die Gewichtszulassung von 135 kg sehr löblich.
- Innenlager-Bauart BSA
- Steuerlager Acros IS52 oben und unten
- Sattelstütze 27,2 mm, 15 mm Setback
- Bremsaufnahme Flat Mount 160 mm vorne und hinten
- Antrieb- /Schaltungs-Kompatibilität 1-fach und 2-fach, elektronische und mechanische Schaltungen
- Gewichtszulassung max. 135 kg Rad, Fahrer und Gepäck
Ausstattung: Es geht gut los
Recht günstig liegt der Einstieg in die Focus Atlas Gravelbike-Reihe, die insgesamt sechs Modelle umfasst: je drei in der 6er Serie mit Alurahmen und drei in der 8er Serie mit Carbonrahmen.
Focus Atlas 6 Serie Ausstattung
| Spezifikation | Atlas 6.9 | Atlas 6.8 EQP | Atlas 6.7 |
|---|---|---|---|
| Preis (EUR) | 2.299 | 1.999 | 1.799 |
| Gewicht (kg) | 10.3 | 13.2 | 10.6 |
| Rahmen | Alu, Flat Mount, 12×142 mm | Alu, Flat Mount, 12×142 mm | Alu, Flat Mount, 12×142 mm |
| Gabel | Carbon, 12×100 mm, interne Kabelführung | Carbon, 12×100 mm, interne Kabelführung | Carbon, 12×100 mm, interne Kabelführung |
| Cockpit | FOCUS C.I.S. 2.0 integrated (–8°) | FOCUS C.I.S. 2.0 integrated (–8°) | FOCUS C.I.S. 2.0 integrated (–8°) |
| Lenker | FOCUS Gravel Bar (Alloy) | FOCUS Gravel Bar (Alloy) | FOCUS Gravel Bar (Alloy) |
| Antrieb | Shimano GRX 820 (2×12) | Shimano Cues U6030 (2×10, Dynamo) | Shimano Cues U6040 (1×10) |
| Übersetzung | 46/30 – 11–36 | 46/32 – 11–39 | 40 / 11–50 |
| Laufräder | Rodi Blackjack SL 25 (25 mm Breite) | Rodi Blackjack SL 25 (25 mm Breite), Dynamo | Rodi Blackjack SL 25 (25 mm Breite) |
| Reifen | Schwalbe G-One Bite, 45-622, Tubeless Ready | Schwalbe G-One Bite, 45-622, Tubeless Ready | Schwalbe G-One Bite, 45-622, Tubeless Ready |
| Sattelstütze | Carbon 27.2 mm, Setback 15 mm | Alloy 27.2 mm, Setback 15 mm | Alloy 27.2 mm, Setback 15 mm |
| Sattel | FOCUS | FOCUS | FOCUS |
| Besonderheiten | Top Tube Bag, Frame Protection, Thru-Axle Lever | EQP: Gepäckträger, Licht, Schutzbleche, Hawaii Rack Ready | Frame Protection, Thru-Axle Lever |
| Farben | Dreamviolet, Mauve, Sprucegreen, Diamondblack | Sand, Oak, Diamondblack, Steelgrey | Mintgrey, Champagne, Diamondblack, Steelgrey |
Für 1.799 Euro gibt es das Focus Atlas 6.7 mit Shimano Cues 1×11 Schaltung und richtig breitem Übersetzungsspektrum: Von 40 Zähnen vorn geht es auf 11-50 Zähne hinten.
Gut ist, dass Focus an allen Modellen 45 mm breite Reifen montiert und dabei mit dem G-One Bite für die Alu-Modelle einen fähigen Allrounder wählt, der zugleich keineswegs langsam rollt. Bei der 8er Serie ist es der noch etwas schnellere G-One R, der dafür nicht ganz so universell ist.
Einzige Ausnahme von der 45-mm-Reifen-Regel ist ein Modell, das ohnehin preislich und ausstattungsmäßig mein Highlight der Modellpalette ist: das Atlas 6.8 EQP. Für 1.999 € ist hier StVZO-Licht an Bord, das sich aus dem guten Shutter Precicion Nabendynamo speist. Außerdem speziell angepasste, gut abdeckende Schutzbleche und der „Hawai“ Frontgepäckträger sind ebenso bereits dran wie ein Hinterradträger, der bis 16 kg tragen kann. Hier gibt es die Shimano Cues im gelungenen 2×11 Set-up, die ebenfalls einen sehr leichten Berggang bereithält (32 zu 39) und uns beim Canyon Endurace Allroad Test bereits überzeugte. Perfekt für Touren mit viel Gepäck.
Das Top-Modell der Alu-Serie, Atlas, fährt für 2.299 € eine Shimano GRX 2×12 Gruppe auf und setzt sich zudem mit einer Carbonsattelstütze sowie einer inkludierten Oberrohrtasche ab. Im Preisvergleich mit Direktanbietern zieht es zwar (anders als das EQP-Modell) in der Ausstattungswertigkeit den Kürzeren. Es kann aber etwa die höhere Gewichtszulassung ins Feld führen.
Focus Atlas 8 Serie Ausstattung
| Spezifikation | Atlas 8.9 | Atlas 8.8 | Atlas 8.7 |
|---|---|---|---|
| Preis (EUR) | 5.299 | 3.499 | 2.699 |
| Gewicht (kg) | 8.6 | 9.5 | 9.7 |
| Rahmen | Carbon Technologie, Flat Mount, 12×142 mm | Carbon Technologie, Flat Mount, 12×142 mm | Carbon Technologie, Flat Mount, 12×142 mm |
| Gabel | Carbon, 12×100 mm, interne Kabelführung | Carbon, 12×100 mm, interne Kabelführung | Carbon, 12×100 mm, interne Kabelführung |
| Cockpit | FOCUS C.I.S. 2.0 integrated Vorbau (–8°) mit Computerhalter | FOCUS C.I.S. 2.0 integrated Vorbau (–8°) mit Computerhalter | FOCUS C.I.S. 2.0 integrated Vorbau (–8°) mit Computerhalter |
| Lenker | Zipp Service Course SL 70 XPLR (Alloy) | FOCUS Gravel Bar (Alloy) | FOCUS Gravel Bar (Alloy) |
| Antrieb | SRAM Rival XPLR AXS E1 (1×13) | SRAM Apex AXS D1 (1×12) | Shimano GRX 820 (2×12) |
| Übersetzung | 40 / 10–46 | 40 / 10–52 | 46/30 – 11–36 |
| Laufräder | Zipp 303 XPLR S, Carbon (54 mm Höhe, 32 mm Breite) | DT Swiss G1800, Alloy (20 mm Höhe, 24 mm Breite) | DT Swiss G540, Alloy (25 mm Höhe, 24 mm Breite) |
| Reifen | Schwalbe G-One R Pro, 45-622, Tubeless Ready | Schwalbe G-One R Pro, 45-622, Tubeless Ready | Schwalbe G-One R Pro, 45-622, Tubeless Ready |
| Sattelstütze | FOCUS Gravel Carbon, 27.2 mm, Setback 11 mm | Carbon 27.2 mm, Setback 15 mm | Carbon 27.2 mm, Setback 15 mm |
| Sattel | fi‘zi:k Ridon X5 | FOCUS | FOCUS |
| Besonderheiten | Prep Pocket, Prep Pack, Thru-Axle Lever, Frame Protection | Prep Pocket, Prep Pack, Thru-Axle Lever, Frame Protection | Prep Pocket, Prep Pack, Thru-Axle Lever, Frame Protection |
| Farben | Spaceclouds | Diamondblack, Azurblue, Steelgrey, Nepalsilver | Steelgrey, Lightviolet, Diamondblack |
Der Einstieg in die 8er Serie mit Carbonrahmen liegt bei 2.699 €. Für das Geld gibt es eine Shimano GRX 600 Gruppe im 2×12 Set-up, was es zu einem vielseitigen Einstiegsmodell macht.
Wer maximale Bandbreite in der Übersetzung will, ist in der Focus Atlas 8er Reihe mit dem Modell 8.8 am besten bedient. Es markiert zugleich auch den Einstieg ins elektronische Schalten und bringt eine SRAM Apex AXS 1×12 Gruppe im Mullet-Build mit SRAM Transmission Schaltwerk mit. Allerdings muss man für die aufgerufenen 3.499 € noch mit Alu-Laufrädern Vorlieb nehmen.
Unser Testrad, das Top-Modell Focus Atlas 8.9, hat in mancher Hinsicht eine Sonderstellung. Nicht nur preislich ist es mit 5.299 € ein Ausreißer nach oben. Die Sonderlackierung und die ZIPP 303 S XPLR Laufräder drücken es auch optisch schon in Richtung Rennen. Technisch wirken sich die extrabreiten Zipp Aero-Gravel-Laufräder (32 mm Innenweite) auch günstig auf die Seitenführung der Reifen bei niedrigem Luftdruck aus und dürften auch einen kleinen Aero-Vorteil bringen. Einen kleinen Nachteil haben sie allerdings auch: Für die Reifenwahl ist man an die ausgiebig getesteten Zipp-Empfehlungen gebunden. Das 8.9er Atlas ist im Übrigen das einzige Modell im Line-up, das direkt mit Tubeless-Set-up ausgeliefert wird – alle Modelle sind aber für Tubeless vorbereitet.
Auch die Übersetzung der SRAM Rival AXS XPLR fällt einen Tick sportlicher aus als an den 2-fach-Ensembles oder gar einem Mullet-Set-up. Die Kombi aus 10-46 Kassette und 40er Kettenblatt ist auch für steile Anstiege noch gut geeignet, wenn man gerne mit etwas mehr Druck auf der Pedale fährt, und reicht bei 90 U/min für Top-Speeds bis 48 km/h.
Über die hervorragende Schaltlogik der SRAM AXS-Gruppen müssen nicht mehr viele Worte verloren werden. Ein echtes Plus sind auch die Bremsen der Rival XPLR-Gruppe. Sie bieten Bremskraft satt, auch bei Bedienung mit einem Finger, und lassen sich hervorragend dosieren, die Kombi mit den 160-mm-Rotoren vorne und hinten passt zu den Fähigkeiten des Rades.
Ein kleines, aber feines Detail findet sich auch am Kopf der Sattelstütze, der im Übrigen sehr gut gemacht ist. Dort ist ein GoPro-Mount unter dem Sattel ab Werk integriert.
Geometrie: Agiler und sportlicher
Während das Focus Atlas der vorigen Generation eher ganz gemütlich in Sachen Sitzposition ausgelegt war, soll das Focus Atlas 2026 etwas sportlicher daherkommen, die Betonung liegt auf „etwas“. Und weil Carbon eher die Performance-Orientierten anspricht, ist das Focus Atlas 8 noch einen Tick sportlicher und agiler ausgelegt als das Atlas 6. In Zahlen ausgedrückt: Mit einem Stack-to-Reach-Verhältnis von 1,54 in Größe L wartet das Alumodell mit einer immer noch ziemlich entspannten Sitzposition auf. Das Focus 8 gleicher Größe dagegen kommt mit 1 cm mehr Reach und rund 1 cm mehr Stack schon auf einen recht aggressiveren STR-Wert von 1,47, was sich auch in der Haltung auf dem Testrad spiegelt (dazu unten mehr). Wir merken uns: Atlas 6 sehr entspannt, Atlas 8 sportlich, aber nicht ultraaggressiv.
Geometrie Focus Atlas 6 Serie
| Rahmengröße | XS | S | M | L | XL |
|---|---|---|---|---|---|
| Laufradgröße | 28″ / 700C | 28″ / 700C | 28″ / 700C | 28″ / 700C | 28″ / 700C |
| Reach | 365 mm | 380 mm | 385 mm | 395 mm | 410 mm |
| Stack | 556 mm | 572 mm | 591 mm | 610 mm | 638 mm |
| STR | 1,52 | 1,51 | 1,54 | 1,54 | 1,56 |
| Reach+ | 416 mm | 432 mm | 447 mm | 467 mm | 482 mm |
| Stack+ | 612 mm | 628 mm | 647 mm | 667 mm | 695 mm |
| Lenkwinkel | 70° | 70,5° | 70,5° | 70,5° | 70,5° |
| Sitzwinkel, effektiv | 74,5° | 74° | 73,5° | 73,5° | 73° |
| Oberrohr | 506 mm | 531 mm | 548 mm | 564 mm | 593 mm |
| Oberrohr (horiz.) | 506 mm | 531 mm | 548 mm | 564 mm | 593 mm |
| Steuerrohr | 105 mm | 120 mm | 140 mm | 160 mm | 190 mm |
| Sitzrohr | 440 mm | 470 mm | 500 mm | 530 mm | 560 mm |
| Überstandshöhe | 757 mm | 778 mm | 802 mm | 825 mm | 852 mm |
| Kettenstreben | 425 mm | 425 mm | 425 mm | 425 mm | 425 mm |
| Radstand | 1.015 mm | 1.031 mm | 1.042 mm | 1.059 mm | 1.084 mm |
| Tretlagerabsenkung | 75 mm | 75 mm | 75 mm | 75 mm | 75 mm |
| Einbauhöhe Gabel | 425 mm | 425 mm | 425 mm | 425 mm | 425 mm |
| Gabel-Offset | 53 mm | 53 mm | 53 mm | 53 mm | 53 mm |
Abgesehen davon teilen das Alu- und das Carbon-Atlas die wesentlichen Geometrie-Merkmale. Beide gibt es in sechs Größen. Und beide besitzen mit 425 mm kompakte Kettenstreben, um das Fahrverhalten agil zu gestalten. Zudem hat Focus das Sitzrohr kürzer gehalten, was der Sattelstütze mehr Länge zum Flexen lässt.
Geometrie Focus Atlas 8 Serie
| Rahmengröße | XS | S | M | L | XL |
|---|---|---|---|---|---|
| Laufradgröße | 28″ / 700C | 28″ / 700C | 28″ / 700C | 28″ / 700C | 28″ / 700C |
| Reach | 375 mm | 390 mm | 395 mm | 405 mm | 420 mm |
| Stack | 546 mm | 557 mm | 576 mm | 595 mm | 623 mm |
| STR | 1,46 | 1,43 | 1,46 | 1,47 | 1,48 |
| Reach+ | 432 mm | 447 mm | 462 mm | 482 mm | 497 mm |
| Stack+ | 616 mm | 626 mm | 646 mm | 665 mm | 693 mm |
| Lenkwinkel | 70,5° | 71° | 71° | 71° | 71° |
| Sitzwinkel, effektiv | 74,5° | 74° | 73,5° | 73,5° | 73° |
| Oberrohr | 511 mm | 535 mm | 550 mm | 566 mm | 596 mm |
| Oberrohr (horiz.) | 511 mm | 535 mm | 550 mm | 566 mm | 596 mm |
| Steuerrohr | 92 mm | 102 mm | 122 mm | 142 mm | 172 mm |
| Sitzrohr | 425 mm | 455 mm | 485 mm | 515 mm | 545 mm |
| Überstandshöhe | 770 mm | 789 mm | 813 mm | 836 mm | 863 mm |
| Kettenstreben | 425 mm | 425 mm | 425 mm | 425 mm | 425 mm |
| Radstand | 1.016 mm | 1.030 mm | 1.041 mm | 1.058 mm | 1.083 mm |
| Tretlagerabsenkung | 75 mm | 75 mm | 75 mm | 75 mm | 75 mm |
| Einbauhöhe Gabel | 425 mm | 425 mm | 425 mm | 425 mm | 425 mm |
| Gabel-Offset | 53 mm | 53 mm | 53 mm | 53 mm | 53 mm |
In unserer Geometrie-Datenbank könnt ihr das Focus ganz einfach mit anderen Gravelbikes vergleichen. Einfach auf die Links in der Tabelle unten klicken. Eine sehr ähnliche Geometrie wie das Atlas 8 in Größe L hat zum Beispiel das Canyon Grizl CF in M.
Den Nachlauf hat Focus bei allen Modellen geringer gehalten, um mehr Lebendigkeit in die Lenkung zu bringen. Die unterschiedliche Ausrichtung der 6er- und 8er-Reihe spiegelt sich hier in einem steileren Lenkwinkel bei den Carbonmodellen. Nicht viel, aber 0,5° reichen aus, um das Vorderrad mehr unter den Schwerpunkt zu rücken.
Focus Atlas 8.9 auf dem Kurs
Ist das Focus Atlas 8.9 Testrad mit den Geometrie-Verfeinerungen auf halbem Weg zum Race-Gravelbike? Oder sogar schon da? Das war eine der Fragen, die mich auf meinen Testfahrten im Bergischen über mehrere Wochen und über hundert Gravel-Kilometer beschäftigte.
Zunächst das Cockpit und die Sitzposition. Der Focus-Carbon-Gravel-Lenker am Testrad war angenehm zu greifen und trotz der eigentlich stattlichen Breite von 49 cm im Unterlenker mit leicht angestellten Hoods am Oberlenker 38 cm schmal. Schmal genug für eine bequeme Aero-Position. Sehr gut gefiel mir der breite Oberlenker, weniger gut der recht große Drop, der an einem breit ausgestellten Lenker zu einer stark geneigten Sitzhaltung führt, die wiederum wenig Übersicht im Gravel-Gelände bedingt.
Gut, dass die Sitzposition trotz nur einem Zentimeter Spacer nur moderat sportlich ausfällt. Mit 7,5 cm Überhöhung sitze ich auf dem Testrad mit Rahmengröße M noch ausgewogen. Allerdings muss ich den Sattel aufgrund des Lenker-Reaches und des großen Reaches der Rival-Griffe fast ganz vorn platzieren. Unterm Strich: eher eine Sitzhaltung für langes beschleunigtes Fahren als für pure Racer (vergleiche auch das Testerprofil unten für weitere Anhaltspunkte).
Was schon auf den ersten Gravel-Metern auffällt, ist der Komfort im Sattel. Ob es die Machart der Sattelstütze ist oder der lange Auszug, egal, man sitzt gut gedämpft, wenn der Untergrund rauer wird. Er ist auch einer der Punkte, mit dem sich das Atlas abheben kann.
Denn das Atlas 8.9 präsentiert sich ansonsten als Allrounder. Es wirkt trotz seines Gewichtes agil, wenn auch nicht ausgesprochen spritzig. Seine Stärke liegt eher im schnellen Geradeausfahren und darin, es bergab laufen zu lassen, auch wenn der Untergrund mal fordernder wird.
Das Atlas vermittelt viel Fahrsicherheit und die breiten Schwalbe G-One R Reifen auf den breiten Felgen halten besser die Spur, als es das gering ausgeprägte Profil vermuten ließe. In Kurven liegt es sicher, man fühlt aber den hohen Schwerpunkt beim Einlenken.
Zum Spielen auf einfachen Gravel-Trails lädt das Atlas auch in der neuesten Generation weniger ein, obwohl Lenkeigenschaften und Sitzposition trailtauglich sind, ist es nicht dieses Terrain, wo es auftrumpft. Vielmehr reizt es, die Hausrunde einfach mal schneller zu fahren oder noch 20 Kilometer dranzuhängen.
Das ist uns aufgefallen
- Gewichtszulassung Focus lässt Gravelbike-Fahrerinnen und -Fahrern mit 135 kg mehr Spielraum als viele andere. Große und Schwere wird es freuen.
- SRAM Rival XPLR Bremsen Wer sonst das Gefühl hat, zu viel Kraft beim Bremsen auf dem Gravelbike einsetzen zu müssen, für den sind die neuen SRAM Rival AXS-Bremsen ein unbedingter Tipp.
- Kein Powermeter Bei den Fahrqualitäten, dem möglichen Einsatzspektrum und dem Preisschild hätte der Rival/Force-Powermeter am Focus Atlas eigentlich im Paket sein sollen.
- 45 mm Schwalbe G-One R Schmaler würde ich für den Allroad-Gravel-Einsatz ohne Not nicht mehr fahren wollen. Und wenn es um Speed geht, ist der G-One R eine hervorragende Wahl.
- Für wen? Das Atlas 8.9 ist ein Allrounder im besten Sinne. Es gibt nichts, was es nicht mindestens gut kann. Wer gerne schnelle Touren mag und auf Komfort Wert legt (wer nicht?), wird bestens bedient.
- Für wen besser nicht? Pure Racer werden mit anderen Gravelbikes besser unterstützt. Untauglich ist das Atlas aber sicher nicht.
- Welche Rennräder sind ähnlich oder kommen nahe? Das Atlas 8.9 fährt als starker, günstiger Allrounder mit hohen Tourenqualitäten klar in der Riege von Rose Backroad, Canyon Grizl oder Cube Nuroad. Die Fahreigenschaften sind am ehesten mit dem Grizl vergleichbar. Bei der Gewichtszulassung hat es einen Vorteil gegenüber allen genannten. Das Grizl und das Backroad punkten aber in Sachen Integration von Licht und Laden.
Fazit: Focus Atlas 8.9 Test
Das neue Focus Atlas 2026 wartet generell mit einigen spannenden Varianten wie dem EQP Modell in Alu auf. Unser Testrad Focus Atlas 8.9 ist mit 5.299 € das Top-Modell und komplettiert den Carbonrahmen mit Rival XPLR-Gruppe und Zipp 303 XPLR S-Laufrädern wertig und auf Speed getrimmt. Das Focus Atlas 8.9 ist ein schneller Touren Graveller mit hohen Bikepacking-Qualitäten und lässt viele Konkurrenten in Sachen Komfort hinter sich. Obendrauf gibt es eine generöse Gewichtszulassung. Das Paket passt.
Pro / Contra
Stärken
- Allround-Qualitäten
- Komfort
- Hohe Bikepacking-Qualitäten mit viel passendem Zubehör
- Gewichtszulassung
Schwächen
- Testrad schwerer als Herstellerangabe – insgesamt eher schwer
Was sagt ihr zum Focus Atlas 2026?
Testablauf
Hier haben wir unsere Fahreinddrücke gesammelt:
- Bergisches Land Circa 180 km auf Gravelwegen, Straße und welligem Terrain, mit kurzen Anstiegen bis 20 % und maximal 110 Hm am Stück, Abfahrten bis circa 60 km/h, auch unter feuchten Bedingungen und auf matschigen oder wurzeligen Waldwegen, aber überwiegend gut befestigter Schotter.
- Ich fahre hauptsächlich
- Rennradtouren, CX-Rennen, Gravelrides
- Vorlieben bei der Geometrie
- Gemäßigt sportlich, eher lang
Leatt Endurance Kollektion für XC und Gravel
Thömus Sliker X3: Performance-Gravel trifft All-Road-DNA
Gravelbikes bis 2000 € – Rose Backroad AL Test: Vorsprung durch Bikepacking-Technik
Eurobike 2024: Der Mega Gravel Bike Überblick
65 Kommentare
» Alle Kommentare im Forum🙂
Die Information ist halt nur überhaupt nicht hilfreich bei irgendwas, schon gar nicht bezüglich des Rades im Bericht.
Ist halt nicht für leichte Menschen gedacht, die sich ihr Gepäck für eine Woche in die A-Rakete packen.
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