Nun gut.
Jetzt schreibe ich doch was dazu, weil ich die gerade laufende Diskussion unerfreulich und vor allem der Sache insgesamt nicht angemessen finde.
Das sieht auch Steffi so, die ja meine Freundin ist und die ich davon überzeugt habe mitzufahren, weil ich davon ausgegangen bin, dass sie auf jeden Fall Schritt halten können wird (nicht zuletzt auch aufgrund der Ausschreibung der Tour).
Von mir dazu nur folgendes:
In der Tat fällt das WIRKLICH langsamer (nicht langsam!) fahren in so einer Gruppe (egal welchen Geschlechts!) wohl nicht so leicht, vor allem zu Beginn einer Ausfahrt nicht, wenn sich die Truppe noch finden muss...
Da sind nicht einer oder zwei "Schuld", sondern die Gruppendynamik in Zusammenhang mit mangelnder Absprache vorher (hier fasse ich mir auch an die eigene Nase). Das hat meiner Meinung nach allerdings weniger mit "Männlichkeit beweisen" zu tun.
Sie hatte sowieso Bedenken, in unserer Gruppe mit lauter Männern mitzufahren, die ich aber zerstreut habe, mit dem Hinweis auf das zu erwartende relaxte (wieder: nicht lahmarschige!!!) Tempo, die relativ ebene Strecke, die wir auch schon einmal genauso gemeinsam gefahren sind und ihre radfahrerischen Fähigkeiten, die immerhin zur Großglocknerbezwingung und einigen Touren über 100km in diesem Jahr locker ausreichen. Im hügeligen Terrain wie in der Toskana sind wir auf 80 km Schnitte von 25 gefahren. Es ist also nicht so, dass sie radfahrerisch nix drauf hat, im Gegenteil! So oft werden wir nicht überholt, wenn wir zu zweit unterwegs sind...😉
Daß sie aber nicht die Fitness hat, um richtig mitzugehen, wenn es rund geht, war ihr selber vorher auch klar. Aber darum geht es hier auch gar nicht und da liegt auch nicht das Problem!
Vielmehr ist sie am ersten kurzen Anstieg nach Höfingen relativ schnell um nur einige Meter distanziert worden, was an sich nicht tragisch gewesen wäre (auch für sie nicht, wie sie sagt). Allerdings hätte hier vielleicht oben kurz das Tempo herausgenommen werden sollen, so dass alle wieder Anschluß bekommen. Ich fürchte, das war der Knackpunkt...
So hatte sie das Gefühl, dass sie auf den kommenden 100km immer wieder deutlich über ihrem Limit fahren müßte, um den Anschluß zu halten und das wollte sie sich halt nicht antun.
Deshalb ist sie schon geknickt und traurig erst heim gefahren, um dann doch noch eine 95km Runde zu fahren, was ich gut fand. Ich konnte sie jedenfalls nicht überzeugen, doch noch dabei zu bleiben, was ich einerseits schade fand, denn sie hätte es geschafft mitzufahren, andererseits auch verstehen konnte...
So um die Sache hier hoffentlich abschließen zu können, folgende Feststellungen:
- Das Tempo war insgesamt für relative Rennradneulinge recht ordentlich. Kein Gebolze, aber auch kein relaxtes herumrollen. Das geht anders...
- Das Tempo war meistens (vor allem in Nagoldtal und Würmtal bis Ditzingen) so, dass Steffi auf jeden Fall hätte mitfahren können (einige Spitzen ausgenommen, aber da hat Dogma recht, wenn er schreibt, dass hier die Gruppe auch wieder zusammengeführt wurde).
-Am Anfang (also den ersten 5km) hätte man (also wir alle) lockerer angehen sollen, dass nicht gleich Lücken reißen, die die Sorgen von Steffi, nicht mithalten zu können, zu bestätigen schienen. Dass sich diese Sorgen in der Folgezeit nicht als begründet herausgestellt hätten, spielt dabei keine Rolle.
Grüße und auf bald!
Frank
P.S.: Die Tour war große Klasse und die Stimmung toll. Ich habe mich gefreut, euch alle mal wieder (bzw. zum ersten Mal) zu sehen und diesen schönen Tag miteinander zu verbringen!