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Wie kann ich die Bremsleistung einer Shimano 105 BR-1050 erhoehen?

ad-mh

Am Ausbauende des RS1 - Mülheim Speldorf
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Wie immer perfekt erklärt.
 

GEBLA

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Unterschreibe ich alles.
Noch ein Tip: Anstatt winkelverstellbare Bremsschuhe kann man auch nach Abbau der Bremsschuhe die Bremsarme mittels eines Engländers entsprechend anwinkeln, so daß die Bremsbeläge vorne zuerst anstoßen. Haben wir damals bei allen Neurädern gemacht. Geht bei der 105 sehr gut, bei der DuraAce schon schwieriger. :)
Viele Grüße,
Georg
 

Knobi

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Andere Frage:
Könnte es sein, dass Du mit dem Rennrad im Gefälle einfach insgesamt deutlich schneller wirst, als mit dem Reiserad?
Aerodynamik (gestrecktere Sitzposition, geringere Lenkerbreite, fehlende Packtaschen) und leichtlaufende Reifen können da wirklich viel ausmachen.
 

Knobi

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Anstatt winkelverstellbare Bremsschuhe kann man auch nach Abbau der Bremsschuhe die Bremsarme mittels eines Engländers entsprechend anwinkeln, so daß die Bremsbeläge vorne zuerst anstoßen
Spitze - genau so habe ich das mit genau diesen Bremsen damals auch gemacht, nur werde ich bestimmt gleich wieder geteert und gefedert, wenn ich das hier öffentlich empfehle. :D
 

GEBLA

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Man muß auch dazu sagen, daß die Bremsarme nicht alle perfekt gerade waren und auch die Befestigungen an den Rahmen nicht. Da standen die Gummis regelmäßig schräg...

Viele Grüße,
Georg
 

Optivi

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Würde ich jederzeit auch so unterschreiben: Die BR-1050 war eine der ersten wirklich guten Seitenzugbremsen und ist auch heute noch in Ordnung. Niedrige Federkraft, vergleichsweise steife Arme, Kugellager.
Der eigentliche Knaller waren aber ihre Aero-Hebel, deren Hebelübersetzung meines Wissens nach nie wieder irgendwo erreicht wurde (dafür habe ich immer wieder mal verschiedene Hebel vermessen und nachgerechnet) und die auch heute noch hervorragend in kleinen bis mittelgroßen, schlanken Händen liegen. Rückstellfedern hatten sie übrigens schon.

Es gibt aber drei Möglichkeiten, warum so eine 1050 unabhängig von Belägen, Zügen und Verschleiß ganz grundsätzlich nicht so gut bremst, wie sie könnte:
  • Sie hat längere Arme für Fahrräder mit breiteren Reifen oder Schutzblechen ("langes Bremsmaß"), dabei geht leider etwas Hebelübersetzung verloren.
    Wenn an Deinem Rad zwischen einem halbwegs typischen Rennradreifen von ca. 20-25 mm Breite und der Bremse noch sehr viel Platz ist, liegt das nahe.
  • Sie wird nicht von den Aero-Hebeln bedient, sondern von den normalen, wo die Bremszüge über dem Lenker frei durch die Luft laufen.
    Dann bitte unbedingt auf die originalen Aero-Hebel umbauen.
  • Die Feder der Bremse wurde auf hohe Vorspannung gestellt.
    Von hinten betrachtet, sitzt die Feder auf jeder Seite in einem kleinen, rechteckigen Plastikblock mit außermittiger Bohrung; Nr. 2 in diesem Bild:
    Diesen Block kann man umdrehen, wenn man mehr Federspannung haben möchte (z.B. wegen schwergängiger Züge und altmodischer Hebel).
    Feder sitzt ganz außen im Block, ganz nah am Alu-Bremsarm: niedrige Spannung.
    Feder sitzt deutlich weiter innen im Block und "steht ab": hohe Spannung.
    Block ist im Lauf der Jahre zerbröckelt und fehlt: niedrige Spannung, aber höhere Reibung.

Nach ca. 34 Jahren kann so ein Kugellager auch mal kaputt oder einfach total verdreckt sein, dann geht auch Kraft verloren. Zerlegen, Reinigen und Prüfen ist aber einfach; notfalls passen die Lager vieler neuerer Shimano-Bremsen.

Die Beläge R55C3 gehören auch bei mir zu den besten, die ich je hatte. Vor allem funktionieren sie mit allen möglichen, verschiedenen Felgen gleich gut und verhalten sich auch bei Regen immer absolut vorhersehbar.
Die Vorgängerversionen R55C... (keine Ziffer, 1 oder 2) waren bekannt für hässliche Geräusche und haben manche Felgen regelrecht zerspant, bremsten aber auch gut.
R55C4 sind die neueren (und übrigens genau die oben genannten Dura Ace 9000). Ob sie wirklich was besser können, weiß ich aber nicht.
Koolstop aller denkbaren Varianten auf allerlei verschiedenen Felgen fand ich dagegen immer vergleichsweise mittelmäßig, aber die Kombination der "lachsfarbenen" mit MA2 hat zumindest auch ordentlich gebremst. Aber im Vergleich mit den Shimanos frage ich mich seit Jahren, warum man das tun sollte.
Wenn Du winkelverstellbare Bremsschuhe für die Shimanos bekommen kannst, nimm sie und stell sie so, dass die Beläge in Drehrichtung zuerst an der Felge anliegen (ein Stück Pappe/Bierdeckel am hinteren Ende zwischen Felge und Belag legen, Belag in Höhe und Richtung ausrichten, Bremshebel ziehen und Belagschraube anziehen). Das kann auch noch ein bisschen was bringen, aber meistens merkt man es nicht und es hilft eher gegen Quietschen und Rubbeln.
super informativ, danke! zwar nicht mein Problem gerade, aber trotzdem immer wieder spannend!

eine Frage aber: 1050 waren dich im original nonaero, oder?
 

GEBLA

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Es gab beide Hebelvarianten. Auch bei der New DuraAce sind die Aero Hebel deutlich besser, vor allem wenn man oben auf den Griffen greift. Der Drehpunkt sitzt deutlich tiefer und weiter vorne, das ist anatomisch wesentlich besser.

Viele Grüße,
Georg
 

veemar

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super informativ, danke! zwar nicht mein Problem gerade, aber trotzdem immer wieder spannend!

eine Frage aber: 1050 waren dich im original nonaero, oder?

Es gab beide Hebelvarianten. Auch bei der New DuraAce sind die Aero Hebel deutlich besser, vor allem wenn man oben auf den Griffen greift. Der Drehpunkt sitzt deutlich tiefer und weiter vorne, das ist anatomisch wesentlich besser.

Viele Grüße,
Georg
Die waren dann zwar Bl-1051 gehörten aber zur 1050 Gruppe.
Eine optisch gut passenden Rx100 Bremse 6509 Ultegra (Br-1055 geht garnicht optisch), mindestens für vorne, könnte helfen wenn es nach den beschriebenen Maßnahmen immer noch nicht gefällt. Was m. E. noch fehlt, die Bremse sollte sauber ziehen, d. h. beide Beläge packen auch gleichzeitig zu und das Rad bleibt in Position.
 

Pananoia

Raleigh maniac ▀▄▀▄▀▄▀▄▀
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Sorry wenn ich den Faden mal entere.

Jetzt habe ich zwei Mal von @GEBLA .........


....... gelesen und freue mir jedes Mal einen Keks.

Ich weiß das die 7400'er Gruppe genau so beworben wurde, habe es aber außer von mir sehr lange nicht mehr gehört/gelesen.

Für diese kleine Freunde will ich mich artig bedanken.

Mille - Greetings
@L€X

.......... der sich gerade fragt ob man an diesem Sprachgebrauch unser Alter ablesen kann ..........
 

GEBLA

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Ich mag die Bezeichnung einfach. Außerdem stimmt sie meiner Meinung nach bei dieser Gruppe wie bei keiner anderen. Für mich war und ist sie der Wendepunkt zur radfahrtechnischen Neuzeit, aus heutiger Sicht noch mehr als damals. Da wurde wirklich jedes Teil neu gedacht.

Wahrscheinlich tatsächlich auch eine Frage des Alters. :) In den 80ern hat doch keiner die Zahlen verwendet, sondern eben von alter und neuer 105er geredet. Bei DuraAce dann noch von 6fach, 7fach und dann 8fach. Und da es hier ja bis 1990 geht, reicht das doch völlig aus. :)

Viele Grüße,
Georg
 

Flat Eric

Machen ist wie wollen , nur krasser .
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Spitze - genau so habe ich das mit genau diesen Bremsen damals auch gemacht, nur werde ich bestimmt gleich wieder geteert und gefedert, wenn ich das hier öffentlich empfehle. :D
Nein , warum , das funktioniert ja , aber nur kurzfristig , weil sich die Klötze nach kurzer Zeit ja immer wieder parallel abschleifen , geht ja nicht anders , und dann ?
 

herrb

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Nochmals Dank an die weiteren Antworter, insbesondere Knobi fuer die detaillierten Ausfuehrungen.

zu a) : habe die lange Variante der Bremsen, ist eben der Geometrie von Rahmen und Gabel geschuldet
zu b) : ich wollte eigentlich gerne die klassischen Hebel behalten; auch die sind ja original, siehe https://si.shimano.com/pdfs/si/SI-P-28-000-00-ENG.pdf -- ist aber schon sehr interessant, dass die Aero-Hebel eine deutlich andere Hebelgeometrie haben und so besser funktionieren
zu c) : nach der Feder muss ich nochmal schauen, wuerde aber die Standardeinstellung (weich) vermuten.

Die Lager der Bremsen scheinen mir auch noch gut zu sein. Alles bewegt sich leicht und sanft.

Ich bin mein Leben lang immer Raeder mit anderen Sitzpositionen gefahren. So ist der klassische "Rennlenker" auch etwas neues fuer mich. Da spielt die Koerper-, Arm- und Handposition eine grosse Rolle und wenn ich auf einer Abfahrt 10 Minuten da unten am Bremsgriff klemme, dann wird das nach einer Weile schon unangenehm. Ansonsten war ich ueberrascht, wie bequem die Rennposition doch eigentlich ist.

Natuerlich ist da auch immer die Frage nach der (oft wohl inkorrekt als "Systemgewicht" bezeichneten) Systemmasse, ueber die wir mal vornehm den Mantel des Schweigens decken wollen. ;) Ich arbeite daran.

Insgesamt moechte ich mit dem Rad altmodisch unterwegs bleiben. Daher gefallen mir auch die non-Aero-Griffe ganz gut. So kann ich vielleicht auch mal bei solchen Events wie https://www.velowino.de oder der https://eroica.cc mitmachen. Werde aber doch mal nach ein paar passenden Aero-Griffen ausschau halten.

Wie ich gestern schon gesagt hatte: naechster Schritt = neue Bremszuege und Zughuellen; liegt alles schon bereit. Dann Probefahrt den Berg hinunter. :)

Schoene Gruesse
Joerg
 

Knobi

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Ah, okay. Für freilaufende Züge und langes Bremsmaß ist das wirklich nicht die beste Bremse, da lohnt sich bei den Klassikern direkt mal ein Blick auf stabile Mittelzugbremsen. Nur nicht unbedingt Mafac, die zwar theoretisch gute Hebelverhälnisse haben, aber leider auch sehr verwindungsanfällig und schlecht gelagert sind.
Wenn Du sowas magst und Dich mit der Optik anfreunden kannst, schau mal nach Dia Compe, die es auch aktuell noch gibt. Müssen ja nicht gleich die teuersten sein.
GC450-1-575x380.jpg
http://www.diacompe.com.tw/product/dc610-n/

Wenn Du im wahrsten Wortsinne "schräge" Lösungen akzeptieren kannst und keine Schutzbleche und sehr breiten Reifen fahren wilst, ist die alte CLB 2 einen Versuch wert (leicht ist sie übrigens auch): Durch schrägstehende Bolzen bewegen sich ihre Arme "in Drehrichtung" auf die Felge zu und erreichen eine erstaunliche Verstärkung der Bremswirkung, die auch patentgeschützt war und die ich aus dem echten Leben voll und ganz bestätigen kann. Bilder von verbogenen Haltebolzen überraschen mich bei der CLB 2 nicht; sowas findet man immer wieder mal im Netz.
Nachteile wären die sonderbaren Bremsschuhe (andere/neuere Beläge oder Schuhe passen nur mit Unterlegscheiben und anderen Schrauben), die nicht ganz niedrige Federkraft und das Fehlen der Selbstverstärkung bei starker Nässe, womit man rechnen sollte.

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Ansonsten bleibt Dir beim langen Bremsmaß mit weniger optimalen Hebeln wohl wirklich nur der Griff zu neueren Dual-Pivot-Bremsen.
RX100 passen optisch gut zu einem Rad mit der "1050"-Gruppe und sind ab und zu mit langem Bremsmaß zu finden. Aktuelle BR-R451 haben eine eher matte Oberfläche, wirken aber auch noch glaubwürdig.
105 SC in dem seltsamen Champagnergold würde ich eher nicht nehmen, obwohl das erstklassige Bremsen sind - sie sehen halt doof aus in der Farbe, und die hält leider verdammt gut und ist nicht so einfach loszuwerden.
 
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herrb

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Zum Thema "freilaufende Züge": ich hatte schon ueberlegt, entlang es Oberrohrs anstelle der normalen Aussenzughuelle ein passendes Alurohr zu nehmen. Oder ist sowas Unsinn? Na, vielleicht macht man sowas auch einfach nicht, egal ob's funktioniert... :)
 

Winston98

Ächtet die Dackelschneider...!!!
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...
Ansonsten bleibt Dir beim langen Bremsmaß mit weniger optimalen Hebeln wohl wirklich nur der Griff zu neueren Dual-Pivot-Bremsen.

Also ich kann da nur die 1055er Bremskombi empfehlen!
Eine der seltenen zeitgenössischen DualPivot Bremskörper, die es auch noch mit langen Schenkeln (47-57) gab.
Bei der im gleichen Zeitfenster existierenden Tricolor und DuraAce 7400 Gruppe, hatte man diese Version schon nicht mehr im Programm.
 
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