Neo Retro Klassiker Galerie

Wie beliebt ist der Aufbau von klassischen Rahmen mit modernen Komponenten?


  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    162

knutson22

BICISPORT
In diesem thread können neo Retro Klassiker gepostet werden...gerne auch fremde Aufbauten aus dem netz,
oder lieber noch eigene Aufbauten...bevorzugt mit Stahlrahmen und Schremsern ab 9 fach ; gerne aber auch
Carbon-Klassiker der ersten Stunde...Alu wenn es geht nur mit verschliffenen Schweissnähten a la Klein...;)
 

knutson22

BICISPORT
Meine Intention zu diesem thread habe ich aus einem Bedürfnis heraus,fahrbares modernes Material mit einem klassischen Rahmen zu
vermählen...
Der Gedanke dazu hat sich bei mir dieses Jahr gefestigt,als ich mir überlegte, einen wunderschönen NOS Rahmen mal anders aufzubauen.
Weg von der zeitgemäßen Teilebestückung,frei von Katalogzwängen und vorgefestigten Bildern im Kopf...

so hatte ich bei einem Bekannten und Sammler einen tollen Stahlrahmen , der mit einer 2014er Super Record Gruppe aufgebaut war,
sofort ins Herz geschlossen und war von seiner Anmutung echt begeistert.
Die Gruppe passte super zum Rahmen und er versicherte mir ein überragendes Fahrerlebnis ohne Einbußen.

Also bestellte ich ein paar Monate später eine niegelnagelneue Campagnolo Chorus Gruppe und die Idee war geboren.
Zur Umsetzung habe ich mir viel Zeit gelassen und erst den passenden LRS besorgt...
Heute habe ich Innenlager und Kurbel montiert und der Aufbau kann losgehen.;)
 
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knutson22

BICISPORT
Dieser wundertolle Rahmen ,der jetzt bereits 2 Jahre in meinem Besitz ist,wurde für den Aufbau auserkoren:

P1015610.JPG


der Aufbau sollte ganz mit schwarzer Optik sein; die spinergys waren mir allerdings doch zu unpassend,
deshalb orderte ich aus den KA einen shamal black Alu LRS, der mA besser zum Rad passen könnte...

Sattelstütze Campa Record aus Carbon und Selle italia Storica Sattel haben mich für dieses Projekt sofort begeistert und passen super.
Fotos vom Ist-Zustand folgen ...
 
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Knobi

Aktives Mitglied
Ich mache das schon lange mit Begeisterung und mische neue und alte Teile wild, wo es für mich Sinn ergibt und optisch nicht unerträglich wird.
10 Ritzel hinten ergeben Sinn, Hyperglide sowieso, und fast alle Schaltwerke ab der 6-fach-Ära können das mit kleinen Anpassungen schalten.
Suntour-Schaltwerke der letzten Generation werden mit einem kleinen Trick an der Zugklemmung shimano-kompatibel und schalten 10-fach sogar exakter, als die dafür gedachten Originalteile.
Bremsschalthebel können sein, Lenkerendschalthebel sind aber auch okay und fallen nicht so sehr auf.
Ältere Shimano-Naben lassen sich oft problemlos auf moderne Freiläufe umbauen, teuer ist das auch nicht. Andererseits sind manche aktuellen Leichtbaunaben aus Fernost aber auch unauffällig genug für einen Klassiker.
Historische Bremsen bekommt man oft mit etwas Aufwand soweit angepasst, dass sie zumindest passabel funktionieren: Weniger Federspannung, gute, neue Züge, moderne Beläge und ggf. Nacharbeit an den Drehpunkten (MoS2-Beschichtung, moderne Kunststoffbuchsen, ggf. Umbau auf einstellbares Spiel usw.). Historische Hebel haben manchmal erstaunliche Übersetzungsverhältnisse und liegen trotz unbequemer Anmutung gut in der Hand, z.B. Mafac, oder sind trotz toller Optik und Minimalgewicht vollkommen unbrauchbar (in meinem Fall Modolo & Campa). Auf Wäscheleinen verzichte ich ansonsten gern, sofern es irgendwie geht, weil es für mich ein echtes Argument ist, das Rad zum Radausbau "auf den Kopf stellen" zu können.
Moderne, superleichte Sättel sehen meiner Meinung nach an klassischen, dürren Stahlrahmen überhaupt erst richtig gut aus und passen deutlich besser ins Gesamtbild, als die klobigen Originale.
Klassische Kurbeln passen spätestens mit neuen Kettenblättern zu 10-fach-Ketten, manchmal geht das aber auch so. Bei 11-fach wird das etwas experimenteller und man braucht manchmal Passscheiben, weil es dort schon auf Zehntelmillimeter ankommt. Die "Stegbreite" zwischen den Kettenblättern ist aber auch heute noch bei vielen Kurbeln unverändert, eher sitzen die Zähne nicht mehr mittig auf den Kettenblättern und die Blätter selbst können dicker oder auch dünner sein, je nachdem.
Bei modernen Felgen wird die Sache schwierig. Das kann meiner Meinung nach wirklich beknackt aussehen, bzw. hat es keinerlei Vorteile, wenn die modernen Felgen aussehen, wie vor 30 oder 40 Jahren. Eine nette Idee könnten Pacenti Brevet sein: Klassische Optik, aber mit geringeren Lochzahlen und tubeless-fähig, wenn auch keine Leichtgewichte.

Ich bin sicher nicht DER tolle Fahrer, habe meine Räder aber doch in erster Linie zum Fahren, und da mag ich eben die moderne Schaltungstechnik deutlich lieber. Ein schöner Stahlrahmen bleibt auch damit ein Hingucker und wird für Außenstehende offenbar sogar interessanter, wenn er auch heute noch "richtig" gefahren werden kann - das merke ich z.B. an den Kommentaren meiner Kollegen, für die ein halbwegs historisch korrekter Oldie schnell ein "alter Schrotthaufen" ist, aber ein zeitgenössisch aufgepeppter Rahmen "total schön".
 
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Luftindenreifen

Aktives Mitglied
Hier mein Nigel Dean aus Reynolds 731OS Geröhr aufgebaut mit einer Chorus 10fach, die letzte Voll-Alu Chorus aus 2003.
Das Oberrohr ist im Verhältnis zum Sitzrohr recht lang, dadurch gibt sich ein toller geradeauslauf. Titan Stütze, Vorbau, Spannachsen und Kassette, leichtes Heylight Innenlager und Carbonsattel gepaart mit leichten Laufräder drücken das Gewicht auf unter 8Kg, genau hab ich es nicht mehr im Kopf

fährt sich richtig modern.... bin gern damit unterwegs


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Olddutsch

Aktives Mitglied
Wer sich als privater RR fahrer keinen neues Rad leisten konnte hat doch auch auf neue u vielversprechende Teile aufgerüstet
Also was solls
 

Luftindenreifen

Aktives Mitglied
und gleich noch eins.....

mein erstes Stahl-Rad das ich aufgebaut habe. Ich komme ja aus der Alu- Carbon Zeit und habe mich beim Kauf von den aktuellen Geo leiten lassen. Stellte später fest dass mir der Rahmen etwas zu klein ist, daher habe ich es weiter gegeben.....die Teile warten auf ein neues Projekt.... aber egal, schön war es :) sehr schön sogar

Ein modernes Tommasini Tecno aus Columbus Nemo. 10fach Record Gruppe mit der ersten Carbonkurbel aus selbigem Hause. Masterpiece Stütze, SLR Sattel und Schmolke Lenker. Laufräder mit Tune Naben, Spanner und H+Son Felgen



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knutson22

BICISPORT
Und noch eins... Cherubim R-2 50th Anniversary. Der Klassiker von Cherubim in limitierter Serie; aufgebaut mit einer modernen Dura Ace. Ich habe Stunden (ach was, Tage) mit der Wahl der Kurbel verbracht und schliesslich die Dura Ace genommen. Ich finde, dass die an dem Rahmen sehr gut passt (komplette Liste der Komponenten).













Kannst du bitte noch ein paar Fakten zum Rahmenhersteller sagen?
Das ist ja wohl der Oberhammer:daumen::daumen::daumen:
Richtig schòn und edel!!!!!!!!!:bier::bier::bier::bier::bier:
 
D

Deleted76119

Kannst du bitte noch ein paar Fakten zum Rahmenhersteller sagen?
Das ist ja wohl der Oberhammer:daumen::daumen::daumen:
Richtig schòn und edel!!!!!!!!!:bier::bier::bier::bier::bier:
Cherubim ist in Japan beheimatet. Seit Mitte der 1960er bauen die Rahmen. Firmengründer war Hitoshi Konno, das Geschäft wird von seinem Sohn weitergeführt. Am besten mal die Website cherubim.jp und die Facebook-Seite besuchen. Oder auch einfach nach Cherubim googeln. Besonders sind auch die Bahnrahmen. Allein die Lackierungen... einfach 1A-Extraklasse.
 

Knobi

Aktives Mitglied
Ein allerfeinstes Wahnsinnsgerät wie das Cherubim habe ich natürlich nicht anzubieten, auch kein eigenes Rad mit durchgehend topaktuellen Teilen, aber auf die Schnelle mal einen Überblick einiger meiner Machwerke, die hier ja schon recht gut bekannt sein dürften.

Das Van Tuyl meiner früheren Freundin:
Ultegra STI 6503 3x9, 105 SC Bremsen, bearbeitete MTB-Kurbel Shimano FC-B124, Umwerfer 105 FD-5603, Schaltwerk Dura Ace 7800 mit langem Käfig einer XTR 951, Nabe vorn Novatec, hinten Ultegra 6800. Also ein wilder Mix aus über 30 Jahren, passend kaschiert mit etwas Lack, und nichtmal der Aheadvorbau stört.




Das Koga eines guten Freundes, im Grunde genommen aus der Restekiste:
Freaky Lack nach Wunsch, Teilemix aus 105 SC und RX 100, also etwa 12 Jahre neuer, als der Rahmen. Weil dessen Alter und Herkunft aber sowieso nicht mehr auf den ersten Blick einschätzbar ist, durften goldene Hipsterfelgen dran, und fertig war ein Rad, nach dem sich regelmäßig Passanten umdrehten. Immerhin noch 8-fach, also fast historisch.




Das Durifort, in Wirklichkeit wohl ein Staiger:
Stark überarbeiteter Rahmen mit der fiesesten mir bislang bekannten Verarbeitung ab Werk. Antrieb Suntour 1 x 10 mit Shimano-Hebel, Nabensatz Santé, hinten umgebaut auf XT-Freilauf. Schaltauge um 3 mm verlängert, um das Ritzelpaket 11-34 mit dem kleinen Suntour-Schaltwerk bedienen zu können. Die 10-fach-Kette läuft problemlos auf dem originalen Kettenblatt aus der 6-fach-Ära und wäre auch schaltbar, wenn das zweite Blatt nicht zahnlos wäre. Wieder ein Rad, dessen Baujahr nur schwer einzuschätzen ist und bei dem meiner Meinung nach trotzdem alles zusammenpasst.




Das Flandria, ebenfalls aus der Restekiste:
Naben 105 SC, Schaltwerk Dura Ace 7700 mit 7800-Hebel, Antrieb 1 x 10 (42 / 12-34). Auch hier ist das originale Sugino-Blatt kein Problem für die 10-fach-Kette. Die Mafac-Bremsen harmonieren sehr gut mit den Shimano-105-Hebeln (1050 von 1987, für Eingelenker). Die Bremsen selbst haben dieses Mal leider Messingbuchsen und ich habe deren Spiel mit Molykote 3400A weitgehend "wegbeschichtet", axial helfen ein paar Passscheiben; die Federspannung ist aufs absolute Minimum zurückgenommen. Die Lösung mit den Iglidur-Buchsen und Madenschrauben ist aber insgesamt besser. Gegen das irre Quietschen habe ich dieses Mal winkelverstellbare TRP-Schuhe verwendet, deren weiche Beläge auch wirklich passabel bremsen.
Ich behaupte jetzt einfach mal, dass ich zumindest mit den neuen Matschreifen die Grenzen dieses Geräts bislang nicht wirklich ausloten kann und auch auf einem aktuellen Crosser nicht schneller wäre, weil das ganz einfach an mir liegt. Und ja, der Rahmen ist mir zu groß.

Relikt.jpg



Der unbekannte Franzose, vermutlich ein frühes Velosolex Saint Tropez, geht ja als abgerockt original durch, aber hey: Es hat einen aktuellen Dynamo, aktuelles LED-Licht und schaltet immerhin 8-fach, mit umgebauter Kurbel gewissermaßen "Microdrive" 44/32. Bald bekommt es sogar eine Farbe.

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Mein persönliches Lieblingsrad ist dagegen zeitgenössisch korrekt: Cromor-Rahmen mit Dura Ace 7401, nur die Bremsen sind Ultegra 6600 und die Kurbel ist eine bearbeitete 105. Daran wird nix verändert, niemals.




Und letztendlich ist da natürlich noch ein modernes Rad, an dem so garnichts mehr klassisch ist . Der 11-fach-Antrieb ist allerdings an eine bearbeitete XTR-Kurbel der allerersten Generation gekettet, weil mir eine moderne einfach zu klobig gewirkt hätte. Auch das funktioniert.

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seto

griechischer Held
Chris, ja gerne. Ich schätze es sehr, dass du offen für modernem Kram bist.
Wichtiger Hinweis an alle, die sich das überlegen, einen Neoklassiker aufzubauen...Hinterher ist ein alter Rahmen mit neuen Teilen nüsht mehr wert. Hatte im vergangenen Sommer in den kleinen Bucht nur einen Preisvorschlag erhalten.."Ickkoofdette fürn Hunni. Issja nur die Centauer."
Also ist mit totalem Wertverlust nach dem Aufbau zu rechnen. ;)

 
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