AW: Monte Baldo - Gardasee
So, bin aus dem Urlaub zurück und muss sagen: der Baldo ist leider ausgefallen.
Hatte gleich am Anreisetag einen Crash mit meinem RR (Spezialized Allez black) und das war vor Ort nicht reparabel (wenn überhaupt noch -> wirtschaftlich)
Also habe ich mich auf die Suche nach einem Verleih in Malcesine gemacht und bin an der Talstation der Seilbahn zum Monte Baldo fündig geworden.
Der Shop heißt "Bike xTreme" [ Via Navene Vecchia 10 , Tel.: +39 045 7400105 oder
http://www.urlaub-anbieter.com/bikeapartments.htm ]
und hatte als einzigster (der beiden Shops im Ort) auch RR. Leider nur drei Größen und von jedem nur eins.
Die von mir benötigte RH56 war die Größte und täglich vergriffen. Also auf die Warteliste.
Hatte dann Glück dass ich das Rad wenigstens einen Tag (für 20,- ohne Kaution gegen Ausweispfand) bekommen habe.
Es war ein GHOST mit kompletter Ultegra-Ausstattung.
Das Rad also grob auf mich eingestellt und los gings. Hatte mich dann entschieden einmal um den See zu fahren.
Allerdings war ich vorher schon mit dem Auto am Südufer unterwegs und wusste daher, dass die Strecke da unten nicht so attraktiv ist.
Schnell wurde der Plan etwas geändert und es sollte von Garda nach Gardone mit der Fähre übergesetzt werden.
Also ging es von Malcesine Richtung Süden immer am Ufer entlang.
Es dauerte keine 5 Minuten, da hatte ich einen Italiener am Hinterrad. Ohne auch nur ein Wort zu wechseln zogen wir uns gegenseitig immer die Uferstraße entlang.
In kurzen Abständen kamen uns sowohl einzelner Biker als auch kleine Grüppchen entgegen.
Die Räder surrten also schön über den Asphalt und das Wasser rauschte leise vorbei.
Plötzlich sehe ich das Ortsschild Lazise und merke, dass ich vor lauter Faszination den Ort der Fähre verpasst habe.
Ich klinke mich also aus und drehe um Richtung Norden (also wieder nach Garda).
Unterwegs überhole ich einen Einzelkämpfer, der nicht so recht vorwärts kam.
Ich gebe ihm ein Zeichen das er sich hinten ranhängen sollte und zog ihn bis Garda mit.
Am Hafen lasse ich ihn ziehen und höre auf italienisch ein nettes Dankeschön (übrigens das einzigste - auch sonst keine Grüße zwischen den RR-Fahrern).
Am Hafen von Garda erfahre ich, dass ich mit dem RR nur die Autofähre nutzen kann. Also weiter nach Torri und von dort mit der Autofähre nach Maderno.
Ich nutze die Zeit zum Auftanken und genieße das Panorama des Baldo-Massiv.
In Maderno angekommen gehts wieder aufs Rad und nach Norden Richtung Riva. Mir wird schnell klar, dass die schöne Zeit des Windschattenfahrens vorbei ist.
Die Anzahl der Biker an dieser Uferseite hielt sich in Grenzen. In meine Richtung keiner und entgegen kamen 2 Einzelne.
Wärend die Straße am Ostufer praktisch auf Wasserhöhe verläuft, gehts am Westufer ein paar Meter rauf und man hat einen guten Blick auf den See.
In Gargnano steigt zum Einen die Vorfreude auf die ersten Tunnel, zum anderen aber auch die Temperatur (es sind etwa 30°C).
Der erste Tunnel kommt immer näher und ich fahre mit Max-Tempo hinein. Dann aber der Schock.
Es ist Stockdunkel, ich treffe ein Schlagloch nach dem Anderen, die Brille beschlägt und ich habe Mühe zum Stehen zu kommen.
Auf solch unbeleuchtete und schlechte Straßen war ich nicht vorbereitet. Aber was solls, da muss ich nun durch.
Hin und wieder kommt ein Lichtstrahl durch ein Loch im Felsen und irgendwann ist der Tunnel auch zu Ende.
Mit dem Wissen das noch unzählige Tunnel kommen werden geht meine Laune in den Keller. Wenn die alle so sind - dann gute Nacht.
Aber schnell überwiegt wieder der Fahrspaß, denn die nächsten Tunnel sind beleuchtet und gut asphaltiert.
Zwischendrin immerwieder mal ein schlechter Tunnel, aber man stellt sich darauf ein.
Es rollt also schön weiter bis Limone. Durch die langen, hellen und breiten Tunnel rollt es wie im Windkanal.
Ein kilometerlanges Spiel aus Licht und Schatten und ich genieße den Ausblick auf die unzähligen Surfer, die das Nordwestufer für sich entdeckt haben.
Von Limone gehts weiter bis nach Riva an die Nordspitze des Sees, in dem es von jetzt auf gleich nur so von Touristen wimmelt.
Endlich trifft man wieder auf Gleichgesinnte und die letzten 20km bis Melcesine werden in Angriff genommen.
Am Ziel angekommen geht’s zur Abkühlung ersteinmal ins klare Wasser des Gardasee.
Fazit:
Es war die Beste Tour die ich bis jetzt gemacht habe und es wird nicht die Letzte am und um den Gardasee gewesen sein.
Der Monte Baldo steht auch nächstes Jahr noch.
Nun schaue ich mich nach einem neuen RR um und habe schon 2 Favoriten im Auge:
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CUBE LTD Road Messemodell 2008 black
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CUBE AGREE Compact 2008 black
Und dann wird für die Cyclassics trainiert.
@ADMIN: vielleicht wäre das Thema in der Rubrik
Reisen, Routen, Reviere besser untergebracht? Wenn ja bitte dahin verschieben. Danke.
Gruß Sven.