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Gazellen-Rettungsaktion

Felixvh

make cycling punk again
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Hi!
Nachdem der Aufbau meines' Simonelli nun vollends abgeschlossen ist und es schon die ersten paar 100km gesehen hat, startet nun mein nächstes Projekt, welches ich auch mal einigermaßen 'dokumentieren' und mir Tipps der hilfsbereiten Gemeinde gebündelt in einem Thrad abholen möchte 🙂
Das Ganze beginnt mit einer kleinen Geschichte:
Letzte Woche an einem verregneten Tag habe ich hier am Hauptbahnhof im hastigen Vorbeifahren eine Gazelle erspäht, die ich mir nach Sofortbremsung näher angeschaut hab. Das arme Springtier war in einem bemitleidenswertem Zustand und arg verbastelt. Und so stand sie da im Regen und noch dazu unangeschlossen (!!) und ich hatte Mitleid. Leider weder Zettel noch Stift parat, um eine Nachricht zu hinterlassen, bat ich meine Freundin darum, dass sie meine E-Mail-Adresse an den Rahmen heften möge.
Zwei Tage später bekam ich dann die E-Mail, dass der Besitzer bereit wäre zu verkaufen und wir uns preislich sicher einigen könnten.
Heute war es dann soweit (nachdem ich jeden Tag an der mittlerweile angeschlossenen Gazelle vorbeifuhr und sie offensichtlich die ganze Woche im Regen stehen gelassen wurde) und ich traf mich mit ihrem -mittlerweile- ehemaligen Besitzer. Obwohl sie mir mit einer Rahmenhöhe von knapp 56 cm c-t zu klein ist, übermannte mich das Mitleid und ich hab sie ihm abgekauft :cool:

Gazelle Champion Mondial AB-Frame (Reynolds 531c)
Kurbel Shimano 6207
Bremskörper 6207
Umwerfer 6207
Naben 6207
- so viel wohl zu vermeintlichen Originalausstattung (auch nach den Gazelle-Katalogen, Champion Mondial Race)
Schaltwerk Shimano RX100
Schalthebel Sachs New Success
Bremshebel Shimano Exage

Da der Rahmen mir zu klein ist aber die Rahmenhöhe genau richtig für meine Freundin ist (sie weiß es nur noch nicht:rolleyes:), die ja dank des Zettels maßgeblichen Anteil hatte, wird die Gazelle für potenzielle gemeinsame Ausfahrten hergerichtet. Zumindest gefallen ihr schonmal die Farbe und die 'niedlichen kleinen Gazellen' auf dem Gabelkopf :daumen:

Nun meine Fragen:
  • Was mir Sorgen bereitet sind diverse Roststellen am Oberrohr. Wie schlimm ist das? Womit konserviert man es am Besten? Wachs? Wenn ja, welcher und was sind mögliche Bezugsquellen?
  • Nachdem ich für vergangene Basteleien immer eine Selbsthilfewerkstatt aufgesucht habe, wird es nun Zeit für eigenes Werkzeug: was benötige ich für das Konus-Innenlager? Stirnlochschlüssel ist vorhanden. Eine Konterringzange (oder Vergleichbares) wird benötigt - am Besten auch zur möglichen Anwendung für Konterringe für Bahnnaben. Womit demontiert man die rechte Lagerschale? Konusschlüssel?
  • Gesucht sind die fehlenden Teile der 6207-Reihe, also Schaltwerk, Schalthebel und Bremshebel..
  • Laufräder müssten zentriert werden und bisher hab ich immer so einen Speichenschlüssel aus dem Baumarkt verwendet. Letztens hab ich aber irgendwo gelesen, dass diese nicht so geeignet wären (da aus gepresstem Blech) und die Nippel nur abrunden würden - jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
  • Gibt es eine Seite, die mir mit der Rahmennummer zur Datierung behilflich sein kann?
Soweit erstmal vielen Dank fürs Lesen. Die Bilder zur Belohnung gibt es spätestens morgen, da mein Fotohandy an Qualität leider kaum zu unterbieten ist und ich zumindest die Roststellen möglichst gut abbilden möchte..
 
Wenn Du die Suchfunktion für alte Beiträge bemühst, wirst Du viele Tips finden wie man dem Rost bei kommt.

Grüße

Reisberg
 
Du würdest einen Einspruch gegen Neulack einlegen oder du legst einen Einspruch ein und stimmst für Neulack?
Ich hatte gehofft, nicht neu lackieren (lassen) zu müssen

Hier ausnahmsweise mal pro Neulack.

Ich bin idR prinzipiell gegen neulackieren - allerdings immer unter der Voraussetzung, dass man die Substanz erhalten kann. Die Roststellen hier sind schon ordentlich... M.A. nach zu groß, als dass Ausbesserungen optisch ansprechbar gelingen würden, und so lassen ist auch keine Option. Wenn du da nicht wirksam gegensteuerst, kannst du's bald zusammenfegen.

Du könntest sie natürlich auch einfach mit Owatrol konservieren, aber das sieht bei dem vergleichsweise neuen Rad auch nicht so pralle aus.
 
Hier ausnahmsweise mal pro Neulack.

Ich bin idR prinzipiell gegen neulackieren - allerdings immer unter der Voraussetzung, dass man die Substanz erhalten kann. Die Roststellen hier sind schon ordentlich... M.A. nach zu groß, als dass Ausbesserungen optisch ansprechbar gelingen würden, und so lassen ist auch keine Option. Wenn du da nicht wirksam gegensteuerst, kannst du's bald zusammenfegen.

Du könntest sie natürlich auch einfach mit Owatrol konservieren, aber das sieht bei dem vergleichsweise neuen Rad auch nicht so pralle aus.

Sind nicht so gute Nachrichten 🙁 Ich hatte gehofft, den Rost an den betreffenden Stellen etwas abschleifen zu können, mit einem Lackstift auszubessern und das Ganze dann mit Wachs o.Ä. zu versiegeln, ohne dass das Rad einem dann später unterm Hintern zu Staub zerfällt. Ich hab mir eingebildet, die Bremszugaußenhülle würde die optisch unschönen Stellen wohl größtenteils verdecken.

Nach Owatrol werd ich gleich mal googlen - "vergleichsweise neu" scheint mir vergleichsweise wohlig formuliert 😛 Das Rad hat schon ordentliche Patina, die ich jetzt allerdings nicht alle fotografiert hab 😉
 
Ok, Konservieren durch Ausbessern ginge auch... Aber es wird nachher schon deutlich ins Auge stechen bei diesem metallic-weiß.

Am besten den Rost dann so weit wie nur möglich mit einem kleinen Schraubenzieher abkratzen, sauberrubbeln, Rostumwandler drauf (für's Gewissen und weil's zumindest nicht schaden wird), grundieren + Lack. Rosten sollte dann nichts mehr, aber ein "größtenteils verdecken" wird's wohl nicht.
 
Überleg doch mal "Spot Repair".
Imitation Gazelle Dekore sehen immer ganz schlecht aus.
Versuche die Original Decals so zu behalten.
Einfach nur die korrodierte Stellen schleifen und neulackieren lassen.
Ein guter Lackierer muss das können.
 
Ich würde auch nur die schlimmen Stellen abschleifen und beilackieren !
Weniger schlimme stellen( flugrost) mal mit stahlwolle säubern und versiegel.
Bitte nicht neulackieren!
 
Übrigens : Vom den aktuellen FIAT 500 gibt es einen weissen Perlmutlack , der dem Gazelle Farbton ziemlich nahe ist , weil , auch zum"Beilackieren" brauchst du ja Lack...
 
Ältere Perlmuttlacke wie zB auch bei alten Mercks´ teilzulackieren wird nichts. Das sieht einfach nur shize aus, als hätte die kleine Tochter sich zum Krickeln den Edding geklaut. Nur so als Tip.
 
also bei einem einfachen uni-farbenen lack wie hier sehe ich wenig sinn darin, das auf teufel komm raus "erhalten" (= mit flickschusterei verschlimmbessern) zu wollen. das rentiert sich eigentlich nur, wenn die schäden viel kleiner sind und/oder ein besonderes, nicht reproduzierbares rahmendekor vorliegt. und das ist hier nun wirklich nicht der fall.
 
falls du vorhast rostumwandler zu verwenden: ich hab mal gehört, dass der eklige (schwarze) Flecken verursachen kann, also vorsicht! oder garnicht erst versuchen, wenn's eh nur fürs "gute gewissen" ist 🙂
 
Erstmal vielen Dank für die zahlreichen Tipps!:bier:
Komplett auseinander genommen und neu gefettet und überall gesäubert wird das gute Stück sowieso. Ich werde mich dann wohl an Rigo orientieren. Haltet mich für verrückt aber den Rest der Patina an dem Rad finde ich sogar recht ansprechend und möchte ihm seine Geschichte möglichst nicht durch einen Neulack 'berauben'. Da ich grad noch eine Bachelorarbeit zu schreiben habe, wird das ganze aber wohl leider eher langsam vorangehen..
Einen 'Spokey'-Nippelspanner von Cyclus Tools hab ich mir gestern noch fix bestellt.
Dank des Tipps von Gazelle blau/grau (die Kataloge kannte ich schon, die Hauptseite war mir neu) konnte ich das Springtier auf 1982 datieren 🙂
 
Eine neue Problemstelle hat sich gestern aufgetan:
Der Seitenschlag, den ich rauszentrieren wollte, hat sich nun doch als schwerwiegender als angenommen herausgestellt. Ausfallendenschrauben hab ich gestern rausgenommen und das Hinterrad bis Anschlag (damit es gerade ist) in die Ausfallenden geschoben. Die Felge schlägt dann an der schlimmsten Stelle fast bis an die rechte Kettenstrebe. Das Problem dabei ist, dass die Speichen auf der linken Seite aber schon fest sind (man müsste sie ja nachziehen, um die Felge nach links zu bekommen) aber die Speichen an der entsprechenden Stelle auf der rechten Seite richtig locker sind.
Eine lässt sich nicht mal anziehen sondern dreht sich mitsamt Nippelspanner immer wieder in ihre lockere Ausgansgposition zurück, sobald man keinen Druck mehr ausübt. Woran kann das liegen? Und wieso schlägt die Felge in die Richtung aus, wo die Speichen zu locker sind?
Mittlerweile bezweifel ich, dass man diese Riesenunwucht noch rauszentriert bekommt 🙁
 
Neenee, hab mich wohl falsch ausgedrückt, 'tschuldige. Die Nabe hat einen unfassbaren Schlag weg, den sieht man sogar bei ausgebautem Hinterrad, wenn man zentral von oben auf das Rad schaut (Felge verläuft in S-form). Dachte aber, dass man das noch einigermaßen wieder hinzentrieren könnte (hab ich ja auch schon gemacht) - aber das ist wohl leider nicht mehr möglich..
 
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