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Seltene Franzosen – jenseits von Peugeot und Co. – Infosammelthread

Huret gab in seinem Katalog an, dass dieses Schaltwerk mit Zweifach- und Dreifach-Kettenblättern aller gängigen Zahngrößen kompatibel sei.

https://www.disraeligears.co.uk/site/huret_accessoires_cycles_cyclomoteurs_motos_-_1973_scan_5.html


Anhang anzeigen 1740500
Wollte ich ebenfalls gerade posten:

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Also alles eine Frage der Konstruktion. ;)
 

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Re: Seltene Franzosen – jenseits von Peugeot und Co. – Infosammelthread
Interessant; und war mir neu. Ich habe aber mal einen ausgewiesenen dreifach Jubilee-Umwerfer besessen (meine ich...), daher habe ich darauf kein Augenmerk gerichtet. Mal sehen, ob ich noch Bilder finde.
 
...wobei Huret, unter totaler Verkennung der Marktsituation, hochnäsig und eigensinnig einen eigenen Schaltaugenstandard am Markt etablieren wollte, und das zu Zeiten als Campagnolo hier schon längst das Maß der Dinge darstellte. Viel zu spät ruderte man zurück, dann warf Sachs sein begehrliches Auge auf Huret. Sachs wurde von Sram geschluckt und so ist wenigstens etwas "Genmaterial" von Huret übriggeblieben...!
ich interpretiere das so:

Mit dem Beginn des MTB Booms waren hochwertige Räder und damit auch hochwertige Komponenten in noch nie dagewesenen Stückzahlen nachgefragt; und Shimano, mit Abstrichen Suntour, waren die einzigen, die darauf eine Antwort hatten.
Die Europäischen Komponentenentwickler hatten weder die Reaktionsschnelligkeit, noch das Entwicklungs- und Marketingbudget, da mitzuhalten.

Weder bei Maillard, noch bei Huret, Pelissier, Sachs.... gab es annähernd eine komplette eigene Gruppe annähernd technisch auf Augenhöhe.
Die Versuche, mit dem Zusammenschluss oder wenigstens einer Zusammenarbeit ein gesamteuropäisches Gegengewicht zur JP Übermacht zu schaffen, kamen viel zu spät und auch zu halbherzig. Preislich und technisch nicht attraktiv, ausserdem war der Markt bereits festest in Shimanos Hand, auch vom Marketing her. Shimano mit seiner Cash-Cow Massenproduktion einfacher Komponenten für den asiatischen 2./3.Weltmarkt war nicht mehr einzufangen.
Bezeichnend, dass die (damals) Bastelbude SRAM die altehrwürdige Sachs Fahrradspalte praktisch geschenkt bekam - und sich nicht mal daran verschluckt hat :D
 
Huret brachte 1973 das Jubilee-Schaltsystem auf den Markt.

Dieser Markenname wurde anlässlich des 50-jährigen Firmenjubiläums gewählt und knüpfte an die religiöse Bedeutung des ursprünglichen Begriffs an.

Die Markteinführung fiel mit dem Fahrradboom zusammen, der Ende der 1960er-Jahre die westlichen Länder, insbesondere die USA, erfasste. Dort stieg der Absatz von Rennrädern mit Kettenschaltung zwischen 1970 und 1972 um das Vierzigfache (ja, x 40!).

Interessanterweise behielt Huret die englische Schreibweise „jubilee“ bei, während die französische Schreibweise „jubilé“ mit Akut lautet. Die Aussprache ist in beiden Sprachen identisch.

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Im selben Jahr, 1973, wurde außerdem die STC (Sélection Tricolore Course) gegründet. Der Begriff „tricolore“ bezieht sich natürlich auf die französische Flagge.

Dieser Verband französischer Hersteller von Fahrradkomponenten und -zubehör hatte zum Ziel, französische Produkte angesichts starker ausländischer Konkurrenz auf dem internationalen Markt zu etablieren. Ein kurzer Blick in die damaligen Kataloge von Campagnolo und Shimano zeigt, dass diese Anbieter bereits komplette Ausrüstungslösungen in Form von Produktreihen anboten.

Der STC wollte Importeuren daher eine zentrale Anlaufstelle bieten, um das gesamte Sortiment französischer Produkte verschiedener Hersteller zu beziehen.

Es endete nicht gut …

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Mein Duravia ist endlich fertig und wo passt die Vorstellung besser hin als in den "seltenen-Franzosen" Faden?
Also hier ist es.
Der Rahmen ist der gleiche wie der am Siegerrad von @freemind1 aus dem Januar KdM, also ein frühes Aluminiumrad mit durch Keile in den Muffen geklemmten Alurohren.
Hier ein frühes Prospektbild:
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Bekommen habe ich das Rad auf einem Markt in F. Leider ohne Schutzbleche und mit der Einfachkurbel, wahrscheinlich wie sie serienmäßig verbaut war.
Hier ein Prospektblatt:
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Meines dürfte das Modell Demi-couse Luxe Nr.203 sein.
Schaltung sind original und die mit Duravia gemarkten Bremsen sowieso.
Die wohl originalen und leider schon korrodierten Chromstahlfelgen mussten den Alufelgen von Weinmann weichen.
Aus der französischen Bucht sind die Zweifachkurbel auf dem originalen Keillager, der Alugepäckträger und die beiden Aluboxen. Die Gepäckträgerstreben sind ein Eigenbau aus gelötetem und poliertem Edelstahl.
Als Umwerfer war ich am hin- und herüberlegen ob der Huret oder der Simplexumwerfer zu Einsatz kommen soll. Obwohl mir der Huret eigentlich besser gefallen hätte, hab ich mich dann aber doch für den Simlex entschieden, aus dem einfachen Grund weil es nur mit dem möglich war die Pumpe an den dafür vorgesehenen Platz zu klemmen.
Und ja, der Wimpel war auch nicht von vorne herein gesetzt, weil nach meinem Empfinden etwas infantil, aber laut Prospekt waren alle Modelle damit ausgestattet, also blieb mir quasi keine andere Wahl ;)
Und damit auch jeder weiß aus welchem Land das Rad stammt, am Schutzblech hinten das kleine Gimmik ;)
So jetzt aber Bilder:
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